VI 50soz* LUEGE oder WAHR

VI 50soz* LUEGE oder WAHR

Die Wahrheit kommt zu uns im

unschuldigen Lachen eines Kindes

oder im Kuss der Geliebten.

(Khalil Gibran, Ideen 103)

Schneepflug bei Haunkenzell
Winterliche Verhältnisse bei Haunkenzell

 

 

Wir leben in unserem Land in ziemlich geordneten Verhältnissen. Sagen wir mal: Mit Strom-, Trinkwasserversorgung Straßenreinigung und Müllabfuhr. Das ist nicht überall so. Vor allem aber wird vielen Menschen die Wahrheit vorenthalten. Doch das Recht auf Wahrheit hat jeder Mensch auf dieser Erde. Deshalb fragen wir hier LUEGE/WAHRHEIT?


Die Probleme unserer Zeit gipfeln in der Auseinandersetzung zwischen menschlicher Vernunft und computergestützter "künstlicher Intelligenz".

 

Da gibt es doch tatsächlich die seltsam anmutenden Tendenzen, das Denken den Maschinen zu überlassen. Hoffentlich fallen wir nicht auf diesen Unsinn herein! Eine Buchempfehlung:  Paul Nemetz/Matthias Pfeffer "Prinzip Mensch." Ist ab Juli 2020 im Handel.

 

Menschen unterliegen einer ständigen Beeinflussung durch andere. Beispiele dafür gibt es genug. Denken Sie nur an Reklame. Gehen wir lieber über zur Politik. Schließlich leben wir in einer Demokratie mit freien Wahlen. Doch apropos Wahl. Wie sinnlos sind doch die vielen Wahlplakate! Unsere Steuergelder werden verschludert, weil die Parteien mit ihren bekannten Parolen oder mit den Konterfeis ihrer Hoffnungsträger aus der Stadtlandschaft eine Art von Wahlkampfarena machen dürfen. Ich warte darauf, dass nur eine einzige Gemeinde in Deutschland auf die Idee kommt, den Schwachsinn zu verbieten, an den Straßenlaternen diese aussagelosen Plakate anzubringen. Wenn es denn wirklich sein soll, dann müssten doch die in jeder Gemeinde vorhandenen Informationstafeln völlig ausreichen.  

 

 

Nur ein Beispiel für eine völlig verfehlte Richtung

 

Nun etwas, das nicht mit Versäumnissen des Staates zu tun hat. Es steht jedem Menschen frei, öffentliche Veranstaltungen zu besuchen. Meist erfährt man aus der Vorankündigung, um was es sich handelt. Da wurde im November 2018 in der Presse ein Film angekündigt, der zeigen würde, was man Tieren in der Agrarindustrie antut. Dass es um eine Veranstaltung von Veganern handelte, war zunächst nicht deutlich. Der Film heißt Dominion und man kann ihn natürlich auch im Internet finden und anschauen. Vor der Veranstaltung wurde uns erklärt, dass es sein könne, dass jemand den Film nicht ertragen würde und dass man bereit sei, den Menschen, die den Filmraum verlassen müssen, Hilfe anzubieten. Diese Mitteilung war gut gemeint und durchaus berechtigt, denn was zu sehen, das übertraf meine Vorstellungen. Über Einzelheiten möchte ich hier nicht sprechen. Bemerkenswert ist aber der weitere Verlauf. Der freundliche Mensch, der uns vor der Vorführung auf die „Härte“ des Films hingewiesen hatte, erläuterte nun - und das war der Hintergrund dieser Veranstaltung - dass man jeglichen Verzehr von Fleisch oder Tierprodukten ablehnen müsse. Zu dieser Art der Massentierhaltung gäbe es nur eine einzige Möglichkeit der Reaktion: Vegan leben. 

 

Anschließend gab es eine Diskussion. Die war von vornherein insofern schwierig, als wir Zuschauer auf diese Wendung nicht vorbereitet gewesen waren und die Inhalte des Films bei den Zuschauern so etwas wie eine Schockstarre bewirkt hatten. Mir jedenfalls ging es so. Einige Anwesende aus bäuerlichen Betrieben erklärten, dass man nicht die gesamte Viehaufzucht verteufeln dürfe, weil andernorts Missstände beobachtet werden. Doch der Vortragende erklärte, dass auch in einem solchen Fall Tiere getötet würden. Und das müsste man ablehnen. Es war für uns geschockte Zuschauern aus den schon genannten Gründen nicht ganz einfach, ganz klar darzustellen, dass jeder im Saal die Tierzucht, wie sie uns dargestellt worden war, ablehne. Dass aber die gezeigten Missstände auch kein Grund seien, völlig auf Fleisch, Fisch, Milch und Eier zu verzichten. Das Ganze war für mich ein gutes Beispiel dafür, wie eben auch von gesellschaftlichen Gruppen (sagen wir mal: gutmeinte) Manipulation versucht wurde. Das genügt, um deutlich zu machen, was wir in uns selbst unbedingt stärken müssen: Das Gespür für Fremdeinwirkung. Und die Kraft, sich jeglicher Manipulation zu widersetzen.

 

Mich beschäftigt die Frage, wer die sicherlich sehr hohen Kosten für die Anfertigung des qualitativ sehr hochwertigen Films getragen hat. Welche reichen Menschen engagieren sich da so sehr? Veganer unter den Reichen? Oder vielleicht gar eine ganz andere Gruppe, die in das Geschäft mit veganen Lebensmitteln einzusteigen versucht? Aber das sind die Dinge, die zumindest ich nicht mehr durchschaue.

 

Sie werden sagen, es gehe nicht um Wesentliches. Ich antworte: Wehret den Anfängen. Im Verlauf meines Erzählens werde ich darauf zurückkommen, dass dieser Mechanismus der Manipulation uns Menschen ständig begleitet. Wenn wir die Fremdeinwirkung zulassen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn starke Mächte uns immer mehr in ihre Fänge bekommen. Denken Sie an dubiöse Vereine, die auf junge Menschen Einfluss nehmen wollen und versuchen, sie zu Erfüllungsgehilfen ihrer Machenschaften zu erniedrigen. Bei manchen dieser „Vereinigungen“ spielen Rituale bei der Aufnahme in kleine Parallelgesellschaften eine wichtige Rolle. Da lauern auch große Gefahren im Internet. Allerdings war Derartiges schon früher bekannt und die altbekannte Geschichte vom "Rattenfänger von Hameln" bekommt plötzlich eine Dimension, die sich erst in unseren Tagen so richtig entfaltet. 

 

Dialog als Aufgabe

 

Zeitungsausschnitt zur Abtreibungsproblematik
Zeitungsausschnitt zu einem unguten Handeln in unserem Land

 

Das Thema „Mitdenken“ hat nämlich eine ganz große Dimension. Es zielt auch schon darauf hin, wie in unserer Welt alles mit allem verbunden ist. Es gibt Themen, die quer durch die Parteienlandschaft in ziemlich konträrer Weise diskutiert werden. Da geht es nicht um ein freundliches: „Da könnte man doch!“

 

Der Fight bei besonderen Anliegen wird mit harten Bandagen ausgetragen. Meinungsäußerungen allein sind da nicht ausreichend. Da gehen die Leute auf die Straße - von beiden Seiten! - schreiben Leserbriefe - von beiden Seiten - und auch vor der Justiz fürchten sich weder die Einen noch die Anderen. Mit meiner Einstellung zu der auf dieser Seite dargestellten Thematik halte ich mich momentan noch ein wenig zurück, um dem verehrten Leser oder der ebenso verehrten Leserin nicht eine vorgefasste Meinung aufzudrängen. Über meine Ansicht spreche ich an anderer Stelle ausführlich. 

 

Ich zeige Ihnen links einen Ausschnitt aus der Tageszeitung vom 25. April 2019. Mein einziger Kommentar an dieser Stelle: Der Mann mit der Kapelle hat eines erreicht: Eine republikübergreifende Diskussion zu der dargestellten Problematik.

 

 

 


Ein Industrieprodukt

 

Ein moderner und erfolgreicher Rattenfänger ist die Industrie. Die Ziele sind bekannt. Die Wege der Riesen sind unterschiedlich, habe aber das bekannte Muster, das Konrad Lorenz aufgezeigt hat und anscheinend von uns immer noch nicht durchschaut wird. Wie sollen wir auch, denn wichtige Informationen werden uns vorenthalten. Das will ich Ihnen am Beispiel „Regenwald“ verdeutlichen. Jeder Bürger hat inzwischen gelernt, dass der Regenwald eine ganz besondere Rolle für unser Klima spielt. Wir wissen natürlich, dass es gar nicht gut ist, wenn wir Gartenmöbel aus tropischen Hölzern kaufen und haben schon ein schlechtes Gewissen, wenn wir uns eine besonders schöne Gartenbank aus Tropenholz nur anschauen, wir wollen ja, dass der Regenwald erhalten bleibt. Schließlich erfahren wir, dass anstelle des Regenwaldes Plantagen mit Palmen geschaffen werden. Wenn man nicht mehr über die Hintergründe weiß, dann könnte man wohlmeinend denken, dass diese Bäume schließlich auch nicht schlecht sind. Und warum sollte man in tropischen Ländern nicht Plantagen tropischer Bäume anlegen kann wie man Mandelplantagen in Kalifornien geschaffen hat?  

Es ist so, dass es sich hier um die Großproduktion eines Rohstoffes handelt, der in der westlichen Welt von verschiedenen Industriezweigen weiterverarbeitet wird. Wie es bei „Großoffensiven“ der Industrie üblich ist, geht es hier darum, billig an einen Rohstoff zu kommen. An erster Stelle wäre die Frage zu stellen, wie die Arbeiter bezahlt werden. Dazu zitiere ich aus Wikipedia. Den Link halte ich weiter unten für Sie bereit.

Arbeiter sollen mit falschen Versprechungen angelockt und zu Zwangsarbeit gezwungen worden sein. Es wird von Tausenden von Kindern berichtet, die auf Palmölplantagen Fronarbeiten zu leisten hätten. Die indigene Bevölkerung wird teilweise von den RSPO-zertifizierten Firmen mit Gewalt vertrieben, Menschenrechtsverstöße werden kaum geahndet. Auch wird in vielen Palmölplantagen das Herbizid Paraquat eingesetzt, das jährlich zu Tausenden Vergiftungsfällen bei Plantagenarbeiterinnen und Kleinbauern führt. Paraquat ist in der Europäischen Union, der Schweiz und einigen anderen Ländern aus gesundheitlichen Gründen verboten.

 

Ich denke, dass solche Äußerungen uns erst einmal wach machen und uns klar werden lassen, was hier tatsächlich im Gange ist. Die Dimension dieses Vorgangs lässt uns ahnen, dass es sich hier um ganz große Geschäfte handelt. Palmöl wird in der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie verwendet, es dient als Zusatz in Wasch- und Reinigungsmitteln. In der chemischen Industrie wird es ebenfalls verwendet und schließlich ist es in Biokraftstoffen enthalten.

„Laut Greenpeace und WWF steckt Palmöl heute in etwa jedem zweiten Produkt, das in Supermärkten zu kaufen ist.“

 

heißt es bei Wikipedia, in dem bekannten Portal finden Sie übrigens viele weitere Informationen zu diesem Produkt. Auch über ökologische und sozialethische Probleme. Mit dem folgenden Link zu Wikipedia kommen Sie an gute Informationen und weitere Quellen.

 

An zweiter Stelle sollte bedacht werden, dass dieser Vorgang, den wir beobachten, ein ganz wesentlicher Faktor zur Klimaveränderung ist, den wir mit schweren nachhaltigen und nicht wiedergutzumachenden Schäden bezahlen werden. Drittens wird beispielweise in Brasilien der Lebensraum der Menschenaffen zerstört.

 

Palmöl ist ein Produkt, das vor allem in den armen Ländern produziert wird. In unseren Regionen ist Maisanbau ein sehr umstrittenes Thema.  Viele landwirtschaftliche Flächen wandelten sich in den letzten Jahren zu Monokulturen von Mais. Maisanbau scheint eine große Rolle zu spielen. Erstens vom Gewinn für den Landwirt. Zweitens von den ökologischen Folgen. Drittens: Wir müssen in unsere Überlegungen einbeziehen, inwieweit der Maisanbau subventioniert wird. Das lässt nämlich Schlüsse zu auf die Bestrebungen der Regierenden in diesem Land. Viertens muss daran gedacht werden, dass man mit Genmais manipuliert. Man muss den Blick auch auf die Firmen werfen, die mit Pflanzenschutzmitteln (ein harmlos klingendes Wort!) kräftig am Maisanbau verdienen.

 

Fußballfeld in einem Sportstadion
In einem Artikel (Straubinger Tagblatt vom 25.4.2019) erklärte ein Engagierter: „Pro Stunde werden 200 Fußballfelder Regenwald abgeholzt.“

Diesen Abschnitt möchte ich allerdings nicht ohne ein versöhnliches Bild schließen.

Die Donau bei Straubing im Winter
Raureif verschönt die Landschaft an der Donau

Ein Thema gehört in diesem Zusammenhang angesprochen: Woher bekommen wir Informationen, denen wir glauben können, dass sie auf Wahrheit beruhen? Bei der Tagung "Klicks vor Qualität? Medien im digitalen Zeitalter" an der Akademie für politische Bildung in Tutzing machten sich Medienschaffende und Wissenschaftler Gedanken über eine große Frage, auf die es freilich keine klare Antwort gibt... Qualitätsjournalismus kommt an... Aber: Die Hälfte der Jugendlichen mache als "Medienmuffel" einen Bogen um Journalismus - und das sei ein viel größeres Problem als fehlendes Vertrauen... Medienbildung sei für alle Generationen existenziell. Für Medienkunde und digitale Infrastruktur sollte eigentlich der Staat sorgen - stattdessen stoßen von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt Konzerne wie Google und Facebook in diese Lücke. Die Tech-Giganten locken vor allem große Verlage mit Geld, das diese gerne annehmen, um Innovationslücke zu schließen... Die Umarmung von Google könne zu Selbstzensur führen, zu Abhängigkeit vom "großen Bruder"... über die Google-kritsche Studie berichtet hätten auffallend wenige begünstigte Verlage. (Bericht vom 17.5.2021)