V 20he* ENERGIE

V 20he* ENERGIE

Text in wesentlichen Punkten überarbeitet. Neuere Fassung nicht hier, sondern im eBook

 

 

Methangas ist ein guter Energieträger

- aber nur wenn nachhaltig erzeugt

vorzugsweise aus Solar- oder Windenergie

 

Ein Energieplan ist notwendig, denn Energie steht im Mittelpunkt aller wirtschaftlichen Interessen. Verbrennungsenergie hinterlässt Schadstoffe, die für die Klimaveränderungen in hohem Maße mitverantwortlich sind. Der Kohlendioxid-Ausstoß sollte weltweit begrenzt werden. Das wiederum wird man kaum von den Ländern verlangen können, die sich noch in der Entwicklung befinden und auf die Verwertung von Kohle angewiesen sind. Es ist nicht verwunderlich, dass es sehr viele Ansätze gibt, den CO2-Anstieg zu bremsen. Ich stelle Ihnen einen speziellen Aufsatz vor, der sich mit den Vorteilen von nachhaltig produziertem Methan als Energieträger und Energiespeicher befasst. In leicht veränderter Form habe ich diesen Artikel 2011 an die Bundesregierung geschickt. Es werden Möglichkeiten erörtert, nachhaltige Energiequellen noch besser als bisher zu nutzen. Der Transport von Energie in Form von Strom stößt an Grenzen. Die Notwendigkeit der Speicherung von Energie wird deutlich.  Es wird über eine technisch bereits erprobte Möglichkeit gesprochen, diese Probleme zu lösen:

 

Energiespeicherung und -transport im Gasleitungsnetz mittels Methan.  Aber es ist nur sinnvoll für Methan, das elektrolytisch aus Sonnenenergie gewonnen wurde.

 

Es muss ganz deutlich gesagt werden, dass hingegen die Nutzung von natürlich vorkommendem Erdgas in vielerlei Hinsicht ein Rückschritt ist, der dem Ziel der Klimaneutralität schadet. Schon deswegen ist der Bau einer Pipeline zum Bezug von Erdgas ökologisch gesehen keinesfalls sinnvoll. 

 
Für die Motorisierung müssen neue Treibstoffe gefunden werden, weil man den Individual-Verkehr (in einem gewissen Umfang) weiterhin beibehalten muss. Das Heizen mit Öl sollte der Vergangenheit angehören. Die noch vorhandenen Ölreserven sollten der chemischen Industrie zur Verfügung gestellt werden. Erdöl ist der Grundstoff für viele Produkte. Synthetisch erzeugtes Methangas bietet sich hierfür als Energieträger an.

 

Die derzeit technischen Möglichkeiten zur Einsparung von Heizöl, die teilweise bereits realisiert sind, werden als Schema gezeigt:

Verminderung des Verbrauchs                                                        Erschließung von Ressourcen

 

Einschränkung des Individualverkehrs                                           Biomasse (aus Abfällen!)

Verlag der Transporte (Personen und Güter) auf Schiene             Methan (aus Solar- und Windenergie)     

Energieeffiziente Heizanlagen,Kohleverbrauch mindern            Wind- und Solarenergie (Direktverwertung)

Ölverbrennung einschränken, Wärmeisolierung bei

Wohngebäuden

  
Diese Aufstellung bringt die uns allen wohl bekannten Gesichtspunkte. Neues ergibt sich erst bei der Bewertung der Details. Bei der Versorgung mit Erdöl ist man bereits an einem Punkt angelangt, wo man das Öl teilweise mittels ökologisch sehr bedenklicher Methoden unter Hinterlassung von schweren Umweltschäden gewinnt. Die Suche nach neuen Öllagerstätten bringt die Gefahr neuer kriegerischer Auseinandersetzungen mit sich. Das noch zur Verfügung stehende Öl sollte dringend für den Bedarf der chemischen Industrie zur Verfügung stehen. Schon jetzt zeigen sich auf dem Markt drastische Preiserhöhungen, weil viele Länder auf einem Entwicklungs-Niveau angelangt sind, wo intensiver Energieverbrauch erfolgt, der den Preis in die Höhe treibt. Eine Anhebung der Förderung erscheint nicht sinnvoll, da man die wertvolle Ressource nicht noch weiter zu Lasten nachfolgender Generationen ausbeuten sollte.

 

Große Anstrengungen sind für die Fortführung der Energiewende notwendig. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass möglichst viel nachhaltige Energie zu den Verbrauchern gelangt. Da man die herkömmlichen Kraftwerke nur mit gleichbleibender Leistung fahren kann, braucht man Flexibilität in der Energieversorgung. Der Umstieg auf Gaskraftwerke ist sinnvoll, da diese Kraftwerke leistungsflexibel sind. Dadurch kann man die nachhaltigen Energien besser nutzen. Weil Strom nicht speicherbar ist, ist der Erzeugung von Gas aus Strom Vorrang einzuräumen. Die Gas-Strom-Umwandlung ist nur sinnvoll, wenn der Strom aus nachhaltigen Quellen kommt. Die beschriebene Entwicklung ist notwendig, damit die Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen nicht deswegen behindert wird, weil die „Energie-Transport-Kapazitäten“ für Elektrizität mittlerweile an ihre Grenzen gestoßen sind. Forderung an die Politik: Stellen Sie - verehrte Politikerinnen und Politiker - die Weichen für einen modernen und den Bedürfnissen der Zeit angepassten „Energie-Transport“. Methangas - aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen - bietet sich als geeignetes Medium an. Das Leitungsnetz ist vorhanden und braucht kaum ausgebaut werden.  Es wird im Weiteren zu zeigen sein, dass die Umwandlung von Strom in Methangas noch weitere sehr bedeutende Vorteile mit sich bringt.

 

In den nächsten Jahren lässt sich ohne großen Aufwand ein Nahziel erreichen, ein Ziel, das noch keine einschneidenden Maßnahmen verlangt, sondern lediglich durch geschickte Energiepolitik erreichbar sein sollte. Wir sollten in verstärktem Maße als bisher aus (Wind- oder Solarenergie erzeugtes) Methan oder Wasserstoff  verwerten.

 

Öl wird heutzutage immer noch als einer der wichtigsten Energieträger verwertet. Es ist sinnvoll, das gesamte Energiemanagement zumindest bundesweit zu analysieren, wenn man sinnvolle Lösungen anstrebt. Entsprechend einer Gesamt-Bilanz Energie lassen sich gewünschte Veränderungen nur erzielen, wenn entweder die Ausgaben sinken oder die Einnahmen erhöht werden. Welche Möglichkeiten gibt es, um den sichtbar werdenden Mangel an Öl zu kompensieren? Zuerst einmal die „Sparmöglichkeiten“ beim Autofahren. Umdenken ist auf allen Gebieten notwendig.

 

Der Ölverbrauch wird im Wesentlichen mitbestimmt durch Heizen und die Nutzung in Verbrennungsmotoren. Hier ist die Auto-Industrie gefordert, sparsamere Autos zu bauen. Allerdings wird uns dies seit Jahren versprochen. Es hat sich jedoch kaum etwas geändert. Forderung an die Politik: Durchsetzung des sparsamen Autos mit entsprechenden Anreizen. Das ist politisch durchsetzbar und ohne schwerwiegende Eingriffe in das noch gut funktionierende derzeitige System einzubringen. Angesichts der momentanen Situation ist die Fahrzeugindustrie gut beraten, sich positiv einzubringen. Man kann Zeit gewinnen, um späterhin weitere Schritte vorzunehmen. Aus dem Schema ist ersichtlich, dass zunächst einmal der Ölverbrauch gedrosselt werden sollte.

 

Andererseits sollte man alternative Energiequellen aufmachen. Darüber wird später noch ausführlich zu sprechen sein. Zunächst soll die Nutzung des Öls für Heizzwecke angesprochen werden. Ölheizungen verbrennen den wertvollen Bodenschatz Erdöl. Der Heiz-Effekt ist bekanntlich nur von sehr kurzer Dauer. Das Heizungsverhalten einer einzigen Generation hat allein in West-Europa immense Mengen an Öl verschlungen. Dank an die Politik der Bundesregierung: Mit der Förderung der Wärme-Isolierung von Wohngebäuden ist ein Teil einer „konzertierten Aktion“ zur Minderung des Ölverbrauchs verwirklicht worden. Bitte weitermachen! Die Förderungsmaßnahmen sind ein guter Beitrag zur Senkung der Energiekosten, ein erster Erfolg versprechender Schritt in die Zukunft. In ähnlich positiver Weise ist die Förderung nachhaltiger Heizungen zu bewerten.

 

Entsprechend der zu Anfang dargestellten Übersicht lässt sich Einfluss auf den Energiehaushalt auch dadurch nehmen, dass man neue Ressourcen erschließt und dem bestehenden Energiebedarf durch andere Energieformen nachkommt. Hier bieten sich gute Chancen, Veränderungen herbeizuführen. Sparmaßnahmen allein werden von niemandem als attraktiv empfunden. Der Umstieg auf eine andere Energiequelle hat schon psychologisch einen anderen Stellenwert. Es handelt sich sozusagen um etwas Fortschrittliches, während das Sparenmüssen stets mit dem Negativ-Image des Rückgangs behaftet ist.


Damit kommen wir schon vom reinen Sparen weg zur

 

Suche nach alternativen Energiequellen zum Heizen.

 

Forderung an die Politik: Anreize schaffen, damit alternative Energiequellen bei Heizungen besser genutzt werden. Pelletheizungen, Gasheizungen, Kraft-Wärme-Kopplung, Fernwärme, Nutzung der „Abfallwärme“ bei industriellen Prozessen, Solarthermie – Die Möglichkeiten sind den örtlichen Gegebenheiten anzupassen: Geothermie-Wärme ist nur an bestimmten Standorten möglich, Abfall-Wärme ist an Industriestandorte gebunden. Wärmepumpen sind anscheinend eine optimale Lösung im Bereich von fließenden Gewässern. Sie hätten den großen Vorteil, der Erwärmung der Flüsse entgegen zu wirken. Auch die Außenluft kann zur Wärmeerzeugung mittes Wärmepumpe genutzt werden. Solare Wassererwärmung ist nur möglich, wenn besonnte Dachflächen vorhanden sind usw. Wenn die Politik Anreize schafft, wächst die Kreativität von selbst.

 

Betrachten wir nun die Erdöl-Nutzung durch Kraftfahrzeuge, auch im Hinblick auf andere Möglichkeiten des Güter- oder Personenverkehrs. Ein ganzer Industriezweig (und eine wichtige Steuerquelle für den Staat) ist das Resultat einer jahrzehntelangen Entwicklung, in der das Auto eine immer wichtigere Rolle gespielt hat. Mittlerweile scheint wohl beinahe jeder zehnte Arbeitnehmer direkt oder indirekt mit der Auto-Industrie zu tun zu haben. Das hängt damit zusammen, dass kein Mensch die rasante Entwicklung vorausgesehen hat und man dem Individualverkehr wegen seiner offensichtlichen Flexibilität und vieler weiterer Vorteile, die man hier nicht erörtern muss, eine Vorrangstellung eingeräumt hat. Zu dieser Entwicklung gehört auch die Schaffung der Infrastruktur mit Pipelines, Raffinerien und einem riesigen Tankstellennetz. Diese gewachsenen Strukturen lassen sich beim besten Willen nicht einfach durch etwas anderes („Ausgedachtes“) ersetzen. Nur leider ist es so, dass man auch nicht einfach so weitermachen darf, als gäbe es unendliche Vorräte an Öl, da man das Problem nur verschlimmert, um es dann schließlich der nächsten Generation zu übergeben.

 

Es geht also wohl darum, in einer Art sanften Übergang die Energieversorgung von Öl auf einen anderen Energieträger voranzubringen und wenn möglich, schon vorhandene Strukturen wenigstens größtenteils weiter zu nutzen.  


Zu den vorhandenen Strukturen gehören die Anlagen der Deutschen Bahn genauso wie die städtischen Einrichtungen zur Personenbeförderung.

Die Umstellung vom Individualverkehr auf Bahn und Bus geht viel zu langsam vonstatten.  

 

 

Um vom Individualverkehr ein wenig wegzukommen, braucht man nicht erst neue Verkehrseinrichtungen zu schaffen. Allerdings bräuchten diese Einrichtungen des Personen-Verkehrs eine gewisse Förderung. In der Schweiz spielt die Eisenbahn eine wichtige Rolle bei der Entlastung der Straße. Dafür gibt es in diesem Land Tarife, die den Benutzern die Trennung vom geliebten Automobil leichter machen. Der Begriff "Bahnland Schweiz" ist durchaus zutreffend. Man hat nämlich auch sehr gute Fahrpläne. Anscheinend werden die auch eingehalten, egal, ob es gerade zu kalt oder zu heiß ist. Forderung an die Politik: Rahmen-Bedingungen verbessern, damit wenigstens ein Teil des Güter- und Personenverkehrs auf die Schiene verlagert werden kann. 

 

Die Umstellung der riesigen Autoflotte auf eine andere Energiequelle kann auch nur in sehr kleinen Schritten erfolgen. Allerdings bieten sich auch hier (jetzt schon vorhandene) Möglichkeiten an. Eine vernünftige Alternative ist Methan. Das Methanauto - man spricht immer noch vom Erdgasauto - ist ausgereift, wird in Serie gebaut und ist ein sehr umweltfreundliches Fahrzeug. Die großtechnische Methangas- oder Wasserstoffproduktion müsste angestoßen werden. Eine mittelfristige Umstellung auf Methan würde einen sanften Übergang auf diesen Treibstoff ermöglichen. Allerdings müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Die Steuererleichterung für dieses Gas (damals für Erdgas bis 2008) müsste auf jeden Fall - für synthetisch und umweltfreundlich erzeugtes Methan - weiter fortgeschrieben werden. Gleiches gilt für die Wasserstofftechnologie. Das Methan-Tankstellen-Netz ist noch nicht genügend ausgebaut. Das liegt zum Teil daran, dass viele dieser Tankstellen mit Verlust arbeiten. Wenn die Stadtwerke finanzielle Vorteile in der Anschaffung von Methangas-Bussen erkennen würden, würde es in diesen Städten - ein gutes Vorbild ist Deggendorf - auch entsprechende Tankstellen geben, die nicht nur zur Versorgung der öffentlichen Verkehrsmittel dienten. Auch in Augsburg fahren die Busse erfolgreich mit Methangas. Wasserstoff als Treibstoff ist ähnlich positiv zu bewerten. Bald würden die Autofahrer erkennen, dass das Fahren mit Methangas (oder Wasserstoff) eine preisgünstige Alternative zu den konventionellen Treibstoffen darstellt. Von Vorteil ist übrigens auch noch, dass man dieses Gas nicht mit Tankwagen transportieren muss. Der Anschluss an bestehende Gasleitungen ist ein wichtiger Punkt, der diesen Treibstoff auch auf Dauer preisgünstig halten kann. Auf jeden Fall sollte das Methan-Tankstellen-Netz zügig ausgebaut werden. Entsprechende Anreize dafür sind zu schaffen.

 

Die Herstellung von Methan aus Wasserstoff unter Bindung von Kohlenstoff aus dem Kohlendioxid der Luft hat den Vorteil, dass sich das Kohlendioxid auf diese Weise wenigstens für einen gewissen Zeitraum nicht klimaschädlich auswirken kann. Beim natürlichen Erdgas ist das Gegenteil der Fall: Bei der Verbrennung von Methan wird klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

 

Bei den an die Politik gestellten Forderungen handelt es sich um Maßnahmen, die kurzfristig einzuleiten sind und als sanfter Einstieg in eine umfassende Wende in der Energiepolitik anzusehen sind. Bei zunächst kleinen Änderungen der Gesetzgebung in der Energiepolitik könnte man wichtige Veränderungen erzielen. Veränderungen, für welche bis zu diesem Punkt keine nennenswerten Kosten anfallen. Es mag sein, dass die Veränderungen nicht sehr spektakulär sind. Doch diese Maßnahmen sind nicht nur ein erster Schritt, sondern eine gute Vorbereitung für die entscheidenden Änderungen, die zu weitgehender Unabhängigkeit vom Erdöl führen sollen.

 

Methan lässt sich problemlos transportieren.

Die Infrastruktur dafür ist bei uns vorhanden.

 

Kann es sein - ganz bewusst wiederhole ich mich hier - dass die Überlegungen zur Energie-Politik weniger ein technisches als ein politisches Problem ist?

 

An dieser Stelle ist eine eindeutige Feststellung notwendig, weil diese für die weiteren Überlegungen sehr bedeutsam ist:

Im Gegensatz zu Strom ist Methangas hervorragend speicherbar.

 

Anstelle der riesigen Gasbehälter, die für die Älteren unter uns, noch gut vorstellbar sind, hat man heutzutage unauffällige Druckspeicher, die das Stadtbild nicht verschandeln und genauso wirkungsvoll Gase speichern können. Also es ist festzuhalten: Methangas ist optimal, wenn es nachhaltig produziert ist. Im Gegensatz zu Strom ist es gut speicherbar, es kann verlustfrei transportiert werden.       

 

Manche Vorstellungen aus früheren Zeiten müssen verworfen werden. Elektrischer Strom erscheint für den Verbraucher als „sauberste“ Energieform in der Anwendung. Nachteilig ist, dass auf dem Weg zum Verbraucher sehr viel an Energie verloren geht. Sehr nachteilig ist, dass man Strom nicht speichern kann. Die Speicherung von Strom ist indirekt möglich, indem man die Elektrizität in eine andere Energie-Form überführt. Das ist aber aus technischen Gründen nur sinnvoll bei nachhaltig erzeugter Elektrizität. Darüber wird noch zu sprechen sein. Ein Leitungsnetz zur Versorgung der Verbraucher mit Strom existiert. Es ist veraltet, erneuerungsbedürftig und bei der Leitungsauslegung wurde seinerzeit nicht erwartet, dass sich im Laufe der Entwicklung ganz neue Energieströme ausbilden (Solar- und Windstrom). Für diese Stromerzeuger reicht das derzeitige Leitungsnetz nicht aus. Sehr hohe Kosten und auch andere Gründe sind bedeutende Hindernisse beim Ausbau des Netzes. Fazit: Strom ist eine bedeutende Energie. Strom wird aus anderen Energiequellen gewonnen. Strom ist die „klassische Transportform“ der Energie. Der Transport des Stroms führt zu Energieverlusten. Der geplante bevorstehende Ausbau des Stromnetzes als Nord-Süd-Achse ist mit allerhand Schwierigkeiten verbunden. Es wäre zu überlegen, ob man nicht lieber die Strom-zu-Gas-Variante wählt und auf die schon bestehenden Gas-Leitungs-Netze setzt. Vielleicht auch parallel zu den derzeitigen Planungen, denn die Vorteile von Gas als Transportmedium für Energie sind sehr bedeutend. Endlich wird damit begonnen, die Busse in den Städten mit Methan zu betreiben. In Deggendorf besteht schon immer eine solche Tankstelle und in Straubing wird eine solche in Betrieb genommen.

 

Kohle ist immer noch ein gebräuchlicher Energieträger. Die Verbrennung von Kohle ist mit der Entstehung des Gases Kohlendioxid verbunden, das den Treibhauseffekt fördert. Deshalb ist anzustreben, den Verbrauch von Kohle einzuschränken und baldmöglichst zu beenden. Die Steinkohlenvorräte reichen noch sehr lange. Die Gewinnung und Verarbeitung von Steinkohle ist aufwändig und teuer. Der Steinkohlen-Abbau wird subventioniert. Fazit: Auf Kohle als Energieträger sollte man in Zukunft völlig verzichten. Das gilt weltweit. Ist aber in anderen, nicht so weit entwickelten Ländern, kaum möglich. 2019 ist Deutschland ein wichtiger Schritt beim Ausstieg aus der Kohle als Energielieferant gelungen. Es wurde ein Plan zu diesem Kohle-Ausstieg festgelegt. Allerdings ist das (Anfang 2020) wohl nicht jedermanns Wunsch, sonst würde wohl ein neues Kohlekraftwerk "Datteln 4" kaum in Routinebetrieb genommen werden, wobei auch noch vorgesehen ist, Kohle aus dem Ausland zu importieren. Ausbeutung der Arbeiter in anderen Ländern scheint wohl bei der Planung mit eingeschlossen zu sein. Der Ressourcen-Wechsel scheint also von manchen Menschen gar nicht so gewünscht zu sein. Vielleicht geht es um Profit. Das kann man als Außenstehender ganz schwer beurteilen.

Eine wichtige Rolle spielt derzeit noch der Strom aus Kernenergie. Sehr viel ideologisch belasteter Streit wird um die Notwendigkeit oder Nicht-Notwendigkeit der Kernkraftwerke geführt. Die äußerst wichtige Frage der Endlagerung des radioaktiven Abfalls ist nicht gelöst. Die Erzeugung von Strom aus Kernkraft kann meines Erachtens nur eine Zwischenlösung sein. Der baldige Ausstieg aus der Atomenergie ist ein wichtiger Schritt, wenngleich es sehr viele Menschen gibt, die die außerordentliche Gefährdung (beispielsweise durch radioaktiven Abfall) nicht sehen wollen. Energie in Form von Erdöl oder Erdölprodukten lässt sich in Pipelines oder mit Tankwagen leicht transportieren. Wenn man davon absieht, dass der Tanklaster mit Diesel betrieben wird, dann ist der Transport von „Energie“ theoretisch verlustlos. Ähnliches gilt – in einer anderen Dimension – für Kernbrennstoffe bzw. Kohle. Das klassische Transportmedium für Energie ist immer noch das elektrische Leitungssystem mit Überlandleitungen und Erdkabel in Dörfer und Städte. Prinzipiell ist der Transport von Elektrizität aber immer mit Verlusten verbunden, die nicht verhindert werden können.

 

Der Energiehaushalt mit seinen verschiedenen Quellen und den Verbrauchern ist eng miteinander verzahnt. Es genügt nicht, den Blick nur auf die Ressource Öl zu werfen. Man muss die gesamte Energiewirtschaft überblicken. Öl wird von Tankwagen transportiert. Ölprodukte sind in großem Maßstab lagerfähig. Pipelines spielen für den Verbraucher keine Rolle. Der Transport ist gut organisiert. Der Autofahrer ist – was Treibstoffe, Wartung, Service betrifft – ausreichend versorgt. Von diesem funktionierenden System möchte niemand freiwillig weg. Es ist auch nicht einfach, weil sehr viele Arbeitsplätze in diesem System integriert sind. Fazit: Erdöl ist ein gebräuchlicher Energieträger mit vielen hervorragenden Eigenschaften, ist aber nicht mehr ausreichend vorhanden. Ablösung durch andere Energieformen steht an.

 

Unerschöpfliche Energiequellen bieten sich als Energielieferanten der Zukunft an. Es handelt sich um Solar-Energie durch Photovoltaik-Anlagen, die finden sich vor allem in Süddeutschland. Eine noch größere Energiemenge liefern die Windkraftwerke, die sich vor allem im windreichen Norddeutschland finden. Die gewonnenen Energien werden als elektrischer Strom generiert und sollten zu den Verbrauchern transportiert werden. Ähnlich ist es mit dem Strom aus Wasserkraftwerken. Alle diese Energiequellen sind nachhaltig. Bei ihrer Nutzung werden weder Kohlendioxid noch radioaktive Abfälle erzeugt. Diese Energiequellen sind unerschöpflich. Fazit: Nachhaltige Energien (Wind, Wasser, Sonne) bieten enorme Vorteile gegenüber anderen Ressourcen und sind die Energielieferanten der Zukunft. Weil sie Spitzenleistungen im Bereich Energie-Verwertung aufweisen. Die Umstellung auf diese Energieformen ist allerdings mit Schwierigkeiten verbunden. 

 

Die vielen Vorteile, die elektrischer Strom zu bieten hat, haben bisher darüber hinwegsehen lassen, dass diese Energieform noch einen weiteren prinzipiell nicht behebbaren und schon genannten Nachteil hat: Elektrischer Strom kann nicht gespeichert werden. Im Moment der Erzeugung muss er verbraucht werden. Bisher gab es einige wenige Techniken, mit denen man diesen Nachteil auszugleichen versuchte. Am bekanntesten sind die Pumpspeicherkraftwerke. Für die Versorgung mit der so genannten „Grundlast“ stehen die konventionellen Kraftwerke zur Verfügung, in denen Strom aus in der Natur vorkommenden Energieträgern erzeugt wird. Diese Kraftwerke fahren tagaus tagein stets mit etwa gleichbleibender Leistung. In derartigen Anlagen kann man nicht einfach durch Umlegen eines Schalters die Leistung herunterfahren.

Anders ist es mit den Wasserkraftwerken. Wasserkraftwerke können flexibel auf den Bedarf reagieren. Bei so genannten Pumpspeicherwerken kann man sogar mit einem kleinen Trick tatsächlich Energie speichern. Als Beispiel habe ich das Pump-Speicher-Wasserkraftwerk in Kochel am See gewählt.  Vom Walchensee aus führen Rohrleitungen zu einem Kraftwerk am unten gelegenen Kochelsee. Der dort erzeugte Strom wird während der Zeit des größeren Verbrauchs, also zu den Spitzenzeiten, in das allgemeine Stromnetz abgegeben. Während der Nachtzeit sinkt der Stromverbrauch, aber die Elektrizitätswerke geben den erzeugten Strom weiterhin ab, obwohl er gar nicht verwertet wird.

 

Modell des Walchenseekraftwerkes
Das Walchenseekraftwerk hat eine Doppelfunktion: Kraftwerk und Pumpspeicherkraftwerk

 

Als Beispiel für ein Pump-Speicher-Wasserkraftwerk habe ich das in Kochel am See gewählt. Vom Walchensee aus führen Rohrleitungen zu einem Kraftwerk am unten gelegenen Kochelsee. Der dort erzeugte Strom wird während der Zeit des größeren Verbrauchs, also zu den Spitzenzeiten, in das allgemeine Stromnetz abgegeben.

 


Während der Nachtzeit sinkt der Stromverbrauch, aber die Elektrizitätswerke geben den erzeugten Strom weiterhin ab, obwohl er gar nicht verwertet werden kann. Und genau dieser „Überstrom“ aus konventionellen anderen Kraftwerken, der nachts nicht gebraucht wird, wird nun in den sogenannten Pumpspeicherkraftwerken genutzt, um Wasser aus dem unteren See nach oben zu pumpen. Am nächsten Tag steht diese Wassermasse dann wieder zur Stromerzeugung zur Verfügung. Mit diesem kleinen Trick kann man also tatsächlich „Strom“ speichern, als (Lage-)Energie im hochgepumpten Wasser.

 

Es gibt Überlegungen, in Norwegen einen riesigen Speicher anzulegen, in dem man Energie für Europa für den Bedarf von ein bis zwei Wochen speichern kann. Dass es sich dabei um erhebliche Eingriffe in die Natur handelt, leuchtet ein. Deshalb sind auch viele Widerstände zu überwinden, bevor diese Pläne realisiert werden können. Man hat auch schon versucht, die Energie in Form von Pressluft zu speichern. Dazu nutzt man Höhlen im Gestein. Allerdings geht bei dieser Art der Speicherung 20% der Energie verloren. Eine andere, bessere Möglichkeit der Speicherung von Energie bietet sich geradezu an, wenn man die Umwandlung von Strom in Methangas, wie sie oben schon angedeutet wurde, realisiert. Methangas ist nämlich in hohem Maße speicherbar. Die Speicher dazu sind vorhanden. Der älteren Generation sind noch die Gasbehälter der größeren Städte in Erinnerung. Diese großen Kessel sind bei uns größtenteils durch modernere Anlagen ersetzt und verschandeln nicht mehr das Stadtbild. Mit diesem schon vorhandenen Potenzial lässt sich Energie in großem Umfang speichern.

Die Möglichkeit der Energiespeicherung eröffnet eine Reihe von Perspektiven: Bis heute muss die Leistung der Stromerzeugung dem Spitzenbedarf angepasst werden, damit es nicht zu Stromausfällen kommt. Das Leistungsvermögen der Energieerzeuger muss sich aus technischen Gründen an den Verbrauchs-Spitzenwerten orientieren. Wenn jedoch die Speicherung von Energie in großem Umfang möglich wird, kann man die Kapazitäten zurückfahren und braucht nur noch soviel Energie zu erzeugen, wie tatsächlich auch verbraucht wird. Konkret: Wenn man wegen der Speicherbarkeit der Energie in Form von Gas die Möglichkeit bekommt, über Gaskraftwerke bei Spitzenbelastungen schnell Energie in das Netz zu speisen, dann kann man die Stromerzeugung insgesamt leicht herunterfahren und braucht die Leistung der Kraftwerke nicht an die Spitzenleistung koppeln. Dadurch wird noch einmal in einem synergistischen Prozess weitere Energie eingespart. Vielfach besteht auch die Möglichkeit, Gas als Energieträger direkt zu verbrauchen. Das gilt für die Industrie wie für Haushalte. Mit all diesen Möglichkeiten nimmt Methan eine Schlüsselstellung unter den Energieträgern ein, wie sie von keinem anderen Medium erreicht werden kann.  Im Übrigen ist hervorzuheben, dass die dargestellte Entwicklung nicht zu einer Abhängigkeit von Erdgas führt. Die Entwicklung ist auch nicht auf die Zeit beschränkt, in der natürliches Methan zur Verfügung stehen wird. In ferner Zukunft werden die aufgebauten Strukturen deshalb Bestand haben können, weil die Methan-Erzeugung aus nachhaltigen Energiequellen in Zukunft den weitgehenden Verzicht auf natürliches Gas möglich machen kann. Aktuell ist im April 2019 der folgende Link des Portals:

 

                                       https://www.pro-physik.de/nachrichten/power-gas-wird-rentabel

 

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, auf neue Energien und Energienetze auszuweichen.

 

Neben dem Strom-Netz besteht bekanntlich bereits jetzt ein ausgebautes Netz mit Gasleitungen. Gas ist ein mit dem Strom durchaus vergleichbarer Energieträger. Es lässt sich zeigen, dass der Energietransport in Form von Gas sogar vorteilhafter ist als in Stromleitungen.

 

Über die Umwandlung anderer Energieformen in Gas lediglich zum Transport hat man in Deutschland bisher zu wenig nachgedacht, da die klassische Tansportform „Strom“ sich bei den verschiedenen Verbrauchern wegen der bequemen Anwendung großer Beliebtheit erfreut. (Vielleicht auch deswegen, weil sich die "Elektro"-Konzerne mit der Energieübertragung befassen und das Monopol möglicherweise nicht gern abgeben wollen.)

 

Methangas wird über ein ausgebautes Netz von Gasleitungen in die größeren Städte transportiert. Gas ist in hohem Maße speicherbar. Die Speicher sind vorhanden. Für Autofahrer steht ein relativ kleines Netz entsprechender Tankstellen zur Verfügung.  In einem Satz: Gas ist ein hervorragender Energieträger, der noch lange Zeit zur Verfügung stehen wird. Gas kann im Gegensatz zu Strom hervorragend gespeichert werden. Leider ist aber auch Erdgas nicht völlig klimaneutral. Es gibt aber einen hervorragenden Ansatz, der wohl eher zufällig während der Corona-Krise 2020 wieder in den Blickpunkt der Wissenschaftler gekommen ist.

 

An dieser Stelle kommt die als ersten Schritt vorgeschlagene Umstellung auf Erdgas als Treibstoff voll zum Tragen: Die Abnehmer für Methan aus nachhaltigen Energiequellen sind die Methangas-Autofahrer, die sich in der Zwischenzeit an die neue Art des Tankens bereits gewöhnt haben. Gleiches gilt für Gaskunden in der Industrie oder Familien, die inzwischen ihre Heiz-Anlagen auf synthetisches Methan umgestellt haben.

 

Die beschriebene Entwicklung ist notwendig, damit die Energieerzeugung aus nachhaltigen Quellen nicht deswegen behindert wird, weil die „Energie-Transport-Kapazitäten“ für Elektrizität mittlerweile an ihre Grenzen gestoßen sind. Forderung an die Politik: Stellen Sie - verehrte Politiker - die Weichen für einen modernen und den Bedürfnissen der Zeit angepassten „Energie-Transport“. Methangas - aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen - bietet sich als geeignetes Medium an. Das Leitungsnetz ist vorhanden und braucht kaum ausgebaut werden.  Es wird im Weiteren zu zeigen sein, dass die Umwandlung von Strom in Methangas noch weitere sehr bedeutende Vorteile mit sich bringt. Gas ist im Gegensatz zu Strom sehr gut speicherbar.

 

An dieser Stelle kommt die als ersten Schritt vorgeschlagene Umstellung auf Erdgas als Treibstoff voll zum Tragen: Die Abnehmer für Methan aus nachhaltigen Energiequellen sind die Erdgas-Autofahrer, die sich in der Zwischenzeit an die neue Art des Tankens bereits gewöhnt haben. Gleiches gilt für Gaskunden in der Industrie oder Familien, die inzwischen ihre Heiz-Anlagen auf Erdgas (bzw. synthetisches Methan) umgestellt haben. 

                              Herstellung von Methangas mittels Strom

Die Lösung heißt: Synthetische Herstellung von Methan. Diese könnte dezentral in der Nähe der nachhaltigen Energiequellen erfolgen. Man könnte sich vorstellen, dass der Strom, den man aus einer gewissen Anzahl von Windkraftwerken gewinnt, in einer Anlage nahe einer Erdgasleitung zu Methan „verarbeitet“ und gleich in die Leitung eingespeist wird. In derartigen „Umwandlungsanlagen“ wird mit Hilfe von Strom der Wasserstoff aus dem Wasser isoliert. Das geht sehr einfach nach dem Prinzip der Elektrolyse. Der bei diesem Vorgang gewonnene Wasserstoff wird nun mit dem in der Luft vorhandenen Kohlendioxid in einer einfachen chemischen Reaktion zu Methangas umgewandelt. Methan ist ein Molekül aus einem Kohlenstoff-Atom mit 4 Wasserstoffatomen. Dieses künstlich erzeugte Methan ist nichts anderes als das bekannte Erdgas und kann demzufolge wie Erdgas (zusammen mit Erdgas) zu den Verbrauchern gebracht werden. Je nach der Menge des synthetischen Produktes wird auf jeden Fall das Treibhausgas Kohlendioxid bei der Herstellung von Methangas gebunden und zumindest vorübergehend aus der Atmosphäre entfernt.

 

Es müsste also eine Technologie entwickelt werden, die ernsthaft zwei Ziele verfolgt: 1. effektive Energiespeicherung und 2. Klimaneutralität. Das Zauberwort habe ich eben schon angesprochen: Methangas-Synthese. Es sollte gelingen, aus dem Kohlendioxid der Luft und dem leicht zu gewinnenden Wasserstoff großtechnisch Methan zu gewinnen. Den Wasserstoff durch Elektrolyse aus elektrischem Strom zu erzeugen ist unproblematisch. Der durch Sonnenenergie entweder an PV-Anlagen - oder noch besser - an Windkraftanlagen erzeugte Strom will nämlich verbraucht werden. Was nützen die besten Stromerzeuger, wenn der Strom nicht abgenommen wird, weil beispielsweise nachts der allgemeine Stromverbrauch abgesunken ist.  Und Stromspeicher sind prinzipiell nur mit großem Aufwand zu bauen. Doch mit der Herstellung des Methans würde sich dieses Problem von selbst lösen. Die vorgesehene Methangasproduktion findet immer dann statt, wenn Überstrom entsteht. Gas-Speicher und -leitungen sind leicht zu realisieren und größtenteils bereits vorhanden. An der Synthese von Methan arbeitet man schon länger. Aber der Durchbruch lässt auf sich warten. Vielleicht sind es auch politische Gründe oder bestimmte Interessen, die der Verwendung von Methan entgegenstehen. Einer der vernünftigsten Gründe ist die Tatsache, dass der Verbrauch von Erdgas nicht klimaneutral ist. Erdgas heißt es, weil es aus Speichern im Erdinnern entnommen wird. Chemisch gesehen ist es das gleiche wie synthetisch hergestelltes Methan. Nur ist dieses eben auch zusätzlich noch klimaneutral, weil es bei der Herstellung genau so viel Kohlendioxid verbraucht, wie später bei der Verbrennung wieder frei wird. Genau genommen ist es sogar so, dass dieses synthetische Methan in ziemlicher Menge gespeichert wird und das gebundene Kohlendioxid dadurch nicht als Klimakiller wirken kann. Es bleibt also immer eine bestimmte Menge an Kohlendioxid dauerhaft gebunden. Und das ist ein Vorteil.

 

Es muss jetzt schon angemerkt werden, dass aus verschiedenen Gründen nur der aus nachhaltigen Quellen erzeugte (Über-)Strom in Methan umgewandelt werden sollte. Man kann diese aus dem Strom erzeugte Energieform Methangas ohne weiteres in das vorhandene Erdgasnetz einspeisen und damit problemlos verteilen.  Das Gasleitungsnetz in Deutschland lässt sich ohne weitere Veränderungen zum Energietransport verwenden. Natürlich müssten die dazu notwendigen großtechnischen Anlagen zur Umwandlung von Strom in Gas geschaffen werden. Eine Aufgabe für Industrie und Handwerk. Allerdings müsste es von seiten der Regierung Anreize dafür geben. Niemand wird investieren, wenn die Politik nicht signalisiert, dass die Entwicklung auch gewünscht ist und – wenn nicht unterstützt – zumindest nicht durch andere Maßnahmen konterkariert wird, d. h. der Anstoß für eine derartige Entwicklung müsste also von der Regierung kommen.

 

Um sie nun aktuell über dieses Thema zu informieren, bringe ich ein paar Ausschnitte aus einem Bericht über eine Straubinger Firma, die sich im Frühjahr 2020 auf den Weg macht, den gerade beschriebenen Plan umzusetzen. Wolfgang Engel schreibt im Straubinger Tagblatt auf Seite 32 unter dem Titel "Europaring 4" über die Vorstellungen eines Unternehmens, das in Zukunft eine große Rolle spielen könnte.

 

MicroPyros ist ein kleines Forschungs-Start-up im Gründerzentrum am Europaring 4. Fünf hauptamtliche Mitarbeiter sind es nur. Aber diese Leute haben ein Verfahren entwickelt, das entscheidend im Kampf gegen die Erderwärmung sein kann und kurz vor der Marktreife steht: Es geht um Kohlendioxid-Nutzung, oder, wie die Fachwelt sagt, Carbon Capture und Utilisation (CCU). Es geht um das Umwandeln des Klimakillers CO² und damit um einen Markt, von dem Fachmagazine schreiben, dass es der größte Markt der Welt werden wird...

 

Die MicroPyros-Technologie kann hochreinen Wasserstoff kreieren, mit CO² zusammenführen und alles in Methangas umwandeln. Wasserstoff kann Fahrzeuge antreiben, grünes Erdgas kann Pkw und Lkw antreiben. Fehlende Ladestationen für Elektro-Autos können so kompensiert werden. Die Einsatzmöglichkeiten sind groß. Das Erdgasnetz kann als gigantischer Speicher mit nahezu unendlichem Aufnahmevermögen genutzt werden: "250 Terrawatt", sagt Huber [Mitbegründer und Gesellschafter der MicroPyros]," das entspricht einer Million Lkw voller Benzin.

 

Letztlich machen wir uns damit auch unabhängiger vom russischen Erdgas."

Als ich diesen Beitrag verfasste, sprach man noch nicht vom Wasserstoff, weil man wohl damals noch nicht wusste, wie man mit diesem Gas umgehen sollte, von dem wusste, dass bei falscher Handhabung große Gefahren von reinem Wasserstoff ausgehen können. Heute hat man da wohl schon besssere Technologien. So können Sie getrost an Wasserstoff denken, wenn ich von Methangas spreche. Allerdings meine ich immer noch, dass sich für den Transport aus Sicherheitsgründen doch eher Methan eignet. Aber prinzipiell geht es um das gleiche Prinzip: Gute Energieträger, gewonnen aus alternativen Energiequellen, allerdings mit gewissen Unterschieden, was die Handhabung betrifft. Am 15.6.2021 konnte man in der Tagespresse lesen: Der Bund investiert eine Milliarde Euro in bayerische Wasserstofftechnologie... Grüner Wasserstoff aus erneuerbaren Energien soll den Motor des Klimawandels antreiben. In den Köpfen der Wissenschaftler ausgedacht, entsteht eine neue und bessere Welt für unsere Nachfahren.

 

Vor nicht allzu langer Zeit - nämlich im Februar 2019 - wurde darüber diskutiert, ob sich Europa in seiner Energiewirtschaft von Russland abhängig macht, wenn eine neue Erdgasleitung verlegt wird. Unsere nächsten Freunde und Nachbarn in Frankreich finden die Erdgasleitung gar nicht gut. Ich denke, dass diese Problematik ein Impuls sein könnte, die Methangasproduktion aus Solar- und Windstrom in Deutschland voranzutreiben. Immerhin wäre das eine nachhaltige Energiequelle, die zu größerer Unabhängigkeit der Energieversorgung führen würde. Und unser etwas entferntes Nachbarland im Osten würde die Ressourcen für kommende Generationen schonen. Ich erinnere auch daran, dass Russland vor einigen Jahren für kleinere und ärmere Länder den Gashahn zur Winterzeit wegen Zahlungsschwierigkeiten wenigstens teilweise zugedreht hatte. Das konnten sie leicht, denn in Deutschland hatten sie zahlungskräftige Abnehmer. Zu ähnlichen Situationen sollte es in Zukunft nicht mehr kommen. Auch den wirtschaftlich nicht so gut entwickelten Ländern gegenüber tragen wir Verantwortung. Damit leite ich über zu den eher langfristigen Überlegungen.

 

Elektromobilität?

 

Wir blicken in die Zukunft. Es muss jetzt schon folgendes angemerkt werden. Aus verschiedenen Gründen sollte nur der aus nachhaltigen Quellen erzeugte (Über-)Strom in Methan umgewandelt werden. Es geht also um die Verwertung von Wind- und Solarenergie. Man kann diese aus dem Strom erzeugte Energieform Methangas ohne weiteres in das vorhandene Erdgasnetz einspeisen und damit problemlos verteilen.  Das Gasleitungsnetz in Deutschland lässt sich ohne weitere Veränderungen zum Energietransport verwenden. Natürlich müssten die dazu notwendigen

 

                             großtechnischen Anlagen zur Umwandlung von Strom in Gas

 

geschaffen werden. Eine Aufgabe für Industrie und Handwerk. Allerdings müsste es von seiten der Regierung Anreize dafür geben. Niemand wird investieren, wenn die Politik nicht signalisiert, dass die Entwicklung auch gewünscht ist und – wenn nicht unterstützt – zumindest nicht durch andere Maßnahmen konterkariert wird, d. h. der Anstoß für eine derartige Entwicklung müsste also von der Regierung kommen.

 

Seit 2020 redet man vermehrt über die Vorteile von Wasserstoff. Das gefällt mir, denn das geht irgendwie doch in die von mir angestrebte Richtung: Nachhaltig erzeugtes Methan, das ist etwa so ähnlich wie nachhaltig erzeugter Wasserstoff. Für mich stand allerdings Methan im Vordergrund, weil ich denke, dass der Umgang mit diesem Gas nicht ganz so gefährlich ist wie mit Wasserstoff. Alles nachhaltig erzeugt. Alles gut. Doch das ist ein Fehlschluss: Die Industrie spricht sich in ihren Verlautbarungen auch über die Verwendung dieser Gase aus. Doch da ist es überhaupt nicht interessant, wie diese Gase erzeugt werden. Im Gegenteil: Über die entstandene Akzeptanz der Bevölkerung für die nachhaltig zu erzeugenden Gase werden ganz andere Methoden bevorzugt. Da muss nämlich unterschieden werden: Es gibt nämlich das (wahrscheinlich fast) völlig gleiche Gas Wasserstoff in drei handelsüblichen "Lieferformen": Grünen Wasserstoff, blauen Wasserstoff und grauen Wasserstoff. Nun raten Sie mal, welche von den drei Formen wirklich nachhaltig erzeugtes Gas ist. 

 

Sie merken schon, das Ganze ist ein Politikum. Bei den Leuten, die sich mit dieser Thematik befassen, geht es entweder um zu erwartende Gewinne oder um ein Pokern mit anderen Staaten. Dass es hier auch um den Handel mit Methangas geht, weiß inzwischen jedes Kind. Und dass Amerika und Russland sich über diese Thematik völlig uneins sind, das hat sich ebenfalls herumgesprochen. - Doch wo bleibt bei diesem Gezänk die Frage der Nachhaltigkeit?

 

Ganz bewusst gehe ich erst an dieser Stelle auf die Elektromobilität ein. Man könnte - so wird es uns erklärt - die in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehende Energiequelle Öl durch Strom ersetzen. Auch für Fahrzeuge. Allerdings bereitet die Umstellung des Verkehrs auf diese Energieform erhebliche Schwierigkeiten, weil die Kapazität der Akkus ziemlich begrenzt und die Herstellung dieser Akkus immer noch sehr teuer ist. Die Einführung der Elektromobilität erscheint auf den ersten Blick recht vernünftig, aber das ist ein Trugschluss. Zum einen wegen der Preise für die Akkus. Zum anderen wegen der geringen Reichweite der Fahrzeuge. Das Entscheidende ist aber, dass zur Erzeugung von Elektrizität immer noch fossile Brennstoffe verbrannt werden. Vergessen werden sollte nicht, dass der Strom - auch für diese Autos! - immer noch aus gefährlichen Atomkraftwerken kommen würde. Das bedeutet, dass sich der Betrieb elektrischer Fahrzeuge negativ auf die Umwelt auswirkt. Hier sollte erst einmal die Energieversorgung umweltfreundlich gemacht werden. Dann erst lohnen sich - wenigstens von der Nachhaltigkeit her - die Elektro-Autos.

 

Viel wird heute über Elektromobilität gesprochen. Die Industrie möchte sich nicht von der Entwicklung in anderen Ländern - China möchte da anscheinend führend werden - überholen lassen. In den Nachrichten lässt sich sehr gut verfolgen, dass die Autoindustrie spürt, dass sie in einer Sackgasse ist. Nur mit Neuerungen, die dazu führen, dass die Käufer auf ganz neue Produkte umsteigen, wird man in Zukunft - so scheint es den Leuten in den Vorständen vorzuschweben - weiter großes Geld verdienen können. Von daher sind die Anstrengungen zu verstehen, von den „Verbrennern“ wegzukommen. Bei Daimler wurde vor Kurzem eine solche Prognose schon einmal in die Welt gesetzt: Ab einem vorgesehenen Datum werden keine „Verbrenner“ mehr gebaut. Was dann? Vielleicht gar keine Autos mehr? - könnten Zyniker fragen. Dabei ist es gar nicht lustig, darüber nachzudenken. Die Berichte der Geschäftszahlen anderer Automobilhersteller zeigen an, dass die Zuwächse geringer werden. Das gilt auch für BMW. Bei der BMW-Hauptversammlung im späten Frühjahr 2019 äußerte sich nicht nur die Anlegervertreterin Daniela Bergdolt verstimmt: „Ich bin nicht zufrieden mit BMW“... „Die Strategie der ruhigen Hand ist nicht die passende Antwort auf die drängenden Probleme“, sagte Janne Paul Wening von Union Investment. Im Klartext: Für unser bei Euch angelegtes Geld wollen wir mehr Gewinn sehen! Die Zitate sind einem Bericht des Straubinger Tagblatts vom 17.5.19 entnommen (Stimmungsknick auf dem (BMW-)Familienfest). Entschuldigung, verehrte Vertreter des Kapitals, wollen Sie denn nicht begreifen, dass es sich bei den Gewinneinbrüchen um ein Problem handelt, das mit der Marktsättigung zusammenhängt! Und davon ist nicht nur die Autoindustrie betroffen. Es handelt sich bei der schwierigen Absatzlage nicht um etwas, das mit etwas Geschick vielleicht umgehen könnte. Wie man einem Zeitungsbericht vom 21.8.19 entnehmen kann, wird bei der Autoindustrie derzeit noch Gewinn gemacht mit sogenannten "Monster-SUVs": Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH) wirft den heimischen Autobauern vor, mit einer drastisch verfehlten Modellpolitik die Zukunft der gesamten Branche zu riskieren. Rund 800 000 Arbeitsplätze in Deutschlands Schlüsselindustrie stünden auch deshalb auf dem Spiel, weil BMW, Daimler und Volkswagen einen falschen Schwerpunkt auf "Klimakiller-Fahrzeuge" legten. Allerdings möchte Resch den Schwerpunkt auf E-Fahrzeuge gelegt wissen. Und das bringt aus den erwähnten Gründen auch nicht weiter. Dass man mehr für den öffentlichen Personennahverkehr tun muss, weil der Individualverkehr an seine Grenzen kommt, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Und irgendwie will niemand wahrhaben, dass die Zukunft der Bahn gehört.

 

Bemerkenswert sind auch die Auffassungen verschiedener Organisationen zum Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Am 27.1.2020 waren die verschiedenen Auffassungen aus der Tagespresse zu erfahren, der aktuelle Bericht wurde erstellt, weil der ADAC seit neuestem "nicht mehr grundsätzlich" - so der ADAC-Vizepräsident - gegen ein Tempolimit ist. Der VDA (Verband der Automobilindustrie) hingegen hat eine eindeutige Richtung, allerdings sind die Aussagen des VDA für mich nicht einleuchtend, denn meines Erachtens wird - zumindest, was im Hinblick auf die Sicherheit gesagt wird - wohl eher das Wunschdenken der Automobilhersteller formuliert: "Aus Sicht des VDA hilft ein generelles Tempolimit auf Autobahnen weder der Umwelt noch der Sicherheit."  Die Erfahrungen mit dem Tempolimit in anderen Ländern zeigen nämlich, dass nicht nur die Unfallzahlen sinken, sondern der gleichmäßige Verkehrsfluss dazu führt, dass weniger Staus entstehen. Auch ist es einleuchtend, dass gleichmäßiges und nicht zu schnelles Fahren der Umwelt durchaus guttut. Das erscheint selbstverständlich, lässt sich aber anscheinend nicht so leicht mit Zahlen beweisen.  Wenn der VDA (Verband der Automobilindustrie) wirklich recht hätte, dann würden die Verantwortlichen in unseren Nachbarländern mit Tempolimit tatsächlich Unsinn verzapfen. Das ist schwer vorstellbar. Es ist aber vorstellbar, dass die Autoindustrie ein sehr großes Interesse daran hat, teure und schnelle Autos zu fabrizieren, denn momentan wird gerade mit diesen Fahrzeugen (noch) gut verdient. (Autoindustrie hält am Nein fest - Bericht der Tageszeitung vom 27.1.2020)

 

Vielleicht erteilen wir einem Mann aus der Praxis das Wort. Nico Rosberg wurde 2016 Weltmeister in der Formel 1 und beendete danach seine Karriere. Er ist inzwischen als Motorsportexperte zu sehen und interessiert sich auch für Nachhaltigkeit.  Aus dem Internet ("Formel-1-Verbrennungsmotoren sind effizienter als Elektro" von Melanie Muschong - 21.01.2020, 17:58 Uhr) zitiere ich:  Die Formel 1 soll bis 2030 emissionsfrei sein, wie im November 2019 beschlossen wurde. Zudem werden parallel dazu Maßnahmen umgesetzt, um Abfall und Energieverbrauch bei den Events zu reduzieren. "Ein Beispiel wären synthetische Kraftstoffe für die Flieger. Das ist ein großer Hebel, weil im Rahmen der Formel 1 viel geflogen wird. Wenn wir dort alles mit synthetischen Kraftstoffen machen würden, dann wäre das ein Riesenschritt", erklärt Rosberg. Er verweist aber auch auf die aktuelle Situation, um das Bewusstsein der Zuschauer zu sensibilisieren: "Die F1 verwendet derzeit den effizientesten Verbrennungsmotor der Welt, auch effizienter als ein Elektromotor, mit ganz viel Hybridpower."

 

Fragen wir doch, wie Wissenschaftler diese Problematik sehen, interessanterweise ganz anders als die Politiker. Beim Bauernjahrtag in Reißing sprach der Wissenschaftler Prof. Dr. – Ing. Ralph Pütz.

 

Der Leiter des Institutes für Nutzfahrzeugforschung in Schönbrunn legte wissenschaftlich dar, weshalb die neuen Euro 6-Dieselmotoren sauberer sind als elektrobetriebene Fahrzeuge.

 

Es wäre ein Leichtes, die älteren Euro 5-Motoren mit der SCR-Technik nachzurüsten, um sie annähernd auf den Stand der Euro 6-Abgasnorm zu bringen. Warum in Deutschland hunderttausende Arbeitsplätze riskiert werden, sei „einzig und allein ein Politikum“. Fachleute wie Pütz beklagen sehr, dass sie von den Entscheidungsträgern der Politik schlichtweg nicht gehört werden, obwohl diese kostenintensiven Einrichtungen von der Gesellschaft getragen werden müssen.

 

Bei allen Überlegungen scheint es darum gehen, ob einem Industriezweig neue Arbeitsfelder zu erschließen. Aber E-Mobilität und autonomes Fahren - das sind keine wirklichen Visionen, sondern lediglich Wunschträume. Momentan lassen sich diese Ideen (noch) nicht mit dem Weg nach nachhaltiger Entwicklung vereinbaren. Wissenschaftler sagen das. Sie sagen auch, dass man immer noch gute Diesel-Autos bauen kann, wenn man das will. Ich erinnere daran, dass man Autos für den Betrieb mit Methangas fertig entwickelt über jeden Händler kaufen kann. Nur die Tankstellen für Methan fehlen.  

Die Regierungen wollen die E-Moblilität fördern. Doch der Einstieg in diese Technik zum jetzigen Zeitpunkt scheint eher als Prestige-Projekt zu bewerten sein. Einerseits kostet das sehr sehr viel und andererseits gibt es andere Möglichkeiten, die Emissionen in den Stadtgebieten einzudämmen. In einem Beitrag von Ralf Müller im Straubinger Tagblatt vom 26.3.19 wird dargestellt:

 

Mit der ausschließlichen Förderung von Elektrobussen verschwenden EU und Bundesregierung viele Steuermillionen...

 

„Rausgeschmissenes Geld, meint der Landshuter Hochschul-Professor und Ingenieur Ralph Pütz. Für ein Bruchteil dieser Summe könnte viel mehr schneller erreicht werden, würde die Politik nicht einer „unverantwortlichen Ideologie“ folgen.“ ... Großstädte wie München dürsten nach emissionsfreien Wegen für den Nahverkehr. Busse mit modernen abgasnachbehandelten Verbrennungsmotoren der Stufe Euro VI seien „lokal hoch sauber und weisen ein Nahe-Null-Emissionsniveau auf“ so Pütz. Der Wissenschaftler fügt gleich noch hinzu, dass die Busse der Stadt Augsburg mit Gas betrieben werden. Seit 2011 fahren sämtliche fast 100 städtische Busse ausschließlich mit Biomethan, das in seinen Eigenschaften mit Erdgas identisch ist.

 

Busse, die mit Methan-Gas betrieben werden, wird es auch bald in Straubing geben. Im Übrigen scheint nur die Industrie ein wirkliches Interesse an elektrisch betriebenen Fahrzeugen zu haben, denn bei einer Umstellung auf E-Mobilität würde es für diesen Industriezweig den erhofften großen wirtschaftlichen Aufschwung geben. Aber warum setzt die Regierung so auf E-Mobilität? 

 

Nun gibt es Neuigkeiten und Wandel könnte bevorstehen: Im Frühjahr 2020 erlebte die gesamte Welt, wie sich das Virus Covid-19 in rasanter Geschwindigkeit ausbreitete. Die gesamte Weltwirtschaft erfuhr einen Einbruch wie es ihn vorher wohl kaum in dieser Größenordnung gegeben hat. Das betraf die Gastronomie, den Einzelhandel und natürlich die gesamte Industrie. Die Regierung unseres Landes beispielsweise gab sehr viel Geld aus, um die Schäden abzumildern. Schon bei Eintritt der Krise wurden zur Erleichterung betroffener Firmen Mietstundungen vorgesehen. Eine der ersten großen Firmen, die hier vorpreschte war ein bekannter Sportschuhhersteller, von dem man kaum annehmen musste, dass sich hier um einen "Härtefall" handelt. Ich habe in der Erinnerung, dass die Firma schließlich aus Scham von ihrer Forderung abließ. Ganz so ist es allerdings nicht mit der Autoindustrie. Autos kaufte in der Krise tatsächlich kaum jemand. Aber die Autobauer sanierten in dieser Zeit - was auch vernünftig erscheint - ihre Fabriken und nutzten die Corona-Krise, um vom Staat eine Abwrackprämie zu fordern, wobei die Krise im Autobau nur vordergründig mit Covid-19 zu tun hat. Tatsächlich ist der Markt übersättigt und weitere Hilfen lösen das Problem auch nicht. Fast gleichzeitig zur Nachricht, dass BMW große Dividenden ausschüttet, erschien die Nachricht, dass man Personal abbauen müsse (Pressemitteilung vom 19.5.2020). Lesen Sie bitte, wie Herr Klaus Sterzenbach die Situation (Straubinger Tagblatt v. 5.5.2020) kommentiert:

 

"Neue Milliarden Euro Steuergeld für die Autoindustrie? Diese Forderung ist unverfroren und verlogen zugleich. Da können sie mit Hildegard Müller die aggressivste Lobbyistin der Autoindustrie so oft ins Fernsehen setzen, wie sie wollen..." Und nun noch ein wichtiger Eckwert: "95% der Wertschöpfung in Deutschland haben nichts mit Autos zu tun... Ein Wahnwitz war schon die Abwrackprämie 2009 mit zweifelhaftem Nutzen für die Umwelt und bescheidenem Effekt für BMW und Co. - profitiert haben nämlich hauptsächlich ausländische Hersteller..." Ein paar Schlagwörter noch zu der gut dargestellten Situation: "keine Dividende für Aktionäre und kein Bonus, lieber Ladeinfrastruktur aufbauen und Wasserstoff fördern. Zur Not auch Verbrenner, wenn sie wirklich supersauber sind... Investitionen in Zukunft und Innovation statt Subvention ins Gestern. Die Autoindustrie ist im Wandel - wer das alte Modell unterstützt, statt in die Zukunft zu investieren, handelt verantwortungslos und dumm."

 

Meine nun folgenden Überlegungen gehen darüber hinaus, was bis jetzt durchdacht worden ist. Es gibt nämlich noch eine weitere Option, die langfristig verfolgt werden sollte, damit man die vorhandenen Strukturen für Ölprodukte weiter wie bisher nutzen kann: Die Umwandlung von Methangas in flüssige Treibstoffe. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass eine großtechnische Umwandlung keinen allzu großen Aufwand erfordert, zumal man diese Technik in den vorhandenen Anlagen in den Raffinerien etablieren könnte. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Herstellung flüssiger Treibstoffe (aus Methangas) parallel mit der beschriebenen Entwicklung zu Methangas gehen könnte. Im Übrigen wurde schon vor dem zweiten Weltkrieg in Deutschland in den Leuna-Werken Kraftstoff aus Kohle produziert.  Die synthetische Gewinnung von flüssigen Treibstoffen könnte allerdings große Bedeutung erlangen, da auf diese Weise das vorhandene Tankstellen-Netz weiter wie bisher genutzt werden könnte.

 

Aktuell ist, dass man am daran forscht Kraftstoffe CO²-neutral zu gewinnen, beispielsweise am "Green Fuel Center" am TUM-Campus in Straubing - wie aus einem Bericht des Straubinger Tagblatts vom 11.6.2021 hervorgeht: Hier arbeiten Wissenschaftler interdisziplinär an Kraftstoffen, die CO²-neutral sind und ohne fossile Rohstoffe auskommen. Sie setzen dabei auf eine Kombination aus Bioenergie und Strom aus erneuerbaren Quellen, wie Professor Volker Sieber erklärte... beispielsweise bei der Produktion von Oxymethylenether (OME), einer synthetischen Alternative zum Diesel.

 

Das wäre sehr sinnvoll und ist schon sehr wichtig, denn das Schlimmste, was beim Übergang auf nachhaltige Energiequellen passieren könnte, wäre Instabilität im wirtschaftlichen und damit auch im politischen Bereich. Das würde nicht nur die angestrebte Entwicklung zunichte machen sondern noch weitere schlimme Folgen nach sich ziehen. Die aktuellen heftigen Auseinandersetzungen um die Laufzeiten der Atommeiler machen deutlich, dass Energiepolitik ein sehr sensibler Bereich ist. Alle Änderungen sollten sorgfältig geplant sein und keine allzu schwerwiegenden Eingriffe in die Wirtschaft mit sich bringen.

 

Vor allem der Abbau vorhandener Strukturen mit größeren Verlusten an Arbeitsplätzen ist möglichst zu vermeiden, die neu entstehenden Arbeitsplätze würden den volkswirtschaftlichen Schaden allenfalls dann wettmachen, wenn die freiwerdenden Arbeitskräfte in neue Technologiezweige eingebracht werden könnten. Fassen Sie bitte auch dieses Kapitel als Anregung auf. Ich denke, dass Fachleute entsprechende Pläne für die Energiepolitik der Zukunft vorlegen können.

Im Übrigen: Umsichtiger Politik mit Förderung nachhaltiger Energie ist sehr zu danken, schließlich sind die gezeigten Überlegungen erst dadurch sinnvoll, weil uns – der Bevölkerung – eindeutig signalisiert worden ist, dass von seiten der Regierung die Energiewende ernsthaft angestrebt und teilweise inzwischen auch verwirklicht worden ist. Eines,  das noch nicht herausgearbeitet worden ist aber ganz wichtig ist: Dass der Individual-Verkehr zugunsten der Schiene zurücktreten muss.