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IV 37soz Pro Mensch
Pro Mensch - die neue Sichtweise
Menschlichkeit
Die andere Perspektive: Ein Minister, der helfend zupackt
Nach Darstellung der zwei recht unterschiedlichen Wege, die in die Zukunft führen, sollten wir unser Augenmerk auf die Praxis richten. Schließlich hat Herr Radermacher auf eine Richtung verwiesen, die nun auch eingeschlagen werden sollte. Und - es tut sich etwas. Hier ist vor allem Entwicklungsminister Müller zu nennen, der sich überhaupt nicht damit abfinden will, dass die Armutsschere - über die Verursacher dieses Phänomens brauche ich an dieser Stelle wohl nicht mehr zu sprechen - immer weiter auseinanderklafft. Am 29.11.2018 schreibt H. Klaus Sterzenbach im Straubinger Tagblatt über die Bemühungen des Ministers zum Klimaschutz und der damit zusammenhängenden Verbesserung der Situation der einfachen Menschen in Indien:
Müller leistet den größten Beitrag zum Klimaschutz, denn kein Minister gibt mehr Geld dafür aus. Seit 2017 sind das gut drei Milliarden Euro. Begründet wird das so:
"Die Industrieländer sind hauptverantwortlich für den Klimawandel. Die Hauptleidtragenden des Klimawandels sind die Menschen in den Entwicklungsländern."
Wenn wir es doch endlich begreifen wollten, das wir mit unserem Wachstumswahn unseren Planeten an die Wand fahren.
Zu den Folgen eines sich verändernden Klimas gehört nach Angabe der Weltbank, dass bis zur Mitte des Jahrhunderts 140 Millionen Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Hitze und Meeresanstieg führen dazu, dass über 100 Millionen Menschen ihrer Lebengrundlage beraubt werden. Darum, betont Müller, ist "Klimapolitik immer auch Entwicklungspolitik". In den am stärksten betroffenen Ländern kann mit Klimaschutz die Armut bekämpft und die regionale Wirtschaft unterstützt werden. Ein Projekt unterstützt etwa den Bau und Einsatz von 25 000 kleinen Biogasanlagen in Indien. Statt stundenlanger Suche nach Feuerholz wird jetzt der Kot der Kühe eingesammelt, um Gas für Kochstellen in den Häusern zu gewinnen. So entstehen Arbeitsplätze für Mechaniker, es wird Rauch vermieden, der die Atemwege bedroht und man stoppt die Entwaldung. Gleichzeitig entsteht Dünger, der die Böden verbessert. Fast 22 Tonnen CO2 werden damit jährlich eingespart.... Auf diese Weise sollen sich "Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung verbinden", erklärte Müller.
Auch bei uns hat die Politik ziemlich viel Reklame gemacht für Biogasanlagen. Dabei wurde diese Technologie als ein Mittel zur Verwertung von Abfällen dargestellt. Das stimmt auch. Nur ist es heute so, dass diese Anlagen bei uns mit Mais bestückt werden. Das hat dazu geführt, dass der Maisanbau gerade in unserer Region in großem Maß zugenommen hat. Mit allen Schäden, die diese Monokultur hervorruft.
Unsere Situation
Das zuvor über den Kandidaten für den Parteivorstand Gesagte beleuchtet eine allgemeine Situation. Tatsächlich teilen sich die Menschen dieser Erde in zwei Lager: Die Einen sagen: Ich (oder wir)
an die erste Stelle. Diese Leute sind "arme Würstchen", denn ihre Überlegungen sind vordergründig und naiv, auch wenn sie auf ihrem Spezialgebiet große Kenntnisse haben sollten. Und dann gibt es
noch die Anderen, die sich wünschen, dass auf der Klimakonferenz in Kattowitz - heute ist der 4. Dezember 2018 - gute Entscheidungen fallen. Wir sitzen alle im gleichen Bus und es darf nicht
sein, dass dieser Bus vom Weg abkommt und alle Insassen in das Unglück reißt. Weltweit gesehen sind es eigentlich nur ein paar Menschen, denen die Weitsicht fehlt, die nur daran denken, dass der
Geldbeutel für sie selbst immer besser gefüllt wird. Doch diese Leute haben uns in der Hand, weil wir den Verlockungen der Industrie so schlecht widerstehen können. Mit ein wenig Nachdenken
würden auch die Menschen, die ihre wertvolle Arbeitskraft für Organisationen hergeben, deren Ziel nur Macht und Besitz ist, ihre Lebenszeit nicht damit verschwenden, den finsteren
Mächten dienstbar sein. Ich denke, es geht wirklich darum, im Kleinen das Rechte zu tun und denen, die nicht bereit sind, am Aufbau einer friedlichen Welt mitzuarbeiten, die „rote Karte“
zu zeigen. Da wird man wohl in den Ansprüchen auch einmal zurückstecken müssen. Und sich dem Pakt mit dem Teufel verweigern, dessen Versprechungen uns sowieso nicht weiterhelfen. Ein bekannter
Theologe, es war Küng, der, dem die Kirche seinerzeit die Lehrerlaubnis entzogen hat, sagte einmal - und da hat er auf jeden Fall recht:
„Lebensstandard ist kein Ersatz für Lebenssinn.“
Man könnte auch sagen: Wir brauchen eine humane Gesellschaft.
Eine Gesellschaft ohne Gier.
Eine Gesellschaft mit der Mentalität des Teilens.
Keinen postmodernen Kapitalismus.
Faszinierend ist für mich, dass es eigentlich nur wenige ganz Reiche auf der Welt gibt. Andererseits aber diese Leute mit ihrem Vermögen, ihrer Macht und ihren Beziehungen "alles im Griff" haben. Nun, wenn man einmal an den Schaltstellen sitzt, dann kann man möglicherweise nur dann verlieren, wenn wirklich gravierende Fehler passieren. Anders ausgedrückt: Das Geld kommt fast ohne Zutun ins Haus. Die Maschinerie, die das Geld heranschafft, ist fast nicht aufzuhalten. Dazu ist alles viel zu genau ausgetüftelt. Da sind zu viele Rechtsanwälte, Steuerfachleute involviert, die allen ihren Teil vom großen Kuchenstück bekommen.
Und auch die Chefs der Dax-Konzerne sind clever genug, so zu wirtschaften, dass der Erfolg (für den Konzern) nicht ausbleibt. Und wenn wir uns fragen, warum sie so viel Engagement aufbringe, dann finden wir die Antwort in den Tageszeitungen, hier vom 14.7.2021: "Enormes Gefälle - Dax-Vorstände kassierten durchschnittlich 48-mal so viel wie Angestellte. Vergleichsweise "sind die Summen Deutscher Daxunternehmen bescheiden." Die Einzelheiten interessieren uns hier weniger. Wenn wir die Geldsummen bewerten, dann wird deutlich, warum Wirtschaft so und nicht anders funktioniert. Allerdings wäre es verkehrt, vom Kapitalismus zu sprechen, denn mittlerweile ist diese Wirtschaftsform zum Allgemeingut geworden, das jedwede gesellschaftliche Grenze übersteigt. Eine andere Wirtschaftsform würde "nichts bringen", weil sie von Niemandem gewünscht sind. Volkswirtschaftler, die andere Systeme vorschlagen würden, hätten keine Zuhörer. Die einzige Alternative: Auch anderen Menschen etwas zukommen zu lassen, entspricht anscheinend nicht der Mentalität unserer Zeitgenossen.
Wollte man das "System" ändern, dann müsste in den Köpfen von uns allen neue Ideen entstehen. Wir müssten weg von der "Geld-Perspektive". Wenn wir einsehen würden, dass diese
"neoliberale" Wirtschaft im Grunde genommen nur eine Art von "Hamsterrad" ist, dann könnte das irgendwann zu einem Aha-Effekt führen. Es ist doch so, dass die ganz Reichen genau wie deren Helfer
(und auch deren Mitarbeiter) doch jetzt schon so viel Geld bekommen, dass es ihnen wirtschaftlich gesehen, an nichts fehlt und dass die Beschaffung von weiterem Reichtum niemandem wirklich etwas
bringt. Außer neues Engagement. Aber das Umdenken, das scheint unendlich schwer zu sein, wenn man mal richtig drin ist im Geldverdienen. Wenn man es genau betrachtet, dann sind die
Menschen, denen es nur ums Geld geht, nämlich sehr sehr arm. Aber immerhin spart man sich die Ausgaben für den Vermögensverwalter.
Wenn alles schön modern ist, dann bräuchten wir vielleicht die Weltbank gar nicht mehr. Hat die überhaupt noch Bedeutung? Alle wollen auf Plastikgeld umsteigen. Schließlich zahlen viele
Menschen - vor allem die Gefährlichen - nur noch mit Bitcoins. Muss man nicht Sorge haben, dass alles, was uns bekannt ist, verloren geht. Das Papiergeld will ja auch niemand mehr haben. Es
könnte ja mit Corona vergiftet sein. Und bei der Geldwäsche eine Rolle spielen. Vielleicht lassen wir uns aus der Höhe mal wieder auf die Erde herunter! Der Fall könnte sonst tief werden. Bleiben
wir doch lieber bei dem, was uns vertraut ist. Bei dem, was wir noch ein wenig verstehen. Da, wo man noch mit Menschen spricht und nicht auf Maschinen angewiesen ist.
Vielleicht sollten wir an dieser Stelle noch einmal einen kompetenten Autor zusammenfassen lassen, was wir alles über unsere Gesellschaftsform zusammengestellt haben. Ich denke, dass manche
Menschen einfach rotsehen, wenn ich über die Äußerungen von Herrn Grottian (beispielsweise zum Comeback eines „Wirtschaftsspezialisten“ mit BlackRock-Erfahrung in die Politik) berichte. Und auch
bei Herrn Scheidler möchte mancher vielleicht wegen seiner recht drastischen Ausdrucksform von vornherein abblocken. In einer Gesellschaft hat man immer einen schlechten Stand, wenn man über
Schwächen eines Systems berichtet, das andere wiederum mit allen Mitteln verteidigen wollen, weil sie Angst haben, ihre Pfründe zu verlieren. Dabei darf man nicht vergessen, dass das gar nicht
einmal immer die ganz Großen sind sondern dass letztlich jemand, der nur einen ganz kleinen Anteil von einem Fond gekauft hat, um sich vielleicht eine kleine zusätzliche Rente im Alter zu
sichern, unbedingt auf der Seite der “Großen” steht. Denn schließlich geht es um sein schwer verdientes Geld, dessen Verlust er fürchtet, wenn es “seinem” Konzern an den Kragen gehen
sollte.
Genug der Vorrede. Ich möchte Sie mit den Ausführungen des Soziologen César Rendueles bekanntmachen: Herr Rendueles erklärt, der “postmoderne Neoliberalismus ist ein kalter und düsterer
Ort, an dem persönliche Güte und die Fürsorge für andere einen zum Verlierer machen.” Wir brauchen eine friedlichere Welt. Im Wochenendmagazin zu Weihnachten 2018
(Straubinger Tagblatt) wird das neue Gesellschaftsmodell von Herrn Rendueles gezeigt, und das ist ein ganz anderes, das ist nämlich ein zutiefst humanes:
Es geht darum, sich gegenseitig zu helfen und aufeinander aufzupassen. Diese alltägliche Solidarität ist in einer freien
Marktwirtschaft, in der selbst Branchen wie die Altenpflege in ein System empathiefreier Gewinnmaximierung eingebaut werden, fast schon so etwas wie ein subversiver Akt. Es ist nicht
verkehrt, von Unternehmenskultur zu sprechen.
Der Autor spricht von der “Verwandlung der Sozialpolitik in ein bürokratisches Herrschaftsinstrument”. Es ist eine herzlose Politik, die von der freien Marktwirtschaft offeriert wird. Man kann auch sagen, dass die Sozialpolitik pervertiert wird.
Jedermann kann diese Entwicklung beobachten bei der zunehmenden und oft fragwürdigen Privatisierung von Krankenhäusern,
Seniorenheimen und anderen Institutionen. Die Gesellschaften, die sich diese Häuser einverleiben, haben alle wohlklingende Namen und der Wechsel von einem Besitzer zum anderen verläuft beinahe
unmerklich, weil sich meist zunächst nur die Namen auf den üblichen Anschreiben ändern. Dazu wird meistens so etwas geschrieben wie “für Sie als Bewohner oder Patient ändert sich dadurch nichts”.
Es wird uns vorgegaukelt, dass wir bei all diesen gesellschaftlichen Änderungen auf der Seite der Gewinner stehen:
“Wir haben nicht nur zugelassen, dass Menschen mit einem pathologischen [also mit einem krankhaften] Verhältnis zur gesellschaftlichen Realität die Welt kontrollieren, sondern wir haben auch alles dafür getan, um selbst so zu leben wie sie. Ja mehr noch: Eine hohe Zahl an Wählern verschenkt ihre Stimmen an Menschen, die das kapitalistische Gewinnstreben in eine kalte und herzlose Politik umsetzen."
Die sachlichen und harten Formulierungen sind von einer großen Sorge um die Welt bestimmt. Der Titel des Buches ist treffend: Kanaillen-Kapitalismus.
Das hier vorgelegte Kapitel über Wirtschaftspolitik hinterlässt ein gewisses Gefühl der Ohnmacht, obwohl schon Andeutungen gemacht wurden, wie man sich zur Wehr setzen könnte. Wenn wir nun die
Ärmsten dieser Welt in den Blick nehmen, spüren wir sehr deutlich, dass man für diese Ausgebeuteten nicht viel tun kann. Setzen wir einmal voraus, dass Sie zu den Menschen gehören, die regelmäßig
für Menschen in ärmeren Ländern Geld spenden. Das ist schon viel. Aber darüber hinaus kommt man nicht weg von dem Gedanken, dass ja doch alles irgendwie „nichts bringt“, weil die Kräfte zu stark
sind, die unserem guten Willen entgegenstehen. Die Ödnis, in der sich die Ärmsten der Welt aufhalten, kann man nicht so einfach in einen Garten verwandeln. Die Entwaldung der Erde ist schwer aufzuhalten, weil wir - die Europäer - zu den Kunden gehören, an die sich Tropenholz gut verkaufen lässt.
Wenn wir nun ganz objektiv überlegen, was es da für Möglichkeiten gibt, dann sind mehrere völlig voneinander verschiedene Punkte zu beachten. Als erstes ist anzumerken, dass Neoliberalismus fast
für die gesamte Weltwirtschaft Handlungsnorm ist. Und da ist kein Platz für Arme. Für diese Aussage will ich Ihnen ein Beispiel geben. Gegen alle Vernunft wird in der westlichen Welt und
auch in anderen reichen Ländern zu wenig gegen die Klimakrise unternommen. Es ist nicht gut, wenn man den Kohlendioxid-Ausstoß mindern sollte und Kohlekraftwerke baut (Datteln 4), zumal man die
Kohle auch noch importiert. Sagen wir mal: Das ist kontraproduktiv und schädlich für die Umwelt, die Leidtragenden sind unsere Nachfahren und die Menschen in den ärmeren Ländern.
! Was nicht sein darf!
Unser Bewusstsein für Recht und Unrecht gilt anscheinend nicht für jeden Menschen. Zumindest muss man diesen Schluss ziehen, wenn man erfährt, wie sich ein deutsches Gericht gegenüber Schadenersatzforderungen aus einem armen Land verhält. Fakt: Im September 2012 erfuhr man aus der Presse, dass in Pakistan eine Textilfabrik abbrannte. Dabei sind 258 Menschen zu Tode gekommen und weitere verletzt wurden. Soweit ich mich erinnere, konnten die Menschen damals nicht vor dem Feuer fliehen, weil Sicherheitsmaßnahmen nicht beachtet worden waren. Es gab wohl nicht genügend Fluchtwege. Das verstehe ich so, dass sich das Unternehmen um die Gesundheit seiner Mitarbeiter wenig gekümmert hat. Nun haben es vier Pakistaner geschafft, eine Schmerzensgeldforderung gegen den Textilcounter Kik vor einem Gericht in Dortmund vorzubringen.
Es dürfte klar sein, dass ein solches Geschehen wie dieser Brand - wäre das in Deutschland passiert - nach deutschem Recht nicht nur die Schadenersatzforderungen erfüllt, sondern die Verantwortlichen für die Sicherheit des Unternehmens, im Zweifelsfall den Unternehmer, zur Rechenschaft gezogen hätte. Das ist auch richtig so, denn es kann nicht sein, dass Menschen derartigen Gefahren durch ihre Arbeit ausgesetzt werden.
Aus der Tageszeitung vom 11.1.2019 war nun zu erfahren, wie die Richter des Landgerichts Dortmund entschieden haben. Die Klage wurde abgewiesen. Begründung: Die Ansprüche der Kläger seien nach pakistanischem Recht verjährt. Vielleicht muss dieses deutsche Gericht nach pakistanischem Recht verfahren. Doch selbst wenn das alles formal seine Richtigkeit haben sollte. In einer anderen Größenordnung ist dieses Urteil eine Verhöhnung der Menschen, die für uns wie Sklaven arbeiten müssen. Auf welche Paragraphen sich die Richter auch immer stützen: In einem Rechtsstaat wie Deutschland muss es Möglichkeiten geben, dass solchermaßen durch uns Geschädigte wenigstens den Schaden ersetzt bekommen, der ihnen zugefügt worden ist. Außerdem sollten die für den Schaden Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. Das ist das Mindeste, was man verlangen kann. Ich schäme mich für dieses Urteil und ich fordere - und das ist nicht nur so dahingesagt - von den Verantwortlichen, dass man sich der Not der Menschen annimmt, die sich an uns gewandt haben.
Fazit: Anderungen in der Wirtschaftspolitik notwendig
Aus dem bisher über die Wirtschaftspolitik Gesagten geht hervor, dass wir Änderungen anmahnen müssen, die all dem sehr ähnlich sehen, was zu allen Zeiten der Treibstoff zu Umstürzen und
Revolutionen in der Welt war. Bei den meisten Aufständen haben sich allerdings nur die Machtverhältnisse verlagert. Denken Sie an die bürgerliche Revolution in unserem Land. Hat sich im Grundsatz
etwas verändert oder sind nur Menschen einer anderen Schicht an die Macht gekommen? Ich überlasse es Ihnen, sich selbst ein Urteil zu bilden. In anderen Ländern war die Situation vielleicht
anders. Aber im Prinzip sind alle diese Umstürze durchaus vergleichbar in ihren Folgen. Um es an einem Beispiel deutlich zu machen: Die adeligen und nichtadeligen Grundherren, die den
Bauernstand aussaugten, sind verjagt worden. Letzten Endes sind wir heute so weit, dass eine direkte Ausbeutung zumindest für den Außenstehenden nicht mehr so deutlich erkennbar ist.
Dafür haben international agierende Investoren weltweit in den Entwicklungsländern - und nicht nur dort - das Land einfacher Leute an sich gerissen und mit ihrer Finanz-Macht ein riesiges
und mächtiges Imperium der Ausbeutung aufgebaut. Die Unterdrückten wohnen jetzt in anderen Ländern. Man kann auch sagen: Die Ausbeutung ist globalisiert worden. Heutzutage werden die
Länder auch nicht mehr in „kapitalistische“ und andere eingeteilt, weil diese Bezeichnungen nichts mehr aussagen. Ich wehre mich gegen alle Gewalt, auch bei Reformen, denn es trifft tatsächlich
zu, was mir da als Schlagwort in den Kopf kommt: Die Revolution frisst ihre Kinder. Was wir brauchen, das ist eine gute Entwicklungspolitik. So wie sie uns
Entwicklungsminister Müller vorbildhaft demonstriert.
Man kann es auch anders formulieren: In vielen Ländern dieser Welt gibt es wieder (oder noch) sehr Reiche und dazu eine unendliche Armut. Es gibt Länder, in denen ein paar Superreiche einer
großen Zahl von Menschen gegenüberstehen, die nicht das Nötigste zum Essen haben. Wenn man den „Durchschnittsbesitz“ - dieses Wort habe ich gerade erfunden - berechnet, dann ist dieser
beispielsweise in Indien ähnlich hoch wie in Deutschland. Ich nenne dieses unser Land, weil wir uns das Ganze dann besser vorstellen können.
Nun muss ich noch etwas Persönliches dazu sagen. Als Arzt wird man - ich sage das jetzt, ohne diese Aussage weiter zu hinterfragen - zu den gut Verdienenden gerechnet. Beispielsweise werden
bestimmten, für Ärzte bestimmte Zeitschriften - Prospekte beigelegt, in denen besonders hochpreisige Produkte angeboten werden. Denken Sie vielleicht an teure Weine oder exklusive
Eigentumswohnungen. Das sind also Prospekte, die auf ein gut zahlendes Publikum abzielen. Das ist ja auch nicht zu bemängeln. Aber es ist interessant, dass diese Klassifikation von der Industrie
routinemäßig vorgenommen wird. Bekannt ist auch, dass Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte oftmals von der Industrie gesponsert werden. Zumindest war das früher so. Prinzipiell ist das auch
nichts, was gegen das Recht verstößt. Als ich einen Vorstoß gegen diese Gewohnheit versuchte, erntete ich bestenfalls Gelächter für diese meine Einfältigkeit des Denkens. Ich finde, dass wir
Ärzte es nicht nötig haben, dass uns die Großverdiener das Essen bezahlen. Die Mentalität des „Alles-Mitnehmen-Wollens“ passt nicht zu der Einstellung, die ich als positiv vermitteln möchte.
Eine Bank, die sich bei einer derartigen Veranstaltung engagiert hatte, lud die potenziellen Kunden zu einem Vortrag ein, bei dem es natürlich um Geldanlagen - also um profitable Angebote - ging.
Dazu muss man sagen, dass es zu dieser Zeit noch reichlich Zinsen für Gespartes gab. Es war höchst interessant für mich, was der Vortragende uns erklären wollte: Es gibt so etwas wie ein
„physikalisches“ Gesetz, nach dem sich Reichtum immer häuft. Das erinnert mich daran, dass tatsächlich bei der Entstehung der Sterne sich im Weltall erst einmal Wolken von Sternenstaub sammeln,
die sich dann immer mehr vergrößern. Auf den Umlauf des Geldes bezogen bedeutet das: Wenn Du einer gewissen Zahl von Menschen jedem eine gleiche Summe Geld gibst, dann ist es nur eine Frage der
Zeit, bis sich das Geld bei einer kleinen Gruppe anhäuft. Beispiel dafür ist vielleicht der Anfang in der Bundesrepublik nach dem Krieg, wo jeder mit einem kleinen Geldbetrag ausgestattet wurde.
So lief das doch. Oder? Und wie sieht es jetzt aus? Die Anhäufungen sind tatsächlich entstanden.
Im Grunde ist das Allerweltswissen, aber es lässt uns verstehen, wie Wirtschaft funktioniert und wieso es für viele Menschen so wichtig ist, dass sie ihren „Besitz“ unbedingt vermehren wollen.
Natürlich kann ich jetzt darauf hinweisen, dass Jesus diese Problematik schon damals gesehen hat. Nicht umsonst hat er gesagt, man könne nicht gleichzeitig Gott und dem Mammon dienen. Die
Besitzenden dienen gern dem Mammon - und in den Hinweisen für den Umgang mit Geld habe ich auch die Empfehlung gefunden, man solle doch aus der Kirche austreten. Da könnte man - wenn man gut
verdient - eine Menge Geld sparen.
Die nicht so Reichen haben den Vorteil, dass sie sich - unbeschwert von der Sorge um noch mehr Reichtum - auch mit anderen Lebensmöglichkeiten auseinandersetzen können. Glückliche Menschen.
Allerdings betrifft das wohl nur wenige. Der Großteil der Weltbevölkerung ist bitter arm. Die Menschen können ihre Grundbedürfnisse nicht stillen. Und das kann es doch wirklich nicht sein. Hinzu
kommt allerdings noch - wenn ich an die Ausführungen von Herrn Radermacher denke - dass die Vermögenden in dieser Welt durch ihre immense Beteiligung am Kohlendioxid-Ausstoß unser Schifflein Erde
geradezu in das Unglück lenken. Wenn denn die Berechnungen von Herrn Radermachen stimmen.
Zunächst einmal wäre es wohl wichtig, sich einmal genauer mit den Ergebnissen der Studie von Herrn Radermacher zu befassen. Die Vielzahl von Faktoren, die auf das Weltklima wirken, auf die
Verhaltensweisen der Reichen zu beziehen, erscheint mir plausibel. Ich denke mal, dass in diese Berechnungen eingeht, wieviel Fahrzeuge bei diesen Leuten in Betrieb sind, wie viele
Flugreisen unternommen werden, welche Konsumgewohnheiten bestehen. Und ich denke, dass Herr Rademacher - wenn man das so sieht - recht hat. Zu den Ungerechtigkeiten in unserer Welt
gehört auch, dass Flugbenzin nicht besteuert wird. Billiges Fliegen bringt einigen wenigen Reichen Vorteile, der Allgemeinheit schadet es sehr. Und die Regierungen? Tun nichts gegen den Unsinn,
den niemand versteht.
Sehr problematisch sehe ich, dass unsere Steuergesetze es den Unternehmern ermöglichen, große Geldmengen als Werbungskosten von der
Steuer abzusetzen.
Das ist sinnvoll für den Einzelnen, der seine Fahrzeugkosten steuerlich geltend machen kann, weil er das Auto zur Fahrt in die Arbeit benötigt. In großem Stil angewandt dient diese Regelung nur
dem Profit.
Erinnern Sie sich daran, dass ich sagte, dass die Pharma-Industrie den Ärzten die Fortbildungen bezahlt. Kann sie leicht, denn die Kosten werden voll von der Steuer abgesetzt. Wem bringt das was?
Es ist ein Schaden, der der Allgemeinheit entsteht. Überhaupt scheint der Spitzensteuersatz für die wirklich Viel-Verdienenden noch zu gering zu sein. Bei einer weiteren Steigerung des
Steuersatzes für wirkliche Großverdiener würden die Anreize zur Ausweitung der Produktion geringer. Allerdings fürchten die Politiker mit Recht, dass ganze Industriezweige dann in andere Länder
abwandern würden. Da müssten sich die Politiker zumindest in Europa einig sein, wenn sie derartige Maßnahmen durchsetzen wollen. Bekanntlich haben die großen und weltbeherrschenden Industrien
ihre Standorte gern in Ländern, in denen die Steuerlast niedrig ist. Bei all diesen Themen haben wir alle zu wenig Wissen. Eine wenige kennen sich da aus. Und die verdienen sehr viel Geld damit,
dass sie die Industrie so beraten, dass diese möglichst viel Profit macht. Aber ich frage Sie: Besitz als Lebenszweck? Macht das denn Sinn? Vor allem: Wir nehmen mit unserer Gier
den Anderen ihre Lebensgrundlage. Wollen wir das wirklich?
Sie erkennen, dass Mechanismen in Gang sind, denen sich Einzelne kaum entgegenstellen können, denn auch diese Mechanismen werden wiederum auch nur von Spezialisten beherrscht. Es ist kein Wunder,
dass viele Menschen zu Politikverdrossenheit neigen, weil es tatsächlich so ist, dass man gegen das allgegenwärtige Profitdenken nicht ankann. Im Gegenteil, der Sog in diese Geschäfte wenigstens
selbst mit einzusteigen, begleitet jeden Menschen von der Ausbildung an durch das ganze Berufsleben. Jeder junge Mensch beginnt irgendwann mit Schulden. Lehrlinge bekommen nicht allzu viel Geld.
Wer ein Studium beginnt und keine reichen Eltern hat, ist auf Förderung angewiesen, die teilweise zurückgezahlt werden soll. Eine junge Familie wird viel Geld brauchen, besonders, wenn Kinder da
sind. Mütter müssen zur Arbeit gehen, wenn der Lebensstandard nicht absinken soll. Dass das dann notwendige Zweitauto Geld kostet und die Kinderkrippe ebenfalls, das ist bekannt.
Aus der Sicht des nüchternen Wissenschaftlers hört sich das, was wir von den von mir vorgestellten Kandidaten wissen, gar nicht mehr gut an. Können wir von ihm erwarten, dass er sich gegenüber solchen Überlegungen, wie sie von weitblickenden Persönlichkeiten im Hinblick auf die ungerechte Verteilung der Güter in der Welt vorgetragen werden, öffnet? Können wir erwarten, dass er sich für die Etablierung der Finanztransaktionssteuer einsetzt? Da müsste er wohl über seinen eigenen Schatten springen. Jegliche Politik kann nur dann gut sein, wenn sie alle Menschen in die "Fürsorge" hineinnimmt und auch die Belange unserer Nachkommen achtet. Es hat sich so ergeben, dass zwei Menschen, die wir alle kaum kennen, mit ihren völlig verschiedenen Ausrichtungen symbolträchtig für die Spaltung der Menschheit in zwei Gruppen stehen. Im Übrigen werde ich im Anschluss zeigen, dass es in unserer Regierung ganz hervorragende Leute gibt, die sich bewusst den Herausforderungen aus aller Welt stellen und neue Wege des Miteinander erarbeiten und gehen.
Man muss einfach von Menschen in einflussreichen Positionen verlangen, dass sie sich ihrer Verantwortung vor der Welt bewusst sind. Allerdings steht der genannte Herr nicht allein auf weiter Flur. Das Fatale für ihn ist nur, dass sein Handeln und damit auch sein Denken öffentlich geworden sind. Dafür gebührt dem Engagement des Aktivisten Grottian Danke gesagt. Meines Wissens ist der Kandidat, von dem hier die Rede war, katholischer Christ. Also darf ihn ein alter Mann in aller Bescheidenheit (das ist keine Floskel und es ist auch nicht ironisch gemeint) daran erinnern, dass man die Menschen an den Früchten erkennt, die sie heranreifen lassen. Und man darf getrost darauf hinweisen, dass man auch umkehren kann, wenn man auf dem falschen Weg ist. Und ich füge ehrlich hinzu, dass ich auch schon des Öfteren vom Weg abgekommen bin. Vor dem großen Sturz bin ich allerdings - Gott sei's gedankt - verschont geblieben.
Es ist einleuchtend, dass junge Menschen sich diesen Zwängen nicht entziehen können, wenn sie „mithalten“ wollen. Und wenn die ersten großen Klippen übersprungen sind, dann wird es für viele
Menschen Zeit, an eine Lebensversicherung zu denken, denn die gesetzliche Rente reicht für viele Menschen später einfach nicht aus. Da geht man zu einem Versicherungsunternehmen. Irgendwann
erfährt man, dass genau dieses Unternehmen ihr Geld in der Rüstungsindustrie verdient. Aber den Anbieter nach Anschluss einer Lebensversicherung zu wechseln, das bringt in den meisten Fällen nur
finanzielle Verluste. Gegenwärtig ist es sogar so, dass die Altverträge wenigstens noch die ehemals garantierten Zinsen abwerfen. Neuverträge gibt es nur noch zu schlechteren Konditionen.
Was können wir da tun? Wir fühlen uns ohnmächtig. Als Einzelnem sind einem da tatsächlich die Hände gebunden. Ratschläge kann man da nicht geben. Aber eines ist sicher. So
weitermachen wie bisher ist verantwortungslos. Revolution bringt nichts, denn vielfach müssten wir uns selbst stürzen, weil wir im System verankert sind. Im Übrigen muss man Gewalt in jeglicher
Form ablehnen. Auch wenn man meint, man könne dadurch etwas Gutes erreichen. Das ist aber ein Trugschluss. Wieder geht unser Blick auf Jesus: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Es ist
also notwendig, gewissen Forderungen der Gesellschaft nachzukommen. Allerdings steht Jesus immer auf der Seite der armen und einfachen Menschen. Wenn wir auf Ihn schauen, dann gibt es tatsächlich
nur einen sehr mühevollen Weg: Wir müssen über das alles sprechen und Stück für Stück versuchen, Ungerechtigkeiten abzubauen um Neues werden zu lassen. Über Bildung des Einzelnen könnte es
gelingen, den Kurs unserer Entwicklung allmählich zu ändern. In der Hoffnung, dass uns die Zeit nicht davonrennt.
Das Einzige, was uns dabei hilft, ist das Wissen, dass Jesus dieses Reich der Gemeinschaft will und dass Er auch will, dass wir uns alle beim Aufbau einer solchen Gemeinschaft selbst wandeln. Es
scheint so zu sein, dass dies der einzige gangbare Weg ist. Erinnern Sie sich an das Wort vom Kamel (bei den Wüstenbewohnern spielt dieses Tier im Sprachschatz eine große Rolle), das nicht durch
ein Nadelöhr geht. Was für uns Menschen unmöglich erscheint, das kann Gott vollbringen. Das wird Er aber nur dann tun, wenn wir unseren Teil zum Gelingen beitragen und die Formel: „Dein Reich
komme.“ nicht nur plappern. Wie heißt doch gleich das Sprichwort der Muslime: Vertrau auf Gott - und binde dein Kamel
an.
Es tut mir leid, dass ich da nichts sagen kann, mit dem man konkret etwas anfangen kann. Aber wahrscheinlich dürfen wir gar nicht so viel diskutieren. Da müssen wir einfach nur losgehen. Eine
Idee hätte ich allerdings: Wenn nun schon der Kleinanleger mit einem cleveren Vermögensverwalter, der sein Geld in der Industrie „arbeiten“ lässt, verdient, dann gibt es drei Ansätze zum
Einziehen von Steuern.
1. Der Kleinanleger wird sowieso zur Kasse gebeten, der kommt nicht aus.
2. Um das ganz große Geld geht es bei den Vermögensverwaltern. Da dürfte sich der Fiskus mal umsehen. Doch das ist schwierig, denn hier sitzen ganz kluge Leute, die sich ein Leben lang mit den
Themen Verdienen und Steuersparen befasst haben und im Prinzip nichts weiter tun, als Gelder hin- und herzuschieben. Und wenn diese Vermögensverwalter über mehr Geld verfügen, als manche Staaten,
dann lässt sich vorstellen, dass es sehr schwierig ist, hier wirklich Erfolge zu haben.
3. In der Industrie erscheint es mir wegen der Verflechtungen der Eigentumsverhältnisse genauso schwierig, einen wirklichen Einblick in die Gewinne zu bekommen.
Doch letzten Endes geht es darum, ob diese Steuereinnahmen vom Staat tatsächlich gewollt sind, denn an anderer Stelle habe ich schon einmal darauf hingewiesen, dass auch der Staat indirekt oder
direkt mit der Industrie verbandelt ist. Denken Sie nur einmal daran, was sich die Automobil-Industrie in Deutschland alles leisten kann, ohne wirklich zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Erinnern Sie sich auch daran, dass es BlackRock möglich ist, an den so genannten Schattenbanken zu handeln. Wollen wir das alle wirklich? Ich denke, nein, das wollen wir nicht. Wir wollen nicht,
dass unser Planet ausgeplündert wird, weil ein paar Superreiche den Hals nicht vollkriegen.
Neue Wege suchen
Manchmal gerät die Weltwirtschaft - und damit auch die Weltpolitik - in eine Sackgasse. Da gab es früher - so lernten wir das (Sie vielleicht nicht, aber ich) im marxistisch-leninistischen
Unterricht - nur eine Möglichkeit: Um vor dem Irrweg in der Innenpolitik abzulenken und nicht zugeben zu müssen, dass vielleicht der Markt übersättigt ist, dass eine weitere Steigerung der
Produktion sinnlos wird, da lenkte man - um Unzufriedenheiten zuvorzukommen - das allgemeine Interesse auf die Aktionen in anderen Ländern, die man dann für das eigene Versagen in der Politik
verantwortlich machte. Ich denke da nur an die sinnlosen Kriege in Europa mit den Nachbarvölkern. Ähnlich war es wohl mit der Kolonialherrschaft. Durch die Vereinnahmung fremder Länder schaffte
man neue Arbeitsfelder mit den entsprechenden geschäftlichen Möglichkeiten. Mit dem Blick auf das gewaltige Rom lässt sich feststellen, dass alles solange - zumindest für die Hauptstadtbewohner -
gut ging, bis man bei den Eroberungen an eine natürliche Grenze kam. Als die Kriege nicht mehr gewonnen werden konnten, ging es auch mit der Weltmacht bergab.
Aus der Geschichte hatte niemand gelernt. Letztendlich wurde der 2. Weltkrieg von Hitler vom Zaun gebrochen, als das Land sich gedemütigt nach der vorherigen Niederlage plötzlich im Aufwind
gesehen hatte. Ein psychisch kranker Demagoge konnte die Menschen in unserem Land verführen, weil er - so schien es wenigstens vielen Menschen - ein Rezept hatte, um das geschlagene Land wieder
gesund zu machen. Dass all die Aktivitäten, die der lähmenden Arbeitslosigkeit ein Ende machten, nur ein Ziel hatten, durch Krieg andere Völker zu unterjochen, das wollte man seinerzeit wohl
nicht sehen. Eine gewaltige Propaganda schaltete die Vernunft der Menschen aus und Repressalien der Nazis machten diejenigen mundtot, die den Schwindel durchschauten. Dieses „Rezept“ machte aus
Menschen Ideologen - und anscheinend gibt es immer noch Leute, die den Wahnsinn auch heute noch glauben.
Der Marxismus mit seinen Theorien ist überwunden - werden Sie sagen. Dabei vergessen wir, dass auch diese Lehre irgendwo ein Körnchen Wahrheit enthalten hatte. Marx hatte ganz richtig festgestellt, dass die „Akkumulation des Kapitals“, also die Anhäufung von Besitz, die Ursache der Problematik Arm - Reich ist. Das braucht auch nicht weiter bewiesen werden, denn es drückt den Tatbestand nur etwas anders aus.
Marx wollte die Armut beseitigen und seine Lehre wurde zum geistigen Unterbau für eine Reihe von Revolutionen, die vielen Menschen das Leben kosteten und letztendlich das nicht brachten, was Marx wollte.
Die Idee ist gescheitert. Dafür gibt es mehrere Gründe. Ein Grund ist sicherlich der, dass positive Veränderungen nicht durch Blutvergießen und Totschlag erreicht werden. Ein anderer
Grund ist wohl der, dass sich nach einem anscheinend erfolgreichen Umsturz neue Machthaber in das entstehende Machtvakuum einnisten. Nicht vergessen: Die Revolution frisst meist ihre
Kinder. Auch wenn Sie jetzt an bestimmte Ereignisse denken und die Revolutionäre, die es teilweise gut meinten, nun verteufeln, ich bitte Sie, alle Revolutionen und Aufstände gedanklich
zu analysieren. Sie werden herausfinden, dass es eigentlich nur ganz wenige unblutige Revolutionen in der Weltgeschichte gegeben hat. Eine davon ist die Aktion von Christian Führer, der
sich mit gläubigen evangelischen Christen in den bekannten Montagsgebeten gegen die Machthaber in der damaligen DDR gestellt hatte. Die Aktion war erfolgreich, denn sie war von dem Gedanken an
das kommende „Reich Gottes“, um das wir beten, geprägt.
Auch unsere Zeit ist nicht frei von Kriegen, die - als notwendige Verteidigung getarnt - in Wirklichkeit Angriffskriege sind. Man wird auch leicht feststellen können, dass solche Kriege
angezettelt wurden, um von wirklichen Problemen abzulenken. Und die wirtschaftliche Spannung, in der sich die Welt sieht, könnte dazu führen, dass Machthaber dieser oder jener Couleur auf den
Gedanken kommen, wieder einmal einen Krieg anzufangen. Damit - so diese kurzsichtige Denkweise - wird von eigenen Problemen abgelenkt und durch die Ankurbelung der Rüstungsindustrie ein gewisser
wirtschaftlicher Aufschwung erreicht. Man muss dann nur noch dafür sorgen, dass es so aussieht, als habe der Gegner den Krieg begonnen. Dann hätte man auch noch die Bürger für das Vorhaben
gewonnen und dazu auch noch ein „Feindbild“ in die Welt gesetzt. An anderer Stelle habe ich schon den Vorschlag gemacht, eine unabhängige Kommission zu schaffen, die sofort bei Beginn einer
militärischen Aktion eine neutrale Beurteilung vor der Weltöffentlichkeit abgibt. Solche Einrichtungen könnten allein durch ihr Vorhandensein die „Möchte-gern-Krieger“ vielleicht doch ein wenig
bremsen. Bei all dem Gesagten ging es immer nur um die Sackgassen der Menschheit. Und vor diesen Sackgassen müssen wir uns hüten. Dazu ist aber auch wichtig, um die Mechanismen zu wissen.
Wege aus wirtschaftlichen Problemen sind niemals mit militärischen Mitteln lösbar. Bei der wirtschaftlichen
Verflechtung ist es aber sehr schwierig, Ansätze für eine bessere Wirtschaftspolitik zu finden. Wenn wir einerseits die Überlegungen von Herrn Karl Marx nicht völlig verwerfen wollen,
andererseits aber unbedingt blutige Auseinandersetzung um den Besitz vermeiden wollen - dann müssen wir im Gespräch zwischen Unternehmern, Politikern und Partnern der Industrie - also den
Abnehmern der Produkte und den Mitarbeitern - sinnvolle Alternativen suchen. Eine derartige Lösung müsste für alle Beteiligten Vorteile bieten:
1. Die Industrie wird auf jeden Fall verlangen, dass ihr Engagement finanziell von Geldgebern mitgetragen wird. Das ist bei dem immensen Kapitalbedarf gar nicht anders möglich. Wir hatten schon
erfahren, dass weltweit agierende Vermögensverwaltungen ihr Geld in der Industrie anlegen.
2. Das Interesse des Staates besteht darin, eine hochentwickelte Infrastruktur entsprechend den Bedürfnissen der Bürger zu erhalten und die Fortentwicklung zu fördern.
3. Wir Verbraucher haben prinzipiell zwei Wünsche: Einmal soll die Industrie genau das herstellen, was wir brauchen. Dieses Anliegen ist dem des Staates ähnlich. Andererseits möchten wir als
Verdiener und Sparer an den Gewinnen der Industrie beteiligt werden. Bis jetzt versuchen wir das über Organisationen, die bessere Möglichkeiten als Einzelpersonen haben.
Versicherungsgesellschaften, Vermögensverwaltungen bieten sich da an. Außerdem wird von vielen Menschen Geld in Aktien oder Fonds angelegt.
Sie können feststellen, dass es im Grunde nur darum geht, dass wir Verbraucher selbst in den wichtigen Prozess der Herstellung von Produkten, die für die Gesellschaft notwendig sind, eingebunden
werden. Das allerdings ist gar nicht so einfach, da uns das Fachwissen fehlt.
Nun müssen wir über die Eigentümer der Industrie-Anlagen sprechen. Das mögen in den Gründerjahren kluge Männer oder Frauen gewesen sein, die gute Ideen und genügend Geld hatten, um beispielsweise eine Autofabrik zu bauen. Mir fällt dazu der Herr Glas ein, der so ein Werk auf die Beine stellte. Bekanntlich ist das dann später - damals angeblich noch durch Handschlag - an BMW verkauft worden. Der frühere Eigentümer wurde - aus welchen Gründen auch immer - durch ein Teamwerk von Menschen ersetzt, die die wachsenden Probleme gemeinsam schultern konnten. Schließlich wuchs auch der Kapitalbedarf und aus der einstigen kleinen Autofabrik wurde ein weltweit bekanntes Unternehmen, das hervorragende Fahrzeuge auf den Markt bringt. Über die Eigentumsverhältnisse wissen die meisten Menschen natürlich nichts. Das ist ja auch prinzipiell nicht so wichtig. Wichtig ist, dass ein Unternehmen Werte produziert und Arbeitsplätze bereithält. Es ist so, dass die Region von diesem Werte schaffendem Werk profitiert.
Nun stelle ich eine Frage, die geht aber nicht an eine bestimmte Firma, sondern an jeden Betriebsinhaber mit Verantwortung: Können die Mitarbeiter ihres Betriebes auch finanziell von den Gewinnen, die erzielt werden, profitieren? Sozusagen Firmenanteile. Andersherum gesagt, haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, Anteile zu erwerben? So wie es beispielsweise bei den Raiffeisenbanken der Fall ist? Das ist eine rhetorische Frage. Es geht einfach um einen direkten Weg von Arbeitnehmer zu Arbeitgeber. Es wäre sinnvoll, auf diesen Ebenen direkt miteinander zu sprechen. Und zwar gemeinsam mit den Gremien, die bisher auch schon zwischen diesen beiden Personengruppen vermittelt und verhandelt haben. Allerdings sind die Forderungen nach gerechtem Lohn, dem die Gewerkschaften nachgehen, nicht das Einzige, was miteinander besprochen werden sollte. Das „Miteinander“ beinhaltet mehr als Arbeitskampf und Streik. Sie merken nun schon, auf was ich hinauswill:
Auf die schrittweise Öffnung der Industrie für die Beteiligung der Beschäftigten vor allem an der Firma, in
der sie tätig sind. Es wäre ein Schritt in Richtung Genossenschaft. Solche Maßnahmen würden den Betrieben helfen, sie verbessern die Einbindung der Mitarbeiter in den Betrieb. Wir bräuchten eine
bessere "Firmenphilosophie"! Helfen vielleicht auch einmal, wenn "Heuschrecken" den Versuch einer feindlichen Übernahme starten wollen.
Auch wenn man nicht das gesamte Betriebsvermögen an die Mitarbeiter gibt, es würde sich ein Weg ergeben, zumindest kleine „Besitzanteile“ an d i e Menschen zu vergeben, die es
ermöglichen, dass überhaupt Gewinne erwirtschaftet werden. Im April 2019 entzündete sich ein Streit über die viel zu hohen Mieten. Wenn die Mieter bei Wohnungsbaugesellschaften Miteigentümer
wären, könnten die Mietpreise vielleicht auf ein vernünftiges Niveau sinken. Dazu würde man die Wohnungsbaugesellschaften nicht enteignen müssen. Man bräuchte sie nur zu einem solchen längst
fälligen Schritt verpflichten.
Vielleicht hatten die Leute ähnliches im Kopf, als man die Volkswagen-Aktien ausgab. Oder die Telekom? Man hört nichts mehr davon. Ist das alles wieder so geworden, wie man das vom Aktienmarkt
gewohnt ist: Ein reines Geschäft, bei dem auch der Anlieger an nichts weiter denken als an Geldvermehrung.
Der Fehler der Industrie ist, dass sie dieses Geschäft jedem Investor anbietet und nicht darauf achtet, dass in irgendeiner Weise eine Betriebsverbundenheit da ist und zweitens, dass man die Höhe der Geschäftseinlage pro Person nicht beschränkt.
Damit wurde den Finanzhaien natürlich Tür und Tor geöffnet. Denken Sie daran, dass das Eigentum eines bekannten und guten Autozulieferers kürzlich in die Hände eines anderen Landes gefallen ist, weil ein anscheinend sehr aggressiver Investor abgeschüttelt werden musste. Das Unternehmen Kuka konnte nicht mehr gehalten werden und ist der Wirtschaftspolitik eines anderen Landes geopfert worden. All das hängt mit der Gier aller Beteiligten zusammen und wäre nicht so einfach durchführbar gewesen, wenn man die Angestellten real am Unternehmen beteiligt hätte. Wenn man den einfachen Leuten, die die Arbeit machen, nicht vergönnt, was ihnen eigentlich zusteht, dann hat man es irgendwann - vor allem dann, wenn das Unternehmen ansonsten gesund ist - mit finanzkräftigen Investoren zu tun, die sich diese fetten Fische angeln. Armaturen im sanitären Bereich hat die Firma Hans Grohe gebaut. Es war ein gesundes Unternehmen. Doch irgendwann - die Gründe spielen gar keine Rolle - stand wohl ein Eigentümerwechsel an. Bekanntlich ist der Betrieb von den sogenannten "Heuschrecken" ausgeplündert worden. So konnte man das jedenfalls vor einigen Jahren in der Presse lesen. Die Mechanismen der aggressiven Übernahme sind weithin bekannt. Es wäre gut, in den Kreisen der rechtmäßigen Eigentümer immer wieder nachzudenken, wie man sich vor der Macht des fremden Kapitals schützen kann.
Ähnliche Überlegungen könnten dazu führen, dass auch Stadtwerke irgendwie ähnlich den Genossenschaften arbeiten. Damit hätten die Mitarbeiter und vielleicht auch die Kunden die Möglichkeit über
entsprechend gewählte Vertreter im Betrieb mitzubestimmen.
Im Ganzen gesehen, würde eine solche Veränderung bewirken, dass sich die Mitbesitzer mit „ihrem“ Betrieb in gewisser Weise identifizieren.
Es wäre ein Weg aus der Anonymität in die Gesellschaft, in der man sich sowieso schon engagiert. All das kann nur von der Industrie selbst initiiert werden. Wäre aber eine gute Aufgabe. So etwas ist vom Prinzip her etwas völlig anderes, als wenn man sein Geld beispielsweise in einem "Fond" anlegt. Denn beim Erwerben eines Fonds geht es um völlig andere Zielsetzungen, die rein auf Wirtschaftlichkeit - also auf Gewinn - angelegt sind.
Im Übrigen kannte ich einen Betrieb, in dem ein liebevoller Chef ein Klima der Zusammengehörigkeit geschaffen hatte. Er wusste - bei einer gar nicht so kleinen Zahl an Arbeitnehmern - von deren Sorgen mit kranken Kindern und den ganzen Problemen, die auch uns nicht fremd sind. Er war sich nicht zu schade, die Putzfrau nach Hause zu fahren, als sie sich nicht wohlfühlte. Mir gegenüber erklärte er, dass diese Frau ja auch eine ganz wichtige Funktion in der Firma hatte, die man nicht unterschätzen dürfe. Es war schon so, dass hier eine Vaterfigur die Geschicke des Betriebes leitete. Von Herrschen kann in einem solchen Fall nicht die Rede sein. Da passt eher das Wort von „guter Unternehmenskultur“. Wenn ich das erzähle, dann denke ich, wird deutlich, dass auf diese und ähnliche Weise Zusammenhalte geschaffen werden, die stark sind auch gegenüber einer aggressiven Wirtschaftspolitik. Wie bitte, Sie meinen, so könne es nicht gehen. Dazu sei der Druck von außen zu stark. Ich meine, das Gegenteil ist der Fall.
Eine derartige Firmenphilosophie könnte Schule machen, weil auch Andersdenkende erfahren, dass Menschlichkeit - an die erste Stelle gesetzt - sich zwar nicht unbedingt in der Höhe des Profits, dafür aber auf andere Weise ganz sicher auszahlt.
Nur wenn man meint, man könne mit „psychologischer“ Führung allein ohne wirkliche Empathie etwas erreichen, dann kann man nur entgegnen, dass jemand, der so denkt, überhaupt nichts verstanden hat. Denn das so tun, „als ob“, ist ein ganz schlimmes Gift, das die zwischenmenschlichen Beziehungen absolut vergiftet. Das kennen wir von den Demagogen. Dann schon lieber deutlich sagen, was man will. Dann weiß jeder wenigstens, wie er dran ist.
Man hat den Eindruck, dass eigene Gesetze Abläufe bestimmen und Menschen kaum mehr Einfluss auf bestimmte Entwicklungen haben. Stichwort: Konzerne für Vermögensverwaltung. Die Situation hat
Martin Buber recht schön dargestellt, obwohl seinerzeit für die meisten Menschen noch nicht sichtbar war, was der Philosoph uns zu sagen hat.
Denn vor einem Nu hast du es wie ich gesehen, dass der Staat nicht mehr gelenkt wird; die Heizer häufen noch die Kohlen, aber die Führer regieren nur noch zum
Schein die dahinrasenden Maschinen. Und in diesem Nu, während du noch redest, kannst du es wie ich hören, dass das Hebelwerk der Wirtschaft in einer ungewohnten Weise zu surren beginnt; die
Werkmeister lächeln dich überlegen an, aber der Tod sitzt in ihren Herzen.
Martin Buber
Wie bei uns Wirtschaftspolitik gesehen wird, hat Herr Ralf Müller in einem Kommentar im Straubinger Tagblatt am 15.3.19 deutlich gemacht:
Trotz Dieselskandal und... hat Audi im vergangenen Jahr einen Überschuss von 3,46 Milliarden Euro erwirtschaftet... In unserem Wachstumswahn sind wir so weit gekommen, dass ein Überschuss von 3,46 Milliarden Euro als Zeichen von Krise gewertet wird.
Recht hat der Kommentator, irgendwie scheinen manche Leute in der Wirtschaft nur noch auf ihren Sektor zu schauen. Dabei geht es
wirklich um mehr als um Absatz- und Gewinnrekorde. Früher nannte man es Betriebsblindheit, wenn Fachleute nicht mehr über ihren kleinen Horizont hinausblicken.
Gott sei Dank lässt sich die Jugend heutzutage nichts mehr vormachen. Die Schülerproteste gegen die Klimapolitik - initiiert von der 16-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg - gibt es jetzt auch bei uns in Bayern. Und die finden statt, auch wenn Strafen angedroht werden. Gut so. Wehrt euch gegen den Ausverkauf der Welt, den wir Alten betreiben! Ihr habt recht, irgendetwas ist uns im Bereich der Wirtschaft aus der Hand geglitten. Es gehört Mut dazu, sich Verweise einzusammeln und vielleicht sogar noch mehr Schwierigkeiten in Kauf zu nehmen. Die Politiker haben inzwischen Kenntnis genommen von den Forderungen der jungen Generation. Nun wird es Zeit, in Gespräche zu kommen und die verantwortungsfreudigen Schüler an Entscheidungen teilnehmen zu lassen. Im Übrigen: Es könnte der Sache abträglich sein, wenn man den Bogen überspannt. Demonstrationen in der Freizeit würden nun, nachdem die Problematik dargestellt worden ist, dem Anliegen noch mehr Glaubwürdigkeit verleihen.
Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat genau wie der Querdenker (früher hatte dieses Wort eine durchaus positive Bedeutung). Martin Buber schon vor Jahren gezeigt, wohin Politik und Wirtschaft
tendieren. Konrad Lorenz hat die Entwicklung vorausgesehen. Sie erinnern sich an die drastischen Sätze in seinem Buch „Die acht Todsünden der Menschheit“.
Erich Fromm hat in seinem bekannten Werk „Sein und Haben“ ähnlich Kritik an einer Entwicklung geübt, deren Folgen wir jetzt erst allmählich durchschauen.
Dieses sehr umfangreiche Kapitel schreit geradezu nach einem Abschluss, der das Ganze irgendwie zusammenfasst. Vielleicht kann man sagen, dass sich unsere Weltwirtschaft mit der Orientierung nur am Profit auf einem Weg befindet, der in eine Sackgasse führt. Momentan ist eine Zeit, in der man die Forderungen der Kirche aus verschiedenen Gründen nicht mehr ernst nimmt. Dabei waren die Impulse, die immer wieder von guten Leuten aus dem religiösen Bereich gekommen sind, gar nicht schlecht. Ich denke, dass nur die Mentalität des Teilens und des Miteinander uns Menschen Zukunft bieten.
Am 15.1.2022 konnte man unter dem Titel: "Mehr Wertschätzung für Lebensmittel" aus dem Straubinger Tagblatt erfahren: "Der neue Bundesagrarminister Cem Özdemir wirbt für mehr Achtung gegenüber der Arbeit der Bauern. Er will dafür auch einem ständigen Preiskampf entgegenwirken." Das ist eine gute Nachricht, die sich gegen die Ausbeutergesellschaft stellt und den arbeitenden Bauern Erleichterungen bringen wird. "Es ist nicht in Ordnung und es ist vor allem auch nicht alternativlos, wenn die Landwirtin oder Landwirt von dem Euro, den der Kunde im Laden für das Schweinefleisch ausgibt, gerade mal 22 Cent bekommt", sagte der Grünen-Politiker am Freitag im Bundestag. Natürlich gab es bei der Diskussion auch Gegenwind. Es wird sich herausstellen, ob es zu Veränderungen kommt.