+VII50wki  DER ERLÖSER

+VII50wki  DER ERLÖSER

Ich möchte die Gedanken des Kapitels "Auferstehung" noch etwas weiterführen, weil dieses Geschehen Konsequenzen hat. Wenn man akzeptiert, dass Gott die Grenzen der Natur überspringen kann, weil Er Herr über die Natur ist, dann lässt sich auch die Eucharistie besser verstehen. Man kann auch begreifen, dass der zum Menschen gewordene Gott uns in Seiner göttlichen Autorität die Eucharistie schenken konnte. Man kommt auf die bekannte Aussage: Die konsekrierte Hostie ist Jesus in Brotgestalt. Der Erlöser kommt zu uns in Gestalt eines unscheinbaren Brotstückes. Jesus kann sich nun jederzeit in der Eucharistie in Brotgestalt an uns weiterschenken. Es bleibt uns nur das Staunen. In dieser Kette des Geschehens ist die Auferstehung genauso leicht hineinzudenken wie die Himmelfahrt, die im Grunde genommen nur sagt, dass der Herr - der ja bei uns ist - ab diesem Moment nicht mehr sichtbar war. Das für uns Entscheidende ist, dass wir durch das Geschehen Teilnahme an Seiner Auferstehung erhalten - wenn wir das denn auch wollen. Und der Weg geht über Jesus, über die Eucharistie.

 

Die Eucharistie kann man als Aufnahme des „ewigen Wortes“ verstehen. Das Leben Jesu ist Zeugnis der unendlichen Liebe des dreifaltigen Gottes. Mit Seinem Sterben hat Christus Seine Aussagen besiegelt. Nun ist Er nicht nur menschgewordener göttlicher „Logos“, sondern der Gott, Der uns seit diesem Ereignis näher ist als je zuvor. Deshalb ist Seine „Missionsreise“ auf die Erde mit Seinem Sterben und der Auferstehung nicht abgeschlossen. Denn jetzt ist Er für immer bei uns. Und hilft uns auf unserem Weg. Mit Seiner "greifbaren" konkreten Anwesenheit, in einer weltlichen Dimension. Ein Zugang für uns zum unendlichen und allmächtigen Gott. Nicht weniger. 

 

Von der Auferstehung, die uns nach dem Tod erwartet, wissen wir sehr wenig. Allerdings ist die Auferstehung anscheinend etwas, das schon in diesem Leben als fortwährender Prozess einsetzt. Es ist wohl das Nämliche, das gemeint ist, wenn wir davon sprechen, dass das Reich Gottes schon hier auf dieser Welt „beginnt“, bei diesem oder jenem Menschen. Wir müssen sie nur zulassen, diese gegenwärtige „Existenzverwandlung“, die spürbar werden kann, wenn man sich selbst beobachtet.

 

Ohne die Auferstehung bliebe das Wirken Jesu und alle Seine Aussagen nur eine wunderbare Geschichte. Es würde das Wesentliche fehlen. Der unten folgende Text von Kirchenrektor Karl Kern in dessen Osterbotschaft 2019 im „Magazin zum Wochenende“ könnte vielleicht hilfreich sein.

Gott überkleidet schon jetzt unsere Schwachheit mit seiner Kraft. Der Erlöste ist schon jetzt ein „geistlicher“ und nicht nur ein „psychischer“ Mensch. Darunter versteht er ein Menschsein, das ganz der Schwäche, dem Begehren, der Sünde und dem Tod verhaftet ist... Wir empfangen „lebendigen Geist“, der uns unsterblich macht. Das Sterbliche aber werden wir nur los durch Sterben, also durch den Tod.

 

Billiger und leichter geht es nicht.... Lasst uns also „Ja“ sagen zu der neuen, geistlichen Leibwirklichkeit, sie nicht anzweifeln oder leugnen, sondern diese unsichtbare Wirklichkeit in Hoffnung als unsere neue Existenz annehmen... und zu einem bewussten und erfüllterem Leben kommen - das kann man getrost noch hinzufügen. Ja, es ist so, es geht um Worte es ewigen Lebens.