I 65wki TRAUM WAHR?

I 65wki TRAUM WAHR?

Fragen wir,

ob der Traum vom Frieden Wirklichkeit werden kann.

KANN DIESER WUNDERBARE TRAUM IRGENDWANN WIRKLICHKEIT WERDEN?

 

Wie lassen sich Traum und Realität in Übereinstimmung bringen? Das geht doch gar nicht. Wird der Traum wahr? Können wir etwas tun, damit er wahr wird? Denken Sie an die vielen Kriege in der Welt. Man müsste einen „Notfallplan“ entwickeln. Sofort bei Beginn eines kriegerischen Ereignisses in der Welt sollten von den Polit-Wissenschaftlern abgesicherten Kommentar weltweit über Rundfunk und Fernsehen abgegeben werden. Dieser Krieg müsste sofort von diesen unabhängigen Fachleuten analysiert werden und vor der Welt erklärt werden, ob das Vorgehen als erlaubt anzusehen ist oder nicht.

Dazu sind die geschichtlichen Hintergründe offen darzulegen. Spätere Maßregelung der Kriegsanstifter (oder Terroristen) durch internationale Gerichte werden sofort nach Eintreten eines solchen Ereignisses angedroht und dann auch vorgenommen. Bis jetzt scheitert so etwas an der Vielfalt der Meinungen. Da müssten sich die Mächtigen einmal zusammensetzen. Wer da nicht mitmachen will, hat seine Meinung durch die Verweigerungshaltung schon kundgemacht.

 

VIELLEICHT  MIT  JESUS?

 

Weitergabe der Wahrheit, des Wirklichen, dessen was der himmlische Vater und uns sagen will - Dem Wunsch zur göttlichen Mitteilung an uns, zur frohen Botschaft, liegt die Anwesenheit des Herrn auf der Erde vor 2000 Jahren zugrunde. Diese Mitteilung enthält aber auch den von ihm erteilten unmissverständlichen Auftrag: Geht hin in alle Welt und lehret alle Völker. Warum ist das so wichtig? Andere Menschen nichtchristlichen Glaubens haben doch ebenfalls altehrwürdige, große und gute Kulturen?

 

Der Prediger aus Nazareth - dem werden wohl auch Andersgläubige zustimmen - war voller guter Ideen und wusste, dass Er die Wahrheit kannte und aussprach, aber er hat niemals andere Menschen mit seinen Ideen überrant. Er wollte und will die Weitergabe seiner Lehre - aber eben mit Herz und schon gar nicht mit der Waffe. Er will die Weitergabe Seiner "Lebensart" und diese Lebensart ist zugleich so gewaltfrei, dass Er sagen kann:  "Sage es gewaltfrei! Überzeuge durch dein Wesen, dass gewaltfrei gut ist." Ein schönes Zeichen für das Miteinander hat Jesus uns mit der "Fußwaschung" gegeben. Da geht es um die Hierarchie der Liebenden.

 

Und es geht um Gewaltlosigkeit. Gelegentlich treten einige Menschen auf, die den Teufelskreis des Spruches "Wie du mir, so ich dir."  durchschauen und all dem Bösen und Hässlichen ein Ende machen wollen. Das sind solche Hoffnungsträger wie die Geschwister Scholl, Martin Luther King, Mahatma Gandhi oder Nelson Mandela. Weniger bekannt dürfte der israelische Friedensaktivist Uri Avnery sein, der 2018 verstorben ist und in Israel von manchen als "Verräter an der zionistischen Sache" betrachtet wurde. Wahrscheinlich, weil er sich immer für die Zweistaatenlösung eingesetzt hat, der einzig mögliche Weg, um Frieden in diese Region zu bringen. "Verweigerungshaltung" kann auch etwas Gutes sein. Er gehörte also auch zu den Menschen, die genau das vorbereiten, was auch wir alle hoffen und wünschen. Doch den Weg dazu sehen wir oft nicht. Weil wir müde sind und genug damit zu tun haben, im kleinen Kreis den Frieden vorzubereiten, wo die ganz Kleinen schon damit anfangen: "Ich habe mich bloß gewehrt, weil der mir meinen Teddy weggenommen hat." Bei all dem, was ich hier sage, geht es darum, denen das Handwerk zu legen, die Kriege verherrlichen oder gar zu Kriegen anstiften.

 

Der Theologe Karl Rahner über das Beten als Weg

 

Gebet ist die Hinwendung zu Gott in Freiheit. Wenn Gott uns die Freiheit geschenkt hat, dann ist das Gebet die Antwort des Menschen an die Liebe Gottes, dazu muss der Betende Gott suchen. Aus dem Buch "Von der Not und dem Segen des Gebetes" habe ich ein Kapitel ausgewählt, das diese Zuwendung zu Gott in ganz besonderen Akten zum Ausdruck kommt, in den Festen der Weihe. Auf Seite 121 des Büchleins heißt es: In der Gnade jetzt geschehender Tat geistiger Entscheidung kann - das ist noch geheimnisvoller, aber dennoch wahr - der Mensch auf seine Zukunft vorgreifen. Nicht nur oder ausschließlich in dem, was Vorsatz, vorausplanenden Entschluss, Vorüberlegung und deren Formen, wie Versprechen, Gelübde usw., nennen. Darin blickt der Mensch ja auch schon auf das Zukünftige seines Lebens voraus. Aber der Vorsatz und ähnliche geistige Geschehnisse sind doch Dinge der Gegenwart, die, so wichtig sie auch für die Zukunft des Menschen sein mögen, letztlich doch nur dann für die wirkliche Zukunft des Menschen ihre Bedeutung haben, wenn sie nicht jetzt, sondern eben später ausgeführt werden, und diese Ausführung hängt eben nicht von der jetzigen, sondern von der zukünftigen Entscheidung ab.

 

Einige Seiten weiter  (Seite 125) kommt der Verfasser nun auf den Freiheitsbegriff zu sprechen, dabei geht der Autor wesentlich über die von mir gegebene und allgemein übliche Definition der Freiheit hinaus. Diese ist eben nicht nur, so schreibt er: ...alles und jedes tun zu können.

 

Freiheit ist vielmehr die Fähigkeit, sich frei einmal und ganz auszeugen zu können, die Fähigkeit, frei gerade endgültige Tatsachen schaffen zu können...

 

Und darum greift die freie Entscheidung jeden Augenblick immer von sich aus auf das Ganze des Lebens vor, darum kann man in einem Augenblick seine ganze Ewigkeit entscheiden, darum sucht die Freiheit in jedem Augenblick, in dem sie wirklich am Werk ist, die totale Prägung der Person, ihre reine und volle Selbstauszeugung, in der die Tat der Freiheit zum endgültigen Zustand der Person, zum bleibenden Akt der Person wird. In einem anderen Zusammenhang wird davon gesprochen, dass im Laufe des Lebens in unserem Innern etwas heranwächst, von dem wir erwarten, dass es einmal bleibend sein wird. Dass dies unsere eigentliche Person ausmacht. Manche nennen dies das Reich Gottes, das schon bei uns ist. Etwas, das bei unserem Sterben nicht mitstirbt. Bei diesen Sätzen fallen mir die Fußwaschung und auch die Einsetzung der Eucharistiefeier durch Christus ein. Zwei Handlungsakte, die insgesamt wohl vielleicht eine gute Stunde in Anspruch genommen haben. Es sind Handlungen, die zwar in der Zeit geschehen, aber andererseits nicht nur in der Ewigkeit festgehalten sind, sondern sich als permanent gegenwärtig darstellen.

 

Die vielfachen interessanten Bemerkungen, die diese Thematik nach allen Seiten hin abrunden, will ich hier nicht wiederholen, da kann ich nur die Lektüre des Buches empfehlen. Ich kann aber in Verkürzung der Gesamtsicht wenigstens versuchen, einige wenige Sätze zu zitieren, die deutlich werden lassen, welche Bedeutung der Verfasser dem Augenblick der endgültigen Entscheidung zuordnet, dem glücklichen Moment, in dem wir in der Lage sind, ...um aus allem auf einmal unseres Lebens endgültige Wahrheit und Wirklichkeit zu formen... Unvermutet und uns selbst verborgen, werden wir plötzlich die Frucht des ganzen Lebens ganz in der Hand halten.

 

Heben wir doch diese Aussage des großen Theologen Rahner in Gedanken in eine noch größere Dimension, in eine Dimension, die über Rahner hinausweist: Als  Wissenschaftler hat er dargestellt, wie eines Menschen bewusste Aussage über sich selbst etwas ist, das ihn auch nach seinem Tod genau so  definiert, wie er sich auf dem Zenit seines Lebens ausgedrückt hat. Rahner spricht hier von einer endgültigen Entscheidung oder Aussage. Dem Gedanken kann man nur beipflichten.

 

Und nun erinnern wir an Jesus Christus. Dessen Aussagen sind - schon wegen Seiner allumfassenden Weisheit - gleich mehrere. Hier will ich nur eine einzige ganz wichtige Aussage hervorheben, die Ihn als den Liebenden definiert: Es ist das Geschenk der Eucharistie, das einerseits nur Er allein machen konnte, das aber andererseits etwas ist, das aus unserer menschlichen Begrenztheit herausragt. Es sprengt sowohl die Grenzen unseres Verstehens als auch die Grenzen der Zeitlichkeit. Es ist das "Für immer", das vom Höchsten ausgesagt und uns zum Heil initiiert worden ist. Oder anders gesagt: Es ist Gnade.