I 16me FREI SEIN

I 16me FREI SEIN

Ich habe mir mal aufgeschrieben, was mir über die Freiheit des Menschen spontan eingefallen ist.

 

Alle Menschen sind FREI GEBOREN. Jeder Mensch ist mit unveräußerlicher Würde ausgestattet.

 

Das klingt gut und ich denke, dass das in vielen Verfassungen so oder ähnlich zu lesen ist. Bei uns in Europa und in Deutschland kommt man diesem Ideal schon ziemlich nahe. Wenn dies oder jenes tatsächlich nicht 100-prozentig so verwirklicht sein sollte, wie mancher sich das vielleicht wünscht, dann liegt das daran, dass wir alle nur Menschen sind. Im Idealfall hätte beispielsweise der ungeborene Mensch noch einen besseren Schutz. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass die Gesetze den Willen der gewählten Volksvertreter widerspiegeln und nicht ein "theoretisch erreichbares Ideal" sind. Das bedeutet nicht, dass ich die derzeitige Gesetzeslage gut finde. Ich muss aber auch sagen, dass die demokratisch gewählten Abgeordneten, die diese Gesetze gemacht haben, sich sicherlich ernsthaft mit der Problematik befasst haben. Es hätte eine ganze Menge noch schlechterer Lösungen gegeben.

 

  Kinder Gottes sind wir alle - allerdings ist es so, dass wir, die Reichen, den Anderen die Rechte absprechen. 

 

Wenn wir alle Kinder Gottes sind, dann haben wir alle die gleichen Rechte und Pflichten. Wenn wir alle die gleichen Rechte haben, dann ist überhaupt nicht einzusehen, warum es in ärmeren Ländern so schwierig ist, eine Impfung gegen das Corona-Virus zu bekommen. Aus einer Zeitungsmeldung vom 19.1.2021 geht hervor, dass dass in einem der ganz armen Länder gerade mal 25(!!) Impfdosen verspritzt worden sind. Da habe ich einen Leserbrief geschrieben. Vielleicht ist der recht aufschlussreich, was unser Verhalten gegenüber den Ärmsten in dieser Welt betrifft.

 

Ganze 25 Impfdosen für eines der ärmsten Länder! Müssen wir uns da nicht schämen! Bei uns gibt es jede Menge Theaterdonner wegen mangelnder Impfstoff-Lieferungen. Da geht e um einen vorübergehenden Lieferengpass von 13 Prozent. Natürlich ist so etwas ärgerlich. Auf jeden Fall wurden bei uns, also In den wohlhabenden Ländern, zu denen wir gehören, 39 Millionen Impfdosen verabreicht. Die Verantwortlichen haben bestellt, Verträge gemacht und Anspruch erhoben auf die noch herzustellenden Impfstoffe. Das ist ja auch alles korrekt. Aber die Ärmsten bekommen nichts, weil kein Geld da ist, um Impfstoffe überhaupt zu bezahlen. Und wenn man kein Geld hat, dann hat man natürlich auch keine Chance, in die Lieferpläne hineinzukommen. Aber das kann es doch wirklich nicht sein! Zunächst einmal sollten die Regierungen in den wohlhabenden Ländern es ermöglichen, dass auch die armen Leute die Chance für eine Impfung bekommen. Wer bringt das Geld auf? Sicher könnten die Hilfsorganisationen da einspringen. Aber wie sollen die glaubwürdig zu Spenden aufrufen, wenn sie nicht einmal wissen, ob die armen Länder überhaupt beliefert werden, denn erst einmal sind ja wir dran. Dabei waren sich doch alle darin einig, dass der Slogan "Zuerst mein Land" für Europa keine Gültigkeit hat. Ein ganz einfacher praktikabler Weg: Aufstellung von Sammelbüchsen zugunsten von Impfungen der Ärmsten in der Welt in der Erwartung, dass bei Vorhandensein von Spendengeldern auf diese Maßnahme hin schließlich auch die Politik Bereitschaft zeigen könnte zur notwendigen Solidarität. Wer die Impfung bei uns kostenlos bekommt, ist motiviert, auch andere an diesem echten Fortschritt teilhaben zu lassen. 

 

Inzwischen sind die Zahlen nicht mehr aktuell. Bei uns ist es inzwischen so, dass zwar Impfstoff da ist, aber die Bürger gar nicht mehr so danach verlangen. (Was sicher ein Fehler ist!) Aber ob in den armen Ländern genügend Impfstoff da ist, da bin ich mir nicht sicher. Man erfährt das auch nicht. (Heute ist der 12.7.2002) Die paar Zeilen reichen aus, um die Problematik aufzuzeigen. Wir müssen uns etwas einfallen lassen, wir sollten dafür zu sorgen, dass allen Menschen die gleichen Rechte und Pflichten zuteilwerden! Und die uneingeschränkte Freiheit.

 

Die Freiheit ist auch in unserem Land noch gar nicht so alt. Rechnen wir die Zeit (des Friedens!) seit Ende des zweiten Weltkriegs, so sind es bis zur Jahrtausendwende gerade mal zwei Generationen, die wirklich Freiheit verkosten dürfen. Und die Menschen aus der früheren DDR haben erst 10 Jahre vor der Jahrtausendwende die Freiheit bekommen. Man kann getrost sagen, dass es alle Zeit davor seit Menschengedenken für die meisten unserer Vorfahren nur Knechtschaft gegeben hat. Das braucht man jetzt gar nicht auseinanderzupflücken, in der Regel waren unsere Vorfahren Untertanen. Und jetzt ist alles anders.

 

Muss es uns wirklich wundern, dass viele Menschen mit diesem Geschenk nichts anzufangen wissen. Jetzt wird nämlich alles auf den Prüfstand gestellt und der Datenschutz wird (richtigerweise) so hochgestylt, dass vieles ins Schlingern gerät, was früher gang und gäbe war. Und in Ausnahmefällen genießt der Täter einen besseren Rechtsschutz als das Opfer. Das Verhalten der Corona-Leugner und Impfgegner ist sozusagen die Kehrseite der Freiheit. Die an und für sich problematische Situation möchte ich nicht noch weiter anheizen. Aber eines gehört gesagt: Die Freiheit des Eines hört immer dann auf, wenn dadurch die Rechte eines Anderen dadurch beschädigt werden. Unter diesem Gesichtspunkt kann es schon sein, dass die Behörden etwas anordnen, von dem manche Bürger meinen, das sei nicht gerechtfertigt, weil bestimmte Freiheitsrechte dadurch beeinträchtigt werden. Ich möchte nur sagen, dass es insgesamt eine gute Entwicklung ist, wenn wir mündige Bürger werden. In der nächsten Generation wird man die Haarspaltereien der ewigen Meckerer vergessen haben.