I 68he* KLIMAKRISE
Am 9. September 2021 wurde in der Sendung "Monitor" mit Blick auf die bevorstehende Wahl des(r) Bundeskanzlers*in erklärt, was wir von den Parteien und deren Aussagen zur Klimapolitik zu halten haben: Größtenteils Augenauswischerei, denn die Wahrheit ist: Entweder Wirtschaftswachstum oder Einhaltung der Klimaziele. Sie als Wähler*in haben Ihre Entscheidung inzwischen getroffen.
Die KLIMAKRISE oder der Klimanotstand wird von uns allen gern übersehen. Niemand will wahrhaben, was Wissenschaftler zu sagen haben. Hören wir nun, was K. Sterzenbach im Wochenendmagazin des Straubingers Tagblatts am 1.12.2018 unter dem Titel "Der gekaufte Klimaschutz" über das Buch des Wirtschafts-Wissenschaftlers Radermacher berichtet. Das Buch heißt: "Der Milliarden-Joker. Wie Deutschland und Europa den globalen Klimaschutz revolutionieren können." Ich werde Sie nun mit den überraschenden Aussagen dieses Wissenschaftlers bekanntmachen, die Zitate sind dem genannten Zeitungsartikel entnommen. Herr Rademacher zieht Bilanz im Hinblick auf die Klimaziele, wie sie sich dem Pariser Abkommen entsprechend darstellen. Zuerst einmal zu uns: Hier müsse statt auf Kohle und Öl mehr auf Gas gesetzt werden, empfiehlt Rademacher. Auf diese Weise haben etwa die USA ihre Emissionen deutlich verringert. Meines Erachtens ließe sich das irgendwie bewerkstelligen. Das wäre ein Beitrag, der von Politik und Industrie zu leisten wäre. "
Allerdings ist das für das Weltklima längst nicht ausreichend. Herr Radermacher kommt zu dem Schluss, dass das angestrebte Klimaziel wohl nicht erreicht werden kann. Das ist uns allen wahrscheinlich klar, auch wenn wir diesen Gedanken immer wieder verdrängen. Radermacher will diese Überlegungen nicht beiseitelegen. Im Gegenteil, er bringt einige Argumente, die unsere Aussichten noch weiter verdüstern: Bis zum Ende des Jahrhunderts werden auf dem indischen Subkontinent zwei Milliarden Menschen leben, in Afrika wahrscheinlich mehr als vier Milliarden. "Wenn der Klimawandel in diesen Gebieten die Wasserversorgung und die Ernährung der Menschen weiter verschlechtert, steuert die Welt auf eine humanitäre Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes zu", warnt der Autor Radermacher. Der Wissenschaftler weist darauf hin, dass arme Länder sich entwickeln wollen, wer will ihnen das verübeln? Diese Entwicklung lässt sich nicht übersehen und wohl auch kaum aufhalten.

Radermacher fordert deshalb "globale Kompensationsprojekte". Das Geld solle dorthin, wo es den größten Effekt erzielt. Herr Radermacher bezieht sich auf den Sudan. Dabei muss man darauf hinweisen, dass die Mächtigen in der Welt erst einmal die Kriege in den armen Ländern beenden sollten. Vielleicht hätte Herr Radermacher getrost noch hinzufügen können, dass der Export von Waffen in arme Länder - wenn menschliches Empfinden schon nicht zählt - aus diesem einen Grund, nämlich aus Eigeninteresse für die Welt kontraproduktiv ist. Letzten Endes sitzen wir alle in einem Boot. Und das ist keineswegs stabil.
Wenn man den Zusammenhang zwischen Einkommen, Lebensstil und CO2-Ausstoß zugibt, dann bedeutet das nach Radermacher, dass alleine 3,16 Millionen US-Bürger mit einem durchschnittlichen Jahreseinkommen von 542 453 Euro deutlich mehr CO2-Emissionen produzieren als ganz Deutschland. Ein einzelner "Top-Emitter" ist nach Rademachers Berechnungen verantwortlich für jährlich 130 Tonnen CO2. Diese Menschen an den Kosten zu beteiligen, lege auch das "Verursacherprinzip" nahe.
Die Warnungen vor den Folgen der Klimaerwärmung werden immer lauter und deutlicher. Ich zitiere aus einer Meldung der Tageszeitung vom 29.11.19. Der Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber erklärte beim "Dies academicus" den sogenannten Kippeffekt:
"Unter diesen Kippelementen verstehen wir gewisse Ökosysteme, die durch die Erderwärmung zu kippen drohen, was weitere Effekte auslösen und somit eine Art Dominoeffekt zur Folge haben wird." Korallenriffe, wie das australische Great Barrier Reffe seien solche ein Kippelement. Aber auch die Regenwälder, der Golfstrom und der Monsunregen auf der indischen Halbinsel... "Wenn die Gletscher Grönlands schmelzen hat dies einen Anstieg des Meeresspiegels von sieben Metern zur Folge."
Florida wäre dann genauso verschwunden wie weite Teile Südenglands, sagt der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung und verweist dabei auf die Präsidenten dieser beiden Länder, die sich nicht selten als Klimaskeptiker hervortun würden... "Warum müssen wir in Europa überhaupt noch fliegen? Warum haben wir nicht schon längst ein europäisches Hochgeschwindigkeitsbahnnetz?"
Schließlich geht der Klimaforscher auf die schizophrene Situation ein, dass wir Menschen unsere Verbündeten gegen die Klimaerwärmung vernichten. Die Regenwälder und die Meere hätten bisher schlimmeres verhindert, da sie große Mengen an Treibhausgasen gespeichert hätten. "Doch wir zerstören diese Verbündeten und das treibt den Klimawandel noch stärker an."
Am gleichen Tag wurde berichtet, dass vom EU-Parlament symbolisch der Notstand im Hinblick auf die Klimakrise ausgerufen wurde. Die Parlamentarier fordern ... auf... umgehend Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen." Am 22.1.2020 erfuhr man aus der Presse, dass sowohl der US-Präsident Trump als auch die Klimaaktivistin Greta Thunberg beim Weltwirtschaftsforum in Davos (aus verschiedenen Räumen!) gesprochen haben. Der Präsident der Vereinigten Staaten ignoriert die Problematik völlig und meinte, „wir müssen die Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen.“ Greta Thunberg hingegen forderte die Staatengemeinschaft zum Handeln auf:
„Unser Haus brennt noch immer. Eure Untätigkeit heizt die Flammen stündlich an… Wir sagen euch immer noch, dass ihr in Panik geraten und so handeln sollt, als ob ihr eure Kinder über alles liebt.“ Die Hilfsorganisation Oxfam betonte: Es sei beschämend, dass der Präsident eine Verkaufsrede für die amerikanische Öl- und Gasindustrie halte, statt Bedrohungen des Klimanotstands zu begegnen.
Ebenfalls am gleichen Tag wurde gemeldet, dass die Mitglieder der Kohlekommission, die Vorarbeit für den Kohleausstieg erarbeitet hatten, der Bundesregierung schwere Vorwürfe machen, weil der vereinbarte Kompromiss zum Kohleausstieg schwere Versäumnisse enthält und die eigentlichen Ziele des Ausstiegsplanes gefährdet seien.
Sehr deutlich hat sich Grünen-Chef Habeck gegenüber dem Auftreten von Präsident Trump auf dem Kongress in Davos im Januar 2020 geäußert:
Die Rede des US-Präsidenten habe "dem Geist und dem Versuch der Konferenz von Davos, Klimaschutz und Wirtschaft zu vereinbaren, völlig widersprochen", sagte Habeck. Trump habe deutlich gemacht, dass er den Klimaschutz "nicht ernst" nehme, und die anderen Staaten aufgerufen, nicht über Zusammenarbeit nachzudenken, sondern "immer zuerst" an sich zu denken. "Das ist das Gegenteil von dem, was notwendig ist." Habeck betonte die Bedeutung guter transatlantischer Beziehungen. Europa und die USA müssten sich "weiter als Wertegemeinschaft verstehen", die in Institutionen zusammenarbeite und ein gemeinsames politisches Vorgehen gegenüber der Klimakrise finde.
Herr Habeck hat gesagt, was Sache ist. Es geht immer um die Gemeinschaft. Und das ist ganz wichtig. Nichtsdestotrotz hat er sich mit dieser Äußerung Kritik von seiten amerikanischer und sogar deutscher Politiker eingehandelt. Ich finde, es zeichnet Menschen aus, wenn sie sich klar (und vor allem sachlich richtig) äußern. Es tut gut zu wissen, dass es Leute gibt, die sich den Mund nicht verbieten lassen. Wissenschaftler erarbeiten Konzepte für den Klimaschutz, die teilweise angegangen werden. Ich stelle Ihnen hier das Konzept des Wirtschaftswissenschaftlers Herrn Radermacher vor. Das Buch heißt: „Der Milliarden-Joker. Wie Deutschland und Europa den globalen Klimaschutz revolutionieren können.“ Hier einige wichtige Anregungen:
Um die Klimaziele zu erreichen fordert der Wissenschaftler Radermacher „globale Kompensationsprojekte“ -
freiwillig finanziert von denen, die wirtschaftlich am meisten profitieren und es sich leisten können. „Ohne die Emissionen der Top-Emitters gäbe es das Klimaproblem nicht... Es geht dabei um die
gewaltig anmutende Summe von 500 Milliarden Euro. Pro Jahr..." Im Weiteren wird empfohlen, durch den Kauf von Emissionswerten Geld in ärmere Länder zu bringen, die dieses dringend brauchen,
um ihre Entwicklung zu befördern. Menschen (oder Organisationen) aus Deutschland sollten freiwillig zusätzlich internationale Projekte finanzieren. Dabei denkt er an Aufforstungsmaßnahmen und
Förderung der Humusbildung im Bereich der Landwirtschaft.
Im Hinblick auf das Klima wäre es erforderlich, dass man sich in Regierungskreisen bemüht, auf anerkannte Wissenschaftler zu hören. An dieser Stelle wiederhole ich ein Zitat von H. Prof. Dr. – Ing. Ralph Pütz, wie es in der Tagespresse zu lesen war.
Der Leiter des Institutes für Nutzfahrzeugforschung in Schönbrunn legte wissenschaftlich dar, weshalb die neuen Euro 6-Dieselmotoren sauberer sind als elektrobetriebene Fahrzeuge. Es wäre ein Leichtes, die älteren Euro 5-Motoren mit der SCR-Technik nachzurüsten, um sie annähernd auf den Stand der Euro 6-Abgasnorm zu bringen.
Warum in Deutschland hunderttausende Arbeitsplätze riskiert werden, sei „einzig und allein ein Politikum“. Fachleute wie Pütz beklagen sehr, dass sie von den Entscheidungsträgern der Politik schlichtweg nicht gehört werden, obwohl diese kostenintensiven Einrichtungen von der Gesellschaft getragen werden müssen.