IV 38me* TRAUM

IV 38me* TRAUM

ICH HABE EINEN TRAUM

 

https://www.youtube.com/watch?v=4P01hBT3LqQ  
In diesem Video geht es um die berühmte Rede von Martin Luther King

 

Mit diesem Titel ziele ich bewusst auf die in aller Welt bekannte Rede von Martin Luther King. Dessen und mein Traum unterscheiden sich nur deswegen, weil jeder von uns unter anderen Bedingungen aufgewachsen ist und auch die Sehnsüchte dadurch eine etwas andere Tönung haben. Im Grunde genommen ist die bekannte Rede des von mir verehrten Mannes der Traum eines jeden Menschen auf dieser Welt. Festgehalten auch in der uns von Jesus ans Herz gelegten Bitte: Dein Reich komme. 

 

Schauen wir auf die Welt. Schauen wir auf die Hoffnung.

Und singen gemeinsam mit Ralph Siegel, dem Komponisten, Bernd Meinunger und Nicole "Ein bisschen Frieden"

 

Er hat uns erklärt, dass Er immer unter uns ist. Um den Traum vom Frieden Wirklichkeit werden zu lassen. Die Auferstehung liegt rund 2000 Jahre zurück. Es scheint so, dass wir Menschen seit diesem Geschehen Fortschritte in unserem Zusammenleben verbuchen dürfen. Ich denke da an die „Friedensinsel“ Kerneuropa. Seit dem letzten Weltkrieg und besonders nach dem Mauerfall zwischen Ost und West hat sich hier allerhand getan. Der Weg scheint noch weit zu sein. Doch ich lasse mir meinen TRAUM nicht nehmen.

 

 Frieden, wie ihn unser aller Schöpfergott will. Auch zwischen Paris und Damaskus. Und bei uns.

 

Maler auf der Straße
Notre Dame Paris - ein Haus des Gebetes
Moschee in Damaskus
Moschee in Damaskus - Ort des Gebetes
Jakobskirche in Straubing
Heimat - Jakobskirche in Straubing

Seit der Auferstehung haben wir das Versprechen,

dass unser Traum Wirklichkeit werden kann.

 

Natürlich können Sie jetzt fragen: Wie soll denn das geschehen? Haben wir denn ein Konzept? Gegenfrage: Wie kann ich Unwissender darauf eine Antwort geben?

 

Es gibt eben diese - uns von Jesus ans Herz gelegte - besondere Sichtweise, die der Demut und des Gebetes. Das ist ein schwieriger Weg und man wird mir zustimmen, dass es auch beim besten Willen wohl im allgemeinen bei uns Durchschnittsmenschen - wozu ich mich rechne - manchmal ein Lebensalter braucht, bis wir bereit werden, diese Einsicht zu verinnerlichen.

 

Nun will ich auf ein Weiteres verweisen, das gleichzeitig Weg und Erfüllung zugleich ist. Dafür will ich einen bekannten und hochgeachteten Theologen zu Wort kommen lassen. Doch vorher fragen wir: Warum denn beten, wenn Gott schon sowieso weiß, was wir brauchen? Weil Gott uns mündig haben will, als Menschen, die mit dem Mund kundtun, was sie wollen. Weil auch das Zwischenmenschliche nur dann funktioniert, wenn wir miteinander sprechen und nicht bloß voraussetzen: "Du wolltest doch schon immer!" Oder "Du weißt doch, was ich will!" Nein, das schafft nur immer wieder neue Missverständnisse.

 

Wir müssen aussprechen, was wir wollen, das verlangt der Mitmensch, und so will es Gott. Weil alles andere Quatsch ist. Also sprechen wir miteinander. Sprechen wir mit Gott. Und bitten: Dein Reich komme!

 

 

Und nun eine ganz andere Sicht:

Ein Blick in einen Zauberwald.

 

Pilz zwischen Steinen
Blick in einen verzauberten Garten

Der Traum vom Paradies ist ein uraltes Thema

 

 

 

  Traumwelt oder höhere Wahrheit?

 

Es schadet ja nicht, wenn man immer wieder mal auf eine zweite Perspektive blickt. Neben dem, was man so gemeinhin als Realität bezeichnet, gibt es zumindest in unseren Träumen oft noch eine andere Welt. Wenn wir die Lebensgeschichten einzelner Menschen näher anschauen, dann entdecken wir, dass manche Entscheidungen nicht unbedingt vom Verstand getroffen werden, sondern irgendwie anders. Der Eine sagt: Das ist Intuition, der andere sagt, er entscheide nach dem "Bauchgefühl". Und wenn man genauer hinsieht, dann erfährt man, dass vieles aus dem Unterbewusstsein heraus geschieht. Aber wie das funktioniert, das wissen vielleicht die Psychologen, vielleicht aber auch nicht einmal die. Kurzum: Neben der Betrachtung der Fakten will ich mit Ihnen ein wenig über Urträume, evtl. auch über Urängste plaudern. Wenn Sie das denn wollen, dann suchen Sie in den vier Hauptkapiteln dieser Website immer auf der ersten Seite am Schluss die wie hier in kursiver Schrift gehaltene Träumerei, die sich entsprechend der Titel vielleicht irgendwie aneinanderreihen lässt. Bin gespannt, ob Sie sich für diese Idee begeistern können. Es ist ja auch nicht jedermanns Sache, die Realität, in der wir leben, einfach beiseite zu schieben.

 

Wenn Sie wollen, dann gehen Sie im Hauptmenü auf das nächste Kapitel, das heißt "HEIMAT NIEDERBAYERN". Am Schluss finden Sie dann schließlich ein paar Spekulationen, die aber niemals so ganz wörtlich genommen werden dürfen. Denken Sie einfach, Sie fliegen den Vögeln nach, die haben nämlich auf Ihren Reisen immer die Sicht von oben, die uns verwehrt ist, wenn wir nicht gerade den Blick auf die Welt von einem schnellen Silbervogel aus genießen.

 

Es könnte ja sein, dass diese Fotos aus einer vielleicht noch heilen Welt, wie sie sich hier bei uns in Niederbayern aufgenommen habe, an ein Paradies erinnert. Wir empfinden das so. Man spricht freundlich mit den Nachbarn, kauft ein in einem Geschäft, das in seiner Größe und Ausstattung dem ländlichen Raum angepasst ist. Nur selten braucht man etwas, das es hier nicht gibt. Wir haben auch kein Problem damit, in Corona-Zeiten in die Fernseh-Kirche zu gehen. Da sind wir mit den Gottesdiensten, die im Fernsehen übertragen werden, durchaus einverstanden. Auch diese "Gottesferne", in der ich Seinen heiligen Leib nicht zur Speise bekomme, kann man man als Christ für einen begrenzten Zeitraum durchaus aushalten. Schließlich hatten die herzlosen Religionsoberen der älteren Bauart bis zu einer Änderung durch Papst Franziskus die Geschiedenen und Wiederverheirateten ohne mit der Wimper zu zucken aus der Eucharistie-Gemeinschaft ausgestoßen, bis eben dieser menschenfreundliche Papst Franz all diese Menschen gegen den Willen der Hardliner wieder in die Gemeinschaft der Kirche zurückgeholt hat. Das dürfte Jesus sicher gut finden, Der sich nie gern bei den Pharisäern aufhielt sondern lieber bei den einfachen Leuten war. Warum? Weil Er ihr Herz ansah und nicht ihre Kleidung. Sage ich als sogenannter "Sofa-Christ", der dann auch hin und wieder im geliebten Raum der heimischen Kirche zu sehen ist, um mit umso mehr Begeisterung die tatsächliche Nähe des Herrn in Brotgestalt zu erfahren.

 

Einen "fahrbaren Untersatz", also ein Auto braucht man schon, wenn man auf dem Land lebt. Aber das muss ja nicht unbedingt das größte und neueste Modell sein. Schule und Kindergarten gibt es heutzutage fast überall. Einen Metzger gibt es übrigens auch bei uns im Dorf, einen der hervorragende Ware produziert. Und wer sich um einen kleinen Garten kümmern oder Tiere halten will, dem sind im ländlichen Raum fast keine Grenzen gesetzt. Was wollen wir eigentlich noch mehr? Urlaub? Wo es doch zu Hause am schönsten ist! Nun, irgendwann ist es natürlich schön oder sogar ein Bedürfnis, mal etwas anderes zu sehen oder gute Freunde zu besuchen.

 

Ich meine, dass es diese kleinen Paradiese nicht nur auf diesem hier beschriebenen Fleckchen Erde gibt sondern auch anderswo. Ich bin mir ganz sicher, dass auch die Menschen in nicht rechtstaatlich geführten Ländern versuchen, sich kleine Oasen des Friedens aufzubauen und zu erhalten. Das hat man seinerzeit schließlich auch in der DDR so gemacht. Natürlich ist das nicht so einfach wie bei uns. Seien wir also dankbar für diese Orte der Ruhe, an denen Menschen den Versuch machen, sich von Machtstrukturen zu lösen und für sich eine kleine Welt des Friedens einzurichten. Es scheint fast so, als käme in dieser Lebensstruktur ein ganz allgemeiner Wunsch der Menschheit zum Ausdruck. Vielleicht ist es sogar etwas, das unser aller Herrgott die Sehnsucht nach Gemeinschaft ebenfalls in Seinem Herzen mit sich trägt und irgendwie in uns eingepflanzt - oder vererbt - hat. Mit ein wenig Sehnsucht, weil wir ja immer auf dem Weg sind und immer noch dran arbeiten an der Vervollkommnung dieser unserer kleinen Welten. 

 

Nach diesen Überlegungen lade ich Sie ein, mit mir gemeinsam einen aus der Fantasie geborenen Raum zu betreten, den wir zunächst einmal als Welt deklarieren, in der sozusagen "sachliches Geschehen" und märchenhafte Überlegungen ganz dicht beieinander stehen und manchmal gar nicht zu trennen sind. Es ist doch tatsächlich so, dass sich in den Märchen, Überlieferungen und Sagen ganz viel ausdrückt, was man nur mit dem Herzen begreifen kann. Wenn wir nun schon vom Paradies sprechen, dann bietet sich an, einfach mal mit dem Herrgott gemeinsam auf die von Ihm geschaffene Welt zu schauen. Das hat Er nach dem Verständnis der Alten wohl auch getan, denn in der Schöpfungsgeschichte heißt es immer wieder: Als der Herr an einem Tag der Woche nun dies oder jenes geschaffen hatte, schaute er sich sein Werk noch einmal an und Er sah, dass es gut war. Wenn in der Bibel die Rede von Tagen ist, dann fassen die meisten Menschen das symbolisch auf. Denn es heißt bekanntlich, vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag. Stellt sich schließlich nur noch die Frage: Warum hat Gott das alles eigentlich gemacht? Warum hat Er die Welt geschaffen? Hatte Er nicht alles, was Er brauchte? Irgendwie hat Er sich mit dieser Schöpfung eine Menge an Ärger eingehandelt. Warum tat Er das? Nun, da wissen wir natürlich keine Antwort. Aber Gedanken machen, was Er denn wollte, das dürfen wir. Wir haben ja die Freiheit und den Auftrag zum "Mitdenken".

 

Ich habe da folgende Vorstellung: Was bringt es mir, wenn ich als Schiffbrüchiger auf eine tropische Insel verschlagen werde, die mir üppige Nahrung, Schönheit der Natur, Leben in Fülle bietet? Mir fehlt doch noch etwas: Gemeinschaft. Das können Sie nun sehen, wie Sie wollen. Der Eine denkt nur an die Geliebte. Dem Anderen schwebt eine Clique von Fußballfreunden vor. Sie wissen schon, was ich meine. Und Gott? Nun, es heißt ja, dass Er uns nach Seinem Bild geschaffen hat. Also als Menschen mit Sehnsucht nach einem guten Miteinander. Als Mann und Frau - so heißt es. Und wenn Gott in drei Personen existiert, dann ist ja schon eine kleine Gemeinschaft da. Vielleicht wollte Er eine noch größere Gemeinschaft. Ein Volk, in dem jeder für den anderen da ist. Vom Volk Gottes ist schließlich im Alten Testament immer wieder die Rede.

 

Die Fortsetzung meiner kleinen Traum-Geschichte schreibe ich weiter. Und weil es um den Blick Gottes auf die Welt geht - habe ich diese Überlegungen am Schluss des Kapitels "HEIMAT LEBEN GLAUBE" untergebracht.

 

Was macht denn eigentlich Gott?

 

Nach dem Beginn meiner Erzählung auf "HEIMAT NIEDERBAYERN" will ich hier über die Sicht Gottes auf uns nachsinnen.  Auf dem letzten Bild auf dieser Seite geht unser Blick rückwärts ins Tal auf den kleinen Ort Rattiszell. Nun sind wir ganz allgemein zu der Auffassung gekommen, Gott ist unter uns. Also sieht er die Welt so ähnlich wir. Wir wissen aber auch, dass er in unsere Herzen schauen kann. Das gelingt uns selten. Und wenn, dann täuschen wir uns nur allzu oft. Es gibt aber auch noch die alte liebevolle Vorstellung, der Herrgott könnte von oben herab wie von einem Balkon im Himmel auf uns herunterschauen. In der Erzählung "Der Brandner Kaspar und das ewig' Leben" zeichnet von Franz von Kobell ein so anschauliches Bild von den Heiligen, die im Himmel feiern und ab und an durch den "Frauenhofer" nach unten schauen, um zu sehen, was sich auf der Erde alles tun. Eine wundervolle und beruhigende Geschichte.  Je mehr wir allerdings versuchen, uns ein Bild von der göttlichen Allmacht zu machen, umso mehr wird klar, dass das nicht geht. Und schließlich hat auch Franz von Kobell darauf verzichtet, den Herrgott selbst auftreten lassen. Und das ist sicher von dem Autor gut überlegt worden. Beim Nachdenken  über das schöne Theaterstück habe ich direkt meinen Gesprächsfaden verloren. Nun will ich ihn wieder aufnehmen. Denn die Szenen im Himmel sind letzten Endes nichts weiter als Träume, die das Zusammenleben in der Ewigkeit betreffen. Die Gemeinschaft, von der wir träumen, wird wohl im Himmel schon so vollendet sein, wie wir es auf der Erde gern hätten. Kurzum, was ich eigentlich sagen wollte: Mit Sicherheit wollte der Herr eine große Gemeinschaft liebender Menschen - also genau das, wovon die Menschheit träumt und in Wirklichkeit noch so weit davon entfernt ist.  

 

Doch warum ist das alles so schwierig. Nun, wie soll es möglich sein, dass bei Freiheit und Entfaltungsmöglichkeit jedes Einzelnen so ein großes Ziel verwirklicht werden kann. Das funktioniert anscheinend schon unter Zwang. Und  einige totalitäre Systeme versuchen immer wieder genau das zu beweisen. Natürlich geht das so. Aber eben auf Kosten der Freiheit des Einzelnen. Anscheinend geht beides nicht nebeneinander, Freiheit und gleichzeitig Ordnung. Doch der Herr denkt da anders. Hat Er tatsächlich so viel das Vertrauen in uns Menschen, dass wir das schaffen? Wirkliche Gemeinschaft aller Menschen? Mit anderen Worten: Das Reich Gottes auf Erden. Vielleicht sollten wir jetzt zum nächsten Kapitel wechseln. In DAS SIND WIR erzähle ich von uns Menschen und unsere Schwächen und Nöten.

 

Im genannten Kapitel werde ich also auch wieder so einen blauen Anhang schaffen, in dem es um die Frage geht, was wir Menschen tun können, um dieses Ziel zu erreichen. Aber eines kann ich schon verraten. Nein, das wissen Sie schon selbst: Einfach wird das nicht werden.

 

Eigentlich ist es zum Verzweifeln - Wir blicken auf eine unheile Welt

 

Der Blick von oben auf die Welt. Es sieht so aus, als hätte ich meine Traumwelt direkt mit den Fotos verkoppelt. Aber es hat sich einfach so ergeben. Und schließlich: Das mit dem Blick von oben, das hatten wir ja bereits besprochen. So ist es ja gar nicht. Der Herr ist nicht irgendwo im Himmel über uns sondern mitten unter uns.

 

Wir waren bei der Frage stehen geblieben, warum der Herrgott nicht müde geworden ist, sich um uns störrische Menschen zu kümmern, die - schauen wir uns doch um in Politik und Wirtschaft - nur Ärger bereiten. Da muss bei unserem Vater im Himmel schon ein ganz großes Erwarten da sein, dass wir das schaffen könnten. Aber bei so unterschiedlichen Einstellungen, Religionen und Wertordnungen wie wir sie haben! Anscheinend ein Ding der Unmöglichkeit. Wieso ist sich der Herr denn so sicher, dass wir besser sind als es den Anschein hat? Schon bei den Israeliten, dem auserwählten Volk, hat es nur Schwierigkeiten gegeben. Das fing ja bereits im Paradies an. Die Tradition überliefert: Schon in der nächsten Generation hatten sich die ersten Nachfahren so gehasst, dass der Eine seinen eigenen Bruder erschlagen hat. Schließlich sagten sie sich direkt von Gott los und huldigten einem goldenen Kalb. Nur weil ihr Anführer für ein paar Tage weg war. Und in diesem Stil geht es weiter, da könnte man noch lange erzählen. Und wenn wir so eine Herde Wilder führen müssten, da hätten wir schon längst aufgegeben. Der Herrgott hätte nicht einmal aktiv werden müssen, hätte Er uns nicht immer wieder auf den rechten Weg geschickt, wahrscheinlich hätten wir uns schon gegenseitig umgebracht. Und wenn ich an die atomare Bewaffnung denke, die anscheinend ausreichen würde, um die Menschheit nicht nur zehn Mal sondern mehrere hundert Male auszurotten, dann zeigt das doch, dass wir überhaupt nichts gelernt haben. Nach den momentan geltenden Verträgen (also 2020) hätte der amerikanische Präsident die Möglichkeit, einen atomaren Zweitschlag - vielleicht sogar den Erstschlag - (mit der Zündung von Atomraketen in Europa!) auszulösen. Denken wir daran, welch ein unfähiger und verantwortungsloser Präsident mit deutlich aggressiver Politik die USA von 2016 bis 2020 geführt hat! Also bis heute immer am Abgrund entlang und ohne Aussicht auf Vernunft.

 

Zu diesem Phänomen hatten schon die Alten Ihre besonderen Vorstellungen. Was sich ein wenig in einem Gemälde widerspiegelt, das wohl aus dem vorletzten Jahrhundert stammt. Da spielt ein Mensch Schach mit dem Teufel. Mag sein, dass dieses "Spiel" um die Seele eines Menschen zwischen Satan und Mensch die Wirklichkeit nicht ganz richtig ausdrückt, denn irgendwie ist die Situation doch ein wenig makaber. Denn die Gnade Gottes kommt in diesem Bild überhaupt nicht zum Tragen. Am Gesicht des Engels spürt man eher Hilflosigkeit gegenüber den dunklen Mächten. Dabei wissen wir, dass Gott längst die Macht des Bösen gebrochen hat. Die Idee für dieses Bild geht wohl auf einen Gedanken zurück, der sich anscheinend über Jahrhunderte gehalten hat: Ein gefallener Engel (vielleicht Luzifer) hätte sich Gott genähert und Ihm zugeflüstert, dass Seine Idee vom Reich Gottes gar nicht funktionieren kann, weil die Menschen niemals bereit wären, sich ganz dem Himmelreich zu öffnen: "Herrgott, du siehst es doch selbst, dass Macht und Gier die Menschen beherrschen." Und die ganze Entwicklung, die ja in der Zwischenzeit weiter gegangen ist,  scheint Satan recht zu geben. Doch Gott ist sich andererseits sehr sicher, dass alle Menschen einen guten Kern haben und den Einflüsterungen des Teufels nicht folgen werden. Jesus sagt: Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahe! Und wir alle stehen mittendrin in diesem Geschehen, das sich durch Politik und Wirtschaft zieht und auch vor den Mauern des Vatikans nicht haltzumachen scheint. Harmlos ausgedrückt: Es ist keine gute Situation, in der wir leben. Und vor allem, das war noch niemals anders. Doch halt, war es vielleicht doch früher alles noch viel schlimmer. Und: Gibt es nicht schon jetzt Inseln des Friedens, in Familien, Zweiergemeinschaften und auch in größeren Institutionen? Ist nicht unsere Demokratie nicht schon als Vorgriff auf eine neue Art von Gemeinschaft anzusehen, eine Gemeinschaft, die Zukunft haben könnte. Das gilt nicht nur für Deutschland sondern für ganz Europa. Es ist schon etwas ganz Besonderes, dass der letzte Krieg, an dem Deutschland beteiligt war, ein ganzes Dreivierteljahrhundert zurückliegt. Natürlich stimmt das nur, wenn wir die Auslandseinsätze unserer Bundeswehr nicht mitrechnen. Dieser Teil meiner Überlegungen passt also ganz gut in das Kapitel: DAS SIND WIR. Wir sind zerrissen, stehen zwischen Gut und Böse. Und es gar nicht so leicht, in dieser Situation Mut und Gottvertrauen zu leben.

 

Wollen wir nun hier mit diesem beunruhigenden Zustand das Kapitel beenden? Nicht gern. Ich lade Sie ein, gemeinsam mit mir noch die letzte Station unserer Gedankenreise aufzusuchen.

 

Hier geht es weiter mit dem uralten Menschheitstraum nach Geborgenheit

 

Unsere Überlegungen zur Geschichte der Menschheit waren an einem Punkt angelangt, wo wir einfach nicht mehr weitergekommen sind. In unserer Fantasie-Geschichte hatte sich der Teufel Gott genähert und dem Herrn geradewegs in das Gesicht gesagt, dass die Menschheit so schlecht und verkommen sei, dass Er, der Herrgott, den Gedanken vom Reich Gottes vergessen könne. Es werde niemals zu einem wirklichen Friedensreich kommen, weil Macht und Gier die Menschen voll im Griff haben, was soviel bedeuten sollte wie: "Ich, der Satan habe sie alle schon in der Tasche." Der Herr hätte Satan natürlich im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle schicken können. Aber - nun fahre ich mit meiner Fantasie einfach fort -  anscheinend ist Er jedem Gesprächspartner gegenüber so aufgeschlossen, dass Er wohl nur einfach gesagt hat, dass Satan niemals die Macht über die Menschen gewinnen würde. Vielleicht hat Er auch noch zugefügt, dass Er sich um jeden Einzelnen von uns kümmern und ihn vor dem Verderber schützen wird. Weil Er uns liebt und uns niemals aus Seiner Obhut entlässt. Es sei denn, wir selbst würden von unserer Freiheit des "Nein-Sagens" Gebrauch machen. Das ist aber dann unsere Entscheidung, die Er dann aber auch akzeptiert. Sonst wäre es ja sinnlos, von Freiheit zu sprechen. Doch wie sollte das denn in der Realität ablaufen? Niemand hat Gott je gesehen. Vom Zeitablauf rechnen wir das fiktive Gespräch vielleicht der Zeit der Propheten zu. Da hat Gott zu uns Menschen gesprochen. Doch was hat es bewirkt? Nichts Sichtbares.

 

Doch wenn jemand liebt, dann kommt diese Person auf allerhand Ideen. Erst recht, wenn die liebende Person Gott selbst ist. Was sollte also geschehen? Die Propheten sagten es schon voraus, dass irgendwann der Retter kommen würde. "Doch das Volk, das in der Finsternis wohnte" sah trotzdem noch kein Licht. Wie auch sollten unsere Alten etwas sehen, das man sich nicht einmal vorstellen, geschweige denn als eine auf sie zukommende Wirklichkeit begreifen müsste. Und es ist ja auch heute noch so, dass sich alles, was sich mit Jesus ereignet hatte, ganz schwer in unsere Erfahrungswelt einordnen lässt. Und außerdem musste ja auch noch plausibel erklärt werden, warum und wieso sollte dieses Erscheinen einer - sagen wir mal ganz bescheiden - besonders charismatischen Person die Weltgeschichte in eine völlig andere Richtung lenken? Welche Bedeutung hatten also die Prophezeiungen? Für die damals lebenden Menschen die große Hoffnung, die zugleich Vorbereitung auf das Unglaubliche war und für uns bedeutet das alles, dass das Wirken Jesu nicht irgendetwas war, was sich ohne jegliche "Vorzeichen" einfach so abgspielt hat. Nein, wenn schon Jahrhunderte vorher von einem Ereignis gesprochen wird und dieses Ereignis dann stattfindet, dann ergibt das einen Zusammenhang und diejenigen die sich mit dem Glauben an Jesus schwer tun, ist damit ein Glaubens-Argument geschenkt. Den "im Glauben Unbegabten" fällt es leichter, das Geschehen als solches zu bewerten was es ist: Historisches Ereignis. Eine ganz wichtige Rolle spielt natürlich auch Johannes der Täufer. Er ist ja nun ebenfalls ein ganz wichtiger Zeitzeuge.

 

Die wichtige Frage ist nun: Was hat Jesus bewirkt, um dem "Reich Gottes" Chancen zu eröffnen. Fragen wir doch zunächst einmal nur, wie Er das bewerkstelligt hat, dass wir heute so genau über das Geschehene Bescheid wissen. Nun, da sind zunächst einmal alle Aussagen Jesu von Bedeutung. Ebenso muss in Betracht gezogen werden, was alles auf Sein Wort hin alles geschehen ist. Früher nannte man es Wunder, heute spricht man von Zeichen. Die waren notwendig. Der Bekanntheitsgrad - das wissen wir aus dem Geschäftsleben - wächst mit den positiven Erfahrungen der Menschen, von denen Jesus umgeben war.  Dass schließlich mindestens vier Leute die Geschehnisse dokumentierten, das war auch notwendig. Es sind sozusagen die Protokolle, ähnlich wie sie Wissenschaftler bei einem Experiment machen. Wenn Jesus Seine Lehre bekannt machen wollte, dann war all das notwendig. Schließlich sollten nicht nur die derzeit Lebenden informiert werden, sondern auch die Nachwelt. Das alles aber wäre irgendwann wieder im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten, wenn nicht Jesus selbst durch Sein Leiden und Sterben am Kreuz - von Staats wegen kontrolliert und bestätigt - dies alles "besiegelt" hätte. Auch hier waren ganz präzise Angaben notwendig. Vor allem deshalb, weil sonst Seine Auferstehung nicht als solche hätte bewertet werden können.  Denn das war schließlich das Entscheidende. Ohne die Auferstehung des Herrn wäre das Christentum, wenn es das denn tatsächlich gegeben hätte, nur eine Morallehre wie Hunderte andere auch. Mit der Auferstehung aber und mit dem Bekanntwerden dieses Geschehens ist etwas Unbegreifliches eingetreten, das tatsächlich jedermann zur Kenntnis nehmen muss - um vor sich selbst Stellung zu beziehen. Wenn Gott nun auch dazu sagt: Wähle das Leben! - dann wird deutlich, um was es geht. Wir werden vor die Entscheidung gestellt, das Unglaubliche zu glauben, um das Leben zu finden oder in der "Welt der Dinge" zu verharren und zusammen mit den "Dingen dieser Welt" zugrunde zu gehen. Deshalb ist Jesus gestorben, dass Seine Wahrheit bekannt wird. Und wenn wir nun auf die Geschichte schauen, dann müssen wir sagen, dass es genügend Menschen gegeben hat, die Ihm geglaubt haben. Das also ist wohl gemeint, wenn wir sagen: Jesus hat das Tor zum Himmel für jedermann aufgetan.

 

Doch damit war es allerdings noch nicht getan. Schließlich gibt es da noch etwas, das auch wieder von Kobell in seiner Erzählung vom Brandner Kaspar recht schön herausgearbeitet worden ist: Gott hat sich uns Menschen gegenüber ja als Gott der Gerechtigkeit gezeigt. Wenn nun so ganz pauschal der Himmel für alle offen stehen würde - wäre das als gerecht anzusehen? Das macht nur Sinn, wenn derjenige Mensch, der sich für den Himmel entscheidet, auch sein Leben dementsprechend ändert. Und das hat wohl jeder von uns nötig. Deshalb ist die Entscheidung "für das Leben" unlöslich an eine innere "Umkehr" geknüpft. Tut Buße! So jedenfalls hat das Jesus formuliert. Nur dem Umkehrwilligen, also dem, der Buße tut, sind seine Sünden vergeben. Und damit das Recht gewahrt bleibt, muss jemand die Strafe auf sich nehmen, die ich als Sünder verdient habe. Das ist - formal-juristisch ausgedrückt - der Grund, warum Jesus für die Verfehlungen von uns Menschen mit dem Tod bestraft wurde.

 

Man spricht ganz gern von Jesus als vom Sündenbock, der die Schuld der Welt auf sich genommen hat. Das ist eine Erinnerung an etwas, das wohl in Vorzeiten durchaus gängig war, dass man die Strafe notfalls einem unschuldigen Tier aufhalste. Da taucht natürlich schon im Hintergrund der Opfergedanke auf, der sich bis jetzt gehalten hat und eigentlich zumindest als etwas altertümlich und überholt anzusehen ist. Wir wollen diese Sicht deshalb keineswegs in den Vordergrund stellen. Denn schließlich ist so etwas nur denkbar in Zusammenhang mit einem Geschehen, wie es von Schiller in einem bekannten Gedicht dargestellt worden ist: Als Eintreten eines Freundes für einen Anderen. Sie kennen das Gedicht: Die Bürgschaft. Nur in einer Situation, wie sie das Gedicht beschreibt, ist dieses Eintreten für einen Anderen denkbar. Und eben auch nur so kann man den Tod Jesu für uns Menschen verständlich interpretieren.

 

Betrachten wir das Geschehene nun ganz sachlich, dann muss man sagen: Dadurch, dass Jesus bereit ist, die Sünden von uns Menschen unter den genannten Bedingungen zu vergeben, ist ein Mechanismus gegeben, der die Teilnahme am ewigen Leben direkt vom Einzelnen und dessen Handeln abhängig macht. Das bedeutet im Endeffekt, dass wir es uns genau so einrichten können, wie wir das wollen: Leben oder Tod! Da braucht der große, gütige und gerechte Gott nicht einmal selbst in Aktion treten. In der Sprache Jesu: Wenn du nicht glaubst, bist Du schon gerichtet, weil du nicht geglaubt hast. Oder auf das Handeln bezogen: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan. Im Übrigen: Lassen Sie uns die Geschichte vom Opfertod, der vor Gott notwendig gewesen sei, vergessen. Gott hat den Tod Jesu nicht gebraucht. Gott ist nicht Einer, der Gerechtigkeit fordert und Seinen Sohn opfert, um Gerechtigkeit "herzustellen". Das sind akademische Konstruktionen, die den Eindruck vermitteln, da hätte sich jemand der Schriftgelehrten ernsthaft etwas überlegt. Mit solchen Formulierungen wird nur vom wirklich Wichtigen abgelenkt: Gott ist in Wirklichkeit Einer, der Gerechtigkeit fordert für die Hungernden und Dürstenden, die für uns Kleidungsstücke nähen und mit Almosen abgespeist werden. Und wenn das Gericht kommt, dann werden diese Menschen als Zeugen gegen uns auftreten. Es wird nicht reichen, wenn wir dann sagen: Das haben doch alle getan. Denn wer sind denn alle? Die Reichen aus dem Schlaraffenland. Und das sind gar nicht so viele. Demgegenüber steht das riesige Heer der Ausgebeuteten.  

 

Doch das Thema ist noch nicht am Ende. Wo ist denn nun das versprochene Reich Gottes auf der Erde? Da muss man wohl nur die Augen aufmachen, denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Und das Reich Gottes - das  i s t  die Nähe Gottes.  Und diese Beieinandersein können wir erfahren, auch wenn die übrige Welt momentan noch zögert, Gott zu suchen.

 

Irgendwie kann ich diese Überlegungen nun tatsächlich abschließen. Ich denke, dass das ganz gut unter die Überschrift passt: "Schöpfung Welt". Denn mit dem "Nahekommen" des Reiches Gottes geht die Schöpfung bereits auf ihre Vollendung zu. An uns liegt es nun, das für uns schon bereitete Geschenk zur Vollendung zu bringen. Die Pflänzchen, die wir schon sehen dürfen, zum Wachstum und zur Blüte zu führen. Der Eckstein des Hauses, an dem wir mitbauen sollen - oder dürfen - ist schon gelegt: Dieser Eckstein ist niemand anders als Jesus Christus, der Sohn des Höchsten, der für die Menschen aller Religionen da sein will. Und das schließlich ist das ganz Besondere an Ihm. Ihm geht es nicht um Menschen-Gruppen dieser oder jener Glaubensrichtung. Ihm geht es um alle Menschen dieser Erde. Das wäre übrigens so ein kleiner Hinweis, wie wir es halten sollten mit denen, die wir bis jetzt immer noch ausbeuten.

 

Meine kleine Geschichte ist am Ende. Wer wissen will, wie es weitergeht, der muss nun für sich selbst das weiterführen, was der Herr begonnen hat.