III 16wki ER MIT UNS
Die Grundlage für ein Leben in Fülle, das wir anstreben, ist Jesus Christus, der auferstandene Herr.
"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben"
Alles vorher Gesagte ist Einführung in ein Denken, das „unsere Vernunft übersteigt“. Wir können nur ahnen, was der „letzte Grund“ unserer Existenz ist. Es ist nicht einfach, dafür die Sätze zu formulieren, weil es die passenden Worte in unserem Sprachschatz nicht gibt. Der Herr selbst hat die Literaturform „Gleichnis“ erfunden und gebraucht, um uns das zu sagen, wofür uns die Worte fehlen. Auf den vorhergehenden Seiten wurde davon geredet, dass wir Menschen immer in einer Ich-Du-Beziehung zueinander stehen. Es wurde von mir versucht, darzustellen, dass das Leben etwas ist, das nur in der Begegnung stattfindet. Das haben die Philosophen herausgefunden und mir kommt das plausibel vor. Ja, ich kann nachvollziehen, dass ich als Einzelmensch nur dann wirklich lebe, wenn ich - die Bienen machen es uns vor - in Kommunikation mit anderen Menschen stehe.
Die Beziehungen zwischen Mann und Frau lassen uns auch ohne irgendwelche Kommentare ahnen, dass eben im wirklichen „Beieinanderwohnen“ und es ist völlig nebensächlich, ob Sie dieses Wort vordergründig oder tiefer interpretieren - Leben stattfindet und darüber hinaus - wenn dieses Leben das will - weitergegeben wird. Das Erkennen der Größe dieses Geschehens lässt uns schweigen. Wir verspüren, dass all unsere täglichen Bemühungen - so wichtig diese auch sein mögen - gegenüber dem, was uns als Quelle unseres Daseins gelegentlich deutlich wird, klein erscheinen.
Es geschieht - ohne dass wir das von selbst hervorbringen können - ganz Großes, das unsere Demut einfordert.
Denn ER IST MIT UNS.
Unsere Gedanken wandern nun von den Beziehungen untereinander weg zur Kommunikation mit Dem, Den wir als „Du“ erkennen dürfen. Die Kirche hat dafür das Wort Kommunion geprägt. (Hier ist daran zu erinnern, dass erst Papst Franziskus diesen Weg der Begegnung, der so wichtig ist, für viele Menschen wieder frei gemacht hat.) Es ist Gottes Weg zu uns, der uns irritiert und vielleicht im Innersten dert. Jeder Mensch hat so etwas wie ein Damaskus-Erlebnis. Manchmal ist das ein langer Prozess. Am ehesten geschieht so etwas vielleicht in einer Situation, die einem Aufenthalt in der Wüste ähnelt. In körperlicher oder seelischer Alleingelassenheit, in schwerer Krankheit oder auch in dem Bereich intensiver menschlicher Nähe, jedenfalls in Situationen, die wir irgendwie mit Nähe der Unendlichkeit, Ausgesetztsein oder Entrücktheit in Verbindung bringen. Man erfährt etwas, das man nur ahnen kann, geschweige denn darüber zu sprechen.
Die Eucharistiefeier kann - wenn wir versuchen, Ihren Sinn zu erfassen - Wandlung bewirken. Es ist nur so, dass Geschehnisse, die von vornherein eher unvorstellbar sind, von uns ganz schnell in den Rahmen des Alltäglichen hineingegeben werden, weil wir uns davor fürchten, die ganzen Konsequenzen dieses heiligen Austausches mit Gott zu überdenken. Oder weil wir es nicht vermögen, über den Tellerrand dessen hinauszuschauen, was sich dem Zugriff des Verstandes entzieht, weil es einer größeren Wirklichkeit entspricht. Konsequenz derartiger Überlegungen kann es sein, sich als Teil der gesamten Menschenfamilie zu begreifen. Und das bedeutet, für das Wohl dieser Gesamtheit einstehen zu wollen.
Ich will versuchen, in Worte zu bringen, was begnadete Menschen gesagt haben: Gott lebt in uns, Er sagt uns, was wir tun sollen -
vorausgesetzt, dass wir auf unsere innere Stimme hören. Wir sind nicht Gott, wir sind aber durch den Herrn, Der in uns west, mehr als nur Staub. Seine Kinder, die Er liebt. Er ist Mensch geworden
und hat in uns Menschen nach dem göttlichen Kern gesucht und ist dabei, uns göttlich zu machen.
Mit den Worten aus der Heiligen Schrift: Lebendige Steine sollen wir sein. Wir können Frucht bringen, wenn wir zulassen, dass Gott in uns wohnt und wir es Ihm erlauben, dass Er in unserem Herzen so manchen Unrat entfernt.