IB STARKE BIENEN - ein Neuanfang

IB  STARKE BIENEN - ein Neuanfang

Zuerst einmal ein spezielles Thema. Es geht um die Situation der Bienen, die momentan nicht gerade erfreulich ist. Dieses Kapitel hier berichtet von den Bestrebungen, den Bienen zu helfen, den Bedrohung durch Varroamilben zu widerstehen.

 

Im nächsten Menüpunkt "Die Bienen" geht es eher um allgemeine Aussagen zu unseren geflügelten Freunden. 

Alle theoretischen Überlegungen auf dieser Website sind auf ein vernünftiges Handeln in allen Bereichen unseres Daseins gerichtet. So sollte auch dieser Teil der Website als Konsequenz auf die Herausforderungen unserer Zeit verstanden werden. Nicht einfach so als Spezialseite für Bienenfreunde.

 

Neues Denken beim Imkern notwendig

Es ist wichtig, dass wir versuchen, STARKE BIENEN heranzuzüchten um sie zu befähigen, sich selbst gegen die Varroa-Milben zu wehren. Das aber bedeutet, dass wir uns mehr um das Wohlbefinden der Bienen kümmern sollten. Dieses Denken sollte ganz allgemein in der Tierzucht beachtet werden. Es ist sehr schwierig, ein Umdenken im landwirtschaftlichen Bereich herbeizuführen. Zu sehr sind wir alle in bestehende Verhaltensweisen und auch in vorhandene Handelsketten eingebunden. Zwar können wir durch unser Kaufverhalten versuchen, die weitere Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Aber jeder von uns weiß, wie schwierig das ist. Es heißt aber auch, jeder müsse zunächst einmal bei sich selbst anfangen, wenn er Veränderungen in der Gesellschaft wünscht. Landbewohner können bei der Haltung von Geflügel mit neuen tiergerechten Betriebsweisen zumindest in ihrem Bereich Nachhaltigkeit praktizieren. Auch beim Imkern sollte man daran denken, die Bedürfnisse der Bienen noch besser zu berücksichtigen. Der Bayerische Rundfunk bringt in sehr interessanten Fernsehsendungen zu Landwirtschaft und Nutztierhaltung immer wieder Anregungen. 

 

Ich habe große Freude an meinen Bienen und am Imkern. Angefangen habe ich mit der allgemein üblichen Betriebsweise. Magazinbeuten - also Bienenwohnungen - stehen übereinander auf einer Palette. In den unteren Stockwerken wohnt das Volk. Die Vorräte werden gesammelt, verarbeitet, getrocknet und in die darüberliegenden Lager transportiert. Im Gegensatz zur Honiggewinnung in manch anderen Ländern kann man das so für gut befinden. Was man auf den ersten Blick nicht sieht, das ist die Tatsache, dass die Tiere auf Hochleistung getrimmt sind und Behandlung benötigen, um mit Parasiten fertig zu werden. Die eingewanderte Varroa-Milbe ist der Feind unserer Honigerzeuger. Und dieser Feind ist so stark, weil wir die Bienen so auf Leistung gezüchtet haben, dass die natürlichen Verhaltensweisen zur Abwehr der Feinde vernachlässigt wurden. Nun hat man allerhand Mittel "erfunden", mit denen die Varroa-Milben abgetötet werden. Das ist Routine und wer auf diese Behandlung verzichtet, muss damit rechnen, dass das unbehandelte Bienenvolk mit ziemlicher Sicherheit zugrunde geht. Dabei denkt man gar nicht daran, dass man mit diesen Mitteln dafür sorgt, dass die Milben, die eine solche Behandlung überstehen, gestärkt daraus hervorgehen. Die Behandlung der Bienen mit Säuren ist also einerseits unumgänglich, zum anderen aber eine Sackgasse, weil die Fähigkeiten der Bienen zur Abwehr der Feinde keineswegs gefördert, sondern im Gegenteil immer weiter reduziert werden. Es ist schon jetzt fast nicht mehr möglich, abwehrfähige Bienen "zurückzuzüchten". Wie sollen das die Berufsimker schaffen, die auf den Ertrag der Tiere angewiesen sind?

 

Die Chance liegt also tatsächlich bei den Bienenhaltern, die als Forscher an subventionierten "Bieneninstituten" oder auch als Freizeitimker nicht auf (maximalen) Honigertrag schauen müssen. Die wissenschaftlich arbeitenden Bienenforscher versuchen effektive Methoden der Schädlingsbekämpfung zu erarbeiten. Der Slogan "Hilfe zur Selbsthilfe" beschreibt das Ziel derartiger Initiativen. Die Bienen müssen wieder lernen, sich selbst von ihren Schädlingen zu befreien. Nun ist das ein komplexer Vorgang. Ein Teil der Bemühungen besteht darin, den Bienen zunächst einmal naturgemäße Wohnungen anzubieten. Ähnlich wie bei uns Menschen ist es so, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen müssen, damit wir nicht krank werden. So ist es auch mit den Bienen. Ein Aspekt des komplexen Zieles wäre also die "Sanierung der Bienenwohnungen". Es geht um ein gutes Stockklima. Da spielt schon der Bau der Beute eine wichtige Rolle. Die Art der Beute bestimmt wiederum die Arbeitsweise der Imker, das Imkern.

 

Die Bienen sind Teil des komplexen Systems, das uns alle ernährt. Immerhin stehen die Bienen an dritter Stelle im Rang. Deshalb stelle ich meinem Aufsatz einige Worte voran, die Zusammenhänge deutlich machen. Stefan schreibt uns dazu Folgendes als

 

Einführung

 

Grias euch
ich finde die Gedanken von Manfred zur art- und wesensgerechten Bienenhaltung gut, auch wenn ich selber keine Bienen habe bin ich als Biobauer Teil dieser komplexen und faszinierenden Naturkreisläufe und finde es toll, wenn sich Menschen mit der Natur beschäftigen und versuchen ihren Beitrag zum Schutz der Natur und unserer Lebensgrundlagen zu leisten.


Ich möchte einen anderen Gedanken zur artgerechten Tierhaltung und fleisch- bzw. fleischlosen Lebensweise einbringen. Zweifellos ist der Fleischverzehr in der westlichen Welt viel zu hoch und die Tierhaltung in vielen Bereichen kritisch zu sehen. Im Gegensatz dazu ist aber eine rein vegetarische bzw. vegane Lebensweise meiner Meinung nach global betrachtet auch nicht der ehrlichste und zukunftsfähige Weg. Einige Gedanken dazu. Eine vegetarische Ernährung lässt außer acht, dass sie zwar einerseits auf Fleisch verzichtet, aber andererseits tierische Produkte Milch, Käse, Eier... verzehrt werden. Um diese Lebensmittel essen zu können muss es Tiere geben, die am Lebensende entweder in den Nahrungskreislauf gelangen oder eben nicht, und angesichts der weltweiten Ernährungssituation ist es meiner Meinung nach nicht vertretbar darauf zu verzichten.


Bei der veganen Lebensweise sollte man bedenken, dass es sich bei einem großen Teil der Weltfläche, die nun mal die Nahrungsgrundlage der Weltbevölkerung darstellt um Grünlandflächen handelt. Diese Flächen sind aus unterschiedlichsten Gründen (Bodenverhätnisse, Klima, ...) Grünlandflächen und können und sollten keinesfalls umgebrochen und zu Ackerflächen gemacht werden. Aus Sicht der Welternährung können diese Flächen nur einen Beitrag zur Ernährung der Menschen liefern, wenn sie von "Grasfressern" (Rinder, Schafe, und Ziegen) genutzt werden und damit Gras zu Lebensmitteln (Milch, Fleisch) umwandeln. Andere Tierarten wie Schweine und Geflügel sollten überwiegend mit Rest- und Nebenprodukten der Land- und Nahrungsmittelwirtschaft versorgt werden.

 

Daraus ergibt sich eine deutliche Reduzierung der weltweiten Tierhaltung. Es geht also bei der nachhaltigen Lebensweise global betrachtet nicht um fleischlose Ernährung oder nicht, sondern um eine gerechtere Verteilung der erzeugten Nahrungsmittel auf der Erde. Besser wäre meiner Meinung, deutlich weniger Fleisch zu essen und Wert darauf zu legen, dass die Tiere artgerecht und ökologisch nachhaltig gehalten und gefüttert werden und möglichst aus der näheren Region kommen. Dann gäbe es nur Gewinner.

 

Imkern - und das Bienenwohl berücksichtigen

Naturnah Imkern

Im Folgenden wird über ein Projekt berichtet, das die Bienengesundheit verbessern soll. In dieser Niederschrift werden die einzelnen Schritte ausführlich dargelegt. Eine Messwertreihe und ein Protokoll mit Daten wird erstellt.

 

Es stimmt, was Stefan schreibt. Im Übrigen betrifft die hier vorgestellte Arbeit nur einen Teil des Bereiches Landwirtschaft". Die Erkenntnisse, die hier hoffentlich gewonnen werden, sind zwar sicherlich hilfreich. Ihre eigentliche Bedeutung besteht darin, dass die Erkenntnisse vielleicht hoch- und umgerechnet werden müssen auf andere Bereiche der Ernährung. In der Corona-Zeit wurde deutlich, dass wir im Umgang mit anderen Menschen ziemlich viel Defizite haben. Das gilt ganz besonders für diejenigen, die für uns Arbeiten erledigen, die wir selbst nicht tun wollen. Unter erschwerten Bedingungen werden bei uns Landarbeiter in der Saison und die Arbeiter in der Fleischindustrie beschäftigt. Den Menschen wurde schlichtweg etwas verweigert, das für uns selbstverständlich ist. Sonst hätte es dieses Desaster nicht gegeben. Da gibt es also für uns eine Menge Nachholbedarf. Und es gibt noch viele andere Lebensbereiche, denen man mehr Aufmerksamkeit widmen müsste. So wichtig die Beseitigung dieser Missstände ist, an dieser Stelle gehört das nicht zum Thema. Wir wenden uns den Bienen zu in dem Bewusstsein, dass auch andere Tiere und vor allem viele Menschen darauf warten, "artgerecht" bzw. menschenwürdig behandelt zu werden. 

 

In der Bienenhaltung kann man die Züchtungsziele der Vergangenheit grob vereinfacht etwa so definieren:

1. Viel Honig,

2. Bienensanftmut und

3. verminderte Schwarmneigung.

 

Die derzeit im Allgemeinen praktizierte Bienenhaltung unter den oben angegebenen Zuchtzielen hat zwar zu guten Honigerträgen geführt. Aber die Bienen der Gegenwart sind - auf sich selbst gestellt - kaum noch überlebensfähig. Die Schwächung des Biens (so nennt man ein Volk, in seiner Gesamtheit) erkennt man in der Unfähigkeit, sich gegen die Varroamilben zu wehren. In Zukunft sollte man versuchen, nachhaltig zu imkern und mehr auf das Bienenwohl zu schauen. Dazu müssen wir fragen, was den Bienen gut tut. Stichwortartig und nur beispielhaft einige Punkte.

 

A) Die Bienen "wollen" nur so viel Honig produzieren, wie sie zum Überleben im Winter brauchen.

B) Die Bienen brauchen eine gewisse "Wildheit" um verteidigungsfähig zu sein.

C) Der Schwarmtrieb wird von vielen Bienenforschern als sehr wichtig anzusehen. Vielleicht sollte man diesen Trieb nicht ständig unterdrücken.

D) Der früher bei den Bienen vorhandene Putztrieb sollte wieder neu entwickelt werden. Dieser Trieb scheint bei der Anpassung an die Varroa-Milben eine wichtige Rolle spielen.

 

Diese Aufzählung kann nicht erschöpfend sein. Sie ist sozusagen die Skizze einer Neuausrichtung. In unserem Beitrag geht es darum, gemeinsam auf dieses Ziel zuzugehen, liebe Partner, die Ihr als Forscher, Imker, Freunde oder Vereinskameraden ähnliche Ziele habt und bienenfreundliche Arbeitsweisen entwickeln wollt. Wir denken vom Grundsätzlichen her: Die Bienen sollten Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. Sie sollten widerstandsfähiger werden, um sich gegen ihre Feinde verteidigen zu können. Dieses Ziel ist komplex. Es steckt da viel mehr drin, als in diesen wenigen Sätzen angeklungen ist. Dieses Ziel wird gleichermaßen von Bienenwissenschaftlern und verantwortungsvollen Imkern verfolgt. Und wir - eine Gruppe von Imkern - bilden uns wirklich nicht ein, dass wir diese Probleme lösen könnten. Aber auf dem Weg können wir vielleicht Faktoren des Bienenwohls analysieren und gewissermaßen in einer Art von Teamwork Schritt für Schritt gemeinsam zunächst einmal die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die es den Bienen ermöglicht, den Weg in die Vergangenheit zurückzufinden. Früher war ja für die Bienen die Welt noch in Ordnung - bis wir Menschen die für sie überlebenswichtigen Eigenschaften weggezüchtet hatten. Der Weg, den wir nun mit gemeinsam mit Ihnen gehen wollen, ist sehr lang. Aber das wissen wir alle. Warum wollen wir es trotzdem versuchen? Wenn wir uns gegenseitig helfen können dann geht es leichter. Und die Erfahrenen, die wir uns erlauben, anzusprechen: Bitte sagt uns, wenn wir auf einen Holzweg kommen. Bitte ab und zu auf den Beitrag schauen, damit unser Weg nicht in die Irre geht.

 

Wichtig wäre es, wenn wir bei unseren Vorhaben Rückmeldungen von Euch bekommen würden. So könnte sich ein Dialog entwickeln, der für alle Beteiligten fruchtbar wäre. Das ist für heute alles. Wir würden uns freuen, zu hören, wie Ihr darüber denkt, in Zukunft nachhaltig zu imkern.  

               

Bei dem, was ich mit meinen Bienen anstelle, werden bestimmt manche Leute sagen, dass es ein recht primitiver Ansatz ist, nur auf die Gesundheit der Tiere zu schauen. Davon könnte vielleicht ein einziges Volk mal profitieren. Aber es geht doch wohl darum, dass vor allem die Nachkommen der "gesunden" Bienen auch wieder stark genug gegen die Milben sind. Es ist möglicherweise doch etwas einfältig, wenn man erwartet, dass sich eine starke Konstitution gegen Varroa auch auf die Nachkommen übertragen würde. Interessant ist aber, dass man in der Bienenliteratur kaum andere bessere Möglichkeiten findet. Züchtung erscheint nicht als erfolgversprechendes Handeln. Und bei der natürlichen Selektion, die sich theoretisch anbieten würde, muss man mit ganz großen Verlusten rechnen. Der von mir zu beschreibende Weg hat mit den Erfahrungen zu tun, die andere Imker gemacht haben. Für eine wissenschaftliche Grundlage meiner Bemühungen sah ich allerdings selbst keinerlei Grundlagen. Allerdings hatte ich da nicht genügend recherchiert. Das Zauberwort - das derartigen Bemühungen Erfolg bringen könnte - heißt "Epigenetik".

 

Die Epigenetik befasst sich mit der bekannten Tatsache, dass sich durch besonderes Verhalten des betreffenden Tieres (oder auch des Menschen) bestimmte Bereiche im Erbmaterial aktivieren oder deaktivieren lassen. Bei Wikipedia erfährt man - zufällig sogar auf Bienen bezogen - folgende Erklärung: 

 

Die Umstellung der Ernährung bei Arbeiterbienen nach Ablauf der ersten Wochen des Larvenstadiums auf eine einfache Pollen- und Honigkost im Vergleich zur Königin verursacht eine hochgradige epigenetische Umprogrammierung des Larvengenoms. Mehr als 500 Gene wurden identifiziert, die von den umweltspezifisch verursachten Methylierungsveränderungen betroffen sind. Das könnte also bedeuten, dass es Hoffnung gibt. Nun, dann will ich jetzt über mein Vorhaben ausführlich berichten.

 

Und nun zu den Bienen - Standortbestimmung

Handlungsbedarf - Wieso?

 

Erster Schritt: Ich will weg vom Imkern mit Zanderbeuten. Mir gefällt es nicht, dass man bei der Durchsicht der Völker stets den Honigraum abnehmen muss, um an den Bienensitz heranzukommen.

Bienenhaltung in Zanderbeuten
Wenn ich die Bienen auf ihre Schwarmbereitschaft kontrollieren will, muss ich die Honigzarge abnehmen,
Behandlung der Bienen im Zander-Magazin
...zur Seite heben und...
Bienenhaltung mit der Zanderbeute
...vorsichtig neben der Bienenwohnung abstellen ohne dabei Bienen zu zerdrücken.

Konsequenz dieser Überlegungen: Die Bienen sollen ein neues Zuhause bekommen.

Eine Wohnung, die sowohl den Bienen als auch dem Imker das Leben erleichtert.

 

Kurzum: Es wird auf ein neues Beutensystem umgestellt.