IV16wki* MAGD des HERRN
Maria mit dem Kind an der Brust - ein Motiv, das man so sehr selten sieht. Ich habe diese kleine Porzellanfigur in einem Schaufenster fotografiert.
Ein junges unscheinbares Mädchen - ein Teenager - wurde von Gott auserwählt, die Mutter Seines Sohnes zu werden. Maria sieht sich selbst als eine "Magd des Herrn". Sie ist auf den Wunsch Gottes eingegangen und hat ihr "Ja" zum Heilsplan des Vaters gegeben. Deshalb ist sie gepriesen unter den Frauen. Auf die Worte des Herrn zu hören, ist sehr wichtig. Maria ist uns ein Vorbild.
Kardinal Josef Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI., hat das in seinem Buch "Jesus von Nazareth, Prolog Kindheit" recht schön dargestellt, dass es Gott sich nicht leicht gemacht hat, sondern Seinen Antrag auf Mithilfe vorgetragen und die Mitwirkung nicht einfach vorausgesetzt hat. Er hat dieser Frau die freie Entscheidung überlassen. Und die Antwort war: "Mir geschehe nach deinem Willen."

Wenn nun Maria den Willen des Herrn so sehr geachtet hat und damit das Heilswerk Jesus für uns "zum Laufen" gebracht hat, dann dürfen auch wir darauf hoffen, dass sie auch für uns eintritt und hilft, dass wir den rechten Weg zu Jesus finden. Damit der Kreuzestod ihres Sohnes auch möglichst ganz vielen Menschen zugutekommt.
So ganz einfach war das ja nicht mit Jesus. Eigentlich gab es schon die erste Aufregung,
als Er noch gar nicht auf der Welt war.
Skandal: Maria bekommt ein Kind - hat aber zunächst einmal überhaupt keinen Ehemann,
was zu damaliger Zeit sicher nicht einfach war.
Nun lasse ich einen Marienverehrer zu Wort kommen.
Das Besondere an Maria ist, dass sie sich als Mutter Gottes keineswegs einen besonderen Rang einräumt. Im Magazin zum Wochenende (Straubinger Tagblatt) vom 15.8.2014 hat Domvikar Msgr. Dr. Bernhard Kirchgessner, Passau, einen Artikel geschrieben, dem ich die folgenden Sätze eines anderen Autors entnommen habe:
„Auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut... Wer sie (Maria) recht ehren will, darf sie sich nicht für sich allein
vorstellen, sondern muss sie vor Gott und weit unter Gott stellen und sie da ohne Schmuck stehen lassen, in ihrer Nichtigkeit (wie sie sagt) ansehen...“
Bemerkenswert ist, dass der Verfasser die Frau ganz nüchtern sieht, ohne Verklärung und gerade deswegen genau das ausdrückt, was Maria will. Der Verfasser dieser Zeilen ist - und den Namen habe
ich genau wie Msgr. Kirchgessner bis zum Schluss zurückgehalten, um Sie, verehrte Leser und -innen, zu überraschen: Der Schreiber dieser beachtenswerten Zeilen ist Dr. Martin Luther.
Jetzt zeige ich Ihnen noch etwas Besonderes, das in unserer Heimat sehr gepflegt wird: Das Malen für Maria
Dazu schauen wir auf Votivtafeln aus der Wallfahrtskirche Pilgramsberg. Das sind gewissermaßen gemalte Augenblicke, in denen die Menschen bei einem Schicksalsschlag gemeinsam mit der Mutter Gottes Ihn den Herrn selbst angesprochen haben.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt in der Beziehung zwischen den Heiligen - insbesondere Maria - und uns Erdenbürgern. Da verweise ich auf ein Interessengebiet meines langjährigen lieben Kollegen Dr. Thomas Engl in Zinzenzell. Der folgende kleine Ausschnitt aus einem Bericht von Herrn Engl zeigt die enge Verzahnung frommen Denkens mit der Alltagswirklichkeit und dem ärztlichen Auftrag.
Votivtafeln gibt es seit dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die Volksfrömmigkeit war noch von unkomplizierter, einfältiger Art. In der Not, etwa einer Krankheit,
wurde ein Heiliger angerufen und für eine Heilung Wallfahrt und Votiv (Gabe) versprochen...
Die genaue Darstellung der Heilung bzw. der Gebetserhörung auf dem Votivbild sowie im Text wurden von den Wallfahrtskustoden bei Androhung himmlischer Strafe geboten. Die Votivtafeln sollten von
der Kraft des angerufenen Wallfahrtsortes zeugen. Die deshalb gebotene realistische Darstellung macht die Votivtafeln zu wertvollen historischen Dokumenten... Der Zug der Pest im späten
Mittelalter hat auf Votivtafeln seine Spuren hinterlassen, wie auch die vielen anderen Epidemien im Laufe der Zeit. Neben den Seuchen waren es vor allem Unfälle und Infektionskrankheiten, aber
auch „Lungensucht und Blutsturz“, die Themen für Votivtafeln bildeten. Die Votivgabensammlung „Kriss“ im Bayerischen Nationalmuseum München zeigt dies deutlich.


Da habe ich noch eine recht schöne Votivtafel aus der Wallfahrtskirche Pilgramsberg.

Das Kapitel über die heilige Jungfrau scheint auf dieser Website über unsere Heimat Niederbayern irgendwie für sich allein zu stehen. Nun der Bezug zu unserer Heimat ist auf jeden Fall da. Darüber hinaus - und das ist das Wichtigste - ist Maria die Person, die uns zu Jesus hinführt. Sie gehört zur Schicht der einfachen und arbeitenden Menschen, die ihr Brot manchmal unter Tränen essen. Und ihre Aufgabe auf dieser Erde war bestimmt nicht leicht. Geben wir ihr deshalb hier die Ehre und lassen wir uns von ihr zu Dem führen, Der sich als das A und O, als der Anfang und das Ende, als Messias, als Sohn Gottes und als Friedensbringer offenbart hat. Und wir dürfen immer auf die Fürsprache der Mutter Gottes bei ihrem lieben Sohn rechnen. Weil es diese wunderbare Gemeinschaft zwischen beiden gibt, die auch uns einschließen möchte.