VI 10soz* gegen ARMUT

Für unser Denken eine sehr bescheidene Mahlzeit.
Doch es ist etwas zum Essen da.
Mutter und Kind sind versorgt.
Für viele Menschen bleibt ein solcher
Minimalstandard
nur ein Traum.
Es gibt für uns eigentlich nur eine Alternative: Gegen Armut und Not muss man sich engagieren.
Das
"CHILD IN NEED INSTITUT"
IN KOLKATA.
Wiegen und Messen - so kann man die Entwicklung der Kinder dokumentieren und den Müttern bei der richtigen Ernährung der Kinder behilflich sein.
Professional wird in dieser Einrichtung gearbeitet. Hier gibt es Hilfe fuer Kinder.
Bei uns kaum bekannt ist diese Einheimischen-Organisation in Indien. 1986 habe ich der Organisation einen Besuch abgestattet und eine
großzügige Spende der Straubinger Rotarier übergeben.
Klicken Sie doch mal die englisch-sprachige Site an.



Trotzdem: Ein neues Miteinander hat schon begonnen. Ein Miteinander, das Armen Chancen gibt. „Hilfe für den fernen Nächsten“ ist der Name einer erfolgreichen Initiative. Als ich damals nach Kolkata wollte, hat mir diese Organisation das Auto für CINI beinahe vollständig finanziert.
Mutter Teresa


Mutter Teresa - die Ordensschwester, die jahrelang in Kolkata für die Armen da war - hat 1979 den Friedensnobelpreis bekommen. Sie hat in der Welt ein ganz großes Zeichen für Christus gesetzt. Ihr Engagement ist bekannt. Über ihre persönliche Einstellung sollten wir sie selbst zu Wort kommen lassen. Ich habe ihre Ansprache bei der Verleihung des Nobel-Preises im Internet unter missio.at gefunden.
https://www.missio.at/mutter-teresa-friedensnobelpreis/
Bethlehem - Kinderkrankenhaus

Dieses Bild kennen Sie, es ist die Geburtsgrotte in der Geburtskirche in Bethlehem. Nun ist gerade die Stadt Bethlehem voller Probleme. Wegen der Not der Kinder in dieser Stadt wurde vor Jahren das Kinderhospital in Bethlehem gegründet. Das kann es doch nicht sein - so sagte man sich - dass gerade an dem Ort, an dem Jesus geboren wurde, so viele Kinder an Krankheiten leiden, denen man eigentlich helfen könnte. Heute kann man helfen, aber die Not ist groß. Deshalb braucht dieses Krankenhaus Unterstützung von den Menschen, die das Glück haben, in einem reichen Land zu leben. Kinderhilfe Bethlehem im Deutschen Caritasverband e.V. in Freiburg engagiert sich für die Kinder von Bethlehem und Umgebung.
Es gibt gut arbeitende Initiativen in der ganzen Welt. Eine sehr interessante Arbeitsweise verfolgt
Diese Organisation vergibt Kleinkredite an Menschen, die über Banken niemals an günstiges Geld kommen würden. Oikokredit begleitet die Kreditnehmer und unterstützt sie bei deren Vorhaben. Das könnte man mit den Aktivitäten des Herrn Raiffeisen vergleichen, der den Landwirten bei uns seinerzeit sehr viel geholfen hat. Wer sein Geld nicht spenden, sondern ethisch vertretbar anlegen will, ist hier sicherlich an der richtigen Adresse.
Da gibt es eine gute Initiative der örtlichen Mediengruppe Straubinger Tagblatt und Landshuter Zeitung
Den Initiatoren geht es darum, Menschen eine Hilfe anzubieten, die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind. Es ist eine Initiative, die auf unsere eigenen
Leute sieht. Manchmal fallen Familien oder Einzelpersonen irgendwie durch das soziale Netz. Oder erleiden schwere Schicksalsschläge. Die will man nicht allein lassen.
DIE WELTLÄDEN

Ohne Entgelt arbeiten Frauen wie diese hier in den WELTLÄDEN. Arbeit im Weltladen ist Arbeit für den Frieden. Die Weltläden erwarten, dass wir bei ihnen kaufen. Mit dem Erlös werden in den armen Ländern kleine Unternehmungen gefördert und damit dem Unrecht in der Welt entgegengearbeitet.
Ohne Entgelt arbeiten Frauen wie diese hier in den WELTLÄDEN https://www.weltladen.de/. Arbeit im Weltladen ist Arbeit für den Frieden. Die Weltläden erwarten, dass wir bei ihnen kaufen. Mit dem Erlös werden in den armen Ländern kleine Unternehmungen gefördert. Hier habe ich ein paar Worte darüber, wie sich die Weltläden selbst sehen:
Weltläden sind Orte des Wandels
Seit ihrem Entstehen zu Beginn der 1970er Jahre sind Weltläden getragen von der Vision einer gerechten und nachhaltigen Welt. Ein wichtiges Ziel besteht darin, die Lebens- und Arbeitsbedingungen für Menschen in den Ländern des Südens zu verbessern. Denn noch immer produzieren Millionen von Menschen als Kleinbäuer*innen und/oder Arbeiter*innen in Textilfabriken Waren unseres täglichen Bedarfs – vielfach unter menschenunwürdigen Bedingungen. Um ihre Vision zu verwirklichen, verfolgen Weltläden einen einzigartigen Ansatz, der auf drei Säulen basiert:
1. Mit dem Verkauf fair gehandelter Waren schaffen sie Einkommensmöglichkeiten für Produzent*innen;
2. Mit ihrer Informations- und Bildungsarbeit machen Weltläden auf Ungerechtigkeiten im Welthandel aufmerksam. Sie geben Impulse, eigene Verantwortlichkeiten zu reflektieren und zeigen Handlungsoptionen auf. Im Dialog mit politischen Entscheidungsträger*innen arbeiten Weltläden darauf hin, die Regeln des Welthandels gerechter zu gestalten.
3. Beratung von Kund*innen, Warenbestellung, Schaufensterdekoration, Durchführung von Bildungseinheiten, … Weltläden bieten viele Möglichkeiten für sinnvolles, bürgerschaftliches Engagement.
Bundesweit engagieren sich in rund 900 Weltläden mehrere 10.000 Menschen und laden zum Mitmachen ein. Finden Sie im Weltladen-Finder (https://www.weltladen.de/ueber-weltlaeden/weltladen-finden/) einen Weltladen in Ihrer Nähe.“
Raiffeisen immer noch aktuell
Im Kapitel "Gegen Gier" ließ uns Herr Scheidler wissen, dass die Großbanken schon insolvent geworden wären, wenn nicht staatliche Hilfen das verhindert hätten. Ich weiß nicht, ob die relativ kleinen Genossenschaftsbanken Unterstützung größeren Ausmaßes oder überhaupt jemals eine solche bekommen haben. Natürlich sind die nicht die "Träger" der Großindustrie sondern "nur" die Institute der "kleinen Leute". Bei deren Untergang hätte sich wahrscheinlich niemand aufgeregt. Etwa nach dem Motto: Die hätten nur richtig wirtschaften sollen, dann wäre das nicht passiert. Diese kleinen Banken setzen sich auch heute noch für die einfachen Menschen ein. Nicht nur in unserem oder in den Nachbarländern. Zum 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gab es eine Sonderausgabe des "Magazin der Volksbanken Raiffeisenbanken". Darin konnte man unter anderem lesen, wie sich die Genossenschafts-Banken in aller Welt für arme Menschen engagieren.
Man tut gut daran, im Internet kurze und schnell überschaubare Überschriften zu wählen. Sonst wird es unübersichtlich. Allerdings ist das Schlagwort "Raiffeisen heute" schon beinahe eine unerlaubte Vereinfachung. Also: Ich möchte Ihnen anhand eines von den Genossenschaftsbanken herausgegebenen Magazins darstellen, dass hier eine Arbeit geleistet wird, die wohl kaum profitorientiert ist. Geht ja wohl auch nicht, denn die Banken gehören nicht einem Konsortium, dem es um das "schnelle Geld" geht, die Banken gehören tatsächlich - und nicht nur dem Namen nach - den Kunden, die hier entweder ihre Ersparnisse unterbringen oder sich Kredite beschaffen. Zunächst zähle ich auf, wo sich der DGRV, der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. überall engagiert.
Afrika, Asien, Mittelamerika, Südamerika, Europa werden in der Zeitschrift benannt. Sie werden sich fragen, was man unter dem Einsatz in Europa zu verstehen hat. Das sind doch wir? Oder nicht? Ich zitiere deshalb einfach, was unter der Überschrift "Europa" zu lesen ist:
Die Hilfe zur Selbsthilfe hatte in Bosnien-Herzegowina und Montenegro Erfolg: Tausende von Kleinbauern haben nun erstmals ein dauerhaft sicheres Einkommen, nachdem sie der DGRV beim Aufbau eigener Genossenschaften für Verarbeitung und Vertrieb ihrer landwirtschaftlichen Produkte unterstützte. Eine bessere Versorgung mit Nahrungsmitteln und die wirtschaftliche Entwicklung des ländlichen Raums stehen auch im Mittelpunkt der Zusammenarbeit mit ausgewählten Genossenschaftsverbänden in der Türkei. Inzwischen werden hier die Multiplikatoren ausgebildet, die dann ihrerseits Mitglieder regionaler Genossenschaften darin ausbilden, ihr Management effizient zu gestalten und ihren Mitgliedern bedarfsgerechte Dienstleistungen anzubieten.
Folgende Punkte an diesem Artikel sind interessant. Erstens hört man kaum etwas von derartigen Initiativen. Das bedeutet, dass alles gut läuft, ansonsten würden wir die negativen Informationen in den Tageszeitungen finden. Mir gefällt, dass es sich um Hilfen zur Selbsthilfe handelt. Meines Erachtens ist das die einzige sinnvolle Möglichkeit, anderen wirklich zu helfen. Was weitergegeben wird ist immateriell und niemand muss sich Sorgen machen, sein erspartes Geld könnte hier ohne sein Wissen und seine Einwilligung an andere Menschen ausgeteilt werden. Es gibt Bemühungen, die ineinander verzahnten Probleme – weltweite Armut und Umweltzerstörung - zu lösen. Allerdings ist dazu eine Kooperation notwendig. Eine von allen Partnern mitgetragene Zielrichtung sollte angepeilt werden.Es ist sehr erfreulich, dass sich eine Kommission aus Wissenschaftlern dieser Problematik angenommen hat. Wie am 28.4.18 im Straubinger Tagblatt zu lesen war, hat sich die "Sachverständigengruppe Weltwirtschaft und Sozialethik" im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz dieser Fragen angenommen und eine Studie erarbeitet. Die Experten knüpfen dabei an die Enzyklika "Laudato si" an, die Papst Franziskus im Jahre 2015 veröffentlicht hat. Einige wenige Gesichtspunkte habe ich herausgegriffen und hier stichpunktartig angesprochen.
Das gemeinsame Haus
Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, des Präsidenten der Hochschule für Philosophie SJ München hat eine Sachverständigengruppe Leitsätze erarbeitet, die dringende Probleme unserer Zeit darstellen und Lösungswege anbieten soll. Die Studie wurde im April 2018 im Rahmen einer Tagung vorgestellt, bei der hochrangige Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft teilgenommen haben. Einige wenige Zitate aus dem Artikel, den der Vorsitzende verfasst hat, möchte ich hier bringen.
In der Tradition der katholischen Soziallehre geht es um das "Wohl aller Menschen und des ganzen Menschen". Gemeinwohl ist demnach nicht nur global, sondern auch generationenübergreifend zu denken, und zwar in ganzheitlicher Weise. Es geht also nicht allein um materiellen Wohlstand, sondern um Gesundheit, Bildung und Kultur, gelingende Beziehung zum Mitmenschen und zur Natur. Die erfordert wirtschaftliche Entwicklung und unter bestimmten Bedingungen auch wirtschaftliches Wachstum, das allerdings die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten beachten muss.
Der Autor weist darauf hin, dass bei einem "Weitermachen wie bisher" die Umweltrisiken nicht mehr beherrschbar werden. Neue Ansätze in der Politik müssen her, denn
wenn die Verursacher die ökologischen Kosten von Produktion und Konsum tragen müssen und nicht weiter auf Dritte – besonders auf nachfolgende Generationen – abwälzen können, würde dies erhebliche Anreize für die Entwicklung neuer Technologien und eine effizientere Nutzung von Energie und Ressourcen schaffen.
Damit ist eine Richtung vorgegeben. Für
den Interessierten dürfte sich die Lektüre der Leitlinien lohnen. Den größten Vorteil würde es allerdings bringen, wenn sich die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik mit dieser Thematik
auseinandersetzen würden. Im Übrigen zeigt diese Initiative, dass von der oft als altmodisch angesehenen
Kirche immer wieder gute Impulse ausgehen.
Kolping heute
Hier berichte ich aus dem Kolpingmagazin-2-2018: In Tansania hat Kolping eine neue Süßkartoffelsorte eingeführt, die besonders gute Ernten garantiert und sich optimal verarbeiten lässt. Das schafft den Bauern ein Zusatzeinkommen. Unter diesem Titel berichten Katharina Nickoleit und Christian Nusche über ein interessantes Projekt. Kolping Tansania hat es sich daher zum Ziel gemacht, den armen Kleinbauern Zugang zu dieser Neuentwicklung zu geben.
"Unsere Mitarbeiter gehen in die Dörfer und stellen die neue Süßkartoffel vor. Sie erklären, welche Vorteile die Sorte hat und wie sie angebaut wird. Und wir stellen das erste Saatgut zur Verfügung."
ekrlärt der Projektverantwortliche Eustard Shumbusho." Finanziert wird das Projekt mit Mitteln aus Deutschland. Mehr als 1000 tansanische Familien bauen die Knolle inzwischen an. Warum aber engagiert sich ein katholischer Sozialverband dafür, eine neue Kartoffelsorte zu verbreiten? Eine Antwort auf diese Frage lautet: Weil sie schnell und reichlich wächst. So sichert sie nicht nur die Ernährung der Bauern. Mit den Ernteüberschüssen können diese sogar ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften.
Natürlich könnte ich diese Ausführungen noch weiter fortführen. Aber an dieser Stelle sollte nur gezeigt werden, wie man christliches Sozialverständnis praktisch umsetzt. Es kommt eigentlich bei allem Tun immer darauf an, welche Ziele man verfolgt. Bemerkenswert ist nämlich eine kleine Anmerkung auf der gleichen Seite des Magazins. Die will ich hier ohne weiteren Kommentar zitieren:
Heute wird [bei Kolping] nicht mehr von Entwicklungshilfe, sondern von Kooperationen auf Augenhöhe mit den Partnern gesprochen.
Ein Ex-Manager über Profitgier
Hans-Rudolf Zulliger sollte es wissen, denn er kennt die Welt der Konzerne. Und er ist der Auffassung, dass unsere Wirtschaftswelt einer großen Korrektur bedarf - wenn wir überleben wollen. Seine Erkenntnisse hat er in einem Buch zusammengefasst: „Gaias Vermächtnis. - Plädoyer für eine integrale Weltsicht.“ Wichtig sei letzten Endes eben nicht der Profit, den ein Unternehmen oder ein Einzelner erzielen, wichtig seien andere Ziele, Ziele auf einer anderen Ebene. Zulliger nennt Empathie, Mitgefühl und Mitverantwortung. Der Autor setzt also auf menschliche Entwicklung. Er kommt auch auf ganz praktische Dinge zu sprechen. So mahnt er die Finanztransaktionssteuer an. Das ist eine Steuer auf Finanzgeschäfte, die bisher von den „Großen“ dieser Welt mit Erfolg verhindert worden ist. Diese Steuer würde die Finanzhaie zwar nur sehr gering belasten. Wegen des großen Umfangs der Geschäfte würde eine solche Steuer allerdings viel Geld in die Kassen des Staates spülen. Geld, das man einsetzen könnte, um den Armen in dieser Welt das Leben zu erleichtern. H. Zulliger versucht, an verschiedenen Hebeln anzusetzen, um positive Änderungen herbeizuführen. Es müsste doch gelingen (S. 139),
die meisten gesellschaftlichen Fehlkonstrukte zu korrigieren. Dies gilt für das Gesundheitssystem ebenso wie für die ökologische Energieversorgung, die giftfreie Landwirtschaft, die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), den Verkehr und die Ökologie. Inzwischen leiden immer mehr Menschen unter den Auswirkungen der Klimaveränderung. Die Rekorde für Hitzeperioden, Sturmgeschwindigkeiten, Meeresspiegelanstieg, Dürrezeiten und Überschwemmungen überbieten sich. Leider sind die schon vor Jahrzehnten geäußerten Warnungen im Winde verweht, doch die Stimmen der stetig zunehmenden Anzahl von Betroffenen werden lauter, und diese werden nicht mehr verstummen. Hochintelligente Wissenschaftler besitzen hervorragende Werkzeuge, um die Herausforderungen an unsere Gesellschaft aufzuzeigen, und wir wüssten eigentlich, was zu tun wäre.
Viele Systeme haben von Analysen profitiert und warten nur noch auf die politische Bereitschaft, das gewonnene Wissen einzusetzen. Doch unser politisches System ist krank. Ideologien, Eigeninteressen, aber vor allem Geld bestimmen die politische Landschaft.
Mir gefällt, dass Herr Zulliger aus einer ganz anders gearteten Weltsicht die Probleme der Zeit genauso sieht wie andere Menschen, die sich aus anderer Position (etwa aus religiöser Sicht) ernsthaft mit der Problematik unserer Zeit befassen. Hören wir, was er auf Seite 186 seines Buches sagt:
Die Erkenntnis, dass wir mit einer integralen Weltsicht dem Zwang nach immer mehr Besitz, Macht und egozentrischem Verhalten entrinnen können, lässt die Hoffnung auf einen längst überfälligen Wandel aufkeimen. Ein kritischer aber wohlwollender Austausch untereinander in Form von anhaltendem Dialog hilft uns, dieses Wissen in Bezug auf seine Relevanz für unser Leben einzuordnen. In meditativer Stille befreien wir uns von Sachzwängen und erfahren neue Einsichten, Gelassenheit und werden achtsamer. Immer wieder erproben wir neue Wege und werden durch die gemachten Erfahrungen bereichert.
Hilfe für Arme
Am 23.4.2018 konnte man in der Tageszeitung einen Bericht über die Tätigkeit des Bogener Hautarztes Dr. Schadeck in Westafrika lesen. In regelmäßigen Abständen ist er irgendwo in der Welt unterwegs, wo Menschen Hilfe brauchen.
Der Schwerpunkt des Hilfsauftrags war ein besonderer; kein akuter Einsatz aufgrund einer Naturkatastrophe, vielmehr die Realisierung eines Pilotprojekts in Sachen Versorgungs-, Vorsorge- und Hilfsmaßnahmen für Gefangene. Zusammen mit einer lokalen Partnerorganisation wurden 1500 Gefangene behandelt. "Bei dem Wort Gefängnis denkt man in einem Rechtsstaat wie Deutschland im ersten Moment an eingesperrte Menschen mit schweren Verbrechen", gibt der Hautarzt zu verstehen. In den beiden großen westafrikanischen Gefängnissen, die vom Humedica-Team besucht wurden, waren es vielmehr Insassen mit Bagatelldelikten. Junge und alte Menschen oder Frauen mit Kindern, die wegen "geringfügiger Straftaten" wie Diebstahl bereits mehrere Jahre inhaftiert waren, obwohl es noch nicht einmal einen Prozess und somit ein Urteil gab... Mithilfe von vier jungen ortsansässigen Germanistik-Studenten, die als Dolmetscher fungierten, ging es jeden Tag auf Visite...
Es wird beschrieben, welche Hilfen geleistet werden konnten. Große Freude herrschte bei den Gefangenen über Ventilatoren für den Gemeinschaftsraum. Bogener Bürger - Patienten von Dr. Schadeck - haben den Kauf der Geräte mit Spenden finanziert.
"Glücklich machen konnten die Einsatzhelfer obendrein einen 85-jährigen Insassen, dem zum Haftantritt die Brille abgenommen wurde. Eine aus über 300 mitgebrachten gebrauchten Brillen aus Deutschland gab dem Greis nicht nur Sehvermögen, sondern auch Lebensqualität zurück.
Mich persönlich beschäftigt beim Lesen solcher Berichte immer wieder die Frage, welchen Wert die Behörden in solchen Ländern ihren eigenen Landsleuten zugestehen, wenn Grundrechte wie das Recht auf einen ordnungsgemäßen Prozess einfach missachtet werden. Wie heißt das recht schön: Es gibt noch viel zu tun - beispielsweise um den Ärmsten der Erde zu ihren Grundrechten zu verhelfen. Aber, wir erinnern uns, welche Schwierigkeiten hatte schon Barack Obama, als er ein - mit Problemen belastetes - Gefängnis auflösen wollte.
Zum Abschluss dieser Seite noch ein Bild zum Sichfreuen

Noch ein Wort von Wichtigkeit: Hilfe sollte immer Hilfe zur Selbsthilfe sein!