III 0soz* GEMEINSAM

III 0soz* GEMEINSAM

Die Not in dieser Welt ist groß und wir denken: Da müsste man doch einen Hilfsverein gründen. Oder die schon bestehenden Organisationen nach Kräften unterstützen. Ja, das sind sicher gute Ideen. Aber manchmal läuft das alles irgendwie ganz anders. Gar nicht so, wie wir uns das als "Anpackende" so vorstellen. Ich denke, das geht nicht nach einer bestimmten Doktrin etwa nach dem Motto, wie es uns die Industrie oder die Politiker mit ihren Thesen vorgeben. Sicher sind die Ideen der Politiker nicht verkehrt, wenn sie ehrlich gemeint sind. Entwickungsminister Müller halte ich für einen grundguten Manager des "Allgemeinwohls für alle". Ja, viel mehr bräuchten wir von dieser Art von Menschen, die aktiv etwas ändern, was verändert gehört. Allerdings ist das nicht jedermanns Sache - und wer das Gute tun will, der sitzt oft nicht in einem Amt mit den entsprechenden Möglichkeiten dazu. Eigentlich müsste man als Normalverbraucher mit einem Einkommen, das gerade ausreicht, um über die Runden zu kommen, verzweifeln, wenn man sieht, wie es in der Welt zugeht. Und man kann nichts weiter machen als zuzusehen.

 

Aber vielleicht brauchen wir einen neuen Blickwinkel. Sie alle haben Freunde und Bekannte, mit denen man gelegentlich auch einmal über solche Themen redet wie Armut, Unrecht, Missstände, Korruption. Das bedeutet aber, dass Ideen ausgetauscht werden, dass sich der Blick weitet. Es gibt also doch in der Ödnis der Bequemlichkeit, die uns von einer uns beherrschenden Industrie serviert wird, immer noch Menschen, die den Stachel spüren. GEMEINSAM könnten wir manches ändern.

 

Es gibt Oasen, in denen von Frieden für die Welt, von Brot für die Welt, von Liebe, Gemeinschaft und Empathie gesprochen wird. Und in diesen Oasen der Freundschaft gedeiht eine Menge guter Taten und Gedanken, die sehr erfreulich sind. Wo noch geteilt wird.

 

Jesus hat von der Nähe des Reiches Gottes gesprochen und sicher so etwas damit gemeint. Verwirklicht werden sollte dieses Reich sicherlich in der Gemeinschaft, die wir Kirche nennen. Und in der Tat, von der Kirche gehen sehr viele gute Impulse aus. Aber die Sicht muss weiter sein, denn solche Inseln der Gemeinschaft gibt es auch andernorts. Da, wo wir so etwas gar nicht vermuten, wo wir uns abwenden, weil es vielleicht ein Milieu ist, das wir als fremd ansehen und vielleicht gar von oben herab geringschätzen. Oder in anderen ganz fremden Kulturen. Ich denke manchmal, das Gute ist längst schon unsichtbar um uns herum. Nur der Durchbruch ist noch nicht da, weil... 

Nun vor allem wohl deshalb, weil es starke Mächte gibt, die der Ideologie des Reichtums oder der unbegrenzten Möglichkeiten anhängen. Da gibt es ja anscheinend Menschen, die der Ansicht sind, dass man mit Hilfe der neuen Möglichkeiten der Informationstechnologie und der Künstlichen Intelligenz - KI genannt - eine Welt "schaffen" kann, in der die Monstercomputer schließlich als Götter über uns Menschen herrschen. Herr Nemitz und Herr Pfeffer beschreiben in ihrem Buch "Prinzip Mensch" die Aktivitäten der Machtmenschen - und was man da lesen kann, ist erschreckend. Schließlich ist das alles ja gar nicht so ferne sondern im Überwachungsstaat China bereits Wirklichkeit. Und in der westlichen Welt gehen die Tendenzen in eine ähnliche Richtung:

 

Die Industrie schafft Bequemlichkeit, sie verlangt nur eines von uns: Wir müssen uns davon trennen, eine eigene Meinung haben zu wollen. Das ist nämlich der Preis für die Annehmlichkeiten, die uns geboten werden.

 

Eingehend wird auf die Philosophie - sagen wir lieber: Ideologie - der Mächtigen eingegangen. Sie lesen viel über Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. Zur Vereinfachung im Sprachlichen kürzt man ab, wie es vom Amerikanischen her bekannt ist: GAFAM ist zum Begriff für die Macht dieser Konzerne geworden. Jeder von uns ist in irgendeiner Weise mit GAFAM verknüpft. Allein beim Schreiben dieser Zeilen sollte mir klar sein, dass das Gerät und die Software mich als Kunden - als Abhängige - von GAFAM ausweisen. Beschwerlich ist der Weg, sich aus dieser Abhängigkeit zu befreien. Und manchmal geht das tatsächlich nicht. Aber zumindest bleibt es uns, diesen Sachbestand zu erkennen - und möglicherweise - auch der Abhängigkeit zu entfliehen. Den Angeboten der Mächtigen zu widerstehen ist notwendig, wenn wir Freiheit und Demokratie verteidigen wollen.

 

In manchen Ländern ist man schon so weit, dass die Menschen mit Hilfe der modernen Technologien nach den Wünschen und Vorstellungen derjenigen "geführt" werden, denen die Technologie gehört.

 

Nach den Technologien greifen manche auch zu den Ideologien.

Oder ergibt sich da einfach eins aus dem Anderen?

 

Technologie in der Hand von Diktaturen, die diese zu einer umfassenden Kontrolle und Manipulation der Bevölkerung nutzen, kann den Aufbau von oder die Rückkehr zu einer Demokratie unmöglich machen. Denn Diktatoren hätten damit die denkbar mächtigste Propaganda- und Überwachungsmaschine in ihren Händen. Zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte hat es derart gute Bedingungen für eine totalitäre Diktatur gegeben wie heute. (Prinzip Mensch, S. 259)

 

Die Macht der IT-Konzerne ist nur ein Aspekt der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.

 

Einer der ganz großen Gegner der Ausbeutung (z. B.) durch gefallene Mächte) ist Papst Franziskus
Einer der ganz großen Gegner der Ausbeutung (z. B.) durch gefallene Mächte) ist Papst Franziskus

Das Problem ist von allgemeiner Art. Papst Franziskus war schon als Bischof immer wieder in den Slums anzutreffen, wo er sich mit den dort lebenden und der Not ausgesetzten Menschen unterhalten hat und deren Sorgen kennt. In der Weihnachtsbotschaft 2018 hat sich Papst Franziskus, wie schon zuvor immer wieder, deutlich gegen das Unrecht in der Welt ausgesprochen.

 

Der Oberhirte der katholischen Kirche hat "unersättliche Gier" in der "Menschheitsgeschichte" kritisiert. Diese führe dazu, dass einige wenige üppig schlemmen und so viele kein Brot zum Leben haben", sagte er in seiner Weihnachtspredigt im Petersdom. Das Kind von Bethlehem eröffne "ein neues Lebensmodell: nicht verschlingen und hamstern, sondern teilen und geben". Zitiert aus der Tageszeitung vom 27.12.2018.


Einer ganzen Reihe von Klerikern scheint die Menschenfreundlichkeit ihres Vorgesetzten  überhaupt nicht zu passen. Sie machen sich über ihn lustig und bezeichnen ihn als einen "Barmherzigkeitsjunkie". Damit stellen sie ihn genau dahin, wo er sein will, nämlich an die Seite des Herrn.

 

Vielleicht möchten Sie jetzt noch in einem Video sehen, wie die Hilfe für arme Menschen aussehen kann.

Ich denke, dass nicht Konzerne oder Diktaturen am Ende die Sieger sein werden, ich glaube, dass der der Mensch als freiheitliches Wesen Zukunft hat. Aber es ist nicht einfach, dem Druck der Mächtigen zu widerstehen. Doch dazu habe ich mein Wissen. Und meine Freunde. Ein Netzwerk an Gemeinschaft. Und jemand, der hilft, die Freiheit, die uns von Ihm geschenkt wurde, auch zu bewahren. Jesus hilft uns, den rechten Weg zu finden, wenn wir Ihn darum bitten. Doch der Weg ist steinig: In totalitären Staaten müssen die Oppositionellen bekanntlich immer damit rechnen, dass sie kurzerhand "aus dem Weg geräumt" werden, weil sie dem System im Weg. Das wissen wir aus der Zeitung.

 

Es gibt eine große Zahl von Organisationen, die sich gemeinsam um Not leidende Menschen bemühen. Da denke ich sofort an die von evangelischen Christen geschaffene Einrichtung "Brot für die Welt". Mit einem sehr guten Slogan hatten sie versucht, vor Jahren auf ein Umdenken hinzuführen. "Brot statt Böller" hieß die Losung, die deutlich machen sollte, dass wir mit dem jährlichen Sylvesterfeuerwerk viel Geld "in den Wind" schießen, mit dem wir Gutes für unsere Mitmenschen tun könnten. Doch die Rituale aus der Vergangenheit waren wohl stärker als das Mitgefühl für andere, wie man rückblickend sicher sagen kann. Dann allerdings - unbeachtet schon vor 2020 - kam Covid-19 und

 

auf einmal war es nach entsprechender Aufforderung durch die Administration unseres Landes - ganz schnell zu Ende mit der großen Knallerei, die uns sowieso nur Feinstaubbelastung und Schaden für die Tierwelt gebracht hatte. Ob es deshalb mehr Spenden für die hungernde Bevölkerung gegeben hat, das wissen wir nicht.

 

Gehört haben wir aber vom Entwicklungsminister Müller, dass es ganz wichtig ist, den Ausgebeuteten in dieser Welt Hilfe zu leisten - beispielsweise über den fairen Handel. Also die Möglichkeiten Gutes zu tun, sind groß. Und manchmal reicht es schon, beim Einkaufen ein wenig nachzudenken.  

 

Lobenswert ist auch die Einrichtung "World Vision". Mit einer guten Idee konnte die Organisation anscheinend sehr viele Menschen ansprechen. Da hat man nämlich die Entwicklungshilfe an Patenschaften für Kinder aus Entwicklungsländern geknüpft und dadurch können Menschen, die helfen wollen, sich eine genaue Vorstellung davon machen, wie ihre Spende verwendet wird. Denken Sie auch an Adveniat, Caritas international, an die SOS-Kinderdörfer oder an die Christoffel-Blindenmission, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Armen zu helfen, die eine Augenoperation brauchen. In den Unterkapiteln habe ich noch einige interessante Informationen über weitere Einrichtungen.