III 11ma* UNGUTE ZEIT

III 11ma* UNGUTE ZEIT

Durch Dunkel geht der Weg zu Demokratie. Auch dieses Kapitel hier ist finster. Und vielleicht ist es eines, das in seinem Kern uns alle betrifft. Wie gern sehen wir uns als die, die doch schließlich das Beste wollen und vielleicht sogar regelmäßig aus unserem Einkommen etwas für die Armen abzweigen und eigentlich ganz anders sind als diejenigen, die nur noch Stammeln können: Gott sei mir Sünder gnädig. Sie erinnern sich sicherlich an das Gleichnis, in dem davon erzählt wird, wie zwei Menschen im Tempel beten. Der Eine sagt: Ich danke dir Gott, dass ich nicht so bin wie der da, der hinten im letzten Winkel des Tempels steht und gar nicht richtig formulieren kann, was er eigentlich von dir will. Wie sehen denn wir uns?

 

Am Karfreitag 2020 hat Papst Franziskus den Kreuzweg gebetet und Menschen zu Wort kommen lassen, die ihre Tage in einem Gefängnis in Padua verbringen, als Insassen, Seelsorger oder Beamte. Unter den Betrachtungen hat mich die eines Häftlings ganz besonders angesprochen. Ich zitiere hier nur ein paar Sätze, die uns zeigen können, wie nahe uns doch die Menschen stehen, auf die wir vielleicht gern herunterschauen, weil wir meinen, "wir seien doch nicht so wie die da." Doch solcher Hochmut steht uns nicht an: Die Versuchung ist immer da.

 

Es dauerte nur einen Tag, um von einem unbescholtenen Leben zu einer Tat zu gelangen, die eine Verletzung aller Gebote beinhaltet... Ich erinnere mich an das kalte und widrige Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin... Mir war nicht bewusst, dass das Böse in mir langsam immer mehr anwuchs... Auf einmal und wie eine Lawine entlud sich meine Erinnerung an all das Unrecht, das ich in meinem Leben erlitten hatte... Aus dem Handzettel zum Mitbeten für die Karfreitagsfeier.

 

Die Gedankengänge offenbaren das Innere eines Menschen, der sich wie wir alle auf der Gratwanderung des Lebens befunden hatte und dabei "abgerutscht" ist. Vielleicht als Angehöriger einer sozial ziemlich unten stehenden Schicht besonders gefährdet. Wir ahnen, was da alles zusammengekommen ist, dass es zu diesem "Fall" gekommen ist. Doch nun zurück in unser Leben, von dem wir so gern annehmen, dass es uns auch weiterhin keine großen Stolpersteine bereithält, die uns "abstürzen" lassen könnten, gefährliche Ausnahmesituationen gibt es aber immer und für jeden. Das Leben ist immer eine Gratwanderung. Und voller Konflikte.

 

Wir alle laufen zu auf einen Konflikt, denn die öffentlichen und die Eigeninteressen scheinen sich in unversöhnlichem Gegensatz gegenüber zu stehen. Hier kommen wir auf die Ursachen aller Kriege und Revolutionen zu sprechen. Die - nennen wir sie die Herrschenden - werden ihre Privilegien mit allen Mitteln verteidigen. Die auf das allgemeine Wohl bedachten Menschen aber sind mündig geworden und wollen sich nicht mehr "unterbuttern" lassen.

 

In Wikipedia lesen wir: Die Versuchung Jesu kann im Kontext der Versuchung Adams im Paradies gesehen werden: Während Adam der Versuchung unterlag, widersteht Jesus ihr und ist somit der "Neue Adam" der die Schuld des ersten tilgt.

In diesem kleinen Kapitel meiner Website prallen die Gegensätze unseres Denkens - sozusagen der rote Faden dieses Internetauftritts - deutlich aufeinander. Entscheiden wir uns für Gott und für ein gutes Miteinander!

 

Der Fall des Menschen

 

Moses 1.3

1 Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte. Sie sagte zu der Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen? [1] 2 Die Frau entgegnete der Schlange: Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 3 nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben. 4 Darauf sagte die Schlange zur Frau: Nein, ihr werdet nicht sterben. 5 Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.

Die Versuchung Jesu

Mt 4 (Einheitsübersetzung 2016)

1 Dann wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel versucht werden. 2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird. 4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt. 5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel 6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er um deinetwillen, und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt. 7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen. 8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht 9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. 10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. 11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab und siehe, es kamen Engel und dienten ihm.

 

Wegweisung der Kanzlerin in der Krise

 

Die Corona-Krise ist eine Krise, die uns allen sehr gefährlich werden könnte, die aber auch die Demokratie an einen Abgrund führen könnte. Die Rede der Kanzlerin ist als eine sehr ernste Mahnung an uns alle zu verstehen, denn es geht um die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Einige Teile der Rede möchte ich hier in die Erinnerung zurückrufen. Zunächst einmal geht es der Kanzlerin um die Verlangsamung der Virusausbreitung.

 

Der gedruckte Text duldet nur seriöse Meldungen.
Das Foto zeigt einen Ausschnitt unserer Heimatzeitung

...das ist die Richtschnur all unseres Handelns: die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sie über die Monate zu strecken und so Zeit zu gewinnen. Zeit, damit die Forschung ein Medikament und einen Impfstoff entwickeln kann. Aber vor allem auch Zeit, damit diejenigen, die erkranken, bestmöglich versorgt werden können.  Deutschland hat ein exzellentes Gesundheitssystem, vielleicht eines der besten der Welt. Das kann uns Zuversicht geben. Aber auch unsere Krankenhäuser wären völlig überfordert, wenn in kürzester Zeit zu viele Patienten eingeliefert würden, die einen schweren Verlauf der Corona-Infektion erleiden.


Die Kontaktsperre erscheint als ein sinnvoller Weg, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen.
Das ist die Front eines großen bekannten Kaufhauses. Am 19. März 2020 ist kein Mensch hier mehr zu sehen, wo es sonst von Leuten geradezu wimmelt.

 

Als nächstes geht es um unser aller Verhalten, nämlich um Vernunft in dieser ernsten Situation.

 

Also: Es geht darum, das Virus auf seinem Weg durch Deutschland zu verlangsamen. Und dabei müssen wir, das ist existentiell, auf eines setzen: das öffentliche Leben soweit es geht herunterzufahren. Natürlich mit Vernunft und Augenmaß, denn der Staat wird weiter funktionieren, die Versorgung wird selbstverständlich weiter gesichert sein und wir wollen so viel wirtschaftliche Tätigkeit wie möglich bewahren.  Aber alles, was Menschen gefährden könnte, alles, was dem Einzelnen, aber auch der Gemeinschaft schaden könnte, das müssen wir jetzt reduzieren. Wir müssen das Risiko, dass der eine den anderen ansteckt, so begrenzen, wie wir nur können.

 

Ich weiß, wie dramatisch schon jetzt die Einschränkungen sind: keine Veranstaltungen mehr, keine Messen, keine Konzerte und vorerst auch keine Schule mehr, keine Universität, kein Kindergarten, kein Spiel auf einem Spielplatz. Ich weiß, wie hart die Schließungen, auf die sich Bund und Länder geeinigt haben, in unser Leben und auch unser demokratisches Selbstverständnis eingreifen. Es sind Einschränkungen, wie es sie in der Bundesrepublik noch nie gab.

 


Die Kanzlerin fährt in ihrer Rede fort: Lassen Sie mich versichern: Für jemandem wie mich, für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren, sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen. Sie sollten in einer Demokratie nie leichtfertig und nur temporär beschlossen werden - aber sie sind im Moment unverzichtbar, um Leben zu retten. Deswegen sind seit Anfang der Woche die verschärften Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen zu einigen unserer wichtigsten Nachbarländer in Kraft.

 

Im Weiteren spricht Frau Merkel das notwendige Miteinander an, ohne das es nun einmal nicht geht. Schon jetzt gibt es viele kreative Formen, die dem Virus und seinen sozialen Folgen trotzen. Schon jetzt gibt es Enkel, die ihren Großeltern einen Podcast aufnehmen, damit sie nicht einsam sind.  Wir allen müssen Wege finden, um Zuneigung und Freundschaft zu zeigen: Skypen, Telefonate, Mails und vielleicht mal wieder Briefe schreiben. Die Post wird ja ausgeliefert. Man hört jetzt von wunderbaren Beispielen von Nachbarschaftshilfe für die Älteren, die nicht selbst zum Einkaufen gehen können. Ich bin sicher, da geht noch viel mehr und wir werden als Gemeinschaft zeigen, dass wir einander nicht allein lassen….   Wir müssen, auch wenn wir so etwas noch nie erlebt haben, zeigen, dass wir herzlich und vernünftig handeln und so Leben retten. Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an.

 

Ich danke der Kanzlerin Frau Merkel für die wichtigen Worte. Wenn man einmal von der momentanen ernsten Krise absieht, dann erkennt man allgemeingültige Regeln für das Zusammenleben.

 

Was uns dabei teilweise entgangen ist - und das dürfte wohl nicht in der Verantwortung von Frau Merkel liegen: Während der Corona-Krise gab es Privilegien für einige: Die Profis unter den Sportlern durften ihren Sport ausüben. Das Privileg zum Spielen liegt zwar offensichtlich bei den Spielern. Aber auch die Gefahren. Vielleicht ist die Verlockung zu groß, um Nein sagen zu können. Auf jeden Fall wird gespielt. Nicht die der unteren Ligen. Nein die Besten, die mit denen man am meisten Geld scheffeln konnte. Im Namen des Sports durften sie weiterhin ihre Spiele abhalten. Und hin und herfliegen zwischen den einzelnen Austragungsorten. Nun, Sie alle wissen es selbst: Da ging es um ganz viel Geld. Da haben die Organisatoren ihre Macht gezeigt. Und das geht natürlich weiter so: Für die Olympiade ist man schon gerüstet. An die potenziellen Opfer wird kein Gedanke verschwendet. Hauptsache, die Kassen stimmen. Neokapitalismus und Gesundheitsgefahren - das schließt sich nicht aus. Und außerdem haben wir ja gute Rituale. Wenn die Fanfaren blasen, das Feuer brennt und die Menge im Stadion jubelt - dann ist der olympische Gedanke nur noch Beiwerk für gelungene Geschäfte.

 

 

Ministerpräsident Söder:

Ausgangsbeschränkung wegen Corona-Krise

 

Fernsehbilder aus unseren Städten zeigen, dass Menschen sich trotz des Aufrufs der Kanzlerin weiterhin auf den Straßen aufhalten. Der Appell der Kanzlerin an die Vernunft war an manchen Leuten einfach vorbeigegangen. Vielleicht, weil man die Krankheit nicht sehen kann. Und manche die Gefahren einfach nicht wahrhaben wollen.

 

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder
Das Bild wurde bei einem anderen Anlass aufgenommen.

 

 

 

Deshalb ordnete Ministerpräsident Söder am 20. März für Bayern eine Ausgangssperre an. Ein bedeutendes Geschehen in der Geschichte unseres Landes. Das Verlassen der Wohnung ist ab Samstag, dem 21. März nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Söder zeigte sich sichtlich bewegt, dass er so einschneidende Maßnahmen verkünden müsse. Er schloss seine "Allgemeinverfügung", die durch den Katastrophenfall möglich und aus Gründen der öffentlichen Sicherheit notwendig geworden war mit folgenden Worten:

 

"Bayern steht vor einer historischen Bewährungsprobe. Wir sind fest entschlossen, die Herausforderung gemeinsam zu meistern. Wir handeln besonnen und entschlossen. Unser oberstes Ziel ist der Schutz der Bevölkerung. Daher meine dringende Bitte: Übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst, ihre Familie und uns alle! Bleiben Sie gesund! Gott schütze unsere Heimat."


Die Rede war auch in diesem Kapitel von Mächten. Es sind aber Mächte, die uns fürsorglich gegenüberstehen. Das ist nicht selbstverständlich auf dieser Welt. Ich danke den Regierenden unseres Landes, die ihre Verantwortung wahrnehmen. Es sind die Menschen, die in der Demokratie ihre Arbeit tun, die sich für diese Demokratie engagieren, damit uns erhalten bleibt, wofür sich unsere Vorfahren - teilweise mit ihrem Leben - eingesetzt haben.

 

Während der Corona-Krise erfahren wir überraschend viel über ein gutes Miteinander. Die Zeitung ist voller positiver Meldungen, die einen teilweise tief berühren. Wer die Ansprachen von Frau Merkel oder Herrn Söder gehört bzw. gesehen hat, der musste auch spüren, dass da etwas herüberkam, was nicht nur Regierungsroutine war. Diese Menschen fühlen sich verantwortlich für uns alle. Unsere Demokratie ist im Kern in Ordnung. Es ist eine Demokratie, die uns und - wenn es möglich ist - auch die Menschen in anderen Ländern im Blick hat. Es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn in Deutschland auf Intensivstationen Kranke aus unseren Nachbarländern wie Frankreich behandelt werden.

 

Ein Papst für Menschen

 

 Erinnern Sie sich, wie der Papst während der ersten Corona-Welle

auf dem leeren Petersplatz im Regen seine Ansprache hielt?

Ich habe noch nie erlebt, dass ein Papst sich während einer Krise öffentlich an das Kirchenvolk wendet, um gemeinsam mit den Menschen zu beten. Franziskus hat das am 27.3.2020 getan. Er sprach vor einem absichtlich menschenleeren Platz - zu den Fernsehzuschauern und Radiohörern allein auf einem Podest stehend unter einem Dach, das ihn vor dem Regen schützte. Das war eine eindrucksvolle Demonstration christlichen Glaubens. In seiner Ansprache verglich Franziskus die derzeitige Corona-Krise mit einem Ereignis, das aus dem Leben Jesu geschildert wird: Jesus wird von seinen Jüngern über den See Genezareth gerudert, als plötzlich ein gewaltiger Sturm losbricht und die Jünger in Angst versetzt. Sie wecken ihren schlafenden Chef und er stillt den Sturm und fragt ganz erstaunt, warum sie denn Angst hätten. Soll heißen, wer auf mich vertraut, der braucht sich nicht zu fürchten. Und der Papst deutete durch die Wahl dieses Textes unüberhörbar an, dass dies auch für unsere derzeitige Not gelte. Es war das Wort des Trostes, er wollte uns klarmachen, dass auch wir jetzt nicht verzweifeln müssen. Nach diesen Worten und einigen Minuten stillen Gebetes vor dem Allerheiligsten spendete das Oberhaupt der Christen vom Eingang des Petersdoms aus den Segen. Der Segen "Urbi et orbi" ist etwas, das nur an höchsten Feiertagen üblich ist.  

 

An dieser Stelle sollten innehalten und darüber nachsinnen, welches Geschenk die Demokratie einerseits und auch dieser Papst andererseits ist, der zwar die katholische Kirche vertritt aber nicht alle Kirchenoberen hinter sich weiß. Es wäre nicht verkehrt, nun auch noch den Blick auf andere Kontinente werfen und sich fragen, wie und mit welchen Maßnahmen man außerhalb unserer europäischen Gemeinschaft mit der immer mehr um sich greifenden Erkrankung umgeht.

 

Demokratie im Stresstest

 

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass man in China mit einschneidenden Maßnahmen gute Erfolge erzielt. Allerdings ist zu bemerken, dass es in einer Staatsform, bei der ein Gremium alles bestimmt, was zu geschehen hat, etwas anders ist als bei uns. Da geht manches leichter. Es ist beispielsweise so, dass Impfungen per Gesetz angeordnet werden können. Diesen Anordnungen wird auch Folge geleistet, was niemand in Frage stellt, weil es gar nicht erlaubt ist, anders zu handeln. In einem solchen gelenkten Staat ist es leichter, rigorose Maßnahmen zu treffen.

 

Beziehen wir das nun auf unser Staatswesen, dann müssen wir sagen: Im Notfall - und zwar dann, wenn sich bei den Menschen Uneinsichtigkeit erkennen lässt - werden auch bei uns freiheitseinschränkende Maßnahmen wie Kontaktsperren angeordnet. Das heißt, dass auch wir - wenn notwendig - genau das Gleiche machen wie unsere Nachbarn in Fernost. Für uns gilt aber: Nur in derartigen Ausnahmesituation beugen wir uns vor der Staatsgewalt - die wir Wähler schließlich selbst etabliert haben! Und damit liegen wir in eben diesen Ausnahmesituationen, wie wir sie gerade erleben, durchaus richtig.

 

Die Aussichten in manchen anderen Ländern sind nicht so gut. Italien und Spanien wurden unvorbereitet von der Krankheit überrollt. Aus der Überschrift eines Artikels der Tageszeitung vom 23.3.2020 geht hervor, dass Großbritannien möglicherweise schlechte Karten hat: Das Coronavirus könnte in England besonders viele Menschenleben fordern - vielleicht mehr als in Italien. Die anfangs zögerlich handelnde Regierung verschärft jetzt Maßnahmen.

 

In den USA scheint es wohl so zu sein, dass man wenigstens beim Ausbruch der Pandemie nicht genug Menschen testen konnte. Deshalb sind Prognosen über den weiteren Verlauf sehr schwierig. Inzwischen - am 28.3.202 liest man "Die USA entwickeln sich währenddessen zum neuen Epizentrum des Virus. Nach US-Angaben hat das Land inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land der Welt." Hoffen wir für das amerikanische Volk. Denn die gesundheitliche Vorsorge, die Obama zu aufbauen begonnen hatte, wird hier wohl kaum zum Tragen kommen. 

 

"Zwangsjacke für Donald Trump"

 

Herr Florian Harms hat am 12.11.2020, 05:39 Uhr wurde ein Artikel über Herrn Trump verfasst, der dessen Verhalten beschreibt:  Wahlverlierer Donald Trump verhält sich wie ein Autokrat. (Quelle: imago images/Reuters) Aus meiner Website habe ich diesen Artikel Ende des Jahres 2025 entfernt, weil ich denke, dass es nicht zu meinen Aufgaben gehört, Menschen zu verurteilen, auch dann nicht, wenn ich die Auffassung des Autors möglicherweise teile. Sie finden diesen Artikel unter https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_88923070/tagesanbruch-wahlverlierer-donald-trump-zwangsjacke-fuer-den-us-praesidenten.html

 

 

Mit dem Problem der Sicherheit eines demokratischen Systems befasst man sich zur Zeit auch in Deutschland, denn es ist erschreckend, was sich da für einen psychisch instabilen Staatenlenker für Möglichkeiten auftun, wenn dieser seine Reaktionen auf das Geschehen in der Welt nicht mehr im Griff hat. Gestatten Sie einen Blick auf die Tageszeitung (Straubinger Tagblatt) vom 13.11.2020: Hier ist der Titel des Aufsatzes - der für Leser der Zeitung kostenlos - aus dem Archiv hervorgeholt wird: "Er wird sicher noch mehr Schaden anrichten" - Ein Psychiater erklärt, wie es Donald Trump emotional gerade geht, was die Wahlniederlage mit seiner Psyche macht und wie gefährlich sein Verhalten für die Welt noch werden kann." 

 

 

Und wie soll es weitergehen? Nach der Corona-Krise?

 

 Herr Horx ist ein Zukunftsforscher. Er hat eine eigene Website.

(www.horx.com oder www.zukunftsinstitut.de)

Da finden wir ausführlich, was ich jetzt in ein paar ganz kleinen Schlagzeilen anbiete.

Im Straubinger Tagblatt vom 24.3.2020 fand ich einen Artikel "Die Welt nach Corona"

Ein Artikel, der Hoffnung macht.

Das Wort hat Herr Horx:

Ich werde derzeit oft gefragt, wann Corona denn "vorbei sein wird" und alles wieder zur Normalität zurückkehrt. Meine Antwort: Niemals. Es gibt historische Momente, in denen die Zukunft ihre Richtung ändert... Die Welt löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können... Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisteten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele sich sogar erleichtert, dass das Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeiten eröffnen.

 

Und nun spricht der Verfasser über die neuen Formen des Miteinander, darüber, dass wir alle - die wir vielleicht nach dem Geschehen überlebt haben werden, anders miteinander und mit uns selbst umgehen werden. Wir, die "vor lauter Hektik nie zur Ruhe kamen", plötzlich die Langsamkeit als Chance neu entdecken werden, dass wir merken, dass wir "trotz radikaler Einschränkungen solidarisch und konstruktiv bleiben konnten". Schließlich wird es zur "Wiedergeburt regionaler Wirtschaftsstrukturen kommen". Und am Schluss seiner Ausführungen fragt der Autor: "Könnte es sein, dass das Virus das Leben in eine Richtung geändert hat, in die es sich sowieso verändern wollte?"

 

Herr Horx macht uns also durchaus mitten in der Krise Hoffnung. Vielleicht stehen wir aber noch am Anfang der Krise. Und ich mag noch anfügen, dass wir uns möglicherweise ohne Weiteres auf einmal so verhalten werden, wie es Greta Thunberg vor der Krise als vernünftig vorgeschlagen hatte. Auf der Negativseite der Bilanz wird aber auch stehen, dass einige von uns, die wir schätzten, vielleicht auch wir selbst nicht mehr da sein werden. Doch nach dem Einzelnen fragt die Weltgeschichte nicht. Genauso wenig wie nach alledem, was wir jetzt erleben.Im Übrigen wird auch in einer Krise stets offenbar, wie wir und wie unsere Mitmenschen denken. Da kommt bei manchen Leuten die ungezähmte Gier zum Vorschein. Da greifen die ziemlich Reichen nach den Subventionen, die für die Opfer der Krise angedacht waren. Da werden obskure "Notverordnungen" von Politikern getroffen, die unter dem Deckmantel der Vorsorge ihre Macht weiter ausbauen. Da schnellen auf einmal die Preise für Atemschutzmasken in schwindelnde Höhen. Merken wir uns diese Firmen, die Machthaber und Verantwortlichen für Machtmissbrauch unter dem Deckmantel "Krisenmodus" für die Zeit nach der Krise, wenn die Wucherer in Politik und Wirtschaft versuchen werden, ihre Gier wieder zu verbergen. Und umgekehrt: Vergessen wir bitte nicht, wer geholfen hat, ältere Menschen mit Nahrung zu versorgen. Und die Liste der Menschen, die sich in der Not um ihre Mitbürger sorgen, ist viel länger als die derjenigen, die versuchen, aus der Not Kapital zu schlagen. Die Zeitung ist voll von Ideen, Hilfsangeboten und positiven Reaktionen. Und das lässt hoffen. In der Krise lässt sich erkennen, dass es trotz aller "schwarzen Schafe" vorwärts geht im alltäglichen "Miteinander". Und nur das zählt wirklich. 

 

Und auch das gehört in unsere Demokratie, dass man auch mal Neinsagen muss: Harte Kante gegen Unrecht:

 

Lt. Zeitungsnotiz vom 11.12.2020 hat die Bundesregierung den Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien um ein Jahr bis Ende 2021 verlängert und sogar noch verschärft... Diese Maßnahme geht auf den Koalitionsvertrag von Union und SPD zurück, in dem ein Rüstungsexportstopp für alle "unmittelbar" am Jemen-Krieg beteiligten Länder festgeschrieben wurde.