VI 18edv IT-MACHT
Zuvor möchte ich noch mit einem Mythos aufräumen:
Künstliche Intelligenz - die gibt es nicht -
das ist nur Wunschdenken heutiger Eliten
„Künstliche Intelligenz“ – abgekürzt KI. Da ist zunächst einmal der Begriff als solcher. Das Wort setzt meines Achtens schon etwas voraus, das es in Wirklichkeit absolut nicht gibt. Denn unter Intelligenz verstehen die meisten Wissenschaftler doch mehr als Verknüpfung und Verarbeitung von Daten. Und mehr werden auch die besten Supercomputer der Zukunft niemals können, weil die Leistungsfähigkeit dieser Maschinen nur darin besteht, Bekanntes schnell zu verarbeiten. Es ist doch immer die Vergangenheit, die da hochgerechnet und reproduziert wird. Menschliche Kreativität und vor allem menschliche Freiheit, die aus Kritik und Traum mittels der Vorstellungskraft Neues schafft, sind auch der elaboriertesten KI nicht möglich. Das stellen die beiden Autoren von „Prinzip Mensch“ auf Seite 153 eindeutig klar. Schließlich sind es Fachleute, die so etwas erklären.
Einen großen Künstler hat man gefragt, ob er seine Fähigkeiten mit KI nicht steigern könne. Er antwortete darauf, dass man die "Unvollendete" von Beethoven mit Hilfe der IT-Technik vollendet habe. Das sei prinzipiell gelungen. Man habe die Art und Weise des großen Komponisten recht schön nachahmen können. Aber die Sache hatte schließlich dann doch einen Haken: Die "Neuschöpfung" war "seelenlos", eine wirkliche Neuschöpfung war es nicht geworden. Vielleicht verstehen Sie jetzt noch besser, wenn ich meine, dass die KI nicht kreativ sein kann. in Und was noch wichtiger ist: Das ist auch für uns Normalverbraucher durchaus einleuchtend. Aber es gibt Schlimmeres. Beginnen wir.
Kleine Geschichten aus dem Alltag
Eigentlich müsste das unsere Devise sein: Mensch sein. Schließlich reden alle von Selbstverwirklichung. Aber was ist das eigentlich? Mensch sein. Kann der Mensch denn etwas anderes sein als Mensch? Die Frage ist bewusst provokativ. Es geht darum, was ich mit mir selber anfange. Lasse ich mich von der Umgebung anstecken? Habe ich einen eigenen Willen? Anders ausgedrückt: Was hat bei mir Priorität? Das, was die Clique sagt? Oder kann ich mich ohne Gefahr auch einmal ausklinken? Muss ich alles mitmachen, was gerade Mode ist? Ich glaube, Sie wissen, was ich meine. Als alter Mann im Ruhestand – so dachte ich – da gibt es keine großen beruflichen Verpflichtungen mehr, die einen drängen. Und jetzt mache ich aus meinen Fotografien Bücher. Schreibe dazu, was ich denke. Und wenn ich auch noch ehrlich bin, dann berichte ich wahrheitsgemäß. Manch Einem gefallen die Bilder. Gut so.
Die Bücher sollen natürlich auch bekannt gemacht und verkauft werden. Dazu dient in erster Linie natürlich die Website, die meine Angebote im „Netz“ darstellt. Soweit so gut. Schließlich kommt die Überlegung, sich doch vielleicht einmal in dieser Hinsicht fachlich beraten zu lassen. Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten. Die sollte man kennenlernen. Und dafür steht genügend geschultes Personal zur Verfügung. Angebot und Nachfrage sind da. Da wird einem gezeigt, wie die Suchmaschinen arbeiten. Das ist wichtig, damit man im Netz auch gefunden wird. Dann erfährt man, wie viele Möglichkeiten es gibt, die geschaffenen „Werke“ in Verzeichnissen (also in Branchenbüchern u. ä.) listen zu lassen. Als Durchschnittsmensch ist man sich gar nicht bewusst, wie viele solcher Verzeichnisse es tatsächlich gibt. Man bekommt genaue Anleitung, an welche Adressen man sich da wenden muss.
Jetzt geht es um etwas Anderes. Kommen wir zum Thema: IT-MACHT. Es scheint also auf den ersten Blick sehr wichtig zu sein, sich bei Facebook & Co. zu positionieren. Das wird ja auch so von den entsprechenden Agenturen empfohlen. Aber, wollen wir das wirklich? Oder schwimmen wir nur mit auf einer Welle, die jedermann gern nutzen möchte? Über social media habe ich etwas im Unterkapitel über Facebook geschrieben.
IVC IT-MACHT
Nun gibt es eine noch verheerendere Kombination als die zwischen Industrie und IT-Technologie: Die Verbandelung der autoritäten Staaten mit der IT-Technologie. Totalitäre Staaten regieren heutzutage mit starker Faust unter Nutzung der IT-Technologien. Und gegen diese Koppelung kommt man als Normalbürger nicht mehr an. Das ist eine Kombination, die es früher nicht gab. Und das führt zu einer Machtanhäufung, die des dem Staatsapparat erlaubt, die Bürger permanent zu überwachen und zu kontrollieren. Dieses Problem scheint es in der westlichen Welt wohl noch nicht zu geben, zumindest wohl nicht in dieser Perfektion. Dafür ist es in manchen anderen Machtblöcken bis ins Letzte ausgefeilt. Das Überwachungssystem in der früheren DDR scheint dagegen Kinderkram zu sein. Ich denke, man muss sehr wachsam sein, weil von derartigen Systemen große Gefahren ausgehen. Gefahren, die uns noch viel zu wenig bewusst sind. Wenn wir uns als Weltbürger betrachten, dann müssen wir die Sorgen der Menschen, die in autoritären Staaten leben, sehr ernst nehmen. Diese Thematik kann ich hier nicht eingehend betrachten, obwohl es nötig wäre. Wir - das heißt, wir Normalbürger - wissen viel zu wenig über das, was in anderen Ländern unter Missachtung der Menschenrechte vor sich geht. Das wird uns alle aber in Zukunft noch sehr beschäftigen. Aus Mangel an Informationen wende ich mich jetzt wieder den Problemen zu uns, die aktuell uns betreffen.
Es ist nicht ganz leicht, den Spagat zu schaffen zwischen Freiheit und Nutzung der Konzerne. Und - um es gleich vorwegzunehmen - für manche Programme bin ich auf die Software der "Großen" angewiesen. Da führt kein Weg vorbei. Oder Sie nehmen sehr viel an Schwierigkeiten auf sich. Fachleute sagen, dass es geht. Aber fangen wir einmal mit den einfachen Dingen an! Der Neubeginn ist - wie überall - auch hier nicht leicht.
Eine kleine Überlegung vorweg. In welchem Portal Sie sich auch immer anmelden, fast jedes bietet die Möglichkeit, das nicht über eine E-Mail-Adresse, sondern über einen Account wie Facebook, Google oder ein anderes Netzwerk zu erledigen. Was ist der Vorteil für Sie? Wahrscheinlich die Bequemlichkeit, denn da braucht man nur das Kennwort für das Netzwerk einzugeben. Und das ist natürlich einfacher, als wenn man jedes Mal ein anderes Passwort verwenden muss. Vorteil für die "sozialen Medien": Sie bleiben ein treuer Kunde bei Ihrem Netzwerk, weil Sie sich ja längst an das Verfahren gewöhnt haben. Übrigens weisen die Datenschützer darauf hin, dass es doch sicherer sei, nicht alle seine Aktivitäten mit dem gleichen Passwort zu verbinden.
Das mit der Bequemlichkeit, das ist auch das Erfolgsrezept dafür, dass Sie lieber bei den Betriebsystemen der Marktführer bleiben, weil Sie sich an die Benutzer-Oberfläche schon lange gewöhnt haben und eine Umstellung auf ein anderes OS, also ein anderes Betriebssystem, gar nicht so leicht ist, weil auch alles auf dem Bildschirm möglicherweise ganz anders aussieht. Wenn man diese Überlegungen im Hinterkopf behält, dann ist es leichter, die Arbeitsweisen der IT-Konzerne und deren Macht besser einzuordnen.
Google, Amazon, Facebook, Apple und Microsoft - Diese Konzerne haben die Macht, das Geld und das Sagen. Ich wiederhole hier die bekannte Eselsbrücke, die einem hilft, die Namen immer gleich parat zu haben. Fachleute haben die Anfangsbuchstaben hergenommen. Sie sprechen gern von GAFAM. GAFAM - Das sind die Großen, die mit modernster Technologie das heutige Leben des Normalbürgers in den Griff bekommen wollen. Zumindest in der westlichen Welt. Da wir heutzutage nicht mehr von Ländern, sondern von Machtblöcken sprechen, müssen wir in unsere Überlegungen auch die Staaten mit einbeziehen, die ihre Regierungsgewalt mit der Hilfe eigener Technologie-Strukturen (wir würden sagen: Staatskonzerne) etablieren und erhalten. Im Klartext: Der totalitäre Staat ist heutzutage ein Überwachungsstaat, dem kaum ein Mensch entkommen kann. Zentralisation und IT-Technologie sind die Mittel zum Zweck. Bei dieser sachlichen Beurteilung der Situation wird eines deutlich: Das Menschliche, der Mensch, muss bei einer solchen Denkweise in den Hintergrund treten. Sonst funktioniert das System nicht. Fassen wir zusammen: Den Leuten, die an der Spitze eines totalitären Staates stehen, ist es ganz wichtig, alles "Menschliche" zu eliminieren, damit das System nicht geschädigt wird. Immer steht dem Menschen eine Macht gegenüber, die Ansprüche stellt. Und da haben sie mit der IT-Technologie das für sie passende Instrument.
Demgegenüber gibt es in demokratischen Staaten (fast! - also zumindest offiziell) keine Übereinstimmung der Ziele der Regierung und den Zielen der Konzerne. Das ist sehr wichtig und ein entscheidender Faktor, der Voraussetzung für Demokratie ist. Einer Zeitungsmeldung vom 15.1.2021 konnte man entnehmen:
Berlin. (dpa) Die Kartellbehörden in Deutschland können künftig schärfer gegen mögliche
Wettbewerbsverstöße der Digitalkonzerne wie Amazon, Google und Facebook vorgehen.
Der Bundestag stimmte am Donnerstag in dritter Lesung der seit Monaten diskutierten Reform des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) zu. Demnach kann das Bundeskartellamt künftig leichter gegen Wettbewerbsverzerrungen vorgehen, wenn marktbeherrschende Digitalunternehmen ihre Position ausnutzen.
Man wird wohl eine ganze Reihe von Gesetzen schaffen müssen, um die "Großen" im IT-Geschäft an die Zügel zu nehmen. Der Wildwuchs des Kapitalismus braucht vielfach Gegengewicht. Der Überwachungsstaat wäre das Gegenstück zum Staat mit "kapitalistischem" Wildwuchs. Dieses Wissen schützt aber nicht davor, dass ein "freies" System nicht plötzlich in ein anderer, das einer Diktatur unterstehen würde, "umkippt", die Methoden dazu sind sicherlich ausgearbeitet. Ein Angreifer würde nur einige Veränderungen in den Programmen vornehmen und das übrige würden die Spezialisten für die Neuorganisation des Staatsapparates übernehmen. Also bitte Vorsicht und Kontrolle. Das IT-Zeitalter ist nicht ganz ungefährlich. Kriege werden heutzutage mit anderen Mitteln geführt.
Nun möchte ich an dieser Stelle eindeutig klarstellen, dass Mächte vom Grundsätzlichen weder gut noch schlecht sind. Sie sind leider schlichtweg notwendig. Ohne das System "Staat" wäre öffentliches Leben nicht möglich. Und wenn plötzlich alle Konzerne "in den Generalstreik" treten würden, dann wären wir aufgeschmissen - Die Konzerne natürlich auch.
In einer Demokratie ohne Macht zur Durchsetzung ihrer Ziele würden sofort dunkle Mächte das Machtvakuum besetzen und das Herrschen "in die Hand" nehmen. Das ist ähnlich wie bei uns Menschen auch: Es gibt solche und solche. Und außerdem: Auch früher schon gab es vom Volk geliebte und geachtete Herrscher, die Ordnung aufrecht hielten und sogar soziale Sicherungssysteme etablierten. Es geht also bei Macht immer darum, welche Zwecke die Macht verfolgt. Beispielsweise vertraue ich ganz gern Herrn Söder, wenn er während der Pandemie - ich sage es bewusst: als guter Landesvater - Regeln für das Zusammenleben aufstellt und durchsetzt. Ähnliches gilt unter anderem für Frau Merkel. Um nur zwei Beispiele zu nennen. Und die Proteste gegen Maskenpflicht in Corona-Zeiten sind letztendlich "doof", aber nicht nur das, Sie wissen ja bestimmt auch, dass Extremisten jeglicher Couleur immer wieder den Versuch machen, "Aufmärsche" der "Querdenker" für ihre eigenen üblen Zwecke zu nutzen.
Am 15.12.2021 konnte man der Tagespresse entnehmen: "Die ungeheure Marktmacht von Google, Apple, Facebook und Co könnte bald enden". So jedenfalls lautete der Untertitel eines Beitrags, in dem "Neue Spielregeln fürs Internet" angekündigt werden: Das Europaparlament nämlich will mit zwei Gesetzen die außerordentliche Marktmacht der Digitalkonzerne begrenzen und auf den virtuellen Märkten so etwas wie eine neue Fairness schaffen - sowohl für Verbraucher als für kleine und mittelgroße Unternehmen...
Damit wären jene Zeiten vorüber, in welchen Google bestimmt, in welcher Reihenfolge Suchergebnisse aufgelistet werden, um etwa eigene Angebote in Rankings oder auf Online-Marktplätzen besser zu positionieren als die der Konkurrenz. Amazon dürfte nicht länger die Daten der Verkäufer nutzen, Facebook könnte nicht mehr selbst festlegen, welche Inhalte es von seiner Plattform entfernt und welche nicht. Und Apple könnte Käufer nicht mehr zwingen, auf eigenen Seiten mit Apple Pay zu bezahlen statt eine andere Zahlungsmöglichkeit zu nutzen.
Man wird sehen, wie sich die Zukunft entwickeln wird.