Ih4 Messen und mehr

Ih4   Messen und mehr

Bevor Sie sich in dieses Kapitel vertiefen: Meine Messungen und mehr  (nämlich zählen und notieren) scheinen zu bestätigen, was von Herrn Torben Schiffer zuvor schon herausgefunden hatte: Eine Isolierung der Beute mit einer Isolierschicht, die Wasserdampf ableitet, scheint das Klima in der Beute zu verbessern. Imitation des Baumhöhlenklimas in der Beute scheint ein guter Ansatz zu sein.  Leider war die Mess-Apparatur mit einem einfachen Gerät nicht exakt genug.

 

Erfolgskontrolle der Beuten-Umbauten

 

Nach den oben eingehend beschriebenen Isolierungsmaßnahmen, die nach dem Konzept "Isolation gegenüber Außenluft + Luftaustausch" durchgeführt wurden, könnte man beinahe meinen, dass es sich hier um etwas  handelt, das durchaus vergleichbar ist mit dem, was wir im modernen Wohnungsbau (für uns Menschen) anstreben: Angenehme Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit, die den Bauten (der Bausubstanz) nicht schadet. Der Vergleich hinkt aber insofern, als die Temperatur in unseren Wohnhäusern durch die Heizung ständig auf einen Wert von 20°C - 21°C gehalten wird, wobei Abweichungen nach oben oder unten je nach Raumnutzung durchaus im "Normalbereich" liegen. Das ist bei den Bienen anders. Die Temperatur außerhalb der Bienentraube wird von den Bienen im Wesentlichen akzeptiert, wie sie sich eben entsprechend der Außentemperatur entsprechend, selbst einstellt. Das stimmt zwar nicht ganz. Für unsere Überlegungen dürfen wir die sehr interessanten neuesten Forschungsergebnisse allerdings zumindest vorläufig außer Acht lassen. Die Bienen regulieren - halten wir vorerst daran fest - aktiv nur die Wärme in der Bienentraube. Der Zielwert richtet sich danach, ob Brut gepflegt wird oder nicht. 

 

Jetzt ist also es an der Zeit, den Erfolg der Bemühungen mit den isolierenden Maßnahmen zu kontrollieren. Am einfachsten ist es, Temperatur und Luftfeuchte im Bienenstock zu messen und aus den Messwerten entsprechende Schlüsse zu ziehen. Ich werde dazu ein Messgerät vorstellen, das im Internet für wenige Euro erhältlich ist. Auf dem nächsten Foto blicken wir noch einmal auf die Beute ohne Klimaturm.

Blick in die Bienenbeute
Ein Blick in die Beute ohne Klimaturm und ohne Futtertrog

Hier wird gerade das Wachstuch angehoben, das die Bienen von oben abdeckt. Das weiß natürlich jeder von Euch, wie so etwas aussieht. Ich zeige es trotzdem, denn man kann recht schön erkennen, dass vor dem ersten (oder letzten) Schied noch etwas Raum ist. An dieser Stelle soll der Sender eingehängt werden, der die Klimawerte übertragen soll. Ein Temperaturfühler wird von dort an einem Kabel über die Rähmchen hinweg an den Messort geführt. Beispielsweise um die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in der Mitte der Bienentraube zu messen.

 

Empfangsteil des Gerätes zur Temperatur- und Feuchtigkeitsmessung
Empfangsteil des Gerätes zur Temperatur- und Feuchtigkeitsmessung
 Sendeteil des Funkthermometers und Feuchtigkeitsmessers
Sendeteil des Funkthermometers und Feuchtigkeitsmessers

 Das nächste Bild zeigt das Ablesegerät, das die Temperatur und die Feuchtigkeit (jetzt steht es noch in einem kühlen Raum, später in der Beute) angibt. Bei OUT wird die Temperatur am Messort angegeben, also später in der Beute bzw. am Ort des Temperaturfühlers in der Beute. (Vorgesehen ist, den Fühler in die Bienentraube einzubringen.  Falls die Bienen allerdings das Kabel annagen sollten, dann muss wohl auf die Messung der Temperatur in der Bienentraube verzichtet werden.) Wichtig sind vor allem die Messwerte in der Nähe der Beutenwand innen.

 

Jetzt muss ich nur noch eine geeignete Halterung finden, mit der ich das Messgerät in die Bienenbeute bringe, ohne dass die Bienen sich durch das Gerät gestört fühlen.

 

Am 15.10. 2020 wird die an einer Vorrichtung befestigte Messeinheit in die Bienenbeute eingebracht. Vorgesehen ist dazu der Raum vor dem ersten Schied.

In der folgenden Bildreihe wird gezeigt, wie der Mess- und Sendeteil in die Beute eingebracht wird

 

Sendeteil des Messgerätes mit Fühler an einem Kabel
Sendeteil des Messgerätes mit Fühler an einem Kabel
 Mess- und Sendeteil mit Halterung
Mess- und Sendeteil mit Halterung
Unter dem ersten Rähmchen links ist das Messgerät, ein Kabel führt zum Sensor
Unter dem ersten Rähmchen links ist das Messgerät, ein Kabel führt zum Sensor

Nach Einbringen des Gerätes erkennt man nur noch das Kabel, an dem der Fühler befestigt ist. Der Fühler ist bereits in die Bienentraube eingetaucht.

 

Messergebnisse

 

Schon bald nach Einbringen des Messgerätes wurden in der Bienentraube (zwischen den Rähmchen 5 und 6) 34°C gemessen. Das bedeutet zumindest, dass erstens die Temperaturmessung funktioniert und die Temperaturwerte dem entsprechen, was allgemein bekannt ist. Die Luftfeuchtigkeit wurde sowohl außerhalb und innerhalb der Traube mit 83% rel. Feuchte gemessen. Dieser Wert ist nicht zufriedenstellend, weil der Grenzwert von 70% nicht überschritten werden sollte. Denn Schimmel bildet sich ab 70% rel. Luftfeuchte. Hier besteht also Handlungsbedarf. Da der 15.Oktober ein regnerischer Tag war sollten allerdings noch weitere Messwerte abgewartet werden. Im Übrigen ist die hohe Luftfeuchte in der Bienentraube nicht relevant, wenn es um die Bewertung der Gefahr von Schimmelbildung geht. Für die Brut selbst ist eine höhere Luftfeuchtigkeit wichtig.

 

In der darauffolgenden Nacht zum 16.10. hatte der Regen aufgehört und die Luftfeuchte der Umgebungsluft fiel bis zum kommenden Morgen ab auf 59%, die Luftfeuchte im Bienenraum war allerdings noch weiter angestiegen, auf 89% rel. Feuchte. Die nächste Messung wurde am Abend des gleichen Tages vorgenommen. Die relative Luftfeuchte der Umgebungsluft war nun auf 48% gesunken. Aber in der Beute war die Luftfeuchte noch weiter angestiegen, nämlich auf 91%. Das bedeutet, dass die feuchtigkeitsregulierende Wirkung der Klimatürme (am Morgen hatte ich noch einen zweiten Turm über dem Futtertrog angebracht) entweder überhaupt nicht oder nur mit großer zeitlicher Verzögerung zustande kommt.

 

Interessant war nun für mich, wie die Werte am dritten Versuchstag ausfallen würden. Am 17.10.2020 gegen 8Uhr habe ich folgendes gemessen: 

 

Außen: T=6° C rel. Feuchte =92%            Beutenrand T=13,2° F=92%                 Bienentraube T=35° F=92%

 

Es bestätigte sich die Vermutung, dass es im Innenraum der Beute (hinter der nicht isolierten Beutenwand) einige Grad wärmer ist als außerhalb der Beute. Richtig warm ist es - wie erwartet - nur in der Bienentraube. Die hohen Feuchtwerte im Beutenraum sind ebenso überraschend wie frustrierend. Es ist zu bemerken, dass Mellifera mit der oberen Lüftungsklappe an der Beute anscheinend einen richtigen Weg aufgezeigt hat. Diese Klappe habe ich nun am Morgen des 17.Oktober trotz der niedrigen Außentemperatur geöffnet. Die Innenseite der Klappe fühlte sich sehr feucht an, was meine ersten Messergebnisse zu bestätigen schien.

 

Möglicherweise ist es ein Denkfehler, von den angebrachten Isolierschichten eine deutliche Erwärmung des Beutenraumes zu erwarten. Die Wärme ist - wie wir wissen - nur in der Bienentraube sehr hoch. Die Bienen selbst, die in den äußeren Schichten sitzen, bewirken die notwendige Isolation nach dem übrigen Beutenraum hin. Ich hatte mir aber auch von den verschiedenen Stroh- oder Holzspäneschichten erwartet, dass eine gute Bindung der Feuchtigkeit bewirkt würde. Dazu sind allerdings noch Langzeitbeobachtungen abzuwarten. Außerdem erscheint es sinnvoll, nun auch an den isolierten Wänden der Beute Messungen vorzunehmen.

 

Als nächstes habe ich mir vorgenommen, mit anders gearteten "Klimatürmen" zu arbeiten, weil ich möglicherweise den Anweisungen von Herrn Schiffer nicht voll nachgekommen bin. Außerdem - so denke ich - geht es nur um die relative Luftfeuchte in der Nähe der Beutenwände. Die Temperatur und die Luftfeuchte in anderen Bereichen sind in weiteren schon geplanten Messreihen festzustellen. Denn die Schimmelbildung erfolgt auf den Oberflächen, welche die Bienenbeute umschließen. Und da ist die Luftfeuchte als einziges entscheidend. Von diesem Ansatz her könnte es leicht sein, dass meine Bemühungen mit der guten Isolierung möglicherweise gar keinen so großen positiven Effekt haben, wie ich erwartet hatte (17.10.2020). Aber das muss wohl noch genau gemessen werden. Schließlich war das Messgerät genau an der Außenwand positioniert, wo von mir keine Isolations-Schicht angebracht worden war.      

 

Ich bringe an dieser Stelle eine Tabelle mit den Klima-Messwerten. Diese Aufstellung wird der Übersichtlichkeit wegen im "Protokoll" des Gesamtprojektes nicht noch einmal in der hier angebotenen Ausführlichkeit erscheinen.

Anordnung der drei Messfühler:

Außen,  nicht isolierte Beutenwand, Bienentraube Kerngebiet

Tag/Uhrzeit                                             Außen                                Beutenwand                                                 Traube 

                                                            °C      % rel. F                           °C      % rel. F                                              °C      % rel. F

 

15.10.2020  19                                                                                    17       83                                                      34     83

 

16.10             7                                   17      59                                   14       89                                                      35     89

                      22                                  18      48                                   15       91                                                     34      91

 

17.10             8                                    8       92                                    13      92                                                      35     92  

                     20                                   7       89                                     15      91                                                      34     91

 

18.10             5                                    2       96                                     12     90                                                      35     90

                     19                                    9      79                                      16    89                                                      34     89

Wichtig bei unseren Überlegungen sind die fett hervorgehobenen Messwerte: Die relative Luftfeuchte in der Beute steigt mit dem Wert in der Außenluft. Beim Abfall der Luftfeuchte in der Außenluft bleibt es aber weiterhin sehr feucht in der Beute. Das besagen die fett hervorgehobenen Zahlen. Im Übrigen werden im Forschungszentrum für Bienen von Herrn Prof. Tautz Untersuchungen darüber vorgenommen, wie die Bienen auch die Luftfeuchtigkeit beeinflussen. Doch das ist eine sehr schwierige Materie. Bei Bewertung der Messwerte ist es wichtig, zu beachten, dass die Beutenwand an der Messstelle Oberfläche Beute (noch) nicht isoliert ist.

 

Ich bin der Auffassung, dass es lebendiger ist, wenn ich hier meine Geschichte erzähle. Denn richtig wissenschaftlich arbeiten - das kann ich nicht. Dazu bräuchte ich geeichte Messgeräte. Das Ist vielleicht auch langweilig. Aber es geht mir ja gar nicht darum, die vielfach von Fachleuten gemachten Erfahrungen zu bestätigen. Es geht eher darum, zu zeigen, wie sich meine Story "Stark gegen Varroa" weiter entwickelt. Interessant ist schon, welche Fehlermöglichkeiten sich hier auftun. Irgendwie kamen mir die Feuchtwerte im Bienenstock doch sehr hoch vor. Deshalb habe ich die Messwerte mit einem ganz einfachen zweiten Gerät verglichen. Das lässt sich ohne große Umstände durchführen, denn beide Geräte nebeneinander gelegt und die Messwerte verglichen - so etwas geht ohne große Umstände. Das Ergebnis ist verblüffend und zeigt, dass mein Fernthermometer viel zu hohe Feuchtigkeitswerte anzeigt. Der Klarheit meiner Aussagen habe ich auf dem Messgerät deutlich gemacht, wo die Messwerte für innen und außen abzulesen sind.

 

Auf meine Messungen oben bezogen bedeutet die Erkenntnis der Fehlmessung: Die Feuchtigkeitswerte in der oben gezeigten Tabelle sind zu hoch angesetzt. Nachdem das aber höchstwahrscheinlich alle Messungen betrifft, lassen sich trotzdem wenigstens die Änderungen während des Versuchablaufs miteinander vergleichen. Auf jeden Fall scheint meine Befürchtung von schrecklich starker Feuchtigkeit im Stock nicht mehr gegeben. Jetzt zeige ich Euch mal, wie das in der Realität aussieht. Hier ist ein Bild von beiden Messgeräten nebeneinander am Nachmittag des 18.Oktober. 

 

 

 

Hier stehen nun zwei Messgeräte nebeneinander. Beide Male vergleichen wir die gemessenen Außentemperaturen am Ort, nämlich auf dem Fensterbrett. Das kleine Messgerät, das ich bei meinen Untersuchungen verwendet habe, zeigt 13° C Außentemperatur. Das Gerät mit der Skala auf schwarzem Hintergrund zeigt ebenfalls etwa 13°C. Also die Temperaturmessung ergibt ähnliche Ergebnisse.

Vergleich der Messergebnisse
Vergleich der Messergebnisse

Die Messung der Feuchte gibt unterschiedliche Werte: Weißes kleines elektronisches Messgerät 72% Luftfeuchte. Dieser Wert ist nicht plausibel. Die Luftfeuchte an einem halbsonnigen Nachmittag erscheint zu hoch gemessen. Der Wert auf dem darüberliegenden Messgerät mit knapp 50% rel. Feuchte ist eher glaubhaft. Man kann wohl davon ausgehen, dass auch für den Bienenstock zu hohe Werte angezeigt werden. Wenn wir davon ausgehen, dass die Messwerte für die Feuchte um rund 20 zu hoch gemessen werden, dann wird alles irgendwie eher wahrscheinlich. Am besten ist es wohl, wenn ich die oben angefertigte Tabelle einfach korrigiere. Dann sieht das Ergebnis ganz anders aus. Dem Wissenschaftler gefällt solches Korrigieren überhaupt nicht. Ich werde es trotzdem tun, denn sonst wird es wahrscheinlich mit meinem Experiment wohl überhaupt nicht weitergehen.

 

Zur Kontrolle habe ich die Feuchtigkeitswerte noch in einem anderen Bereich gemessen: Im Innenraum am 18.10.2020 weißes Fernmessgerät bei 19,5°C 70%, schwarzes Messgerät bei 18°C 59%.

Fazit: Auch bei mittleren Feuchtigkeitswerten weichen beide Messgeräte voneinander ab.

 

Um also einen etwas besseren Überblick in die wirkliche Feuchtigkeit zu erhalten habe ich einfach die Tabelle von oben kopiert und alle Feuchtigkeitswerte um 20% nach unten korrigiert, wohl wissend, dass das keineswegs wissenschaftlich einwandfrei ist und dass die Messwertverfälschung bei niedrigeren Feuchtigkeitswerten nicht ganz so gravierend sind wie bei sehr hoher Luftfeuchte. Auf jeden Fall dürfte diese korrigierte Aufzeichnung die Feuchtigkeitsverhältnisse besser widerspiegeln als die unveränderte Tabelle. Rot sind die korrigierten Werte dargestellt.

Anordnung der drei Messfühler:

Außen,  nicht isolierte Beutenwand, Bienentraube Kerngebiet

Rot - korrigierte Werte

Tag/Uhrzeit                                             Außen                                Beutenwand                                                 Traube 

                                                            °C      % rel. F                           °C      % rel. F                                              °C      % rel. F

 

15.10.2020  19                                                                                     17       63                                                     34     63

 

16.10             7                                   17      39                                    14      69                                                      35     69

                      22                                  18      28                                   15       71                                                     34     71

 

17.10             8                                    8       72                                    13      72                                                     35      72  

                     20                                   7       79                                     15      71                                                     34      71

 

18.10             5                                    2       76                                     12    70                                                      35     70

                     19                                    9       59                                    16     69                                                      34     69

Nun habe ich meine Untersuchung fortgesetzt im Wissen, dass die hohen Feuchtigkeitswerte nach unten korrigiert werden müssen.  Im Folgenden habe ich die Messungen an den isolierenden, mit Stroh gefüllten Säcken am rückwärtigen Teil der Beute vorgenommen. Zur Erläuterung zeige ich noch einmal das schon bekannte Foto mit der Außenisolierung

Beutenansicht seitlich-vorn
Beutenansicht seitlich-vorn

An der Stirnseite der Beute, also im Bild hinter der rot gefärbten Außenwand sind die Messfühler eingesetzt worden: Die korrigierten Werte werden in der nächsten Tabelle dargestellt.

 

Zeit                 Außen             außerhalb Isolierung innerhalb Isolierung
19.10.       19Uhr  3,5°    56% 11,8°       62% 16,8°    62%
                  21Uhr  1°       75% 7°            56% 13°       56% 
20.10.        5 Uhr  1°       75% 3°           75%  8°        75%
                  20 Uhr 3°        63% 9°           54% 15°       54%
21.10          5 Uhr 5°        75% 7°           55% 11°       55%
                  17 Uhr 19°      ?35% 19°         60% 23°       60%

               

Fazit: Die Isolierbereiche erhöhen die Temperatur in der Bienenbeute. Diese Messwerte waren erwartet worden. Die Feuchtigkeitswerte scheinen kaum überhöht zu sein.

Neue Versuchsanordnung mit gleichem Gerät: Das Messgerät befindet sich oberhalb der Isolierschicht im Klimaturm. Hier müsste man eine Temperatur ähnlich der Umgebungstemperatur messen. Der Messfühler liegt unter der Schicht mit Holzteilen oberhalb der Weichfaserplatte. Hohe Meßwerte bei Luftfeuchte sind korrigiert.

   Zeit                        Umgebung        über Holzschicht  unter Holzschicht über WF-Platte
       
23.10.    19Uhr 14°   58% 16°   53%  19°   53%
       
24.10.     19Uhr 10°   67% 14°   64%  18°   64%
       
25.10.      6Uhr 13°   66% 10°   69%  14°   69%
                14Uhr 22°   57% (ni.korr.) 13°   71%  16°   71%
       
26.10.      6Uhr 10°   76% (ni.korr.) 10°   72%  13°   72%
                 19 Uhr  17°  60%? 10°   73%  13°   73%
       
17.10.      7 Uhr   7°   62% (and. Gerät)  7°    74%  11°   74%

      

Wenn die Messungen auch mit einer deutlichen Fehlerquote belastet sind: Es lässt sich erkennen, dass die Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen in der Beute - die teilweise mit feuchtigkeitsdurchlässigem Material isoliert sind - recht gute Bedingungen für die Bienen bieten. 

Eine weitere Messung soll über die Klima-Verhältnisse innerhalb der Beute informieren. Messgerät für Innenraum hinter erstem Schied und Messfühler am Rand der Bienenkugel. Durch Schiede wurde die Innenraumisolierung vervollständig. Eine Wabe mit leeren Zellen wurde eingehängt, um die Möglichkeit der Lagerung von Futter zu geben.

Das wurde auch im Protokoll so vermerkt für den 28.10.2020.

Zeit                  Umgebungsluft     hinter 1. Schied    Umgebung der Bienenkugel
       
28.10.   18Uhr  11°   60% (o.Korr.)  13°   76% 17°   76%
       
29.10.     6Uhr 10°    63%(o.Korr.)  11°   68% 15°   68%
              19Uhr 10°    60%(o.Korr.)  12°  68% 16°  68%
       
 30.10.    7Uhr 14°   60%(o.Korr.) 11°   65%  14°   65%
       
31.10.    18Uhr  8°   87%(o.Korr.) 14°   65% 16°   65%
       
1.11.    10Uhr 11°  79%(o.Korr.)  9°   61% 10°   61%

Am Schluss dieses Kapitels möchte ich noch einmal auf das folgende eher etwas "trockene" Gesamt-Protokoll verweisen. Es wird eine Aussage zu allen bisherigen Überlegungen machen, damit sich das Ergebnis dieses Projektes  auch noch nach Jahren überblicken lässt.

 

Protokoll zum Projekt Bienengesundheit, Varroabehandlung

 

Beginn der Aufzeichnungen am 25.6.2020

Status-erhebung zu Beginn des Experimentes

Ausgangssituation Juni 2020:

Im Moment ist an den Bienen nicht allzuviel zu tun. Ich habe jetzt (nach der Sommersonnenwende) schon einmal Windeln unter meine Beuten eingeschoben. Das Ergebnis habe ich niedergeschrieben.

 


1 Wirtschaftsvolk mittelstark

(Bezeichnung: 2018),

hervorgegangen 2018 aus einem

Ableger mit eigener Königin.

Königinfarbe 2018 rot

1 kleiner Ableger 5/2020

hervorgegangen im Mai 2020 aus dem

links genannten Wirtschaftsvolk.

Blau ist die Farbe der Königinnen 2020


Vorbereitungen Juni 2020:

Für beide Völker wird der Umzug in neue klimatisch verbesserte Beuten vorbereitet.

Der Ableger wird bereits auf das Format "Langwabe" in eine Übergangsbeute umgesetzt.

Kontrollen und Behandlungen Juni/Juli 2020:

                                 Volk "2018"                                                                                  Ableger "5/2020"

                                                            26.6.2020 Varroenkontrolle auf V-Schieber nach 2 Tagen

                                                              3 V                                                                           0 V

                                                                          Puderzuckerbehandlung mit Kontrolle

                                                              0 V                                                                           0 V

                                                           5.7.2020 Puderzuckerbehandlung mit Kontrolle

                                                              0 V                                                                           0 V

10.7.2020 Puderzuckerbehandlung mit Kontrolle

6 V (lebend)                                                          0 (1?)

16.7. Varroenkontrolle nach 6 Tagen

0 V                                                                              0 V

23.7.2020 Puderzuckerbehandlung mit Kontrolle

1 Std nach Behandlung

4 V                                                                               2 V

36 Std nach Behandlung

0 V                                                                               0 V

 

29.7. Auffütterung

 4 l                      vorinvertiertes Futter                     2 l

                    gute Futterabnahme                                        zögerliche Futterabnahme

 

Arbeiten im August 2020

 

                        Notfall: Am 1. August Aufregung der Bienen im Ableger,

der in seiner Volksentwicklung deutlich zurückgeblieben war,

Weitflächiges Kreisen um den Stock.

Am 2. August wird der Wespenbefall deutlich,

am 4. August habe ich das Volk aufgelöst und

die Bienen dem Volk "2018" zufliegen lassen.

 

Nach der Zugabe des Ablegers am 4. August konnte ich das Volk "2018" in die inzwischen ziemlich fertiggestellte

und nach meinem Wunsch veränderte Mellifera-Beute umsiedeln. Das Volk war am nächsten Tag noch ziemlichen Angriffen der Wespen ausgesetzt, deren vorheriges Ziel ja nun nicht mehr vorhanden war.

Es konnte beobachtet werden, wie das starke Volk die Wespen erfolgreich abwehrte.

12.8. Nachschau mit Änderung der Anordnung der Waben

Milbenkontrolle: 4-5/Tag

13.8. Milchsäurebehandlung durch Einsprühen

eine Reihe Wespen erschlagen

14.8. Nachkontrolle: 16 Milben gefallen nach 12 Std.

14.8. Flugloch wird in die Mitte der Beute verlegt. Am Tag zuvor das ganze Volk zur Beutenmitte versetzt.

14.8. Unterlegen von Keilen, damit die Beute senkrecht steht.

Geordneter Flugbetrieb, Angriffe der Wespen fast nicht. Wespen in Nähe des Stockes.

 16.8. Futterwabe hinzugegeben, dauernder Futterstrom notwendig. Milchsäurebehandlung

vom 13.-18.8 10M/Tag (also einschl. Behandlung)

22.8. 4M/Tag

24.8 3M/Tag

26.8 4M/Tag

26.8. Milchsäurebehandlung

4.9. 2M/Tag

5.9. Fütterung mit 3kg Flüssigfutter

8.9. Futter verbraucht, 4kg Flüssigfutter, Waben geordnet, Drohnen geschnitten, Puderzuckerbehandlung

13.9. Futterteig verabreicht

15.9. Puderzuckerbehandlung

20.9 Durchsicht der Waben und Puderzuckerbehandlung, reichlich Flugbetrieb

2.10. Milchsäurebehandlung

4.10. Puderzuckerbehandlung

13.10. Diag: 24M/Tag

13.10. Milchsäurebehandlung

15.10. 100M/Tag - absolute Gefahr - oder Erfolg der Milchsäure, dass soviel Milben gefallen sind?

 

Milbenfall vom 13. zum 15.10.2020 - absolute Alarmstufe
Milbenfall vom 13. zum 15.10.2020 - absolute Alarmstufe

Nach Feststellung dieser bedrohlichen Milbenzahl erfolgte am 19.10. eine erneute Milchsäurebehandlung einschließlich sofortigem Einschieben der Varroa-Windel.

 

Am 20.10. fand sich ein Varroenfall von ca. 140 Varroen innerhalb 24 Std.

Am 21.10. fand sich ein Varroenfall von ca. 400 Varroen innerhalb 24 Std. Das sind absolute Höchstwerte. Allerdings kann es durch einen Behandlungserfolg zu so massiven Milben-Abgängen gekommen sein. Während die Bienen bei kaltem Wetter einen "lahmen" Eindruck vermittelt hatten, war heute bei schönem Wetter guter Flugverkehr vor der Beute. Die Futterabnahme gelingt allerdings nur sehr zögerlich.

Am 22.10. 125 Milben in 24 Std. Flugwetter, reichlich Flugbetrieb.

Am 23.10.  200 Milben/Tag. Guter Flugbetrieb. Futterabnahme sehr langsam. Puderzuckerbehandlung.

Am 24.10. 120 Milben/Tag. Ordentlicher Flugbetrieb.

Am 25.10.  70 Milben/Tag. Flugbetrieb obwohl nicht sehr warm.

Am 26.10.  80 Milben/Tag. Kaum Flugbetrieb. nass und kühl.

Am 27.10. Ähnlich kühl. Ähnlich viel Milben.

Am 28.10. Ähnlich kühl. Ähnlich viel Milben. Die Bienenzahl hat deutlich abgenommen. Futterabnahme ist schlecht.

Futter umgesetzt, Honigspur gesetzt. Eine Leerwabe vor die erste Wabe eingehängt, um die Futteraufnahme nicht durch fehlenden Lagerplatz zu begrenzen. Außerdem erneute Milchsäurebehandlung. Es sind noch einzelne Brutzellen erkennbar. Eine Durchschau der Waben wurde nicht durchgeführt. Vor und nach der Bienenkugel wurden Schiede eingebracht.

Am 29.10. 120 Milben/Tag.

Am 30.10.   80 Milben/Tag

Am 31.10.   45 Milben/Tag

Am  2.11.   60 Milben/Tag, 18° Luft, Bienen fliegen um den Stock. Bienen rege, keine Futterabnahme, Pulderzuckerb.

Am 5.11.   viele Milben, zwischendurch nicht gezählt. Flugbetrieb bei schönem Wetter.

Am 14.11. viele Milben, Milchsäurebehandlung, noch verdeckelte Brut

 

Ende Dezember: Bei der Nachschau nur noch etwa 10-20 lebende Bienen. Varroaschäden an den Waben. Brutzellen aufgebissen mit toten Larven.