IV 0ma* GEGEN KRIEG

IV 0ma* GEGEN KRIEG

Eigentlich sind die Mechanismen bekannt, die zum Krieg führen. Die herrschenden Schichten jedweden Systems in der Welt handeln nach einer einzigen und völlig unsinnigen Maxime: Der Sieg der Ordnung kann nur durch Gewalt erreicht werden. Das ist die große Lüge, der Mythos, mit dem die Mächtigen dieser Erde seit ein paar Tausend Jahren unsere Welt im Kriegszustand halten. Bis zum heutigen Tage. Diese Ideologie ist das Fundament, auf dem in unserer Zeit Kriege "gemacht" werden. Gegen Krieg zu sein ist alternativlos. Der Einsatz jedes Bürgers  ist erforderlich. Dieser Gedanke von der Macht der Gewalt hat seine schlimmste Ausprägung gefunden im Nazi-Reich. Die Konzentrationslager sind gewissermaßen das Bild für "angewandte Gewalt". Mit System, das uns heute die teuflische Dlmension vor Augen führt. Vergessen wir das nie, was hier geschehen ist! Eine Ideologie steckt dahinter, das wissen wir. Frage: Ist diese Ideologie (der Nazis) gar so etwas wie eine "Ersatz-Religion"?

 

 

Ich zitiere aus dem Buch "Die Verwandlung der Mächte" von Walter Wink (S 55). Der inzwischen verstorbene Verfasser war Amerikaner. Er hat den Zustand unserer Weltanschauungen glasklar analysiert:

 

Kurz gefasst ist der Mythos der erlösenden Gewalt die Geschichte vom Sieg der Ordnung über das Chaos durch Gewalt. Er begründet die Ideologie der Eroberung, die ursprüngliche Religion der bestehenden Verhältnisse....  Die Religion legitimiert Macht und Privilegien. Leben heißt Kampf. Jede Form der Ordnung ist nach diesem Mythos dem Chaos vorzuziehen.... - Nach diesem primitiven Schema sind übrigens die meisten Western-Filme ebenso die Geschichten von James Bond gestaltet - ich greife nur ein paar Beispiele heraus - und so werden auch die meisten Computerspiele gemacht. Etwas verfeinert finden wir dieses Prinzip wieder bei den Krimis, die in unserer Zeit in den Fernsehprogrammen eine geldgewaltige Rolle spielen. Kein Wunder, wenn sich dieses Schema mit Vorbildfunktion in den Köpfen vieler Heranwachsender wiederfindet! Und wenn es sich im im Alltagsverhalten niederschlägt.  

 

Nur ein Einziger hat dieser Handlungsmaxime ernsthaft widersprochen. „Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Mt 5,39). Diese Sätze fordern nicht zur passiven Duldung auf. Bei genauer Betrachtung erkennen Sie eine Anweisung zum aktiven aber gewaltlosen Widerstand. Das hat Herr Wink in seinem Büchlein recht schön herausgearbeitet. 

 

Verantwortung übernehmen

Die Politiker tragen eine große Verantwortung. Denn, was an Waffen entwickelt und gebaut wird, das wird auch angewendet. Mit den hergestellten Waffen wird geschossen, werden Menschen getötet, verletzt und verstümmelt.  Es ist für uns in Europa unverständlich, wie leichtsinnig man in den USA mit Waffen umgeht. Im Februar 2018 kam es wieder einmal zu einem Massaker an einer Schule mit 17 Toten. Wie wir wissen, war es nicht das letzte. Die 18-jährige Emma Gonzalez, die dieses Geschehen im Februar überlebt hat, wendet sich an die Verantwortlichen in ihrem Land. Mit ganz einfachen Worten, Worte auf die auch der Präsident Trump, ein Fan der mächtigen Waffenlobby NRA, keine Antworten zu geben vermag. Auch das Gespenst „Atomkrieg“ ist noch nicht gebannt. Nun, da hätte ich sogar einen Wissenschaftler, der sich mit dieser Materie befasst hat. Der Friedensnobelpreisträger Hans-Peter Dürr sollte es wohl wissen, er war anerkannter Physiker. Allerdings hat sich dieser Forscher nicht ganz so etablieren können, wie er es verdient hätte, weil er Thesen vertreten hat, die sich mit unserer neoliberal ausgerichteten Welt nicht so recht vertragen. Er hat die Probleme der Wachstumsspirale ebenso angeprangert wie das Wettrüsten der Großmächte. Als Physiker war Dürr natürlich genauestens darüber informiert, was bei einem Atomkrieg auf die Menschen zukommt. Es ist deshalb für mich nicht verwunderlich, dass er statt des Nobelpreises „nur“ den Alternativen Nobelpreis bekommen hat. Zusammen mit der Gruppe „Pugwash“ erhielt er allerdings auch den Friedensnobelpreis.

 

Dürr ging - so schreibt Nora Eichinger im Straubinger Tagblatt vom 30.7.2011 - im Jahre 1953, weil er sich von den Kriegsereignissen in Deutschland abwenden wollte, nach Amerika. Dort lernte er seinen zukünftigen Doktorvater Edward Teller kennen. Was Dürr bis dahin nicht wusste: Teller gilt als „Vater der Wasserstoffbombe“. Teller lehnt die Verantwortung der Wissenschaft für ihr Tun ab und der junge Physiker Dürr ist geschockt. Dürr schreibt später: „Teller wurde für mich die imposante Symbolfigur für den Verlust der Unschuld in der Wissenschaft.“

Es ist bemerkenswert, dass die Beschäftigung mit dem Wissen über die Welt verknüpft ist mit dem Wissen über Massenvernichtungswaffen, denn die Kenntnisse über die „Kernbausteine“ verknüpfen beide Wissensgebiete miteinander. Ebenso ist es mit Giftgas, das man sehr wahrscheinlich aus Substanzen herstellt, die in veränderter Weise auch sonst gar nicht so ungewöhnlich sind. Und die biologischen Waffen sind den Biologen gar nicht fremd, denn bei der Herstellung von Impfstoffen arbeiten die Wissenschaftler mit solchen Stoffen. Wir könnten die Gedanken noch weiterspinnen und würden feststellen, dass jegliche wissenschaftliche Entwicklung stets das Gute als auch das Böse hervorgebracht hat. Ganz gleich, ob es sich um Mikrobiologie und Gentechnik handelt oder ob es um die Entwicklungen in der Luft- oder Raumfahrt geht, immer wird uns Menschen etwas in die Hand gegeben, dass sich missbrauchen lässt. Denken Sie an das, was ein Fehlgeleiteter mit seinen Anhängern in der Nazizeit alles angerichtet hat, der Holocaust ist die Spitze des Bösen. Der Völkermord ist annähernd das Schlimmste, das sich Menschen ausgedacht haben. Und mit beinahe wissenschaftlicher Präzision verwirklicht haben.

 

Herrn Prof. Dürr ist Recht zu geben: 

 

                                       Wissenschaftler sind voll verantwortlich für ihr Tun.

 

Dass der Menschheit die Kontrolle über die Verwendung der Waffen - vor allem der Massenvernichtungswaffen - längst aus der Hand geglitten ist, das lässt sich leicht erkennen, wenn man auf die Tagespolitik schaut. Wer mit dem Säbel rasselt, dem sollte man nicht trauen. Psychologen wissen, dass abscheuliche Taten oft von Menschen solange und immer wieder aufs Neue geplant und ausgedacht werden, bis eines Tages die ausgedachten Bilder die Wirklichkeit überblenden und ein Mensch zum Mörder wird. Es hat seinen Grund, warum die Kirchen ihre Gläubigen regelmäßig dazu auffordern, allem Bösen zu widersagen. Das ist der Weg, den Christus uns weist, damit wir nicht in Versuchung geraten. Dass ein Kapitel wie "Leid durch Kriege" nicht einmal ansatzweise durch einen solchen kleinen Absatz ausreichend dargestellt werden kann, das wissen Sie. Doch unter dieser Überschrift eine umfassende Zusammenstellung zu machen, dazu wäre wohl eine Teamarbeit einer ganzen Reihe von Historikern notwendig, die ein Leben lang damit beschäftigt wären. Deshalb verzeihen Sie, dass ich hier nur ein paar aktuelle Geschehnisse schlaglichtartig beleuchten kann.

 

Doch wie fangen Kriege eigentlich an? Da gibt es Menschen, die so etwas vorbereiten, ein Feindbild wird aufgebaut. Auch Menschen, die ausgebeutet werden sollen, werden zuvor herabgesetzt, schlecht gemacht. Unsere europäisch-westliche Kolonialpolitik mit Unterdrückung der ursprünglichen Einwohner war von langer Hand vorbereitet worden. Systematisch wurden Rassismus und Rassenhass geschürt. In "Menschenzoos" und in sogenannten "wissenschaftlichen" Abhandlungen hatte man der Bevölkerung weisgemacht, dass die Ureinwohner der neuen Kontinente gar keine "richtigen" Menschen seien. Allerdings ist diese Ausbeutung trotz anderslautender Versprechungen noch längst nicht vorbei. 

 

Arbeit für den Frieden ist notwendig

 

Unsere Gegenwart ist wenig friedlich. Es ist nur so, dass wir selbst (noch?) von all dem Furchtbaren verschont geblieben sind, das in der Welt geschieht. Das Schlimme aber ist, dass wir Mitschuld an dem Geschehen tragen. Weil wir - die wir in Demokratien leben - es bisher nicht geschafft haben, Kriege zu verhindern. Es steht mir nicht an, Ursachenforschung zu betreiben. Gott sei Dank gibt es eine Menge von Leuten, die dieser Frage auf den Grund gehen wollen. Die haben auch das Wissen, um der Sache auf den Grund gehen zu können. Und das ist gut so. Immerhin haben wir so viele Bildungslücken, die uns den Überblick so schwer machen. Trotzdem will ich - sozusagen schlaglichtartig - nur einen einzigen Punkt herausgreifen, um die Verquickungen anzudeuten, die es uns so schwer machen, den Ausbeutungsmechanismen zu entkommen. In den ärmeren Ländern werden Kriege zum Teil deswegen geführt, damit Sie und ich uns ein neues Handy kaufen können. Davon erfahren wir nichts. In den „Super-Angeboten“ oder in den Verträgen mit regelmäßigem Handytausch lesen wir nichts von alledem. Das ist so ähnlich wie mit dem Ölgeschäft. Der Kunde soll nur zahlen. Über das Andere - die schmutzigen Geschäfte zu Lasten der Ärmsten - braucht er nichts zu wissen. Wenn Sie aber etwas mehr über die Hintergründe beim Geschäft mit den Handys wissen wollen - und wenn Sie vielleicht noch Gutes tun wollen, dann klicken Sie doch einfach auf den nächsten Link, der Sie auf eine recht informative Seite des Kolpingwerkes führt. Es wird auch darüber berichtet, wie man alte Handys sinnvoll entsorgt. Und dazu ein guter Gedanke für den nächsten Handykauf: Das neue Handy sollte möglichst nicht unter Ausbeutung hergestellt worden sein. Im Internet gibt es interessante Hinweise. Die Mühe des Suchens lohnt sich, denn das ist Arbeit für den Frieden!

 

NOT WEHR   Oder ANGRIFF ?

 

Heute ist es in unserem Land leichter, auf die Forderung des Herrn zum Frieden zu verweisen, weil die Meinungsfreiheit nicht nur auf dem Papier steht. Deshalb tue ich mich leicht, mich dagegen auszusprechen, dass von den Mächtigen in dieser Welt der Wille zum Frieden noch nicht in wünschenswertem Maß - nämlich als absolute Norm - realisiert worden ist. Ich bin mir darüber im Klaren, dass es nur in einem Rechtsstaat möglich ist, so frei die Meinung zu sagen. Ich bin sehr froh darüber, dass ich in diesem Land leben darf.  Ich bin immer sehr erstaunt, dass in der Weltpolitik Übergriffe eines "Gegners" stets mit militärischen Mitteln beantwortet werden.  Die Politiker meinen auch heute noch, dass sie das Recht hätten, den Anderen mit Gewalt zu zwingen, sein "schändliches" Tun aufzugeben. Diese Argumentation ist zutiefst unchristlich. Immer wieder wird damit argumentiert, man würde durch einen Militärschlag weiteres Blutvergießen verhindern oder ein Volk vor einer Clique von Verbrechern schützen. Meistens ist es jedoch so, dass durch solche Aktionen - wenn sie denn tatsächlich einen ungeliebten Machthaber treffen - im weiteren Verlauf ein Machtvakuum entstehen lassen, das der Anarchie und dem Chaos Vorschub leistet. Wer wirklich Kriege beenden will, der sollte sich heraushalten, humanitäre Hilfe anbieten und auch gewähren. Und alle diplomatischen Mittel für Friedensarbeit nutzen. Krieg ist niemals eine Lösung. Aber immer wieder wird probiert, ob Krieg nicht eine Lösung innerer Probleme sein könnte. Eigentlich immer erfolglos. Aber dadurch wird von anderen Problemen abgelenkt. Die vielleicht auftreten können, wenn es auf einmal aus ist mit der Wachstumsspirale. Hoffentlich sind dann vernünftige und besonnene Menschen am Ruder.

 

In unserem Land gibt es heute keine Wehrpflicht mehr. Ich bin nach meiner beruflichen Ausbildung als Arzt zur Bundeswehr eingezogen worden. Ich war ausdrücklich vom Dienst an der Waffe befreit. Das konnte ich mit meinen Grundsätzen durchaus vereinbaren. Zu dieser Zeit hatte damals schon jeder die Möglichkeit, den Wehrdienst zu verweigern. Das ist ein hohes Gut des Rechtsstaates. Ich denke, dass keine Staatsmacht die Befugnis hat, Menschen zum Wehrdienst zu verpflichten. Dieses Recht des Staates gründet historisch darauf, dass die Verteidigung der Heimat vom Staat deswegen gefordert werden kann, weil der Staat nur so auch die Sicherheit seiner Bürger garantieren kann. Dem kann ich unter dieser Voraussetzung auch zustimmen.

 

Wenn nun aber die Soldaten in ganz anderen Ländern eigesetzt werden, wie das heutzutage der Fall ist, dann ist die Voraussetzung der Verteidigung der Heimat nicht mehr gegeben. Ich denke, dass diese Rechtslage in der Zukunft vor allem in den demokratisch regierten Ländern diskutiert werden wird, wo solche Diskussionen erlaubt sind. Daraus werden sich Auswirkungen auf das Handeln der Regierungen ergeben. Es müsste vor allem eindeutig festgestellt werden, dass der geplante Einsatz tatsächlich notwendig ist, um einen Krieg in diesem Gebiet zu verhindern. Und diesen Beweis kann meist niemand erbringen.

 

Irgendwann hat jemand einen bemerkenswerten Spruch in die Welt gesetzt, der lautet sinngemäß so: "Am Hindukusch wird die Heimat verteidigt." Diesen Satz hat wohl niemand von uns einfachen Menschen jemals für ernst genommen. Natürlich kann man über die Situation als solche nachdenken. Aber Schlagworte sind bei solchen Themen niemals hilfreich. Nichtsdestotrotz sind wir immer noch im Krieg in Afghanistan involviert. Wann wohl wird es da zu einem Umdenken kommen? 2021: Mit einem "Paukenschlag" hat Herr Biden die Situation verändert. Der neue amerikanische Präsident hat die amerikanischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Auch die übrigen NATO-Partner haben sich diesem Rückzug angeschlossen. Eine logische Folge. Die Menschen in Afghanistan müssen sich jetzt selbständig mit den Taliban auseinandersetzen. Nun, die Selbständigkeit des Landes hätten wir zwar gewünscht, allerdings unter besseren Voraussetzungen. Denn Jetzt ist das Land zwar prinzipiell selbständig, faktisch aber unter der Herrschaft einer nicht demokratischen Organisation. Das Land bleibt ohne unsere Hilfe allein zurück. Die Nachrichten über das Geschehen sind nicht erfreulich. Und wir haben vor der Welt deutlich gemacht, dass wir genau das tun, was die Amerikaner von uns verlangen. Ob diese Abhängigkeit von Amerika gut war, das werden die Menschen später einmal im Rückblick beurteilen. Momentan kann man sagen: Es war vielleicht falsch, in Afghanistan Unterstützung zu leisten. Möglicherweise war dies ein Eingriff in innere Angelegenheiten. Heute war allerdings der Abzug aus dem Land auch nicht so gut, weil man genau dort steht, wo man vor Jahren begonnen hat.

 

Erinnern wir uns noch einmal an den Weg, den Walter Wink vorgeschlagen hat: Sich den Mächten ohne Gewalt zu widersetzen. Kreativ nach neuen Möglichkeiten suchen. Aber das ist schwerer als Geschütze aufzufahren. Arbeit für den Frieden - das setzt Teamwork (verschiedener Staaten) voraus. So etwas funktioniert nicht auf Kommando.

 

Das Bild eines Flüchtlinskinder erzählt vom Leid der Menschen.
Das Bild hat ein syrisches Flüchtlingskind gemalt. Ich habe es der Tageszeitung entnommen.

 

 

 

Doch schon wieder kommen neue Forderungen:  Am 14. September 2020 ist aus der Überschrift zu einem Artikel im Straubinger Tagblatt zu entnehmen, dass es eine Reihe von Faktoren sind, die insgesamt dazu führen, dass sich ein friedliebendes Land in einen Krieg hineinziehen lässt. Der Titel: USA fordern militärische Solidarität - Washington drängt auf deutsche Beteiligung an möglichem Syrien-Einsatz. Wir wollen das nicht. Wir wollen keinen Krieg.

 

Ein Flüchtlingskind aus Syrien hat seine Not in ein Bild gebracht

und die Gräueltaten dokumentiert. Krieg ist eine Verhöhnung des Menschen.

 

 

 

 

 

Wer an Kriege der Gegenwart denkt, der meint das furchtbare Geschehen im Nahen Osten. Ich habe mir eine Kommission vorgestellt, die alle aufkeimenden Kriege analysiert und die oftmals verlogenen Hintergründe deutlich macht. Das brauchen wir aber gar nicht. Wer eine seriöse Zeitung liest, erfährt alles. In meiner Heimatzeitung hieß es am 16.5.19 sehr deutlich in einem Bericht über die Lage im Nahen Osten und die Aktivitäten der USA:


US-Präsident Donald Trump wirft Teheran vor, weiter nach Atomwaffen zu streben, die Nahost- und Golfregion zu destabilisieren und Terrorismus zu fördern. Die New York Times zitierte am Mittwoch einen Regierungsmitarbeiter, wonach Geheimdienstinformationen über eine erhöhte Gefahr, die vom Iran ausgehe, „Kleinkram“ seien. Die Anti-Iran-Kampagne erweise sich selbst gegenüber den Verbündeten als schwierig zu führen, schreibt das Blatt. Diese erinnerten sich noch an eine ähnliche Kampagne gegen den Irak, die mit dem falschen Vorwurf geführt worden sei, dass Iraks-Exmachthaber Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besitze.

 

Es fallen einem aber auch sofort die Verbrechen ein, die von Terroristen begangen werden, die für sich beanspruchen, einen "Heiligen Krieg" zu führen. Beinahe stereotyp ist die Meldung, dass die IS-Milizen nach Anschlägen in Europa die Verantwortung dafür übernehmen.  Nur ein Beispiel für "Eroberungs-Ideologien". Andernorts sind Muslime Opfer von Gewalt. Ich zitiere aus einem Zeitungsbericht vom 19.9.2018:

 

Die Gewaltexzesse der Armee Myanmars gegen die muslimische Minderheit der Rohingya sprengen nach Recherchen der Vereinten Nationen die schlimmsten Vorstellungen. Bei der gewaltsamen Vertreibung von rund 750 000 Menschen ins Nachbarland Bangladesch seien im vergangenen Jahr mindestens 10 000 Menschen umgekommen und rund 37 000 Häuser zerstört worden, heißt es in dem Bericht, den Fachleute am Dienstag [Anm.: am 18.9.18] im UN-Menschenrechtsrat in Genf präsentierten. Sie bekräftigten ihre Überzeugung, dass die Militärführung Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat. Es gebe klare Anzeichen für Völkermord. Sie wissen, dass ich Kriege nicht kommentiere, sondern jegliche Form von Gewalt ablehne. Mit diesem kleinen Beitrag wollte ich daran erinnern, dass es unser aller Bestreben sein muss, sich allem Krieg und allem Unrecht entgegenzustellen. Einem Bericht des "Missio Magazin" 6/12 mit dem Titel: Das Geschäft mit der Bombe war folgendes zu entnehmen:  Die Bayerische Landesbank investiert in die internationale Atomwaffenindustrie. Auch zehn andere deutsche Versicherungen und Banken wie etwa die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die Allianz verdienen am Geschäft mit den Atomwaffen. Der Fall der Bayerischen Landesbank ist jedoch besonders delikat, da sie zu immerhin 94 Prozent dem Freistaat Bayern gehört. Weitere sechs Prozent befinden sich im Besitz der bayerischen Sparkassen.

 

Diese wenigen Sätze mögen genügen, um uns deutlich zu machen, dass wir als Verbraucher sehr genau darauf schauen sollten, wem wir unser Geld anvertrauen. Ich selbst habe eine Lebensversicherung bei einem Institut abgeschlossen, von dem man sagt, dass das Geld in der Rüstungsindustrie angelegt werde. Es gibt auch ethisch einwandfreie Möglichkeiten, Geld anzulegen. Da bietet sich beispielsweise „Oikokredit“ an. Eine unbedingte Voraussetzung für einen Krieg sind Waffen. Wer als Staatsmacht wirklich am Frieden in der Welt interessiert ist, wird als allererstes die Lieferung von Waffen an fremde Länder einstellen. Ein Blick in die Tageszeitung sagt uns, wie weit wir davon noch entfernt sind.

 

An anderer Stelle dieses Kapitel finden Sie ein aufschlussreiches Interview mit dem Rüstungskritiker Grässlin.

 

Einer Meldung aus der Tageszeitung vom 29.12.18 ist zu entnehmen, dass - Gott sei‘s gedankt - die Rüstungsexporte in den letzten Jahren abgenommen haben und dass für Saudi Arabien nur noch bestehende Lieferverträge bedient werden.

 

Erst die Empörung über die Tötung des regimekritischen Journalisten Jaml Khashoggi führte im November schließlich dazu, dass auch bereits genehmigte Ausfuhren von Rüstungsgütern unterbunden wurden... Die Rüstungsindustrie bringt dieses Verbot ebenso wie die rückläufigen Rüstungsexporte auf die Barrikaden... Die deutsche Rüstungsexportpolitik sei „unvorhersehbar“ und für Kunden und Partnerländer „durch überraschende Wendungen oft nicht nachvollziehbar“ sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheit- und Verteidigungsindustrie (DDSV), Hans Christop Atzpodien, der Deutschen Presse-Agentur.

 

Ich werde diese Sätze, die Ausdruck der Stärke und des Denkens in diesem Industriezweig Zeugnis geben, bewusst nicht kommentieren. Im Übrigen wurde von seiten der Industrie bereits die Möglichkeit einer Schadenersatzforderung an die Bundesregierung angedeutet. Der Ratsvorsitzende der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, verweist auf die Notwendigkeit eines ganz anderen Denkens.

 

Noch immer sei Deutschland der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. Wo Waffen nicht zur „polizeilichen Sicherung des Rechts“ verwendet würden, „verbreiten sie vor allem Schrecken. Frieden kann nur entstehen, wo die Spirale der Gewalt durchbrochen wird“, sagte Bedford-Strohm.

 

Die Situation zeigt uns, dass man - und ich denke, auch im Sinne des Landesbischofs zu sprechen - ein ganz neues Denken von der Industrie und vor allen auch von uns mündigen Bürgern verlangen muss, wenn wir die große Verantwortung gegenüber den Mitmenschen in anderen Ländern wahrnehmen wollen. Es geht nicht in erster Linie - so traurig das auch für den Einzelnen sein mag - um Arbeitsplätze, sondern um das Leben der Menschen, die mit den bei uns hergestellten Waffen getötet werden. Und schon gar nicht geht es um Profite. Es geht - wenn wir schon so fragen - um das Grundrecht aller Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Wer will sich gegen dieses Recht aussprechen? Das wäre gegen alles, was unsere Vorfahren im Laufe der Geschichte den Machthabern in schweren und blutigen Auseinandersetzungen abgetrotzt haben. Gilt das Recht auf Leben etwa nur für diejenigen, die das Glück haben, in einer Demokratie leben zu dürfen?

 

Man hat den Waffenhersteller Heckler & Koch im Jahre 2019 verurteilt, weil Waffenlieferungen aus dieser Firma an Polizeieinheiten in Unruheregionen in Mexiko gelangen konnten. Wegen möglicher Menschenrechtsverletzungen hätten sie nicht in diese Bundesstaaten geliefert werden dürfen. Das konnte man am 22.2.19 in der Tagespresse lesen. Der Rechtsstaat schläft nicht. 

 

Ein Jahr später - am 9.12.19 konnte man allerdings aus der Presse erfahren, dass der Trend schon wieder nach oben geht. Ich deute nur auf die Schlagzeilen: Weltweite Rüstungsverkäufe steigen - Umsätze lagen 2018 bei rund 380 Milliarden Euro - USA an der Spitze. 

 

Fragen wir doch die Verfassungen! In der für das Land Bayern gültigen heißt es in Artikel 3 (1): Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. Er dient dem Gemeinwohl. In Artikel 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland heißt es: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Beide Aussagen beziehen sich natürlich zunächst auf die vom Staat zu schützenden Bürger unseres Landes, denn in unserem Land ist es möglich, diese garantierten Grundrechte des Bürgers auch zu verteidigen. Das bedeutet aber längst nicht, dass den Bürgern anderer Länder diese Rechte unsererseits nicht zuerkannt werden und dass es erlaubt sei, Waffen an Menschen zu verkaufen, von denen wir nicht wissen, ob diese so eingesetzt werden, dass die Grundrechte anderer Menschen nicht verletzt werden. Ähnliche Aussagen über die Menschenrechte wie in den genannten und in vielen anderen zivilisierten Staaten finden sich auch im Vertrag von Lissabon, in dem die Rechte der EU-Bürger formuliert sind.

 

Ich fordere die Bundesrepublik - unseren Rechtsstaat - auf, aus dem Rüstungsgeschäft mittelfristig ohne Kompromisse auszusteigen. Ausnahmen darf es nur für befreundete Länder (beispielsweise innerhalb der EG) geben.

Übrigens: Mit Recht wird in Deutschland der Besitz von Waffen an bestimmte Bedingungen geknüpft, die ich hier nicht aufzählen brauche. Wenn ich anschaue, was in einem anderen großen Land alles geschieht, wenn alle Menschen ungehindert von den Organen der Staatsmacht an Waffen kommen können, dann bin ich sehr froh, dass ich in unserem Land leben darf. Doch beim Export von Waffen in andere Länder mit anderen Kulturen und Rechtsvorstellungen ist die Gewähr nicht mehr gegeben, dass die Waffen missbräuchlich verwendet werden. Andere Menschen dieser Länder, die keine Waffen haben, sind dadurch zwangsläufig Gefahren ausgesetzt. Das ist mit unseren Vorstellungen von Menschenrecht nicht vereinbar. Auch für die von unseren Waffen Getöteten haben wir alle - und nicht nur die Hersteller - die volle Verantwortung zu übernehmen. Schließlich leben wir in einem Rechtsstaat, in dem wir als Wähler und Bürger voll beteiligt sind.

 

Menschlichkeit ist gefragt

Auf ganz Europa liegt die schwere Last unserer Sünden aus der Vergangenheit. Eine Last, die letztendlich mit dazu geführt hat, dass wir die Welt heute in Arme und Reiche aufteilen. Zuerst sprach man von Europa als von der alten Welt, Amerika war die neue Welt, zunächst einmal ein Land, das Hoffnung versprach. Denken Sie an die historisch einmalige vorbildliche Verfassung, die sich die Menschen seinerzeit gegeben haben. Das hat aufrechte Menschen in Europa mitgerissen. Es kam eine Hoffnung auf, die große Künstler bewegte. Spüren Sie die gewaltige musikalische Kraft, die von der „Symphonie von der neuen Welt“ ausgeht! Trotz der großartigen und modernen Verfassung war auch in Amerika die Entwicklung in Richtung Machtkonzentration nicht aufzuhalten. Und auch das schreckliche Rasse-Problem konnte nicht gelöst werden. Aber darum geht es hier gar nicht, ich will nicht auf die Fehler anderer verweisen. Der Blick auf die weitere Entwicklung bis zum zweiten Weltkrieg macht vor der Welt deutlich, was bei uns in Deutschland für Gräueltaten geschehen sind. Diese Taten des unmenschlichen Nazi-Regimes, das für den Holocaust, vielfache andere Verbrechen und für den zweiten Weltkrieg verantwortlich ist, dürfen niemals vergessen werden. Übrigens:

 

Wer hat den Nazis damals tonnenweise das Giftgas geliefert? Auch darüber darf und muss geredet - und ein Urteil gesprochen - werden! Schon deswegen, dass klar wird, dass die Handlanger der Verbrecher ebenfalls Täter sind. Hat man nicht erst kürzlich einen Mann verurteilt, weil er als Angestellter im KZ Buch darüber geführt hat, was mit den Sachen geschehen ist, die den Menschen gehört hatten, die von den Nazi-Knechten ermordet wurden? Ist es nicht Aufgabe der Staatsanwälte, Verbrecher der Bestrafung zuzuführen? Mit geht es nicht um Rache. Es geht darum, dass vor den Augen der Welt Recht gesprochen wird.

 

Bei allem Wissen um die stattgehabten Verbrechen muss man sich wundern, dass heute schon wieder die Kräfte des Bösen erstarken und alles versuchen, um auch bei uns wieder an die Macht zu kommen. Die Ideologien des Bösen sind nicht verschwunden. Im Übrigen scheint kein Land dagegen gefeit zu sein, dass Menschen an die Spitze kommen, die gar nicht daran denken, von ihrer Macht auch nur die kleinsten Abstriche zu machen. Momentan scheint sich Amerika unter der Leitung von Trump von vielerlei in der Vergangenheit ausgehandelten Verträgen zu verabschieden. Es ist deshalb sehr wichtig, dass sich Europa von den Zielen dieser „USA“, wie sie ihr derzeitiger Präsident sieht und umzugestalten versucht, distanziert. Zeitungsberichten vom Sept. 18 zufolge will Brüssel Sanktionen gegen den Iran umgehen. Damit stellt sich die EU deutlich gegen den Kurs des US-Präsidenten Donald Trump. Letzten Endes geht es dabei darum, einer Ausgrenzung des Irans aus der Völkergemeinschaft entgegen zu wirken. Politik gegen Krieg. Aber das scheint infolge vieler Verflechtungen sehr schwierig zu sein.

 

Ich schließe dieses Kapitel mit dem Segenswunsch von Pfarrer Dinsenbacher zum Beginn des Jahres 2019: Möge uns das kostbarste Geschenk - der Friede - erhalten bleiben: draußen in der weiten Welt und auch hier in unserer Gemeinschaft. Den Weg dahin hat Bundespräsident Richard von Weizsäcker aufgezeigt, wenn er sagt:
                        
                                              „Der Inhalt des Friedens ist die Menschlichkeit.“

 

Wenn Sie nun, verehrte Leserinnen und Leser, meinen Ausführungen bis hierher gefolgt sind, dann möchten Sie zu dem Schluss kommen, dass der Verfasser dieser Website entweder ein scheinheiliger Lügner oder ein ganz besonders frommer Christ sei. Beides falsch! Es stimmt nur, dass ich mich bemühe, Licht in Zusammenhänge zu bringen und dass ich versuche, die Weisungen „von oben“ zu verstehen.

Aber da ist noch etwas ganz Wichtiges anzubringen: Alle göttlichen Gebote und die menschliche Vernunft gehen in die gleiche Richtung: Wir als Wohlhabende müssen uns um alle Menschen in der Welt kümmern. Wir müssen für sie etwas bereithalten: Brot, Arbeit, Bildung, Sinn. Das werden wir auch tun - notgedrungen aus Eigennutz - weil es nur eine gemeinsame Zukunft für uns alle gibt. Es ist unser Überlebenswille und unsere Einsicht in die Zusammenhänge, die uns dazu zwingen.

Vergessen Sie die scheinwissenschaftlichen Märchen von den Religionskriegen. Gerade angesichts der furchtbaren Attentate, die von religiösen Fanatikern begangen werden, müssen wir aufwachen und nach den wirklichen Ursachen suchen: Armut, Mangel an Bildung, Unverständnis, Ausschluss aus der Gemeinschaft - Das ist der Nährboden, auf dem der Terrorismus wächst. Und sogar Menschen (meist junge Erwachsenen) aus reichen Ländern fallen auf die Lügen der Verführer herein und glauben dort bei diesen Verlorenen in mörderischen Kämpfen den Sinn zu finden, den ihnen die westliche Konsumgesellschaft nicht geben kann. Wie arm sind wir alle, die wir uns an unseren Reichtum klammern! Klima, Frieden, Gemeinschaft - alles scheinen wir einem sinnlosen Überstandard im Leben opfern zu wollen.

 

Doch das Umdenken ist da. Zumindest bemerke ich das in unserem Land, in unserem Europa. Es sind letztlich nur wenige, die noch nicht begriffen haben, dass alles miteinander zusammenhängt: Konsumdenken, Neoliberalismus, Egoismus, Ausbeutung von Mensch und Natur. Es sind nur ein paar wenige graue Eminenzen, die noch die Puppen tanzen lassen. In Wirklichkeit sind es arme Menschen, die wie „Dagobert Duck“ das Geld anbeten. Und die müssen überzeugt werden. Als Arzt habe ich gelernt, dass man ein Übel immer an der Wurzel packen muss. Theoretisch könnte man den Neoliberalismus ja austrocknen. Ohne die Gesetze der Menschlichkeit zu verletzen! Aber dazu müssten wir vielleicht auch mal auf etwas verzichten können.  

 

Das könnten wir ohne die Gesetze der Menschlichkeit zu verletzen. Aber dazu müssten wir vielleicht auch mal unseren Lebensstandard ein wenig zurückschrauben. Nur ein Beispiel: Wenn niemand mehr am Sonntag frische Semmeln kaufen geht, dann könnten der Betreiber und die Verkäufer auch den Feiertag genießen. Und dem unsinnigen Konkurrenzkampf hätten wir ein Schnippchen geschlagen. Auch das wäre ein ganz kleiner Beitrag zum Frieden.

 

Im von mir geplanten und vorbereitetem Bildband 4 geht es um die zweite Bitte des Vaterunser, um die Sehnsucht nach Seinem Friedensreich. Da werde ich versuchen, die Not, die jeder Krieg zwangsläufig mit sich bringt, mit den wenigen Fotos, die mir zur Verfügung stehen, zum Ausdruck zu bringen. 

 

Arbeit für den Frieden

Es gibt eine Reihe von Menschen und Organisationen, die sich einsetzen für Veränderungen im Denken und Handeln. Von den Beteiligten, die ich gleich nennen werde, wird ein "Dossier" herausgegeben, das sich mit den Problemen der Gegenwart befasst: "Public Forum".Die Zeitschrift wird verlegt von der "Publik- Forum Verlagsgesellschaft mbH" Krebsmühle, D-61440 Oberursel. Folgende Organisationen stehen dahinter: Adveniat, ESG Halle, Initiative Enquete-Kommission Fluchtursachen, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsgegner, IPPNW, medico international, Misereor, Pro Asyl, Stiftung Weltethos, Südwind, Ziviler Friedensdienst.

 

In der Zeitschrift findet man interessante Beiträge, die dazu auffordern, das Handeln der Politiker und Manager zu hinterfragen. Im Heft vom Nov 17 wurde eingehend auf die Rolle Deutschlands als einer der größten Waffenlieferanten eingegangen.

 

Dazu bringe ich ein Interview mit dem Rüstungskritiker Grässlin.

 

Grässlin gegen Rüstung

Publik-Forum interviewt den Rüstungskritiker Jürgen Grässlin. Beitrag von Bettina Schröder. Dieses Interview ist nachzulesen im "Dossier Publik Forum", einer Zeitschrift, die in einem Teamwork von mehreren bekannten Organisationen herausgegeben wird.

 

Publik-Forum: Herr Grässlin, welche Anteile haben Waffenexporte an den Fluchtursachen weltweit? Grässlin:

 

Waffenexporte der reichen Industrienationen an Diktatoren und Repressanten in den Krisen- und Kriegsgebieten im Nahen Mittleren Osten, dem Maghreb und den Entwicklungsländern des Südens sind ein absolut zentraler Fluchtgrund.

 

Publik-Forum: Welchen Anteil hat die Bundesregierung an dem Drama von Waffen und Flucht? Grässlin:

 

Alle Bundesregierungen vor 2015 haben schwerste Schuld auf sich geladen, weil sie Waffenexporte an menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten in Milliardenhöhe genehmigten. Frank-Walter Steinmeier war 2008 Außenminister und Angela Merkel Bundeskanzlerin, als die Bundesregierung die Lizenz zur Produktion genehmigt hat. Diese tödlichste Rüstungsexportentscheidung des noch jungen 21. Jahrhunderts hat zur Errichtung einer ganzen Waffenfabrikationsanlage für das Sturmgewehr von Heckler & Koch geführt. Aber immerhin hatten sich bis dato alle Bundesregierungen an die Waffenembargos der UN gehalten. Die zuletzt regierende Große Koalition hat mit Waffenlieferungen an die Peschmerga über die irakische Zentralregierung das Völkerrecht gebrochen und damit auch das Grundgesetz.

 

Im folgenden Zitat aus dem Interview geht es um eine Genehmigung einer Lizenz zur Produktion von G-36-Gewehren in Saudi-Arabien: "Diese tödlichste Rüstungsexportentscheidung des noch jungen 21. Jahrhundert hat zur Errichtung einer ganzen Waffenproduktionsanlage für das Sturmgewehr von Heckler & Koch geführt."

Übrigens: Die deutschen Kriegswaffenexporte sind 2019 auf mindestens 1,1 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 43 Prozent mehr als im Vorjahr - berichtet die Presse entsprechend einer dpa-Meldung am 6.3.2020.

 

Wollen Sie etwas für den Frieden tun? Etwa nach folgendem Motto:

»Der Krieg ist ein Verbrechen an der Menschheit. Ich bin daher entschlossen, keine Art von Krieg zu unterstützen und an der Beseitigung aller Kriegsursachen mitzuarbeiten.«

https://dfg-vk.de/

 

Von Religionskriegen habe ich noch gar nichts gesagt. Weil es solche gar nicht gibt. Hinter einem solchen Wort steckt immer etwas anders. Meist handfeste Interessen. Oder Verblendung. Denn wirkliche religiöse Menschen führen keine "Religionskriege".

 

Und mit dem Wort "Verteidigung", das manchmal tatsächlich stimmt, sollten wir sehr sehr vorsichtig sein. Schließlich scheint der Irak-Krieg unter einem solchen Vorwand geführt worden sein. Und das war nicht der letzte Krieg, dem ein solches Prädikat umgehängt worden war.

 

Ende des Jahre 2021 hat Deutschland eine Regierung bekommen. Die Regierung "Scholz" bringt eine Menge an Ideen mit. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock möchte "Eine Welt frei von Atomwaffen".  So war der Artikel im Straubinger Tagblatt vom 15.12.2021 überschrieben.

 

Dies sei für die neue Bundesregierung eines der zentralen Themen, "weil für uns klar ist, weil eine Welt mit weniger und ohne Atomwaffen eine sicherere Welt ist", sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag nach einem Gespräch mit der schwedischen Außenministerin Ann Linde in Stockholm. Der jahrelange Stillstand in diesem Bereich müsse aufgebrochen werden. Für diese Initiative, die von beiden Frauen ausgeht, wünschen wir vollen Erfolg. Es wäre ein Wunder, aber auch Teilerfolge wären sicher schon einmal gut.

 

Die Problematik atomarer Bewaffnung habe ich  angesprochen im Abschnitt Ve

 

Noch etwas sehr Interessantes war Ende Dezember 2021 aus den Medien zu erfahren: Die Regierung in Deutschland, die nach der Wahl nur noch kommissarisch den Geschäftsbetrieb leitete, hat in den letzten Tagen ihrer Amtszeit Rüstungsgeschäfte in einer Höhe genehmigt, die man als neuen Rekord ansehen muss: Für über 9 Milliarden  EURO wurden lt. Pressebericht vom 27.12.2021Rüstungsexporte genehmigt. Den Kommentar überlasse ich dem Leser.