+II34me* NETZWERK

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Wenn wir die Überlegungen zum Thema "Netzwerk" von Herrn Buber weiter-„spinnen“, dann stellen wir fest, dass wir gleichzeitig zu verschiedenen Menschen in „Ich-Du“ Beziehungen verschiedener Intensität und auch unterschiedlicher Qualität stehen: Wir leben - wenn wir es richtig gemacht haben - in einem Beziehungsnetzwerk. Das trifft aber im Umkehrschluss auch für die Menschen zu, denen wir begegnen. Diese haben natürlich auch wieder ihre Verbindungen zu ganz anderen Personen. Genau genommen, hat jeder - über Zwischenglieder - mit jedem zu tun. Da hat nun der schon genannte Philosoph Panikkar eine Art „Modell der Beziehungen“ entworfen. Er erläutert in seinem Buch „Christophanie“ (auf Seite 92) die Begegnung unter uns Menschen. Wenn er als Modell ein Netzwerk hernimmt, dann kann er Folgendes sagen:

 

Die Person kann wie in einem Beziehungsnetz beschrieben werden. Unter dieser Perspektive ist die Individualität nur der abstrakte Knoten, getrennt von allen Fäden, die tatsächlich zusammenlaufen, um den Knoten zu bilden. Die Knoten ohne Fäden sind nicht, die Fäden ohne Knoten können nicht überdauern. Die Knoten haben eine sehr praktische Funktion; sie ermöglichen wirksame Methoden, auf die menschliche Aktivität Einfluss zu nehmen, angefangen von Personalausweisen bis zu den Menschenrechten des Individuums selbst. Aber ein Knoten ist Knoten, weil er aus zusammengefügten Fäden gemacht ist, die mittels eines Netzwerkes von Knoten mit anderen Knoten verbunden sind...

 

Die Wirklichkeit ist das Netz, die Wirklichkeit ist Verbindung. Der Vergleich veranschaulicht auch eine andere menschliche Idee, östlich und westlich: dass in jedem Wesen auf irgendeine Weise die übrigen Wesen widerspiegelt, enthalten und vertreten sind. Jeder Knoten ist über die Fäden in Verbindung mit dem gesamten Netz, reflektiert auf gewisse Weise die übrigen Knoten...

 

Sie spüren als Leser:In dieser Zeilen, dass dieses Modell auf das Gemeinschaftswesen „Menschheit als Ganzes“ verweist. Vielleicht ist an dieser Stelle noch der kurze Hinweis auf das Leben des Bienenvolkes erlaubt, das uns so viele Hinweise gibt, wie man Gemeinschaft gestalten könnte. Doch in der gegenwärtigen Situation - heute ist der 21.11.2018 - erscheint das letztendlich angepeilte Ziel noch in ganz großer Ferne zu liegen. Vielleicht gelingt es mir im Weiteren darzustellen, dass dieses Ziel nicht utopisch ist und dass der Weg dahin von uns allen gesucht werden sollte. Die derzeitige Uneinigkeit der Politiker, unter denen es - milde ausgedrückt - solche gibt, denen die Reinheit des Herzens abgeht, ist keine gute Ausgangsposition. Es gibt aber keine Alternative. Man muss deutlich sagen, dass andere Wege unsere Welt in eine Katastrophe ungeheuren Ausmaßes lenken. Es ist eine Frage des Überlebens der Menschheit, ob es uns möglich sein wird, das Ruder noch einmal herumzureißen. 

 

Vielleicht kann ich an dieser Stelle die Überlegungen noch etwas weiterführen. Dazu muss ich allerdings ein wenig ausholen. Und das will ich jetzt tun. Dazu zeige ich Ihnen ein paar ganz einfache Bilder von den Anfängen eines Netzwerkes.  Ich zeige Ihnen nun diese meine Fantasieprodukte als Fotos, die den trockenen Stoff etwas auflockern sollen. Da außerhalb der "Knoten", also der Personen und der dazugehörigen Verbindungen nichts vorhanden ist, was darzustellen wäre, habe ich meine kleinen Ausschnitte aus dem ganz großen Netzwerk in die Dunkelheit (des Nichts) hineingestellt.

 

Zwei Knoten als Ausgangspunkte für ein wachsendes Netz.
Das erste Bild zeigt zwei Knoten als Ausgangspunkte für ein wachsendes Netz.
Beziehungsmodell dreidimensional
Das zweite Bild deutet an: Beziehungsmodell ist dreidimensional.
Die wirklich vielen Beziehungen lassen sich schwer darstellen.
Die wirklich vielen Beziehungen lassen sich schwer darstellen.

Vom ersten Knoten geht nicht nur eine lieneare Beziehung aus, sondern eine, die „in den Raum“ hinein verläuft. Wenn wir uns ein Schulkind vorstellen, dann hat dieses nicht nur eine Beziehung zu seinen Eltern sondern - in einer ganz anderen Ebene - auch zu seinen Kameraden und zu Sportfreunden.

 

Ich denke, dass sich jeder eigentlich nun ein dreidimensionales Netzwerk vorstellen kann, in dem es letztendlich eine Unzahl von Verknüpfungen gibt. Diese Verknüpfungen lösen sich, ordnen sich neu und in einem dynamischen Prozess entstehen neue Beziehungen. Das dritte Bild zeigt, dass einer der Knoten über ein dickeres Kabel mit einem (hier nicht abgebildeten) anscheinend bedeutendem Netzknoten korrespondiert. Prinziell ist das nichts Besonderes. Denken Sie einfach - wenn wir bei den Schulkindern bleiben wollen - an einen Klassenlehrer, der die Verantwortung für eben diese Schulklasse trägt. 

Diese Bilder sind einfach. Versuchen Sie nun bitte, sich vorzustellen, wie ein Netzwerk aussehen könnte, das 30 oder gar 100 Knoten umfasst. Auf jeden Fall sehr unübersichtlich. Und dabei ist die willkürlich genannte Zahl noch viel zu klein, um die Beziehungsmuster eines Menschen auch nur annähernd darzustellen. Seien wir deshalb bescheiden und stellen uns ein Netzwerk mit (nur) 25 Knoten vor - entsprechend einer Schulklasse - und natürlich einer Riesenmenge von weiteren Verbindungen in Beziehung zu einer anderen Schulklasse. Im Prinzip bedeutet das eine Vergrößerung des Netzwerkes. Das ist richtig, aber manchmal passiert noch etwas ganz anderes:

 

Stellen wir uns vor: Die Schulkinder sind schon fast erwachsen und jetzt verlieben sich zwei von ihnen ineinander. Und die gehören unterschiedlichen Klassen an. Wenn Sie jetzt wieder ein Beziehungsmodell entwerfen würden, dann müssten die zwei Verliebten ganz dicht beieinander stehen. Und jetzt kommt etwas ganz Interessantes: Beide „Beziehungsmodelle“ oder „Beziehungswolken“ müssen sich verformen, sich ineinander irgendwie „verwickeln“. Kein Mensch kann dieses Modell mehr entwirren. Und solche Veränderungen gibt es laufend. Was ich sagen will: Was im Modell so einfach erscheint, ist in Wirklichkeit tatsächlich nicht überschaubar.

 

Ich will es jetzt Ihnen überlassen, darüber nachzudenken, wie man aus diesem komplizierten Beziehungsgebilde eine Gemeinschaft werden lassen kann. Vielleicht ist diese Gemeinschaft auch schon in Ansätzen vorhanden. Ich denke da an kleinere Selbsthilfegruppen oder kirchliche Gemeinschaften. Die größere Schwierigkeit scheint darin zu bestehen, alle kleinen Einzelgruppen zu einer größeren Gemeinschaft zusammenzufügen. Momentan erleben wir hautnah die Schwierigkeiten bei der Entwicklung der Ländergemeinschaft des Kontinents Europa. Und das mag anderswo genauso problematisch sein.

 

Wenn nun ein Supervisor, der über diesem Netzwerk steht, allen Mitgliedern ein Signal sendet, das dann von denen, die es empfangen, beantwortet wird, dann habe ich auch wieder Beziehungen aufgebaut. Die sind dann gewissermaßen der vorher schon bestehenden Gemeinschaft übergeordnet. Wieder kann man sich alle möglichen Kombinationen ausdenken. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Als nächstes bringe ich die hier beschriebene dreidimensionale Beziehung die für uns nicht mehr vorstellbare vierte Dimension hinein. Dieses Modell habe ich nicht erfunden. Es hat sich einfach so ergeben. Erst allmählich begreife ich selbst, was ich da veranschaulicht habe. Und im Nachhinein erkläre ich für mich selbst, was ich da gemacht habe: Diese vierte Dimension können wir bekanntlich gar nicht sehen. Sie wird aber dann deutlich, wenn wir die Form der Darstellung ändern. Und im Nachhinein erkläre ich für mich selbst, was ich da gemacht habe:

 

Das nun folgende Bild soll andeuten, dass unser Beziehungsnetzwerk - unsere Gemeinschaft - eine Änderung erfährt, wenn es vom Licht der Erkenntnis und der Güte - also von Gott - durchstrahlt wird. Das ist die neue Dimension.

 

Und noch eine sich hier anzeigende Parallele zum wirklichen Leben: Was dem Glaubenden selbstverständlich ist, erscheint dem Ungläubigen als Torheit. Ich sage deshalb immer wieder: Man kann bis zum Umfallen diskutieren, man wird nicht weiterkommen. Man muss erleben.

 

Man muss einfach hingehen zu Ihm, um zu erfahren, dass in Seinem Licht, in Seiner Nähe, plötzlich alles ganz anders aussieht. Eben durchstrahlt von Seinem Licht.

 

Das vierte hier gezeigte Beziehungs-Modell ist jetzt einfach die Positivdarstellung des schon vorgestellten Netzwerkes  Bild 3. Aber ich denke, es ist tatsächlich ein anderes "Bild", wenn dieses Beziehungsnetz - also unser aller Leben! - nicht mehr in der Finsternis steht.

 

Beziehungsgeflecht in der "4. Dimension" vom Licht umgeben.
Beziehungsgeflecht in der "4. Dimension" vom Licht umgeben.
Im Licht göttlicher Barmherzigkeit sieht alles ganz anders aus
Sein Licht verändert Beziehungen - es verändert überhaupt alles

Die Sozialen Medien sollten uns - so hatte man gehofft - bei der Entstehung derartiger Gemeinschaften ein gutes Hilfsmittel sein. Aber es hat sich gezeigt, dass dem nicht so ist. Aus einem Zeitungsbericht vom 27.11.2018 geht hervor, dass die Sozialen Medien nicht halten, was man sich von ihnen versprochen hat. Der Psychologe Peter Fischer erklärt:

 

Politikwissenschaftler hatten vielfach die Hoffnung, dass die Sozialen Medien die Welt besser machen, dass Diktatoren die Menschen nicht mehr mit Propaganda in die Irre führen können. Momentan bilden sich stattdessen Echokammern: Menschen mit ähnlicher Meinung tun sich zusammen und bestärken sich gegenseitig. Und das mit enormer Reichweite. Früher waren Neo-Nazi-Regionalgruppen vielleicht mit dem Nachbarverein vernetzt, heute können sie Millionen erreichen. Insofern sehen viele den Einfluss der Sozialen Medien auf die politische Meinungsbildung eher mit Ernüchterung. Derzeit machen sie die Debatten nicht ausgewogener, sondern verschärfen die Extreme.

 

Es ist tatsächlich nicht immer das Licht, das auf ein Netzwerk strahlt. Es können auch dunkle Schatten sein. Das Netzwerk Europa wurde durch Machenschaften beeinflusst. Die moderne Technik, die uns oft begeistert, kann mehr als wir ahnen. Die Informationstechnologie in den Händen der Mächtigen kann politisches Handeln bewirken. So erklärt man sich den "Brexit", also den Ausstieg Groß Britanniens aus der EU als Folge großangelegter Angriffe fremder Mächte. Das klingt zunächst etwas seltsam. Doch dieser Ausstieg Englands ist keineswegs einem demokratischen Prozess geschuldet. Das lässt sich leicht an den Meinungsumfragen in diesem Land erkennen. Es ist - so meinen die Experten - ein Vorgang, der durch Fremdeinfluss hervorgerufen worden ist mit dem Ziel, die Demokratie des Landes zu untergraben und dieses Land und Europa zu schwächen.

 

Nachzulesen ist das in dem 2020 erschienenen Buch "Prinzip Mensch" von Paul Nemitz und Matthias Pfeffer. Auch auf die Präsidentenwahlen in Amerika, die zu dem Desaster "Trump" geführt, kommen die Autoren zu sprechen. Die Feinde Amerikas haben das Ergebnis dieser Wahl herbeigeführt - also manipuliert. Das sind nur einige Beispiele für den Missbrauch wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Informations-Technologie. Aber auch die fünf Riesen der Machtkonzentration Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft - kurz: GAFAM - kommen nicht ungeschoren davon. Die Macht liegt heutzutage in den Händen der Technologie-Konzerne - oder in den Händen der Staaten, die die Technik für ihre Zwecke nutzen. Von den Autoren werden Ross und Reiter genannt. Die Mächte werden enttarnt. Die Lektüre dieses Buches ist sehr zu empfehlen, da sie uns fähig macht, Machenschaften besser zu durchschauen. 

 

Folgerichtig bleibt uns also nur, menschengemäße eigene Beurteilungen vorzunehmen, wenn wir ein Abgleiten der demokratischen Einrichtungen in die großen Machtblöcke verhindern wollen.

 

Unsere Überlegungen haben gezeigt, dass es in Richtung „Große Gemeinschaft“ noch sehr schwierige Wegstrecken gibt. Im Teil "LEBEN GLAUBEN   FREUND JESUS " habe ich versucht, zu zeigen, dass wir den Aufforderungen Christi folgen müssen, wenn wir den Weg zu dem schaffen wollen, was Christus das „Reich Gottes“ nennt. Im Übrigen scheint es so zu sein, dass Menschen, die auf Sein Wort hören, dieses Friedensreich auch jetzt schon in sich tragen, auch wenn alles um sie herum nach Sinnlosigkeit und Verrohung aussieht. Und es erscheint verstehbar, dass  die  "Mitarbeit am Reich Gottes" etwas ist, Früchte bringt.

 

Eine Art Netzwerk ist auch diese sich vor Ihnen hier öffnende Themensammlung. Die Texte befassen sich mit ziemlich unterschiedlichen Gebieten. Hier geht es nun um das Netzwerk, das uns Menschen miteinander verbindet und anregt, darüber nachzudenken, was wir möglicherweise unseren Mitmenschen schuldig sind. Deswegen muss ich genau an dieser Stelle hier all den Leuten meinen Dank aussprechen, ohne deren Hilfe es mir nicht möglich gewesen wäre, diese Website zu verfassen und die Foto-Alben dazu herauszubringen. Das gilt nicht nur die notwendigen Arbeiten, sondern ebenso für die Gespräche, Anregungen, Korrekturen, die Schaffung der Voraussetzungen und der Freiräume, die es mir ermöglicht haben, dass ich mich eingehend mit all diesen Themen auseinandersetzen konnte. Da gehören auch die Menschen dazu, die mich irgendwie auf diesen Weg gebracht haben. Und nicht zuletzt: Ohne den für jedermann erkennbaren Hintergrund - also: leben in einem freien Land in geordneten Verhältnissen - kann nichts wachsen. Auch in diese Richtung geht mein Dank. Denken wir das Netzwerk noch weiter durch. Meine Erfahrungen in einem unfreien Land, das inzwischen seine Freiheit bekommen hat, sind vielleicht Beweggründe, die mich treiben, die Freiheit als ein ganz hohes Gut zu erkennen und zu achten. Letztlich sind es tatsächlich - wie es Buber sagt - die Begegnungen, die unser aller Leben ausmachen. Es ist deshalb auch nur folgerichtig, wenn ich über die Begegnung mit dem ganz großen "Du" spreche.

 

Und schon knüpfen wir voll Sorge an die Themen an, die sich mit der Armut der Menschen in anderen Ländern befassen. Das wiederum veranlasst uns, die politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu durchleuchten. Schließlich werden wir daran denken, dass Christus die gleichen Probleme schon vor zweitausend Jahren vorgetragen und Lösungen angeboten hat. Da sind so einfache Sätze wie: „Wer zwei Hemden hat, der gebe dem eines, der keines hat.“ richtungweisend, wenngleich wir diese Worte auf das Leben in unserer Zeit anwenden müssen. Und da geht es zwar auch um Kleidung, aber es geht um noch mehr. Über Wirtschaftspolitik und Religion kommen wir auf die Philosophie allen Denkens und Handelns zu sprechen. Von daher eröffnen sich Grundfragen: Wer sind wir? Woher kommen wir?

Aus diesen Überlegungen heraus hat es sich ergeben, dass diese Themensammlung viele Lebensbereiche einschließt. Auf diese Themen will ich verweisen. Darin mag mancher vielleicht eine gewisse Überheblichkeit des Vortragenden erkennen. Dem kann ich leicht entgegnen, dass ich mir eine solche nicht erlauben werde, weil ich genauso wie jeder andere niemals auf diesen vielen Gebieten fit sein kann. Das ist auch Netzwerk, wenn mich jemand korrigiert. Andererseits sind wir gefordert, uns Überblicke über Menschen und deren Handeln zu verschaffen, weil wir uns sonst kein Urteil über die uns umgebende Wirklichkeit bilden können. Wir alle sind zur Mündigkeit gerufen, damit das Netzwerk nicht von dunklen Mächten regiert wird. Das Netzwerk verlangt - wenn es gut funktionieren soll - nach der ständigen Kontrolle durch uns alle. Das - denke ich - ist Mitarbeit am Aufbau des Gottesreiches, wenn ich mich der Lüge und der Ausbeutung mit rechtsstaatlich legitimierten Mitteln widersetze. 

 

Wenn Sie also versuchen, alles in den Blick zu nehmen, dann müssen Sie beachten, dass das Auto, das Sie fahren, eine Beziehung zur Klimaveränderung hat. Mit geringerer Leistungsfähigkeit Ihres Fahrzeuges wird ein Bonus für das Klima erworben. Das bringt in der Gesamtsumme Erleichterungen für den Personenkreis, von denen sich niemand ein Auto leisten kann. Das sind die Menschen, die am meisten unter den Klimaveränderungen leiden werden.  In einem anderen Kapitel werde ich darauf zurückkommen, dass in absehbarer Zeit geografisch tieferliegende Länder nicht mehr bewohnt werden können, weil der Meeresspiegel steigt. Eine Menschheitskatastrophe ungeheuren Ausmaßes ist zu erwarten, wenn die Klimaziele nicht erreicht werden. Sehen wir es doch einmal so: Zur Dimension eines Netzwerkes muss auch die Beziehung zur Umwelt mit einbezogen werden.

 

Wenn wir nun unsere Aktivitäten auf dieser Welt als Netzwerk ansehen, dann lässt sich vieles, was um uns herum geschieht, recht gut in ein zwar kompliziertes aber prinzipiell verständliches System einordnen. Wir sprachen von den Inseln an Gemeinschaft - anders ausgedrückt: von kleinen Netzwerken - die sich dann wiederum mit anderen gleich gearteten Gebilden zusammenschließen. Wenn wir bei dem Beispiel Pfarrgemeinde bleiben: All diese oftmals gar nicht so großen Einheiten sind von der Zielsetzung und durch übergeordnete Körperschaften miteinander verbunden. Letztlich länderübergreifend. Das trifft natürlich auch für die Verbindungen zwischen den einzelnen Konfessionen und Religionen zu. Nur sind diese Berührungspunkte naturgemäß weniger intensiv. Schließlich hat jede Netzwerkbildung - also jede Religion - ihre eigene „Färbung“ und Ausrichtung. Parallelen lassen sich nun auch zwischen Staat und Kirche ziehen. Netzwerke wie Kommunen sind relativ stabil, weil Wohnungswechsel der Menschen, die dieses Netzwerk bilden, keine so große Rolle spielen. Aber es lässt sich erkennen, dass die Mobilität immer mehr zunimmt und damit gleichzeitig eine Lockerung der Bindungen einhergeht. 

Ich möchte dieses Thema noch etwas vertiefen: Denken Sie an ein Netzwerk, wie es ein Krankenhaus abbildet. Da gibt es jede Menge Strukturen, Arbeitsabläufe und vor allem Begegnungen. Diese sind - das ergibt sich so - teilweise recht intensiv, weil die Kranken in einer Art Ausnahmesituation sind.  Das ändert sich aber und meist löst sich die Bindung an die hilfebringenden Personen mit der Besserung des Gesundheitszustandes wieder. Das Ziel der Hilfe ist dann erreicht. Die Verknüpfung wird gelöst, hat aber eine Spur hinterlassen, denn irgendwann wird ein zufriedener Patient wiederkommen. Hier kommen wir also auf die Dynamik der Netzwerke zu sprechen. Und um bei unserer Denkweise zu bleiben: Vielleicht ist die Dynamik schon wieder eine neue Dimension - nämlich die Änderung der Beziehungen im Zeitablauf.

 

Um das Bild zu vervollständigen: Zwischen den Beschäftigten in den Krankenhäusern und den Diensttuenden beim Deutschen Roten Kreuz oder anderen Organisationen gibt es wiederum Verknüpfungen, schließlich auch noch zu den niedergelassenen Ärzten. Die Überlegungen können Sie nun selbst immer weiter ausbauen. Da gibt es kein Ende. Krankenhäuser, die nicht nur auf Profit aus sind, kommunale Einrichtungen und zumindest unser Staat als Gemeinwesen sind Beispiele für Organisationen, die sich im Netzwerk der Beziehungen als Einrichtungen „guten Willens“ verstehen lassen. Das ist nicht selbstverständlich. Es ist auch nicht selbstverständlich, dass sich alle Personen in einem derartigen Netzwerk als vertrauenswürdig erweisen. Das Netzwerk „Gerichtsbarkeit“ hat in unserem Land die Aufgabe, Menschen mit menschenfeindlichem Gedankengut zur Umkehr zu rufen und dann wieder in die Gemeinschaft zurückzuführen.

 

Als Gegenkonstrukt gegen die „Menschen guten Willens“ erkennen wir im Netzwerk diejenigen, die sich dem Hass verschrieben haben. Auf das Internet bezogen: Das ist das sogenannte Darknet, der Teil des Internets, das anscheinend dem Teufel gehört. Wobei ich immer noch nicht weiß, ob man das Böse einer wirklichen Person zuordnen kann, oder das ein Begriff für etwas ist, das in uns selbst wohnt. Aber das ist letztlich gar nicht von Bedeutung. Entscheidend ist vielmehr, dass dieses Böse ein Faktum ist. Und dass diese Übergriffe des Bösen nicht im Dunkel stecken bleiben. Das (der) streckt seine Klauen auch auf die allgemein zugänglichen Seiten (des Internets oder unseres Lebens) aus. Hasskommentare, Lügen, also Fake-Nachrichten gehören dazu. Das alles rechnen wir dem Bösen zu, vermeiden es, auf solche Seiten zu blicken und wenn wir auf Hasskommentare stoßen, dann melden wir sie. (Bei wem eigentlich?)

 

Schließlich sprechen wir noch über Einrichtungen, die auch von uns Verbrauchern eher leicht zuzuordnen sind. Ein Beispiel. DM-Markt - das darf ich so sagen, ist meiner Ansicht nach eine Firma, die nicht nur auf den Profit schaut sondern auch das Wohl der Kunden, der Angestellten und der Umwelt im Blick hat. Also - eine sehr ordentlich arbeitende Firma. Ganz anders ist es mit den Herstellern und Vertreibern von Glyphosat. Diese verkaufen Gift. Es ist bekannt, dass dieses Gift in Länder exportiert wird, die nicht so strengen Regeln unterliegen wie beispielsweise die EU. Also wird entgegen der allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnis Handel betrieben, der als unmoralisch und verachtenswert angesehen werden muss. (Der Einspruch der Firma, man müsse die Giftigkeit von Glyphosat erst einmal beweisen, ist aus verschiedenen Gründen unakzeptabel.) Im Übrigen sei schon an dieser Stelle daran erinnert, dass Firmen während der Nazizeit Unmengen Giftgas an die Nazis geliefert haben. Es muss den Verkäufern damals klar gewesen sein, dass die Verwendung des Giftes in einem derartigen Umfang nicht rechtens war. Die Bewertung dieses Handels unterliegt grundsätzlich ähnlichen Kriterien wie beispielsweise Kriegsverbrechen. Die Lieferungen hätten verweigert werden müssen. Mir ist nicht bekannt, dass man die Verantwortlichen jemals zur Rechenschaft gezogen hätte. Aber: Mord verjährt nicht. Und auch nicht die Beihilfe zum Mord. Das Netzwerk ist etwas, das in die Vergangenheit zurückreicht und in der Zukunft von uns gebaut wird. In diesem Fall wäre es - um bei dem Beispiel zu bleiben - als positiv anzusehen, wenn man die eben genannten Fakten juristisch aufarbeiten würde. Um einen Konflikt mit einer Art von "schwarzem Netzwerk" geht es auch bei der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch gegenüber Frauen und Kindern. Auch hier ist es notwendig, die Fälle aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, sagen wir mal: Fehlerhafte Verknüpfungen zu lösen und - soweit es möglich ist - Reparaturen am System vorzunehmen und den Geschädigten Entschädigungen zukommen zu lassen mit der Bitte um Verzeihung für vorgefallenes Fehlverhalten. Die beiden Beispiele sind deutlich und wir kommen nun zu dem, was Fachleute in ein Schema einordnen sollten. Hier ein Beispiel für eine bestimmte Strategie, die Sie jetzt, jeder für sich selbst beurteilen und bewerten dürfen. Das ist Ihnen nämlich erlaubt, es ist genauso erlaubt wie das nun zu zeigende auch anscheinend nicht strafbare Handeln: Zur Strategie von manchen Händlern gehört das systematische Datensammeln und -auswerten. Am 12.4.19 war es schwarz auf weiß in der Presse zu lesen, dass bei "Amazon" eine ganze Reihe von Angestellten nur damit beschäftigt ist, die Gespräche abzutippen, die mit „Alexa“ geführt werden.

 

Für die Nichteingeweihten: Alexa ist der wohlklingende Name für ein optisch ansprechendes Geräte-System, das man in Wohnräumen aufstellt. Mit diesem Gerät kann der Besitzer in eine sprachliche Kommunikation kommen und Befehle geben wie: „Alexa schalte das Licht aus.“ Eines allerdings ist klar. Auch solches Handeln gehört, wie man es auch immer bewerten sollte, zum Thema Netzwerk. Schauen wir weiter auf das Internet. Da haben wir neben den vielen guten Verknüpfungen, die uns das Leben erleichtern, auch noch ein Netz, das im Geheimen operiert, dabei aber trotzdem die Verbindungen zu anderen Menschen sucht, um - sagen wir mal - dunkle Geschäfte zu machen. Und dann müssen wir erkennen, dass es nicht nur ein paar kleine Netzknoten sind, die der Gemeinschaft schaden. Nein, ganze Staaten betätigen sich als Gebilde, deren Ziel allein in der Erhaltung und Vergrößerung der Macht zu bestehen scheint. Es wird also noch sehr viel an Einsicht wachsen müssen, wenn das „Netzwerk wirklicher Gemeinschaft“ - das Reich Gottes - realisiert werden soll. Und das ist ja wohl das Ziel der meisten Bewohner dieses Planeten. Es geht heute wohl darum, einer ziemlich kleinen Minderheit beizubringen, dass persönliche Bereicherung an Macht oder Geld keinen Sinn macht. Beispielsweise, weil man das alles - so hat es die Gerechtigkeit gewollt - schneller wieder abgeben muss, als man denkt.

 

Beziehen wir diese Zusammenhänge nun auf den Wohnungsmarkt in den deutschen Großstädten. Die Mieten sind inzwischen so hoch geworden, dass es für Normalverdienende in den Städten bald keinen Platz mehr gibt. Grünen- Chef Habeck hat vorgeschlagen, die Wohnungsbaugesellschaften kurzerhand zu enteignen. Das passt natürlich nicht zu einem demokratischen Staat und erinnert sehr an die erfolglosen Versuche seinerzeit in der DDR, die Mängel zu beheben, die durch die sogenannte Planwirtschaft entstanden waren. Das hatte groteskerweise dazu geführt, dass die Regierenden in Pankow in Berlin für sich selbst „eine kleine Welt wie im Westen“ eingerichtet hatten, weil sie für sich selbst eine bessere Versorgung beanspruchten als den Mindeststandard, den sie dem Volk verordnet hatten. Zu der angesprochenen Wohnraumproblematik werden nun (Frühjahr 2019) intensive Gespräche geführt. Da möchte ich statt der sozialistischen Diktatur auf ein ganz anderes, ein soziales Konzept hinweisen, das sich in der Vergangenheit bewährt hat: Das Genossenschaftsprinzip. Sie wissen, dass bei einer solchen Form des Zusammenschlusses die Genossen, nämlich die Mitglieder oder Beteiligten Anteile an dem Unternehmen erwerben können. Sie werden zu Miteigentümern. Damit wird die Kluft zwischen den Investoren auf der einen und den Partnern auf der anderen Seite zwar nicht aufgehoben aber zumindest verringert. Das bedeutet in diesem Zusammenhang, dass beispielsweise die Mietpreise nicht mehr von den Investoren allein willkürlich bestimmt, sondern im Einvernehmen mit den Mietern - genauer gesagt, mit deren gewählten Vertretern - festgelegt werden. Natürlich werden sich die Wohnungsbaugesellschaften gegen eine solche Einschränkung zunächst einmal wehren. Allerdings wäre das unklug, denn auch für sie wäre eine solcher „Deal“ gewinnbringend. Die Mieter müssen sich ja ihre Rechte am Genossenschaftseigentum durch entsprechende Beteiligung erkaufen. Es fließt also zunächst einmal Geld in die Kassen. Und das kann je nach Größe des Unternehmens eine ganze Menge sein. Das hätte den Effekt, dass sofort neue Wohnungen gebaut werden könnten: Eine Gewinnsituation für alle Beteiligten. Damit hätte man etwas gegen die aktuelle Wohnungsnot getan. Ich denke, dass es gelingen könnte, die Wohnungsbaugesellschaften zu einem solchen Schritt zu bewegen. Immerhin lauert bei einer Verweigerung irgendwann vielleicht doch die „Gefahr“ eines staatlichen Eingreifens, das dann die Interessen der Besitzenden sehr viel stärker beschneiden könnte.  Etwas ganz Anderes allerdings könnte den WBGs Schwierigkeiten bereiten. Die Kommunen selbst könnten den Bau von Siedlungen in unmittelbarer Nähe der Städte und mit besonders guter, d. h. sehr schneller Anbindung über das Schienennetz forcieren. Dann nämlich würden die Preise für die Mieten in der Stadt von selbst purzeln, weil Wohnraum mit guter Verkehrsanbindung für viele Menschen eine sehr gute Alternative zum Wohnen in der Stadt ist.

 

Noch eine letzte Notiz zur Netzwerkthematik. Wir wissen alle, dass man in einem demokratischen Staatswesen Petitionen - beispielsweise an den Bundestag - einreichen kann. Mit dieser Möglichkeit hat der Gesetzgeber dafür sorgen wollen, dass ein zusätzliches Instrument zur Verfügung steht, mit dem sich einzelne Gruppen Gehör verschaffen können. Nun ist es so, dass wir als Normalverbraucher davor zurückschrecken, mit unseren Anliegen an die entsprechenden Organe der Gesellschaft heranzutreten.  „Man hört ja doch nicht auf uns.“ oder „Was sollen wir schon ausrichten.“  Das sind unsere Ausreden vor der Mühe, irgendwie aktiv zu werden. Nun, es gibt so manches im Internet. Eben auch eine Plattform für die Anliegen des Volkes: „open petition“ ist eine solche. Wenn man genügend Anhänger für eine gute Idee hat, kann man dort vorstellig werden. Dann wird die Initiative ins Netz gestellt und ähnliche Denkende können ihre Unterschrift unter die Petition setzen. Beispielsweise fordern Menschen, dass mehr Geld von der Regierung bereitgestellt wird, damit man Kindersoldaten in anderen Ländern besser helfen kann, sich wieder in ein normales Leben einzufinden. Finde ich sehr gut. Die Petition geht an Minister Müller, allerdings gehört dieser Mann sowieso schon zu denen, die viel gegen die Not in der Welt tun.

 

Zuletzt gilt es noch, einen jeden Menschen im Netzwerk den ihm gemäßen Platz in dieser Ordnungsstruktur einzuräumen. Ich meine, an seinem Platz zu erkennen und zu verstehen, denn den Ort gibt sich jede Person selbst. Die Könige und Herrscher haben da schon ganz genaue Vorstellungen, welche Position sie einnehmen wollen und es ist hinreichend bekannt, mit welcher Vehemenz sie diesen "ihren" Platz verteidigen. Dabei braucht niemand seine Position verteidigen, es sei denn, dass man nur zum Schein eine Position einnimmt, die ihm gar nicht zusteht. Oder auch eine Position, die überhaupt nur auf Zeit angelegt ist. Ganz aktuell war das Ende 2020, als Donald Trump sein Präsidentenamt einfach nicht mehr abgeben wollte, obwohl das amerikanische Volk schon längst einen Nachfolger gewählt hatte. Aber die Machtstrukturen sind gar nicht das Interessante. Viel mehr ist es wichtig, zu erkennen, mit welchen Interessen jemand an "seinem" Platz im Leben steht. Da könnte man an Ärzte oder Forscher denken, die alles daran setzen, in ihrem Wirkungsbereich ihre ganze Person einzusetzen. Da fallen mir Leute ein wie Semmelweis, Virchow oder Röntgen. Und ganz wichtig sind die universal Ausgerichteten wie Leonardo da Vinci oder Johann Wolfgang Goethe, die auf vielen Gebieten große Kenntnisse haben. Künstler sind etwas ganz besonderes. Denken Sie an Michelangelo, der wiederum ein ganz anderes Leben geführt hat. Mozart hat das Riesentalent, das er hatte, für seine Mitmenschen genutzt und uns ganz viel geschenkt. Natürlich müssen Sie erkennen, dass ich hier nur einen Bruchteil von Leuten aufzählen kann. Und in dieser Auslassung erst spüren Sie, welche Schätze und große Menschen hinterlassen haben. Um nur eines nicht zu vergessen, das waren nicht nur Männer. Madame Curie war eine der ganz großen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die der Menschheit sehr viel geschenkt haben. 

 

Nun kann man wohl sagen, dass jeder Mensch in dieser Welt voller Wunder sich für dies oder jenes besonders interessiert und damit selbst am Netzwerk mitschafft. Oder denken Sie an diese Website, in der ich so viele Dinge ansprechen möchte, aber nicht fähig bin, das alles an Fülle - aber auch an Sorgen - zu fassen, das uns umfängt. Das fängt bei den Religionen an, geht über Kunst und Wissenschaft und bleibt am Schluss in der banalen Politik hängen und an unserer Unfähigkeit, den Hunger in der Welt zu besiegen. Oder der Klimakrise entgegenzuarbeiten. Vielleicht wird man Greta Thunberg mal als Vordenkerin und Kämpferin verehren. Aber es würde schon reichen, ihre Vorschläge zu verwirklichen.