Ih2 Theorien zum Bienenwohl

Ih2  Theorien zum Bienenwohl

 

          Theorien zum Bienenwohl gibt es genug. Bringen sie auch etwas?

Dieses Thema ist zwar von der Theorie recht aufschlussreich. Allerdings hat es    

     möglicherweise für die praktische Tätigkeit keine wirkliche Bedeutung.

Sie können dieses Kapitel getrost überspringen,

bei Bedarf schauen Sie später mal hier rein.

Der Vollständigkeit halber habe ich hier

einige Artikel aus dem Internet zusammengetragen.

 

Einrichtung der Bienenwohnung: Waben, Rähmchen, Mittelwände

 

Kleinkram oder bedeutsame Einzelheiten?

 Das entscheidet Ihr!

 Oder sollen es die Bienen selbst entscheiden?

 

Wir wollen uns an die Aufgabe vorsichtig herantasten. Deshalb habe ich in diesem Kapitel zunächst einmal zusammengestellt, was man so alles an Überlegungen findet. Das will ich nicht abtun, sondern später einer eigenen Wertung unterziehen, um vielleicht die Spreu vom Weizen trennen zu können. Hier lesen Sie sehr viel, was interessant ist und irgendwie schon mein Handeln mit beeinflusst hat. Doch die für mich sehr wichtigen Gedanken habe ich im Kapitel "Planungen" teilweise realisiert. Aber ich habe die hier beschriebene Puderzuckerbehandlung auch in mein Konzept eingebaut, wobei ich noch nicht sagen kann, ob sie etwas bringt oder nicht. Aber schließlich ist es ein völlig harmloses und einfaches Verfahren, das keinerlei Nebenwirkungen hat, deshalb werde ich es auch ausprobieren.

 

Bei den nun folgenden Detailfragen geht es um Mittelwände und die vorgegebenen Maße der Zellen

 

Kommen aus kleineren Zellen stärkere und gesündere Bienen?

 

Was wissen wir eigentlich über die "kleineren" Bienen? (https://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0)

 

Dass es Mittelwände mit kleineren Zellen geben soll, davon hatte ich schon einmal gehört. Da es keine Erklärung dazu gab, dachte ich nur "Schon wieder so eine neue Mode, man muss ja nicht immer gleich alles mitmachen!" Jetzt erfahre ich, dass die "normale" Mittelwand mit großen Bienen-Sechsecken, auf denen gegenwärtig wohl jedermann von uns seine Bienen hält, eigentlich ein modischer Gag ist. Ein Wissenschaftler hat vor einigen Jahrzehnten gemeint, "mit größeren Bienen auf größeren Zellen gezogen erntet man mehr Honig." Und alle, auch die Mittelwandhersteller sind auf den Quatsch hereingefallen. Seitdem haben wir die großen Zellen auf den Mittelwänden vorgeprägt. Und es könnte sein, dass das gar keine gute Idee war.

 

Die rote Markierung zeigt genau fünf Zellen links auf der großzelligen und rechts auf der mittelzelligen Mittelwand
Die rote Markierung zeigt genau fünf Zellen links auf der großzelligen und rechts auf der mittelzelligen Mittelwand

Wenn man nämlich vergleicht, welche Bienen anfälliger gegen Varroen sind, dann sind es genau diejenigen, die auf den in Europa favorisierten großen "Einzelkabinen" gewachsen sind. Was die Gründe dafür sein könnten, das wird übrigens auch diskutiert. Allerdings ist es gar nicht so einfach, auf die älteren - also die kleineren - Größen umzustellen. Aber es geht anscheinend, und ich werde das auch gleich beginnen. Weil mir die Theorie dazu einleuchtend erscheint. Außerdem: Was kann dabei schon passieren, wenn die Bienen wieder so klein werden, wie sie es früher waren?

Sie merken schon, dass es gar nicht so einfach ist, den richtigen Weg zu wählen. Ich denke, man muss einfach mal schauen, was machbar ist. Und die Frage ist schließlich auch noch: Was wäre ganz genau der verkehrte Weg? Was also sollte ich nicht machen?

 

Wenn nun aber der Umzug auf die kleinen Zellen gut klappt und sich auch noch wenig Varroen zeigen, dann wäre auch das eine ganz einfache Möglichkeit, den Varroen die Stirn zu bieten. Ganz abwegig sind die Überlegungen ja nicht, denn bei dem von mir gar nicht so weit entfernten Händler für Bienenbedarf und Mittelwandhersteller in Prackenbach sind die mittel- und kleinzelligen Mittelwände üblicherweise immer auf Lager. Bei diesem Händler gibt es übrigens auf der Inernetseite einen interessanten Beitrag zu diesem Thema. Den möchte ich Ihnen auch gern vorstellen. Hier ist das Wissen um diese Dinge recht schön aufbereitet.

                                https://www.imkereibedarf-muhr.de/Kleine-Zellen/


Da gibt es noch eine Besonderheit bei den Mittelwänden, die wenigstens mir gar nicht so bewusst war. Wenn Ihr die beiden Wabenteile auf dem Bild anschaut, dann bemerkt Ihr, dass da irgendetwas auf der zweiten Wabe anders ist. Wenn man das nicht weiß, wird man kaum darauf kommen, was der Unterschied ist: Wenn Ihr nun genau "in die Wabe hineinschaut", dann sieht es eben tatsächlich unterschiedlich aus.

 

Das gleiche Bild
Das gleiche Bild, hier geht es nicht um die Größe sonern um die Form der Zellen.

 

Vergesst jetzt die roten Linien und blickt einfach auf die Punkte, die am tiefsten in die Fläche eingeprägt sind, also beispielsweise auf die Mitte der beiden blauen Kreise. Dann seht Ihr: Auf jeder Mittelwand gibt es zwei unterschiedliche Prägungen. Es kommt immer darauf an, auf welche Seite der Mittelwand man gerade schaut. Hat das eine Bedeutung? Manche sagen: Ja, weil die Bienen das im Naturbau berücksichtigen. Und weiter unten - beim Thema Naturwabenbau - gehe ich noch einmal auf diese Besonderheit ein, weil es mich auch interessiert, was die Bienen wirklich davon halten.

 

Ich möchte nämlich gern wissen, wie die Bienen ihre Wohnungen einrichten, wenn man sie gewähren lässt. Jetzt schon glaube ich, dass es gar nicht schlecht sein kann, wenn man den Bienen das Bauen tatsächlich überlässt. Doch was hindert uns daran? Weil wir der wahrscheinlich richtigen Auffassung sind, dass wir mehr Honigertrag erzielen können, wenn wir den Bienen die Arbeit des Bauens abnehmen. Parallelen zu den Betriebsweisen in unserer Industrie ließen sich da schon herstellen. Aber das gehört nicht unbedingt hierher. Oder vielleicht doch?

 


Neu ist für manche Imker vielleicht auch, dass man den Bienen möglicherweise entgegenkommt, wenn man die Mittelwände nach einem ganz bestimmten Schema einbaut. Da kann man sicher nichts falsch machen, wenn man die Ratschläge berücksichtigt. Ich denke aber nicht, dass so etwas ganz wichtig ist, aber man kann es - wenn man sowieso Mittelwände verwendet - beachten. Es hat sicher seine Gründe, warum man bei der "Demeter-Imkerei" auf Naturwabenbau setzt (Die Bienen wissen schon, was sie wollen). Hier der Link für das "richtige" Mittelwand-Einsetzen.

 

Mittelwandeinsetzen - (http://resistantbees.es/?p=2986) so wie es sich die Biene "wünscht"?

 

Allerdings darf man sich nicht allzu sehr in diesen Details verlieren. Ich habe mir ja nun Mittelwände mit kleineren Zellen angeschafft, auf denen sollen sich meine Bienen so richtig wohlfühlen. Allerdings dürften die meisten Mittelwände für Rahmen vorgesehen sein, die breiter als hoch sind, so wie das beim Zandermaß der Fall ist. Diese Mittelwände habe ich nun auf mein neues Format "Dadant hoch" aufgelötet. Und nachdem ich diesen Aufsatz über die "richtige" Anordnung der Waben gelesen habe, hätte ich tatsächlich andere Mittelwände gebraucht, die von Haus für das Hochformat gefertigt sind. Die Zeit wird es lehren, ob ich überhaupt noch Mittelwände nehmen werde. Es mehren sich die Stimmen, die der Auffassung sind, die Bienen sollten sich doch ihre Wohnräume selbst nach ihrem Gusto einrichten - anders ausgedrückt: Auch wenn das den Honigertrag mindern sollte, der Naturwabenbau scheint eine bienengemäße Lösung zu sein. Das wird für mich die langfristige Lösung sein. Aber zum jetzigen Zeitpunkt habe ich Mittelwände gebraucht. Und da habe ich eben welche mit kleineren Zellen gekauft.

 

Damit leite ich schon über zum nächsten Kapitel. In diesem Abschnitt soll über die Möglichkeiten gesprochen werden, die Bienen stark gegen die Milben zu machen. Genauer gesagt: Es geht es um die Möglichkeiten der Reduzierung des Einsatzes von aggressiven Säuren zur Behandlung gegen den Milbenbefall. Mir ist schon voll bewusst, dass ich allein wohl kaum den von allen gewünschten "Durchbruch" schaffe. Aber in einer Team-Gemeinschaft einen kleinen Beitrag zu einem guten Ziel zu leisten - das habe ich mir schon vorgenommen.

 

Bemerkenswert ist ein Video von Niklas Prescher, (https://www.youtube.com/watch?v=Lb2rigB9Co0) das über die Züchtung varroaresistenter Bienen informiert.

 

Varroa-resistente Bienen.

 Wo gibt es die denn?

 

Handlungsanweisungen werden hier keine gegeben. Es wird darauf verwiesen, dass man sicherlich in Zukunft varroaresistente Königinnen bei den Belegstellen bekommen kann. Das Video ist aus dem Jahr 2018. Allerdings ist mir nicht bekannt, dass man inzwischen als unbekannter Imker problemlos entsprechendes Zuchtmaterial bekommen kann. Also ist das wohl eine Möglichkeit, die man später einmal nutzen könnte. Da es aber nicht sinnvoll ist, einfach nur zu warten, habe ich mich noch anderweitig bei den allgemein zugänglichen Videos umgesehen. Und da gibt es einige  Ansätze, die es wert sind, beachtet zu werden. Seid gespannt auf den nächsten Artikel. Im Übrigen gibt es eine Reihe von Vorteilen, die dann zum Tragen kommen, wenn man Bienen nimmt, die aus der Region kommen. Die sind nämlich angepasst an die Umgebung. Das könnte von Vorteil sein. 

 

Wahrscheinlich wird es wohl so sein, dass mehrere Fakten zusammentreffen müssen, um die Bienen zu stärken. Wenn ich also eine gesunde Behausung zur Verfügung stelle, dann ist schon viel geschehen. Das scheint aber recht aufwändig zu sein.

 

Und wenn gesagt wird, dass sich die kleineren Zellen - so wie es früher einmal war! - gut auf die Gesundheit der Bienen auswirken, dann sollten wir doch das getrost einmal ausprobieren. Da kann nicht viel falsch gemacht werden. Ich rede mich leicht. Sie aber haben vielleicht ein Dutzend Völker oder mehr. Da werden Sie nicht davon begeistert sein, sämtliche Waben auszutauschen. Aber es gibt Leute, die das in ganz großen Betrieben geschafft haben. Anscheinend mit Erfolg. Vielleicht denken wir noch einen Schritt weiter: Wir doch die Bienen gar nicht auf andere Mittelwände zwingen. Wahrscheinlich ist der sinnvollere Weg, die Bienen nach eigenem Ermessen bauen zu lassen: Also Naturwabenbau. Das ist eine Abkehr von früheren Wegen. Da hieß es nämlich: Wenn wir den Bienen die Arbeit des Wabenbaus abnehmen, dann haben sie mehr Zeit, Honig zu produzieren. Und jetzt geht der Weg wieder zurück zu dem, was in der Natur der Bienen liegt. Es ist schließlich wichtig, bienengemäß zu imkern. Es ist vielleicht ein wenig umständlich, neue Wege zu gehen. Aber nur einfach so weitermachen wie bisher und zuschauen, wie die Bienen sterben - das kann es einfach nicht sein. Wir sollten auch nicht vergessen:

 

Mit der Säurebehandlung wird momentan der Krankheitserreger dezimiert. Aber viele Varroen überleben das und genau diese behandlungsresisten Milben züchten wir auf diese Weise heran. Und das ist ja biologisch gesehen völlig unsinnig.

 

Wenn man aber bei erfolgreicher Anwendung alternativer Maßnahmen dann irgendwann sieht, dass die Varroenzahl abnimmt, dann kann man es ja mal wagen, die Behandlung mit Säuren erst einmal zu reduzieren. Oder Versuche mit Milchsäure unternehmen. Da werden wir aber oft und genau nachschauen müssen, bevor wir auf die Ameisen-Säure-Behandlung ganz verzichten! Im Übrigen werden die Bienen, die nicht der aggressiven Säure ausgesetzt werden, auch nicht mehr geschwächt. Der Teufelskreis wird (so hoffen wir!) unterbrochen. Aber es wird nicht einfach sein, das in den Griff zu bekommen, nachdem in der Vergangenheit einiges geschehen ist, was wir jetzt wieder rückläufig machen müssen. Ich glaube auch nicht, dass von meinen Versuchen alles abhängt. Aber ich denke, wir alle müssen irgendwie etwas unternehmen, um den Bienen Hilfe zu leisten. 

 

Also: Wie wird der Naturbau in meinen Beuten einmal aussehen? Kleine oder große Zellen? Nun sollten wir doch einmal anschauen, was der Imkermeister Peaupleu (https://www.lebendigeerde.de/index.php?id=feld_stall_093) von der Fischermühle über den Naturwabenbau erzählt.

 

Es gibt aber im Internet noch viel mehr zum Nachlesen. Und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manches vielleicht gar nichts bringt, weil sich die Imker zu sehr in Einzelheiten verstricken. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, die grobe Linie einzuhalten und zumindest immer wieder den Erfolg der Bemühungen zu kontrollieren. Immer wieder wird auch darauf hingewiesen, dass die Bienen, die ohne die übliche Behandlung mit Säuren auskommen sollten, getrennt von anderen Völkern zu halten, da es sehr schnell zu Reinfektionen kommen kann. Dem kann ich durchaus zustimmen. Ich möchte übrigens die beschriebenen Verfahren zur Bestimmung der Varroenzahl, bei denen die Bienen getötet werden, nicht anwenden. Ich gebe hier noch einmal einen Link auf eine sehr detailreiche Dokumentation, die übrigens auch viele Literaturhinweise enthält.

                                                                            http://resistantbees.es/?p=3094

 

Vergessen wir dabei aber nicht die ausführlichen Arbeiten erfahrener Imker. Wichtiger als Internetwissen in Schlagworten ist sicher so ein durchdachtes Konzept, wie es

                                                   Herr Günter Friedmann im Buch "Bienengemäß Imkern"

vorgelegt hat. Das Grundlagenbuch, das sehr anschaulich ist, endet in seriösen und vernünftigen Überlegungen dazu, was man für die Bienen tatsächlich tun kann.