VI 52leb "ELITEN"

VI 52leb "ELITEN"

Machtmissbrauch - Das Überschreiten aller ethischen Grenzen durch Täter wird manchmal deutlich - allerdings nur, wenn man genauer hinschaut. Es ist ein Kapitel, das sich in unendlichen Wiederholungen durch die Generationen dahinzieht. So komplex, dass man eigentlich die Menschheitsgeschichte als Ganzes studieren müsste, um zu verstehen. Machtmissbrauch wird immer wieder versucht, allerdings in den sogenannten "besseren Kreisen" mit feineren und sorgfältig ausgeklügelten Methoden, die nicht so offensichtlich die dunklen Absichten der Agierenden erkennen lassen. Ja, man könnte auf den ersten Blick sogar meinen, dass hier vielleicht hehre Ziele verfolgt werden. Aber das ist möchte ich anzweifeln. Es ist nur das gut gemachte Versteckspiel - Denken Sie an das schon erwähnte "Dignidad", wo einem so etwas wie "große Ziele"  oft genug vorgegaukelt worden waren. Vielleicht steckt hinter solchem Tun eher eine schlimme Ideologie oder gar ein Jux, denn schließlich ist bekannt, dass Menschen mit genügend Energie und viel Freizeit sich durchaus Ziele setzen, die sozusagen aus Spaß am Verändern allerhand Unsinn machen und manchmal dem Sinnlosen dazu verhelfen, sich zu etablieren.

 

Als Beispiel für einen "Gag", der von einigen verantwortungslosen Menschen losgetreten wurde, kommt mir dabei immer wieder der so widersinnige Brexit in den Sinn. Natürlich haben im Königreich Groß Britannien immer wieder Menschen mit dem Gedanken gespielt, sich aus der EURO-Zone zurückzuziehen. Aber die Vernunft und die Einsicht in die Tatsache, dass man  grundsätzlich in einer großen Gemeinschaft doch vielleicht mehr ausrichten kann, hat immerhin die Hälfte der Menschen auf der Insel davon abgehalten, sich für eine Loslösung von der EU auszusprechen. Aber es gibt auch sicher genügend Wettlustige, denen es nur darum gegangen sein könnte, einmal zu probieren, ob es nicht gelingt gegen alle anders gerichteten Strömungen die Loslösung vom Festland zu erreichen. Es ist ja bekannt, dass manche Leute  ganz gern derartige Wetten abschließen. Das genügt: Ich halte fest, es könnte eine Menge Menschen geben, denen es bei ihrem Tun gar nicht darauf ankommt, dass sie etwas Vernünftiges machen. Im Nachhinein lässt sich da gar nicht mehr überblicken, was beim Brexit alles gelaufen - ich meine - falsch gelaufen ist. Im Herbst des Jahres 2021 haben "Brexitbeförderer" die Quittung für ihr Vorgehen  gegen die Gemeinschaft bekommen. Die Rechnung zahlen allerdings nicht die Politiker, sondern die "einfachen Leute", denen wir uns in der EU allerdings nach wir vor verbunden fühlen: Treibstoffmangel wegen fehlender Lastwagenfahrer und leergekaufte Supermärkte, weil nichts mehr auf dem Inselstaat so recht funktioniert. Es war vorauszusehen. Was ich nun jetzt hier als Geschehen beschreiben will, das ist allerdings ein Vorgang, gegen den der Alleingang der Briten geradezu als Kavaliersdelikt anmutet. Es geht nämlich ein Geschehen, das sich gegen das Leben selbst richtet.

 

Es ist so etwas wie ein Selbstmord der Gesellschaft: Es ist die Folge eines Denkschemas, welches das Leben als solches relativiert. Das Leben stellt sich selbst in Frage. Es gibt einfach keinen Sinn, wenn man in seinem Weltbild das relativiert, was Menschsein ausmacht. Sie spüren schon an meiner sprachlichen Hilflosigkeit, wie schwer es ist, etwas vom Grundsatz her völlig Unsinniges als solches zu definieren. Nun, ich will die Katze aus dem Sack lassen: Die permanent betriebene Verwässerung des Schutzes menschlichen Lebens auf der ganzen Welt bereitet mir Sorge. Immer mehr Raum nimmt die Propaganda "Gegen das Lebensrecht für Jedermann" ein. Ja, wir leben in einer Sinnkrise. Ja, wir müssen abrechnen mit den Vergehen, die eine Clique von Verbrechern beispielsweise im kirchlichen Bereich verübt hat, ja, wir müssen nach Maßstäben suchen, die unser aller Verhalten hinterfragen. Aber wir sollten grundsätzliche Werte nicht einfach aufgeben zugunsten von Ideologien, die niemals wirklich hinterfragt worden sind. Das Lebensrecht jedes Einzelnen muss unbedingt unter dem Schutz der anderen Menschen stehen.

 

Nun zu den Fakten. Zusammengefasst ist alles, was ich mitteilen möchte, in einem Buch: Der denaturierte Mensch und seine Rechte von Grégor Puppinck. Be&Be-Verlag, Heiligenkreuz 2021.

 

An dieser Stelle bringe ich Ihnen einige Ausschnitte aus einem Interview der Bundesvorsitzenden der Alfa e.V. Cornelia Kaminksky mit dem Verfasser des hier vorzustellen Buches. "Der Mensch - ein Auslaufmodell?" Heute kontrolliert eine kleine Elite von Richtern an nationalen und internationalen Gerichtshöfen das gesamte System der Gewaltenteilung, meint der Direktor des Europäischen Zentrums für Recht und Gerechtigkeit (European Center for Law and Justice, ECLI, Grégor Puppinck. 

 

Ich werde versuchen, die Hauptpunkte herauszugreifen. Der Leser findet das gesamte Interview in "Lebensforum", Zeitschrift der Aktion "Lebensrecht für Alle e.V. (Alfa) Nr., 138, 2. Quartal 2021

 

Als erstes wird von Frau Kaminski die Frage nach den Veränderungen im Weltbild gestellt... und so beantwortet:

Noch vor 70 Jahren waren Abtreibung und Euthanasie in Staaten, die die Universelle Erklärung der Menschenrechte unterzeichnet haben, illelegal und wurden sogar als etwas Schlechtes erachtet... Heute...

 

Es folgt die Frage nach den Konsequenzen.

In der Anthropologie gibt es heute zwei Hauptströmungen. Die eine ist der klassisch judäo-christliche Ansatz. Er besagt, Würde haben wir, weil wir Ebenbilder Gottes sind, einen Körper und eine unsterbliche Seele besitzen. Auf der anderen Seite steht ein neues postmodernes Konzept. Ihm zufolge haben wir Würde, weil wir fähig sind, zu denken und zu entscheiden. Daraus folgt, dass jemand, der keine solche Autonomie besitzt... auch keine echte Würde besitzt...

 

Bemerkenswert ist die Frage nach einer Veränderung des Rollenverständnisses der Gerichte. Ist etwa die Gewaltenteilung gefährdet?

 

Eine absolute Trennung zwischen diesen Gewalten gibt es im gegenwärtigen System nicht mehr, denn in ihm stehen die Richter inzwischen über den Gesetzgebern...  Und diese Gruppe hält sich selbst für legitimer und klüger als die Mitglieder der Parlamente und Regierungen.

 

Die Frage, ob das denn noch demokratisch sei, wird von Herrn P. verneint. In der nächsten Frage geht es um die Eliten, die sich herausgebildet haben und um deren Parteilichkeit.

 

... Die kennen einander und arbeiten als Netzwerk zusammen... zunehmende Präsenz... Die Hauptorganisationen sind die Open Society Foundation von George Soros, die Bill & Melinda Gates Foundation und die Ford Foundation... Wir reden hier von mehreren Milliarden Dollar, die in solchen Einrichtungen investiert wurden.

 

Sogleich wird von der Interviewerin die Frage nach diesen Einrichtungen gestellt und so beantwortet:

 

Zum Beispiel in die Weltgesundheitsorganisation (WHO). 2019 hat Gates der WHO 450 Millionen Dollar gespendet. Das war der zweitgrößte Finanzierungsbeitrag für die WHO in 2019. Wie lässt sich akzeptieren oder überhaupt verstehen, dass eine private NGO einen solchen Einfluss auf eine internationale Einrichtung von einer solchen Bedeutung haben kann? Wer stellt sicher, dass private Interessen hier nicht die Oberhand über öffentliche gewinnen? Das Gleiche geschah in Europa.

 

Die Hauptgeldgeber des Europarates sind heute die Open Society Foundation und Microsoft. Wie kann man erklären, dass der Europarat von solchen Organisationen Geld angenommen hat?

 

Wir sehen auch, dass in den letzten zehn Jahren am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EuGH) 22 Ex-Mitarbeiter oder Angestellte dieser NGOS zu Richtern ernannt wurden - 22 von insgesamt 100. Das ist eine Tatsache. Diese Richter waren entweder direkt bei den genannten NGOs zu Richtern angestellt, haben mit ihnen zusammengearbeitet oder waren Lehrer an Schulen, die von diesen Stiftungen gegründet wurden. Das sind sehr enge Verbindungen. Nun führen dieselben NGOs Klagen am EuGH. Wenn man an diesem Gerichtshof Richter installiert hat, die vorher Mitarbeiter waren, kann man sich in etwa vorstellen, wie die Verfahren ausgehen. Der Einfluss dieser NGOs ist somit enorm, denn es gibt gewissermaßen ein gemeinsames Interesse von Klägern und Richtern.

 

Das mag fürs erste genügen, um den Einfluss der NGOs darzustellen. Es bleibt festzuhalten, dass ein enormer Einfluss auf die Rechtsprechung durch Organisationen aufgezeigt wird, die sozusagen als selbständige Akteure auftreten und dabei eigene Vorstellungen durchzusetzen scheinen. Ich unterbreche jetzt diese Darstellung von Herrn Puppinck, um später noch einmal auf eine ganz besondere "Spezialität" der NGOs zurückzukommen. Bitte besuchen Sie doch zunächst einmal die informativen Seiten von Wikipedia, die auch eine sehr interessante Kritik an den schon genannten Organisationen enthalten. Ich habe mich sowohl über die Bill-Gates-Stiftung als auch über "Open Society" informiert. Etwas pauschalisiert könnte  man sagen: Anscheinend - wie zu erwarten - neoliberale Grundhaltung.

 

Nun führe ich Sie zur nächsten Frage im Interview, die ich wortgetreu wiedergeben werde: Befürworter der Abtreibung und Euthanasie fordern immer häufiger, Mediziner sollten sich nicht mehr die Möglichkeit haben, sich auf ihr Gewissen zu berufen und sich zu weigern, an solchen Tötungshandlungen teilzunehmen. Ist die Gewissensfreiheit in Europa bedroht? Diese sehr wichtige Frage werde ich Ihnen aber nicht sofort durch den Juristen beantworten lassen. Ich möchte vorher mit Ihnen gesprächsweise herausarbeiten, welche Hintergründe bei dieser Frage bedeutsam sind. Anders ausgedrückt: Ich möchte Ihnen darstellen, warum es bei dieser Frage um etwas sehr Wichtiges und Grundlegendes geht. Und ich bitte Sie, dieses Kapitel nicht auszulassen, auch wenn es verlockend ist, mit einigen Mausklicken sofort die Antwort von Herrn Puppinck zu erfahren, denn ich werde Ihnen genau zeigen, was ich Ihnen als Einschub anbiete. 

 

An dieser Stelle möchte ich auf die Website sehr engagierter Lebensschützer hinweisen. Es handelt sich um "Alfa" Lebensrecht für Alle e.V.. Aus der Zeitschrift habe ich das Interview mit Herrn Puppinck entnommen. Ich denke, die Arbeit dieser und ähnlicher Organisationen ist sehr wichtig, weil diese sehr genau darauf schauen, dass das Recht auf Leben nicht irgendwelchen Eigeninteressen geopfert wird. Bitte bleiben Sie weiterhin dran. Machen Sie weiter. Sie sind eine sehr wichtige Organisation, weil Sie für die Interessen derjenigen eintreten, die sich selbst nicht verteidigen können. Hier ist der Link zu "Alfa":

                                                                     https://www.alfa-ev.de/lebensforum/

 


Hier ist also meine Überlegung:

 

Zuerst einmal gilt es zu klären, ob es Probleme gibt, was künftige Rentenzahlungen betrifft. Dazu sollte man den Fachmann fragen. Hier sind Fratzschers Verteilungsfragen, der Artikel ist aus dem Internet von "Zeit online". Veröffentlicht am 0.7.2021. Mit diesen Angaben können Sie den Artikel jederzeit nachlesen. Zwei Mal im Monat schreibt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, über die zunehmende Ungleichheit.

 

...Der andere Teil der Wahrheit ist jedoch, dass schon heute die Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung eine riesige finanzielle Belastung für die junge Generation sind...Die kurze Antwort ist: Vor allem der demografische Wandel ist schuld. Die Geburtenrate ist seit dem Höhepunkt Mitte der Sechzigerjahre dramatisch gefallen (sie hat sich fast halbiert).

 

Das Zitat bestätigt, was alle eigentlich wissen, dass das Geld für öffentliche Ausgaben knapp wird. Diese Einschätzung des Experten lasse ich einfach mal so im Raum stehen. Es liegt jetzt an Ihnen, Zusammenhänge zwischen den hier vorgetragenen Berichten herzustellen. Das ist legitim. 

 

Nun etwas ganz anderes, das auf den ersten Blick mit den Zahlungsschwierigkeiten der öffentlichen Hand wenig zu tun hat: Die Frage, warum man immer öfter in letzter Zeit den Schutz des Lebens relativieren will, scheint auf den ersten Blick nichts mit dem Problem der Rentenkassen zu tun zu haben. Andererseits ist es aber doch so, dass man sich fragen muss: Wie geht das denn weiter? Was will man denn machen, wenn das Geld immer knapper wird? Es ist ja wichtig, dass auch in der Zukunft  für unsere Nachkommen noch genügend Ressourcen zum Leben da sind. Diese Problematik war schon von Herrn Konrad Lorenz sehr klar formuliert worden. Sie sind sehr ernst zu nehmen. Und es ist angebracht, nach ethisch verantwortbaren Lösungen zu suchen.

 

In unserer Zeit sind von dem bekannten französischen Wirtschaftswissenschaftler und Regierungsberater Mitterands Formulierungen im Hinblick auf die wachsende Alterspyramide gemacht wurden, die zu allerhand Unruhe in der Bevölkerung geführt haben. Bei "Faktencheck" erfahren wir: Politikberater Jacques Attali hat weder in einem Buch von 1981 noch in seinem 2006 erschienen Buch "Die Welt von morgen" eine Euthanasie an Alten befürwortet. In einigen Passagen sprach er zwar über mögliche Zukunftsszenarien, die Euthanasie beinhalten, unterstützte diese aber nicht. Dem Wissenschaftler darf man zugestehen, dass er sich über die Zukunft der Welt Gedanken macht. Dass die Aussichten nicht gerade rosig anmuten, ist dem Wissenschaftler nicht vorzuwerfen. Eher sollte man anerkennen, dass sich jemand traut, das zu sagen, vor dem viele Menschen die Augen verschließen.

 

Die Problematik ist jedenfalls bekannt und es lässt sich vermuten, dass es Überlegungen gibt, Wege zu finden, das Problem so zu lösen, wie es etwa in China praktiziert wird. Durch Gesetze, die es ganz offen verbieten, zu viele Kinder zu bekommen. In Indien ist es so, dass vor allem Mädchen abgetrieben werden. Auch das ist allgemein bekannt. Die Problematik des Bevölkerungswachstums ist verkoppelt mit Klimaveränderungen, hoher Kindersterblichkeit, Armut,  Vermüllung der Welt und der Meere und vielen anderen negativen Erscheinungen.  

 

Man sollte auch in die Überlegungen einbeziehen, dass in Mitteleuropa (und in anderen Industrienationen) noch ein relativ hoher Wohlstand zu finden ist. Doch wie lange noch? Es ist  auch von großer Bedeutung, dass der Reichtum in der Welt sehr ungleich verteilt ist. Das bedeutet, dass ein kleiner Teil der Menschheit sehr viel besitzt. Von Klimaexperten wurde herausgearbeitet, dass eine klitzekleine Minderheit nicht nur den Löwenanteil an Geld und Grund besitzt, sondern auch noch den größeren "ökologischen Fußabdruck" hinterlässt, also genau das tut, was von den Notwendigkeiten her aus ökologischer Sicht völlig verkehrt ist. Man sollte es klar sagen: Dieses Verhalten ist dem Leben der übrigen Menschen abträglich. Der unsägliche Reichtum einiger Weniger ist schädlich für das Leben der ärmeren Menschen. Diese Feststellung ist keineswegs eine Neiddebatte. Allerdings ist es aus Sicht dieser "besonders Bevorzugten" durchaus zu verstehen, wenn sich Menschen aus diesen Gruppierungen Gedanken darüber machen, wie "es mal bei ihnen weitergehen soll", wenn jetzt schon die gesamte Menschheit nicht mehr ernährt werden kann. Da kann durchaus vermuten, dass darüber sinniert wird, welche Möglichkeiten es gibt, das Problem des Bevölkerungswachstums sozusagen "wertfrei" anzugehen.

 

Die Möglichkeiten sind natürlich sehr viel größer, wenn man sich grundsätzlich so verhält, als gäbe es keine verbindlichen Grundsätze. Im Klartext: Mit der Abschaffung des Rechtes auf Leben und Unversehrtheit kann man den Weg für die Tötung von Menschen freimachen. Beispielsweise, um einem weiteren Wachstum der Bevölkerung einen Riegel vorzuschieben. An diesem Punkt scheiden sich die Geister: Entweder Schutz des menschlichen Lebens als einen der wichtigsten Werte, die wir kennen oder Hintanstellung dieses Grundrechtes und Handeln nach momentan geltenden praktischen Gesichtspunkten. Noch deutlicher: Entweder Achtung der Würde des Einzelnen oder Tötung menschlichen Lebens nach Ermessen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass es hier nicht um Abwägungen in besonderen Situationen geht, sondern um nicht mehr zurücknehmbare Grundsatzentscheidungen. Solange ich mit Bewusstheit die Entwicklung  in der Welt verfolge, kann ich beobachten, dass der Lebensschutz kontinuierlich und Schritt für Schritt immer mehr aufgeweicht wird. Nach diesen "einführenden Worten" will ich Ihnen zeigen, wie der Vorgang "Neugestaltung" des menschlichen Bewusstseins gedacht sein könnte. Will sagen, wie sich eine Schicht reicher Intellektueller möglicherweise anmaßt, die Welt immer weiter zu "rationalisieren" - wobei das hier bewusst nicht verwendet Wort "entmenschlichen" den Sachverhalt wohl besser treffen würde. Wenn Ihnen dieser Ausdruck zu krass vorkommen sollte, dann bitte ich sie einmal zu recherchieren, wie das mit der Verteilung des Impfstoffs gegen Covid19 vonstatten gegangen ist. Ich glaube formulieren zu können, dass hier deutlich geworden ist, dass das Leben der ärmeren Menschen ganz erheblich benachteiligt worden ist.

 

Nachdem die Zielsetzung Chinas und anderer Mächte hinreichend bekannt geworden ist, muss man feststellen, dass auch von seiten der westlichen Großmächte wachsende Gefahren ausgehen.

 

Sie werden sehen, das Ganze ist prinzipiell nicht unähnlich dem, was ich über "Colonia dignidat" geschildert habe. Im Übrigen ist das ein Prozess der Entdemokratisierung, bei dem die in der Demokratie übliche Gewaltenteilung, die zum Schutz des Menschen geschaffen wurde, aufgehoben wird. Das habe ich im ersten Teil des Interview mit H. Puppinck bereits dargestellt. Ich nenne diesen "Erneuerungsprozess" Aufstand, weil ich denke, dass der Mensch nur über seiner Gotteskindschaft zum Sinn des Lebens finden kann. Unser Leben ist ein Geschenk des Schöpfers und der Versuch der Absetzung der Autorität des Höchsten ist als Aufstand gegen den Höchsten zu werten. Es ist der schon aus der Vergangenheit bekannte Versuch des Menschen, sich selbst über Gott zu stellen. Diese Problematik wird ja schon in der allerersten Geschichte der Bibel verbalisiert.

 

Ich stelle mir noch einmal vor Augen, was hier passiert: Da ist Gott, der uns Menschen aus Liebe erschaffen hat. Uns als freie Wesen wollte, die sich nur aus Liebe unterordnen sollen. Weil Er das so will, verbirgt Er Seine unendliche Macht vor uns, vor Seinen Kindern, um uns wirkliche Freiheit zu geben. Vom Leben ganz abgesehen, das Er uns ohne Gegenleistung geschenkt hat. Und dann kommt eine Handvoll Intellektueller daher und erklärt Seine Gebote, die darauf gründen, dass jedem Menschen gleiches Recht zusteht, für nichtig und spricht einem Teil unserer Mitmenschen das Lebensrecht ab, denn die Vermutung, dass das so ist, liegt nahe, weil die Bestrebungen so geschickt ineinandergreifen, dass man blind sein müsste, wenn man die Zusammenhänge übersehen würde. Es ist sehr wahrscheinlich, dass gewisse Tötungsmechanismen   wie Abtreibung und Beihilfe zum Suizid deswegen offeriert werden, weil das dem Hegemoniebestreben der selbsternannten Richter über und Tod und Leben entgegenkommt. Die sogenannte "Elite", ich sage mal: "Machtelite" nimmt sich heraus, über das Lebensrecht nach Willkür entscheiden zu dürfen, weil... ja warum eigentlich, vielleicht etwa, weil sie glauben, zu einer Art von "höherstehenden" Menschen gehören, die das darf,  weil sie aufgrund ihres Reichtums und ihrer Intelligenz dazu berechtigt sei. Sie erinnern sich bitte daran, wie Würde des Menschen neuerdings definiert wird:  "Durch die Fähigkeit zu denken". "Ich denke, also bin ich." - Dieser schon ältere Satz ist sozusagen die Grundlage dieser Hybris.

 

Glauben Sie, dass ein uns übergeordnetes Wesen, das  uns alle liebt, solch ein Verhalten durchgehen lassen wird? Niemals. Ich fühle mich an die Geschichte vom "Goldenen Kalb" erinnert, die uns gemahnen sollte, diesem gefährlichen überheblichen Dünkel Einhalt zu gebieten. Denn das Geschehen könnte uns in einen gefährlichen Strudel hineinreißen. Und ich denke, dass wir alle gefordert sind, dieses Treiben zu brandmarken und zu versuchen, mit unseren kleinen Kräften zu unterbinden. Oder sollte es uns egal sein, was hier stattfindet? Es geht schließlich auch um unser Überleben als Alte oder Kranke, die wir eines Tages keinen objektiv messbaren Beitrag mehr für die Gesellschaft leisten können und dann zu dem zu gehören, was man schon einmal vor geraumer Zeit in unserem Land mit der Bezeichnung "lebensunwert" belegte. Deshalb werden wir den Feinden des Lebens den Kampf ansagen. Weil wir zum Reich Gottes gehören und nicht nur Statisten sondern "lebende Steine" der Gemeinschaft der Kinder Gottes sind.

 

Bei diesem Aufstand gegen Gott und dessen Weisungen geht es allerdings nicht um irgendwelchen zweitrangigen Werte, also nicht um ein Aufbäumen gegen irgendwelche Benachteiligungen oder Gebote, die Randgebiete des Lebens betreffen. Nein, es geht um die Kernfrage: Wer hat hier das Sagen? Gott oder Mensch? Und die Anführer (man könnte auch sagen: Rädelsführer oder Putschisten) verlangen die volle Macht. Und stellen die Sinnfrage in den Raum: Sie wollen selbst bestimmen, was Sinn macht. Sie wollen die Richtlinien festlegen, nach denen menschliches Leben funktionieren soll. Es geht also nicht etwa nur um Nebenfragen, wenn man etwa das Thema "Geburtenkontrolle" verbalisiert. Das ist nur eine Art "Aufhänger". In Wirklichkeit geht es um die Frage, wer was in den Grundsatzfragen bestimmen zu bestimmen hat.

 

Ein Beispiel: In der "brave new world" der neuen Elite gibt es für die Putschisten ist die Frage, wie man die Menschen mit diesem neuen Wertmaßstäben "überrumpelt", weil die meisten unserer Zeitgenossen mit einem gesunden Instinkt vor manchen Gefahren sich gar nicht gern in  ein neues "Wertesystem" hineinstecken lassen wollen. Beispielsweise lehnen Ärzte es ab, Abtreibungen durchzuführen - wir haben den Arztberuf nicht gewählt um zu töten! Und nun wird versucht, diese Widerstände  zu überwinden. Sie wollen wissen, wie man das macht? Die meisten Ärzte sind als Angestellte, Beamte oder Selbständige irgendwie vertraglich verpflichtet. Auch die freien, selbständigen Mediziner können nur deswegen ihren Beruf ausüben, weil sie vertraglich eingebunden sind. Und all diese Verträge sind so gestaltet, dass man als Arzt bestimmte Zugeständnisse machen muss, um überhaupt erst einmal ärztlich tätig werden zu dürfen. Es ist eine formale Sache in administrativen Bereich, einen neuen Aufgabenkatalog in bestehende Verträge einzubinden. Natürlich mit dem Hinweis, dass der Arzt auch das Recht zur sofortigen Vertragskündigung hat, wenn ihm die neue  Vertragsfassung nicht gefällt. Dass ein solche Kündigung das gesamte auf Jahre ausgerichtete und durchgeplante Arbeitsleben unmöglich macht und einem oft hoch Verschuldeten das Einkommen entzieht, das brauche ich wohl hier nicht extra zu sagen.

 

Im Übrigen denke ich an meine eigene medizinische Ausbildung vor nunmehr 60 Jahren. Wir sahen es als Geschenk an, bei Operationen mitzuwirken. Und das taten wir. Eine Erklärung etwa, um was für eine Operation es sich bei dem dann folgenden Eingriff handelte, wurde nicht gegeben. Schon gar nicht wurde gefragt, ob wir bereit seien, an diesem Eingriff teilzunehmen. So kam es denn dazu, dass bei einem nach einigen Minuten Assistenztätigkeit unsererseits der Operateur einen kleinen (etwa 10cm großen) Menschen aus dem Unterleib einer Frau herausbeförderte, der mich durch sein Aussehen an die kleinen Plastikskelette erinnerte, die man früher in den Autos baumeln hatte. Protest der Studenten? Niemals. Das konnte man sich seinerzeit nicht erlauben. So etwas lag außerhalb des Vorstellbaren. Was hätte es auch gebracht? Die Fakten waren schon geschaffen. So war das also früher. So sah es  in der Realität aus mit der Gewissensfreiheit. Und ich weiß um das Unrecht meines Tuns. Im Übrigen werde ich jetzt eine Frage in den Raum stellen, die ich selbst nicht zu beantworten kann: Darf ich als Kassenarzt die Bitte eines Patienten nach einer präoperativen Untersuchung ablehnen, wenn ich weiß, dass als Operation eine Abtreibung vorgenommen werden soll? Oder muss ich da mit Sanktionen rechnen? Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen. Nach diesem Einschub bringe ich jetzt Herrn Puppincks Antwort auf die eingangs gestellte Frage.

 


 Hier ist nun die Antwort von Herrn Puppinck auf die Frage nach der "Gewissensfreiheit":

 

Wir haben auf der ganzen Welt feststellen können, dass es zu Attacken gegen die Gewissensfreiheit kommt. Auch im französischen Parlament. Das französische Parlament hat ein Gesetz vorgelegt, dass die Gewissensfreiheit der Ärzte limitiert. Eine globale Attacke gegen die Gewissensfreiheit kommt vor allem aus Richtung der Abtreibungsbefürworter. Das ist offensichtlich eine orchestrierte Attacke, die vom Center for Reproductive rights in New York angeführt wird. Sie wollen die Weigerung, aus Gewissensgründen an Abtreibungen mitzuwirken, verbieten. Das liegt daran, dass es tatsächlich einen zunehmenden Mangel an Ärzten und Pflegepersonal gibt, die bereit sind, Abtreibungen durchzuführen. In Italien gibt es Gegenden - beispielsweise im Süden - , in denen 95 Prozent der Ärzte sich weigern, Abtreibungen durchzuführen.  Deshalb gibt es dort Krankenschwestern, die durchs Land reisen und Abtreibungen anbieten. Man will Ärzte und Pflegepersonal dazu zwingen, Abtreibungen entweder selbst durchzuführen oder abtreibungswillige Frauen an Ärzte und Krankenhäuser zu verweisen, die das machen. In Frankreich fordert die Abtreibungslobby, auch Krankenschwestern sollten chirurgische Abtreibungen vornehmen dürfen, weil es immer weniger Ärzte gibt, die das machen. Die neue Generation von Ärzten sagt, sie habe nicht Medizin studiert, um abzutreiben.

 

Ich denke, jeder muss nun irgendwie selbst den Zusammenhang herstellen zwischen der deutlich werdenden Not der Zeit (die durch den bevorstehenden Mangel an Ressourcen sichtbar wird) und den Bestrebungen der verschiedensten Gruppierungen, die eben auch ganz verschiedene Lösungen aus der Problematik suchen. Und am einfachsten erscheint für Menschen, die nicht an eine übergeordnete Autorität glauben, der Weg über die Dezimierung der menschlichen Population. Ganz klar wird dieser Weg von all den Menschen, die an Gott glauben, abgelehnt. Anhand der dargestellten Fakten muss man davon ausgehen, dass die "westliche Geld-Elite" ihren Einfluss geltend machen könnte, um das  Ziel gegen den Widerstand der Freunde Gottes, der Freunde des Lebens, durchzusetzen. Ganz gut einzuordnen in das System ist die Tatsache, dass durch die Auswahl von Richtern einer bestimmten Ausrichtung die demokratische Ordnung beschädigt wird. Wie Herr Puppinck darstellt, wird durch die Tatsache, dass Richter und Kläger gleichermaßen in einer bestimmten Richtung orientiert sind, die Unabhängigkeit der Entscheidungsträger untergraben und dadurch die in Jahren gewachsene und weiterentwickelte demokratische Ordnung systematisch zerstört. So jedenfalls verstehe ich die Ausführungen von Herrn Puppinck.