BILDBAND IV "DEIN REICH"
Die zweite Bitte des Vaterunser
Im Buch "Heimat - wo Sein Friede wohnt" oder "Dein Reich komme" - wie ich es jetzt etwas kürzer nenne - geht es also darum, ob wir bereit sind, an dem Reich Gottes mitzuarbeiten, das uns der Herr anbietet. Es gibt sehr viele Menschen, die als Politiker, Lehrer, Priester aber auch als Kaufleute, Arbeitnehmer oder Schüler an einer Zukunft arbeiten, in der Gleichberechtigung für jedermann herrscht. Doch es gibt auch diejenigen, die auf Ausbeutung ihrer Mitmenschen aus sind und dabei keine Rücksicht kennen. Wenn auch deren Zahl vielleicht gar nicht so groß ist, so sind sie deswegen sehr stark, weil sie teilweise riesige Vermögen besitzen und ihre wirtschaftliche oder politische Macht dazu missbrauchen, um die bestehenden Ungerechtigkeiten noch weiter zu verschärfen und wichtige Ressourcen verbrauchen oder sich unter den Nagel reißen. Die Machtblöcke in der Welt sind gar nicht zimperlich, wenn es gilt, die Muskeln spielen zu lassen.
Wir - ja, wir sind die Kinder Gottes. Und wenn in der Bibel von den "Auserwählten" gesprochen wird, dann ist das nicht etwa eine Art Elite, nein, wir dürfen wissen, dass wir alle auserwählt sind. Auserwählt zum Leben. Und das bedeutet, dass wir alle getrost auf Sein "Friedensreich" hoffen dürfen. Sagen wir doch "Dein Reich komme." Und ich denke, dass die Angehörigen anderer Religionen zwar andere Worte sprechen aber genau dasselbe meinen. Der zweite Band der Albenreihe zum Vaterunser ist diesem Thema gewidmet. Die Seligpreisungen sind die Wegweiser für eine solche Lebensform, die wir erbitten und gleichzeitig selbst herbeiführen sollen. Da wird die Armut als Tugend gepriesen. Und angesichts unseres nachlässigen Umgangs mit den Ressoucen erscheint diese Aufforderung ganz aktuell.
In der zweiten Bitte des Vaterunser geht es also letztlich um unsere Beziehungen zu den Mitmenschen. Wir denken daran, dass das Reich des Friedens Gottes Wille ist. Nur sollten wir selber auch etwas dazutun, dass sich unsere Sehnsucht nach Frieden erfüllt. Allerdings stehen unseren Überlegungen den Ausbeutungsbestrebungen ganzer Machtblöcke konträr gegenüber. Am einfachsten erscheint es zunächst, wenn sich die Unterdrückten gegen ihre Ausbeuter wenden. Also: Gewalt gegen die Gewalt. So war das doch schon immer.
Doch da stellt sich die Frage, welche moralische Berechtigung die Unterdrückten haben, sich gegen die zu ertragende Ungerechtigkeit zu wehren. Natürlich besteht diese Berechtigung. Aber - und jetzt kommt das Problem - Jesus warnt eindringlich vor neuer Gewalt gegenüber den Ausbeutern. Das würde nur vordergründig etwas bringen und auf längere Sicht die Gewaltspirale nur noch weiter antreiben. Was bleibt?
Also zunächst einmal sind wir als materiell sehr gut Dastehende aufgerufen, die Missstände aufzudecken, anzuprangern und uns mit unseren
Möglichkeiten dem Unrecht entgegenzustellen. Das gilt insbesondere, wo es um die Not von Menschen geht, die unter den Menschen der weißen Rasse zu leiden haben: Da fallen mir auf Anhieb die
Schwarzen in Amerika ein. Denken wir aber auch an die Indianer, die von uns Weißen quasi vernichtet wurden. Wir verneigen uns, knieen nieder vor den Gedemütigten.
Im Umgang mit Herrschaftsstrukturen (Konzernen, Regierungen) sollten wir Mut zeigen. Und die Machtmenschen in ihre Schranken weisen. In unserem Land dürfen wir das. Und was können wir selbst tun? Eine gewisse Vereinfachung im Lebensstil macht uns freier und erschwert es es den Konzernen, unnütze und gar unter Ausbeutung erzeugte Produkte zu verkaufen. Ich denke also an ein besonnenes Verbraucherverhalten oder auch an friedliche Demonstrationen. Aufklärung über Missstände in der Welt ist der Anfang aller Veränderungen zum Guten. Und die Unterdrückten? Wir müssen uns auf ihre Seite stellen. Denn die Gleichberechtigung aller Menschen ist noch lange nicht realisiert. Und - wenn sich Gelegenheit bietet - auf die Knie gehen, so wie es viele Menschen aus Solidarität tun mit den Menschen, die aus rassistischen Motiven unterdrückt, misshandelt und getötet werden. Mit Martin Luther King, Nelson Mandela, Mahatma Gandhi, Martin Luther - und vor allem mit Jesus Christus - hat die Welt genügend Beispiele für konsequentes Handeln gegen bestehendes Unrecht. Schwierig und lang allerdings ist der Weg zu einer neuen und wahrhaften Gemeinschaft der Menschen.
Hier erkennen wir Viechtach
Das ist die Kopie eines bekannten Kunstwerkes durch einen Laien: Menschen beten miteinander.
Der Leopoldsteiner See in der Steiermark erzählt von der Schönheit der Berge
Das Kloster in Benediktbeuern ist eine Oase der Ruhe
Im Orchideenhaus des Botanischen Gartens in St. Gallen
Die Donau bei Bogen
Das Bild von einer alten Apotheke (Museum Mitterfels) erinnert an unsere Verpflichtung zum Helfen
Gott beschenkt uns