III 31kri* WIR & KIRCHE
Was hat die Kirche früher getan? Was heute?

Es hängt von vielen Ursachen ab, dass gegenwärtig sehr viele Kirchenaustritte registriert werden. Trotzdem findet gleichzeitig ein gewisser Aufbruch in der Kirche statt.
Bemerkenswerterweise ganz oben. So weit oben, dass nicht einmal die konservative Kurie etwas gegen diese so notwendig gewordene Revolution tun kann. Und das ist gut so. Papst Franziskus will die
Kirche wieder an ihre Wurzeln heranführen. Und diese Wurzel heißt Jesus Christus. Er ist eben die Mitte nicht nur im geistigen Sinn, sondern ganz real. Vielleicht auch deswegen müssen wir fragen
bei dieser Thematik: WIR UND KIRCHE. Ist die Kirche der Ort, an dem es wirklich um das geht, was Christus uns aufgetragen
hat?
Überfällig war das Vorgehen des Papstes. Genauso überfällig wie das Ablegen der roten Schuhe, die der Papst zurückwies, wobei er anscheinend so etwas gesagt haben soll wie:
„Der Fasching ist vorbei.“ Dass Papst Franziskus es ernst meint mit seinen Bemühungen, das zeigt sein konsequentes Vorgehen gegen die Mafia und der Exkommunikation deren
Anhänger, die immer wieder versucht hatten, eine unheilige Allianz mit der Kirche einzugehDAS SIND WIR WIR UND KIRCHEen. Dass dabei auch die Vatikanbank einen
„Reinigungsprozess“ durchmachen (sagen wir besser: beginnen) musste, war nur folgerichtig. Dieser Wandel dürfte sich noch eine ganze Weile hinziehen.
Diese Kirche ist zunächst einmal ein Geschenk
Und sie hat einen wichtigen Auftrag: Barmherzigkeit

Die Kirche wird erkennen, dass sie nur dann glaubwürdig sein kann, wenn Sie die Armut so vorlebt, wie Franziskus das fordert und auch selbst tut. Wie soll die Kirche über Armut predigen, wenn deren abgehobene Vertreter sich selbst nicht daran halten? Diese Leute fallen den Gläubigen in den Rücken. Auch dem Mann aus Nazareth, der sinngemäß gesagt hat: „Ihr sollt kein Geld mitnehmen, wenn ihr in meinem Namen die frohe Botschaft verkündet, Kranken die Hände auflegt und Dämonen austreibt.“ Ich denke, es geht hier auch um Armut, aber nicht nur. Es geht darum, ob Christus im Mittelpunkt steht oder vergessene Randfigur ist. So hat es doch wohl auch der Pontifex gemeint.
Geschichtliches
Es geht um den Hintergrund für das Geschehen in der Kirche. Dieses Kapitel möchte ich ganz einfach anfangen: Bei Adam und Eva. Die allen bekannte Erzählung vom Paradies scheint nämlich etwas zu beinhalten, das sich tatsächlich durchzieht durch die Jahrtausende bis in unsere Gegenwart hinein. Es kommt darauf an, herauszubekommen, was diese Geschichte für uns bedeutet. Da will ich mich kurzfassen: Da ist ein Gott, der uns dazu auffordert, unsere Grenzen anzuerkennen: Vorsicht mit dem "Baum der Erkenntnis". Die wissenschaftliche Erkenntnis war immer doppelgesichtig: Einmal als Weg für Frieden und Gemeinschaft (fortschreitende Zivilisation) und andererseits zum Bösen hin, also Entwicklung furchtbarer Waffen und anderer Vernichtungsinstrumente. Die Erkenntnis bringt für uns Erdenbewohner stets Verantwortung. Vor der Aufrüstung und den sich daraus entwickelnden Kriegen mit diesen Wunderwaffen warnt uns der Schöpfer. Mit den Kriegen, die wir heutzutage führen, verlassen wir selbst das Paradies.
Wer das Paradies als einen fruchtbaren Garten und Nichtstun ansieht, der erkennt sich in der westlichen Welt wieder in der Wohlstandsgesellschaft. Aus diesem Paradies vertreiben wir uns selbst, wenn wir - wie bisher schon immer - sowohl das Klima im eigentlichen Sinne als auch das "Klima" des Miteinander zerstören, denn die Gemeinschaft der Menschen, das ist das eigentliche Paradies. Unter diesem Gesichtspunkt erhält die uralte Saga Aktualität. So einfach ist das alles.
Glaubenssätze machen, Festlegungen von oben herab. Für das Volk. Das kann die katholische Kirche gut. Schließlich ist sie 2000 Jahre mit derartigen Normen beschäftigt. Das war früher wohl durchaus notwendig. Es waren andere Zeiten, heute erst fängt die Führungsriege langsam damit an, zu überdenken, was herausgegeben wird. Die Kirche besteht nicht aus Dogmen, sie sollte in erster Linie auf Jesus Christus verweisen und das Menschengemachte eher in den Hintergrund rücken. Besser als Jesus können wir nicht formulieren.
Ich hatte schon angedeutet, dass alles, was mit Krieg und Eroberung zu tun hat, folgerichtig gottlos ist. Das hat man auch bei uns zu früheren Zeiten (allerdings nicht nur damals) immer wieder vergessen. Im weiteren Verlauf wird auch über Kreuzzüge nachgedacht werden müssen. Doch zuvor sollten wir noch einmal über unsere Beziehung zu Gott nachdenken. Ich will deshalb an dieser Stelle die Frage stellen, ob sich seit Christus eigentlich etwas in dieser Welt geändert hat. Denn schließlich erleben wir um uns herum vieles, was uns Sorgen macht. Eigentlich hätte doch seit Jesus alles besser werden sollen. Schließlich sind seine Weisungen einleuchtend. Und es gibt ja viele Menschen, die versuchen, sich daran zu halten.
Es liegt mir fern, hier eine Geschichte des Christentums aufzuzeigen. Das kann ich nicht. Aber ein paar wesentliche Gesichtspunkte - mehr oder weniger wahllos herausgegriffen - sollten doch nicht einfach übergangen werden, wenn wir darüber sprechen, was es mit dieser Institution der Kirche auf sich hat, die mit Jesus von Nazareth und ein paar Fischern - also ganz einfachen Leuten - vor 2000 Jahren ihren Anfang genommen hat.
Der anscheinend international renommierte Forscher Prof. Dr. Arnold Angenendt hat sich eingehend mit der Geschichte des Christentums befasst. Seine Forschungsergebnisse hat er in einem 800 Seiten umfassenden Bericht festgehalten. So etwas ist für uns Laien schwer lesbar. Der Arzt, Psychotherapeut und Theologe, Dr. Manfred Lütz, hat das alles in einem für jedermann verständlichen Buch zusammengefasst. Das Buch "Der Skandal der Skandale" ist Anfang 2018 herausgekommen und der Autor verspricht, einen unverfälschten Einblick in das weltpolitische Geschehen der Vergangenheit werfen zu wollen.
Lütz: Ein neueres Buch über die Geschichte des Christentums
Das ganze Buch "Der Skandal der Skandale" ist eine kompakte Darstellung der Geschichte des Christentums. Um Ihnen einen Einblick zu geben, habe ich einen Abschnitt ausgewählt, in dem beschrieben wird, welche Schwierigkeiten bestanden, im europäischen Raum die neue Religion überhaupt erst einmal verständlich zu machen. Von daher erst wird einem als Leser klar, dass durch diesen Prozess der Einführung "christlich orientierten Denkens" ein völlig neues Bewusstsein entstanden ist, also einfach eine Grundlage für das heutige Weltbild auf unserem Kontinent.
Zudem wird deutlich, dass das Verhalten der Menschen vor dieser "Bewusstseinsvermittlung" ein ganz anderes war. Daran erkennbar, dass Worte wie "Herzlichkeit, Innerlichkeit" oder "Gewissen" im Sprachschatz der Germanen gar nicht vorhanden waren "und der Seelenzustand der Liebe für Germanen gar kein Thema war". Als Wichtigstes wird von Lütz gleich zu Anfang erklärt, dass die Botschaft von Jesus zu einer Bewusstseinsänderung geführt hat. Auf Seite 25 seines Buches heißt es:
Während es früher immer zunächst um Verwandtschaft, Clan, Stamm und Rasse ging, versammelte das Christentum in der christlichen Kirche Menschen verschiedener Völker völlig gleichberechtigt... Bischof Agobard von Lyon (um 769-840), erklärte für das Reich Karls des Großen programmatisch, es gebe "nicht Aquitaner und Langobarden, Burgunder oder Alemannen", und er begründete das religiös, nicht ohne geradezu sozialrevolutionäre Anklänge: "Weil alle Brüder geworden sind." Es geht also jetzt mehr um wirkliche Gemeinschaft im besten Sinne des Wortes.
Auf Seite 51 lesen wir: Tatsächlich war die Christianisierung der germanischen und slawischen Völkerschaften auch deswegen ein schwieriger Prozess, weil hier Hochkultur und Einfachkultur zusammenstießen.
Es waren Welten von ganz unterschiedlichem Niveau: einerseits hochkulturell Philosophen, Juristen, Gesetze und Gerichte und andererseits germanisches Brauchtum und brachialer Zweikampf, einerseits hochkulturell Schulen mit Lesen und Schreiben und andererseits germanische Stammessagen und ritueller Zauber. Das Christentum aber beanspruchte eigentlich hochkulturelle Voraussetzungen, denn es kannte eine Heilige Schrift und spirituelle Gottesdienste. Die antike literarische Welt war nördlich der Alpen mit dem Ende der Antike jedoch weithin zusammengebrochen. Das stellte das Christentum vor eine Frage von Sein oder Nichtsein, denn entweder verzichtete es auf Schriftlichkeit und Spiritualität, hätte damit aber seinen Charakter als Buchreligion verloren, oder es schuf sich von Neuem jene zivilisatorischen und kulturellen Vorbedingungen, wie sie eine solche Buchreligion benötigt.
Bei diesen Ausführungen des Verfassers kann ich ein Verstehen dafür entwickeln, dass Religionen und Kulturen verschieden sein müssen, weil es eben den "Normalbürger", von dem wir manchmal (in grober Vereinfachung) sprechen, nicht einmal in einem bestimmten Kultur-Raum gibt, geschweige denn im Hinblick auf die Vielfältigkeit unserer Welt. Doch nun weiter bei Herrn Lütz: Wie sollte man das Buch der Bibel also einem schreibunkundigem Volk vermitteln? Durch Schulen? Aber wie sollte man Schulen in den Wäldern rechts des Rheins ansiedeln, wo gerade einmal eine Handvoll Menschen auf einem Quadratkilometer wohnten? Hier will ich meinen Ausflug in die Anfangszeit des Christentums in unserem Lebensraum beenden. Ich habe mir nur einen ganz kleinen Einblick in ein Werk schaffen können, das den Anspruch erhebt, auf wissenschaftlich gesicherter Grundlage zu stehen. Es ist es sehr wohl wert, gelesen zu werden, weil es mit einer Reihe landläufiger Vorurteile aufräumt. Allerdings bleibt es dem Leser nicht erspart, sich darüber Gedanken zu machen, ob er die althergebrachten Vorstellungen, die er von dieser Zeit hat, sogleich über Bord wirft oder eher den Versuch unternimmt, Übereinstimmungen zu finden, gegensätzliches Wissen gegenüber zu stellen und selbst Bewertungen zu treffen. Das ist etwas, wo vielen von uns einfach das Fachwissen fehlt. Mir persönlich auf jeden Fall. Bei einem Gespräch mit dem Autor wäre ich als Diskussionspartner aufgrund meiner wenigen Kenntnisse in dieser Materie haushoch unterlegen. Allerdings finde ich in den Ausführungen von Herrn Lütz so viel gute Worte über die Kirche, dass ich da doch etwas skeptisch aufhorche. Bekanntlich hat die Kirche eine teilweise gar nicht so gute Vergangenheit aufzuweisen. Wenn ich Herrn Lutz gern glauben möchte, dann würde das bedeuten, dass ich fast alles, was ich bisher über Kirchengeschichte gehört habe, revidieren müsste. Und da bin doch etwas skeptisch, wenngleich ich Herrn Lütz in den oben genannten Beispielen (über die Missionierung der Germanen) durchaus zustimmen kann.
Über eines allerdings dürfte Einigkeit herrschen: Es war schon immer so in der Geschichte, dass Meinung und Gegenmeinung zu Streitereien führten. Hier liegen die Arbeitsfelder derjenigen
Menschen, die ausgleichend oder auch zürnend auf ihre Zeitgenossen einwirkten - und dabei manchmal geschichtliche Abläufe verändert haben. Auch an dieser Stelle wird der rote Faden deutlich, der sich nicht nur im weltlichen Bereich zeigt, sondern genauso in der Kirche.
Die Reformation
Vom zeitlichen Ablauf her muss an dieser Stelle etwas über den aufmüpfigen Mönch Martin Luther gesagt werden, der sich ziemlich vehement vor allem gegen den Ablasshandel gewehrt hat, damit hat er eine Lawine von Veränderungen ausgelöst, die bis heute nachwirken. Wahrscheinlich wäre er von seinen Feinden, den Katholiken, getötet und als Ketzer verbrannt worden, wenn ihn seine Freunde nicht "gewaltsam" entführt und in der Wartburg in Schutzhaft genommen hätten. Bekanntlich hat er in seinem Gefängnis die Bibel in die deutsche Sprache übersetzt. Das war eine Glanzleistung, die von großer Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Sprache, Kultur und auch des Buchdrucks geführt hat. Ohne jetzt auf die geschichtliche Entwicklung einzugehen, will ich nur eine eher unbedeutende Einzelheit andeuten. Meines Wissens - noch von der Schulzeit her - hat Albrecht Dürer eine Zeichnung angefertigt: Ritter, Tod und Teufel, die den tapferen Mönch als Einen zeigt, der sich gar nicht um die beiden gefährlichen allegorischen Gestalten kümmert, die ihm den Weg verstellen wollen. Martin Luther hat geheiratet und damit alles ad absurdum geführt, was heute noch in der katholischen Kirche hochgehalten wird. Was mit ganz besonders an der evangelischen Kirche unter dem klugen und aufrichtigen Bischof Bedfort-Strohm gefällt: 2021 im Frühjahr haben die Evangelischen eine 25-jährige Frau zur neuen Präses gewählt. Hut ab, da wird mit Frau Heinrich die Ämterverjüngung greifbar und anschaulich.
In meinen Ausführungen lesen Sie nicht allzuviel über die evangelische Kirche. Das könnte daran liegen, dass dort alles eher recht ruhig verläuft und ein relativ geordneter Betrieb beobachtet wird. Mit ökumenischen Kirchentagen öffnet sich die Protestanten weit in alle Richtungen. Dafür spielt der Pietismus bei den Evangelischen in manchen Regionen eine wichtige Rolle. Darüber vielleicht mal etwas an anderer Stelle. Denn mit übertriebener und falscher Religiosität kann man viel Schaden anrichten. Mit Missbrauchsfällen und Kirchenaustritten hat allerdings auch die evangelische Kirche Probleme am Hals. Anscheinend sind das Nöte, die allgemeiner Art sind und mit einem gottlosen Zeitgeist in Zusammenhang stehen könnten. Missbrauch spielt bekanntlich nicht nur in kirchlichen Bereichen eine Rolle. Nach diesem kleinen Einschub wende ich mich wieder der Zeit des Dreißigjährigen Krieges zu.
Rechte für Gefolterte
Ein kleiner Beitrag soll von dem Bemühen eines Jesuitenpaters berichten, der es gewagt hat, in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges mit einem provokativen Buch sarkastisch die religiösen und staatlichen Obrigkeiten zu brandmarken. Sie lesen es gleich. Das ist starker Tobak - auch für damalige Zeiten: Was suchen wir so mühsam nach Zauberern? Hört auf mich, ihr Richter, ich will euch gleich zeigen, wo sie stecken! Auf, greift Kapuziner, Jesuiten, alle möglichen Ordensleute und foltert sie, sie werden gestehen. Leugnen welche, so foltert sie drei-, viermal, sie werden schon gestehen! Wollt ihr dann noch mehr, so packt Prälaten, Kanoniker, Kirchenlehrer...
Hinter der Streitschrift "Cautio criminalis" steht ein Adliger, ein Jesuit, der mit seinem verständlicherweise anonym herausgegebenem Buch Staat und Kirche im Mittelalter bis auf
die Knochen blamiert und sich den Hass der Obrigkeit zugezogen hat. Die "Staatsmacht" - wer das auch damals immer war - bringt es natürlich heraus, wer dieses Buch verfasst hat. Graf
Friedrich von Spee, dessen Namen sie unter einer Reihe bekannter Kirchenlieder in den Gesangbüchern finden, hat sich getraut, gegen die öffentliche Meinung anzugehen.
Die Jesuiten, seine Brüder und Oberen, stehen allerdings zu ihrem "enfant terrible" und bestrafen ihn der Form nach, aber nicht wirklich. Man setzt ihn schließlich an einer anderen "Baustelle"
ein. Er soll sich um die Auseinandersetzung mit der Reformation kümmern. Dort scheint er allerdings wohl eher den positiven Dialog geführt und auf Einheit statt auf Abgrenzung hin gewirkt
haben. Seine Ansichten waren wohl etwas anders als die seiner Vorgesetzten. Nun lasse ich Herrn Christian Feldmann zu Wort kommen, der hat nämlich einen hervorragenden Artikel über von
Spee verfasst "Die Menschenrechte der Gefolterten" - nachzulesen im Straubinger Tagblatt vom 20.2.2016: Herr Feldmann schreibt über den Außenseiter und dessen Charakter - und nun
nehme ich den interessanten Erzählfaden wieder auf:
Zudem kümmerte er sich ein wenig zu intensiv um Gestrandete und Gefährdete, so dass er 1628 ins niedersächsische Peine versetzt wurde. Dort hatte der Landesherr seinen mehrheitlich protestantischen Untertanen soeben wieder einen Konfessionswechsel verordnet und Spee sollte bei der "Rekatholisierung" mitwirken.
Es ging also wieder einmal um den üblichen Hick-Hack zwischen Katholiken und protestantischen Untertanen irgendeines Landesfürsten. Und Graf Spee hat seine
Aufgabe nicht nach den Vorstellungen des irdischen Chefs erledigt und sich lieber an die Anweisungen von Jesus zu menschlichem Miteinander gehalten. Und jetzt gebe ich Herrn Feldmann wieder das
Wort:
Diese Aufgabe hat er offenbar so gut erfüllt, dass ihm ein gedungener Attentäter die Schädeldecke mit dem Griff seiner Pistole zertrümmerte und Spee außerdem mit dem Degen schwer verwundete. Spees leidenschaftlicher Ruf nach dem Retter - Herr Feldmann bezieht sich auf die Kirchenlieder - darf durchaus als Schrei der unschuldig Inhaftierten, Gefolterten und Verbrannten jener Tage verstanden werden. Ihre Not hat Spee als Seelsorger und Beichtvater kennengelernt.
Hier muss ich gegen inneres Bedürfnis das Zitat beenden und es dem(r) Interessierten überlassen, sich mit dem Leben des mutigen Jesuiten zu befassen. Noch ein Wort zum Schluss: Hoffen Sie auch so naiv wie ich, dass dieses Kapitel der Geschichte angehört? Und erschrecken - so wie ich - wenn in den Nachrichten etwas durchsickert, was uns Schlimmes befürchten lässt? Etwas, das wir am liebsten gar nicht wissen wollen! Denken Sie einmal, was alles über die Tätigkeiten der Geheimdienste bekannt wird! Dass man aus dem Teufelskreis "Gewalt gegen Gewalt" nur herauskommt, wenn man davon absieht, Gewalt anzuwenden, das hat man damals (und bis heute) nicht begriffen. Dabei bräuchte man nur auf Jesus hören!