Ih3 Planungen
Besonderheit: Kleiner Honigraum über der Einraumbeute
Das hatten wir doch eigentlich eben erst abgeschafft. Oder? Das muss ich erklären. Warum jetzt wieder ein kleiner Honigraum über der Einraumbeute? Wie Sie beim Lesen erkennen werden ist dies ein Beitrag, der durchaus mit der Zielsetzung: Bienen gegen Varroa stärken in Zusammenhang steht. Doch nun zu den Einzelheiten. Bei der Planung einer Bienenwohnung gibt es viel zu berücksichtigen.
Bei der Einraumbeute ist es so wie sonst auch, dass der Honig von den Bienen am liebsten in den langen Rähmchen oberhalb des Brutnestes abgelagert wird. Die Biene transportiert den Honig immer nach oben. Das macht sie in den Baumhöhlen seit Jahrmillionen so und wenn wir die Einraumbeute in ihrer horizontalen Ausrichtung verwenden, dann verwehren wir den Bienen diesen Weg nach oben. Wenn die Bienen den Honig nun in seitlich liegenden Waben unterbringen, dann ist das für die Biene eine "Ersatzlösung", genauer gesagt, die Bienen transportiert am liebsten so viel Honig wie möglich nach oben oberhalb der Brut. Das ist insofern für die Biene sinnvoll, weil sie im Winter auf kürzestem Weg an ihre Vorräte kommt. Den Honig können wir aber von der langen Hochwabe erst dann ernten, wenn die darunter liegende Brut "ausgelaufen" ist. Das ist also doch für den Imker auch wieder etwas umständlich. Wenn wir nun aber oberhalb der Einraumbeute einen nicht zu großen Honigraum anbieten, dann wäre das ein Kompromiss mit zwei Vorteilen:
1. Der Imker hat den Honig bereit zum Ernten. Die Honigzarge braucht bei der Durchsicht durch das Volk nicht mehr umständlich herabgenommen werden. Die "Flachzarge" ist auch kleiner und leichter als gewöhnlich. Sie wird einfach zur Seite geschoben. Es dürften bei dieser Arbeitsweise auch kaum noch Bienen zerdrückt werden, weil man nicht mehr beide Hände zum Beiseiteschieben des Honigraums braucht.
2. Man kommt auch dem Bedürfnis der Bienen entgegen, die es gewohnt sind, den Honig in die Höhe zu transportieren. Weil die Rähmchen in der Senkrechten sehr lang sind, bleibt den Bienen über der Brut immer noch genügend Honig direkt über dem Sitz des Brutnestes, der für sie im Winter auf kurzem Weg zur Verfügung steht, denn ein langer Weg durch den kalten Stock kann für viele Bienen tödlich sein. Und vom Bienenvolk ist das ja auch gewollt, dass der Honigvorrat ganz nahe an der Wintertraube ist - wenn man das Wort "wollen" hier verwenden darf.
Wenn in der Geschäftswelt beide Partner von einem "Deal" Vorteile haben, dann nennt man das im heutzutage üblichen Slang "Win-win-Situation" und das ist meines Erachtens die einzige moralisch akzeptable Möglichkeit, Gewinne zu erwirtschaften. (Wo auch immer ein Handel stattfindet!) So oder ähnlich wird wohl auch Herr Poeplau, der Imkermeister von Mellifera gedacht haben, der sich auch mit dieser Methode befasst hat. Da gibt es nämlich ein sehr interessantes Video, das Johannes, ein Bienenfreund, der zu unserem Kreis gehört, ausfindig gemacht hat.
Dieses Video bringt eine Menge an Informationen. Das könntet Ihr Euch ansehen. Ab der Minute 16:38 erzählt Herr Poeplau etwas über diese kleinen Honigräume. Im Video sieht man auch recht schön, wie elegant die kleinen Honigräume auf der Einraumbeute liegen. Wer sich nun für diese Art der Bienenhaltung in der Einraumbeute interessiert, der sollte sich zunächst einmal an https://www.mellifera.de/ wenden.

Die Honig-Aufsätze für die Einraumbeute gibt es allerdings nicht bei mellifera. Bei www.fribin.de kann man sowohl Einraumbeuten als auch Honigaufsätze (leicht zu modifizieren für die Mellifera-Einraumbeute) kaufen. Das ist ein Schreinerbetrieb, der selbst Einraumbeuten und die genau dazu passenden Honigräume herstellt. Der Inhaber oder einer der Mitarbeiter informiert Euch per Telefon gern, wie man die angebotenen Honigräume über der Mellifera-Einraumbeute anbringt. Es ist also sinnvoll, mit der Firma Kontakt aufzunehmen. Auf dem nächsten Foto zeige ich, wie Einraumbeute Mellifera und Honigaufsatz Fribin harmonieren.
Was halten Berufsimker von der Einraumbeute?
Gespräche mit Fachleuten haben ergeben, dass Berufsimker statt der Einraumbeute lieber andere Methoden anwenden bzw. Beuten verwenden. Allerdings wohl eher nicht im üblichen bekannten Zandermaß sondern eher größer. Um ein zusammenhängendes Brutnest zu ermöglichen. Das ist auch vernünftig für diejenigen, die vom Honigertrag leben müssen oder wollen. Da hat die Magazin-Imkerei eben doch eine Reihe imkerlicher Vorteile. Vor allem ist es ja so, dass die Einraumbeute sehr viel Platz einnimmt und von den Beschaffungskosten sehr viel höher ist als handelsübliche Magazinbeuten. Nun ist die Einraumbeute andererseits wiederum sehr interessant, wenn man rückenschonend arbeiten will oder muss. Ich möchte hier nur andeuten, dass es noch eine ganze Reihe von Verfahren gibt, die irgendwo zwischen reiner Magazin-Imkerei und Einraumbeute liegen. Über die Erfahrungen mit solchen Methoden kann vielleicht später jemand anders an anderer Stelle berichten. Vielleicht sind einige meiner Imkerfreunde, die damit Erfahrungen sammeln, bereit, von ihren Erfahrungen zu erzählen.
Damit kann ich das Kapitel "Honigräume über der Mellifera-Einraumbeute" vorläufig abschließen. Später - im Laufe des Projektes - werde ich noch einmal im Experiment auf die Betriebsweise "kleine Honigräume" zurückkommen, weil mir das sehr sinnvoll vorkommt. Es ist gewissermaßen eine Art Kompromiss zwischen den beiden Möglichkeiten Magazin-Imkerei und Einraumbeute. Doch nun möchte ich auf einige andere sehr interessante Internet-Beiträge zu sprechen kommen. Da geht es nämlich um die Grundlagen des von uns vorgesehenen Projekts. Und das heißt: Bienengesundheit.
Planungen zum Projekt Bienengesundheit
Imitation der Baumhöhlen - Was ist über dem Bienensitz?
Eine bemerkenswerte Anregung technischer Art bietet ein Video von Torben Schiffer auf YouTube:
Das Wissen um diese Einzelheiten wird unsere Planungen ziemlich beeinflussen. Ich denke, dass die Vorgaben von Torben Schiffer, der zusammen mit anderen Wissenschaftlern, u. a. mit Prof. Tautz, forscht, wichtiges Basiswissen liefern.
Imitation der Baumhöhle - Was ist unter dem Bienensitz?
Auch mit diesem Thema hat sich Torben Schiffer befasst. Im Bayerischen Rundfunk ist ein Video von ihm gezeigt worden, das interessante Details enthält. Herr Schiffer zeigt, wie man den Boden und überhaupt die Bienenbeute gestalten sollte, damit die Bienengesundheit gefördert werden kann. Da wird übrigens auch erklärt, was es mit den Bücherskorpionen auf sich hat, die man früher regelmäßig in Bienenbeuten gefunden. Man findet das Video bei Youtube:
https://www.youtube.com/watch?v=LWgw_j1RSkM
Zugegeben, all die im vorherigen Kapitel "Viele Ideen" beschriebenen Einzelheiten sind recht interessant, doch sind alle für uns auch wirklich relevant? Es ist nicht ganz leicht, die "Erkenntnisse", die uns das Internet vermittelt, in ihrer wirklichen Bedeutung für die Imkerei richtig einzuordnen. Es ist immer gut, sich an einen wirklich kompetenten Lehrer zu halten, wenn man - wie ich als Jungimker - noch nicht die genügenden Grundkenntnisse hat, um sich ein umfassendes Gesamtbild zu erarbeiten. Ich habe mich zu Beginn meiner Imkertätigkeit auf die recht einleuchtende Arbeitsweise von Dr. Liebig gestützt, der ein leicht zu verstehendes Buch geschrieben hat. Nach seiner Anleitung kann man eigentlich erfolgreich imkern. Inzwischen spielen allerdings bei der Imkerei ökologische und nachhaltige Arbeitsweisen eine immer größere Rolle, die von anderen Autoren noch mehr Berücksichtigung finden. Das liegt an den sich verändernden Umweltbedingungen. Es ist tatsächlich so, dass es sich da um eine Entwicklung handelt, die immer im Fluss ist und an der natürlich auch wir alle irgendwie beteiligt sind.
In seinem Praxishandbuch "Bienengemäß Imkern" erklärt Günter Friedmann als erfahrener Praktiker die Imkerei recht und schön beschäftigt sich durchgehend mit den Aspekten des Tierwohls. Seinen Ausführungen kann ich mich sehr gut anschließen. Man kann ja die Erkenntnisse von Torben Schiffer beispielsweise zusätzlich in Betracht ziehen. Bei Herrn Friedmann geht es auch nicht darum, ganz bestimmten Beuteformen oder Arbeitsweisen den Vorzug zu geben. Er erklärt, dass jeder seine eigene Arbeitsweise mit den passenden Arbeitsgeräten finden muss. Beispielsweise finde ich mein Projekt: "Wärme-isolierte Beute mit Hochformaträhmchen und kleinem Honigraumaufsatz" in seinem sehr aufschlussreichen Buch "Bienengemäß Imkern" nicht direkt wieder, aber das muss ja auch nicht so sein. Irgendwie muss sich tatsächlich jeder seine Arbeitsweise selbst erarbeiten und dabei kontrollieren, ob sie mit den gängigen oder vernünftigen Ansichten erfahrener Bienenhalter im Prinzip übereinstimmt. Und da stellt sich letztlich für mich die Frage, ob die Beutenisolierung tatsächlich ein zusätzliches Plus bringt. Für mich selbst muss ich das als Arbeitshypothese zunächst einmal bejahen, sonst würde ich dieses Projekt auch nicht starten. Die Zukunft erst wird zeigen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.
Damit leite ich schon über zum nächsten Kapitel: "Stark gegen Milben". In diesem Abschnitt soll über die Möglichkeiten gesprochen werden, die Bienen stark gegen die Milben zu machen. Genauer gesagt: Es geht es um die Möglichkeiten der Reduzierung des Einsatzes von aggressiven Säuren zur Behandlung gegen den Milbenbefall. Mir ist schon voll bewusst, dass ich allein wohl kaum den von allen gewünschten "Durchbruch" schaffe. Aber in einer Team-Gemeinschaft einen kleinen Beitrag zu einem guten Ziel zu leisten - das habe ich mir schon vorgenommen. Weiter zu:

Wir wollen das Klima in der Beute so auf die Bienen abstimmen, dass die Tiere sich wohlfühlen. Auf dem nächsten Foto zeige ich Euch Schimmelbildung in einem Deckel. Das tut den Bienen nicht gut. Auch wir werden krank, wenn wir in feuchten schimmligen Wohnungen hausen müssen.