IV 24wki* GOTT=LIEBE
GOTT IST LIEBE - Das ist die wichtigste Aussage über Gott
- und zentrales Thema im eBook GOTT & WELT
Der "Synodale Weg" (https://www.synodalerweg.de) der deutschen Bischöfe ist die Konsequenz dieses Gedankens.
Und inzwischen hat auch Papst Franziskus einen "synodalen Weg" im Vatikan aufgemacht.
Das konnte man zu Pfingsten 2021 in der Zeitung lesen.
Nun möchte mit Ihnen über die These "Gott ist Liebe" sprechen.
Doch wie lässt sich das im Bild ausdrücken? Vielleicht, wenn ein Mensch der Sonne entgegengeht, dann drückt das etwas aus, was man so beschreiben könnte: Man geht dem Licht entgegen, dass alles Leben bewirkt, kann aber das Ziel gar nicht sehen, weil unsere Augen die Kraft, die vom Ziel ausgeht, gar nicht ertragen können.
Theologisch betrachtet, ist dies der erste Teil des Doppelgebotes zur Liebe, eine wichtige Grundlage unseres Glaubens: Es ist die wichtige Aufforderung Gottes, Ihn mit ganzem Herzen und mit ganzer Kraft zu lieben. Wenn ich nun diese Gedanken fortführe, dann bin ich schon beim zweiten Satz, der sich sofort anschließt. Sinngemäß heißt es, dass ich meinen Nächsten so lieben soll wie mich selbst. Als Bild könnte man sich hier vorstellen, unter welch schlechten Bedingungen unsere Mitmenschen in der weiten Welt - oder auch in unserer Nähe - leben müssen. Das würde ganz konkrete Forderungen Gottes an uns sehr deutlich machen.
Ganz deutlich wird Ähnliches von Christus gesagt, wenn Er uns auffordert zu beten. In der ersten Bitte des Vaterunser geht es um den rechten Blick auf den Vater, dessen Name geheiligt werden soll. Erste Voraussetzung dafür, dass sich etwas in der richtigen Richtung bewegt. Und wenn wir beten: "Dein Reich komme.", dann bitten wir darum, dass aus uns allen eine große gute Gemeinschaft werde.
Diese Gemeinschaft ist Geschenk. Ein Geschenk muss man annehmen, wenn man es sich zu eigen machen will. Und es ist gut, diese Gemeinschaft zu feiern. Eine besonders schöne Form ist die
Liturgie. "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken."
Die Wohlstandsgesellschaft hat täglich für uns Pseudogeschenke bereit. Was sich als Geschenk anbietet ist in Wirklichkeit Leut-Ausfragerei, wenn nicht Schlimmeres. "Sie haben gewonnen!" "Wenn Sie dies oder jenes kaufen, dann können Sie richtig sparen." Und wie oft fallen wir auf diesen Schwindel herein und spüren bald, dass wir mit dem Anklicken auf ein kleines Packerl im Internet einem Ansturm von Reklame ausgeliefert sind, einem Ansturm, aus dem nur der Erfahrende zurückfindet, der den Mut hat, diese Seite auf unkonventionelle Weise zu verlassen. Viele harmlose und freundliche Mitbürger sind zu "gut erzogen", um das zu tun und sie beantworten höflich zunächst einmal all die Fragen, die nur dazu dienen, unsere Vorlieben offenzulegen. Man will erfahren, wo wir Geld ausgeben wollen. Für die Anbieter von Waren eine gute Möglichkeit, uns zu Knechten zu machen.
Doch was bewirkt die spätere Enttäuschung. Wir sind der Unschuld beraubt. Wir spüren, dass wir vom Mitmenschen zu einem Objekt gemacht wurden, das den Verkaufsinteressen dient. Das ist Alltagserfahrung und man braucht sich nicht zu wundern, wenn Menschen irgendwann niemandem mehr trauen. Das ist die Kehrseite der Wohlstandsgesellschaft.
Da hat es jemand, der es wirklich gut mit uns meint, gar nicht einfach mit uns. Wenn schon jemand kommt, den ich nicht einmal sehen kann und der verspricht mir das Größte, was es für mich geben kann, das ewige Leben. Wie soll ich dem glauben? Da könnte ja jeder kommen! Nun, das ist das Dilemma. Ich denke, der Herrgott weiß um unsere Enttäuschungen und um die wirkliche Not, die uns trotz allem Wohlstand umgibt. Ich lasse diese Erfahrung und die Glaubensnot, die wohl jeder schon durchlebt hat, einfach mal im Raum stehen. Nur noch ein Gedanke: Warum fallen wir denn immer wieder auf die Angebote der Konsumgesellschaft herein? Weil eine Sehnsucht nach etwas, das ganz schwer zu definieren ist, einfach immer wieder da ist. Die Sehnsucht nach Gott, denn Gott ist Liebe.
Vielleicht kann ich mit den folgenden Fotos unsere Sehnsucht nach Gott ein wenig anklingen lassen.
Sehnsucht - die haben wir alle.

Doch wohin will uns diese Sehnsucht führen?
"Wohin gehen wir", fragte der Dichter Novalis und gab auch gleich die Antwort: "Immer nach Hause!" Wir sind ein Leben lang unterwegs, doch immer sind wir von einer Sehnsucht nach Heimat ergriffen, nach Geborgenheit und Zugehörigkeit, nach einem Ort, wo wir zu Hause sind - auch im geistlichen Sinn. Manchmal steht er uns deutlich vor Augen, manchmal ist er schwer zu erkennen. Dann braucht es Wegweiser, die uns wieder neu ausrichten. Ein solcher Wegweiser begegnet uns (heute) in der der Gestalt des Täufers Johannes; er will das Volk zurückführen zu Gott - so wie die Juden Jahrhunderte zuvor aus der babylonischen Gefangenschaft zurückkehrten nach Jerusalem, ihrer Heimat. In einem Lied aus dem neuen Gotteslob singen wir: "O Herr, wenn du kommst, hält uns nicht mehr zurück. Wir laufen voll Freuden den Weg auf dich zu!" (GL 233,4) Anton Dinsenbacher
Wenn solche Fotos etwas in uns wach werden lassen, was ist das? Ist das alles vielleicht Ausdruck der Sehnsucht nach dem göttlichen Du, nach der höchsten Instanz, Die sich uns in Güte zuwendet? Ist es das Sehnen nach Gott, nach der ewigen Heimat, nach der nie aufhörenden Liebe? Und welche Rolle spielt da nun die in Jahrtausenden gewachsene Form der Anbetung Gottes, die Liturgie? Diese Frage stelle ich mal einfach so in den Raum. Beantworten kann ich sie nicht. Manchmal spürt man vielleicht etwas, hat eine Ahnung, das ist dann aber eher ein Empfinden, etwas das nicht in Worte zu fassen ist. Man kann es auch so sagen: Die Wohlstandsgesellschaft ist nicht das A und O, das spüren wir. Wir werden zwar mit Konsumgütern zugeschüttet. Aber das ist es gar nicht, an was es uns mangelt. Was wir brauchen, das kann man nämlich nicht kaufen. Das bekommen wir nämlich geschenkt.
Da gibt es nämlich noch das Andere:
Die für uns so schwer verstehbare Sehnsucht Gottes nach uns.




Das Liebes-Angebot des Herrn steht:
Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen sind,
ich will euch Ruhe verschaffen.
Dieses Relief - der Pilgerbrunnen in Neukirchen Heiligen Blut - erzählt von unserer Not,
die wir vor Ihn bringen.
Nun sind wir an einem Punkt, wo man meinen könnte, es sei ja ganz einfach. Wir lieben Gott, Gott liebt uns. Dann ist ja alles okay. Das ist tatsächlich richtig, aber nur unter der Voraussetzung, dass wir Gott als ernsthaft und feurig liebend erkennen und begreifen. Als einen, der alle Menschen liebt.
Und wenn das so ist, dann sind wir schon dann nicht mehr auf Seiner Seite, wenn wir ohne Achtung auf unsere Mitmenschen schauen, wenn wir nicht dafür Sorge tragen, dass auch alle anderen zu Essen haben. Denn wie kann Er uns als Seine Kinder verstehen, wenn wir gar nicht so denken wie Er?
Auslegungen, die Gott als Befehlsgeber zum Töten sehen, der von uns Menschen Gehorsam verlangt, haben nichts mit dem Gott der Liebe zu tun. Das ist schlichtweg nicht mit dem Gott der Liebe vereinbar. Gott ist kein Machthaber und auch kein Heerführer. Das ist so wichtig zu betonen, dass Christus uns den Vater als Liebenden gezeigt hat. Im Übrigen würde ich persönlich einen Gott, der die Menschenrechte missachtet und zum Töten auffordert, nicht achten. Kennen Sie den Begriff "Kadavergehorsam". Das ist das, womit Demagogen unsere Väter unmündig gemacht und in den Krieg geschickt haben. Einen derartigen Gehorsam sind wir weder gegenüber den Menschen noch gegenüber Gott schuldig.
Noch einmal zur Bestätigung: Ich weiß mich umhüllt von der Liebe Gottes, Der mich durch alle dunklen Wege durchführt, Der mich liebt und Der niemals von mir etwas verlangen würde, was einem anderen Menschen schadet. Wie sollte Er auch, da Er doch unser aller Vater ist! Das hat uns Jesus ganz klar gesagt. Ja, wegen dieser so wichtigen Botschaft ist Er zu uns auf die Erde gekommen und ist für diese Wahrheit mit Seinem Leben eingestanden.
Christus erinnert an Sein Sterben für uns. Die blaue Blume und das Kircheninnere erzählen von unseren Sehnsüchten.
Beispielsweise, wenn wir nur an uns und unser eigenes Wohlergehen denken? Drum hat Er gesagt, dass wir als Erstes nach dem Reich Gottes trachten sollen, dann wird uns alles andere dazugegeben. Also: Ohne eigenes Mittun geht nichts. Sonst stehen wir nämlich draußen vor der Tür.
Und noch etwas: In der Gemeinschaft Gottes können wir nur dann sein, wenn wir Ihn als Liebenden verstehen, als Einen, der überhaupt nur Liebe ist. Für alle Seine Kinder. Und da gibt es einen Riss
quer durch die Angehörigen der einzelnen Religionsgemeinschaften. Der Gott, den wir anbeten, muss als Liebender begriffen werden. Sonst leben und reden wir an Ihm, an der Wahrheit vorbei. Am
besten erkläre ich das an unserer eigenen Religion. Zu dieser unserer Religion gehört auch das Alte Testament mit der Erzählung von Jakob und Isaak. Ich hatte schon darüber gesprochen, dass diese
Geschichte so zu verstehen ist, dass Gott will, dass das Opfern von Menschen ein Ende haben soll. Nur dann, wenn ich diese Erzählung so interpretiere, dass Gott dem Menschenopfer ein Ende
macht, dann habe ich Gott verstanden. Denn die Erlösung von der Schuld ist ein Geschenk Gottes. Es ist der liebende Vater, Der uns vom alten Aberglauben befreien
will.
Ab und zu sollte man Stille bei einer Meditation (VIh) finden